Wie viele Jahre muss man schon reiten können um Pferdewirtin zu werden ?

10 Antworten

Lange gar nicht. Ich kenne Menschen, die grade mal seit 2 Jahren mit Pferden zu tun haben und besser reiten als mancher "mach ich schon seit 40 Jahren falsch"-Reiter. Für den Schwerpunkt Reiten, wo man ja direkt Ausbilder wird, ist es von Vorteil, wirklich gut was zu können, sonst wird die Ausbildung recht brutal. Aber mit gutem Bewegungslernen holt man andere, die das nicht so mitbringen, auch schnell mal ein.

Irgendwo schreibst Du, sie wollte schon immer was mit Pferden machen ... das ist nicht so einfach zu beurteilen. Denn wenn sie sich so pferdeverbunden fühlt, warum hat sie dann bisher keine Reiterfahrung? Hat sie denn andere Pferdeerfahrung und für das Reiten fehlte einfach das Geld für Unterricht? Und ihr muss klar sein: Sie hat mit Pferden zu tun, soviel ist richtig. Aber auch mit den Menschen dazu und Pferdemenschen sind durchschnittlich selbstbewusst (braucht man einfach für den Umgang mit dem Pferd und lernt es deshalb auch) und mindestens so egoistisch wie Mütter, die meinen, wenn sie im Kindergarten was ändern, würden sie Vorteile für ihre Kinder raus holen. Ein gelassenes, kommunikatives Wesen hilft einem hier enorm, mit den vielen unterschiedlichen Ansprüchen zurecht zu kommen und sich immer im Klaren zu sein, dass man für den Betrieb entscheiden muss, auch wenn einem dann vielleicht jemand den Rücken kehrt.

Und sie muss sich dessen bewusst sein, dass es kein leichter Job ist. Man muss sich dessen bewusst sein, dass Pferde Klimawiderständler sind und wir Menschen nicht. Es gibt nicht, wie am Bau, "Schlechtwetter", wo man freigestellt wird, wenn die Witterung so ist, dass arbeiten einfach nicht möglich ist oder wo vielleicht auf Innenarbeiten ausgewichen wird. Das Pferd braucht trotzdem seinen Service. Ich kenne viele (grade auch Schwerpunkt Reiten, die dann ja auch auf's Pferd müssen, egal, wie ausgekühlt und durchnässt sie sind), die mit 25 bis 30 Jahren umschulen, weil sie schon Verschleißerkrankungen wie alte Menschen haben, dadurch, dass ihr Job sie zwingt, bei jeder Witterung bewegungsreiche Arbeit zu machen. Da man als Pferdewirt jetzt nicht soooo üppig verdient, ist es oft schwierig, noch eine neue Ausbildung zu machen, weil einem das Geld dafür fehlt.

Ein guter Pferdewirt, der dann doch die Möglichkeit bekommt, sich eine anständige Altersvorsorge zu erwirtschaften und vielleicht an Schlechtwettertagen Büro zu machen und "rangniedrigere" Angestellte machen den Dienst, wird man nur, wenn man sich dessen allem so bewusst ist, dass man sich die ersten Jahre wirklich durchbeißt, über Wasser hält und trotz aller Widrigkeiten besser ist als die anderen.

Sie kennt den Umgang mit Pferden schon also sie weiss wie man sie Pflegt und das es ein Knochenjob ist. Unsere Eltern hatten früher leider nicht genug Geld für den Reitunterricht.

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@Si20ST

Ok, dann ist das schonmal gegeben ... und wenn sie es wirklich machen möchte, ist die Überlegung interessant, in welche Fachrichtung sie geht. Ich würde an ihrer Stelle eine ohne Reiten machen und gleichzeitig versuchen, eine Reitausbildung zu bekommen, um dann die Trainerscheine aufzusatteln, wenn sie beispielsweise Reitunterricht geben möchte. Im Breitensport sind viele mit einem Trainer B zufrieden, der noch für jedermann mit einigermaßen Talent erreichbar ist. An Reitausbildung kommt sie als Pferdewirt-Azubi sicher leichter ran als über private Wege.

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Je nach Fachrichtung- vielleicht auch garnicht :D
Es gibt mehrere Fachrichtungen im Bereich Pferdewirtin.
Man kann/muss nicht bei allen reiten.
Z.b. Fachrichtung Fahren.
Es gibt Eingefahrene Pferde die nicht geritten sind.
Und Fachrichtung Zucht und Aufzucht.
Zuchtstuten sind meinst nicht geritten, ihre Aufgabe ist es Mutter zu sein, nicht Reitpferd.
Hengste ebenfalls.
Und Fohlen, Jährlinge und zweijährige werden sowieso nicht geritten ;)
Viele auch mit 3 noch nicht, auf Wunsch der Eigentümer.

Sowieso wird nicht viel geritten.
Meist Mistet man Boxen, putzt Sättel, Trensen, Fahrgeschirre usw.
Es reicht auch Pferde einfach putzen und longieren zu können.
Man muss nicht reiten können, aber den Umgang mit Pferden muss man beherrschen.
Aber welche die nachweislich schon lange reiten, evt auch schon auf Namenhaften Gestüten und auf hohen Turnieren geritten sind und Abzeichen besitzen werden einen Vorteil haben.
Es ist empfehlenswert das sie anfängt Reitstunden zu nehmen und dann ein paar Abzeichen zu machen und ein paar Turniere zu gehen, das zeigt dann auch das sie den Umgang mit Pferden beherrscht.
Und sie soll Praktika auf mehreren (wenn möglich auch auf Namenhaften) Höfen machen und die sich bescheinigen lassen, wenn sie von mehreren Höfen gute 'Bewertungen' und/oder (weiter)Empfehlungen hat wird das sicher sehr gut ankommen ;)

Es kommt auf die Art der Pferdewirtin an. Es gibt den Pferdewirt für Zucht und Haltung und es gibt den Pferdewirt fürs Reiten.

Wie lange man geritten sein muss, kann man nicht beantworten. Manche Leute lernen in einem Jahr, wozu andere 10 Jahre brauchen. Es kommt immer auf das Niveau des Reitens an.

Als Pferdewirtin für Zucht und Haltung kann sie möglicherweise eine Ausbildungsstelle finden, da sie ja nichts mit Ausbildung und Beritt zu tun haben wird. Aber die meisten Ausbildungsbetriebe erwarten schon auch ein gewisses Reitniveau. KLeines Reitabzeichen bestimmt.

Um Pferdewirt mit Schwerpunkt Reiten zu werden, wird deine Schwester keinen Ausbildungsbetrieb finden. Die Betriebe setzen ein gewisses Niveau voraus, denn die Ausbildung bedeutet ja nicht, dass in ihr die Azubis noch Reiten lernen sollen. Dazu hat kein Ausbilder Zeit.

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