Wie viele Jahre muss man schon reiten können um Pferdewirtin zu werden ?

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10 Antworten

Es kommt auf die Art der Pferdewirtin an. Es gibt den Pferdewirt für Zucht und Haltung und es gibt den Pferdewirt fürs Reiten.

Wie lange man geritten sein muss, kann man nicht beantworten. Manche Leute lernen in einem Jahr, wozu andere 10 Jahre brauchen. Es kommt immer auf das Niveau des Reitens an.

Als Pferdewirtin für Zucht und Haltung kann sie möglicherweise eine Ausbildungsstelle finden, da sie ja nichts mit Ausbildung und Beritt zu tun haben wird. Aber die meisten Ausbildungsbetriebe erwarten schon auch ein gewisses Reitniveau. KLeines Reitabzeichen bestimmt.

Um Pferdewirt mit Schwerpunkt Reiten zu werden, wird deine Schwester keinen Ausbildungsbetrieb finden. Die Betriebe setzen ein gewisses Niveau voraus, denn die Ausbildung bedeutet ja nicht, dass in ihr die Azubis noch Reiten lernen sollen. Dazu hat kein Ausbilder Zeit.

Bei durchschnittlicher Begabung in einem durchschnittlichen Reitbetrieb auf einigermaßen passablen Pferden braucht man etwa 200 - 300 Stunden Unterricht, um zumindest ein braves Pferd schadensfrei dazu veranlassen zu können, sich in der gewünschten Gangart in die gewünschte Richtung zu bewegen. Und zumindest dies sollte man können, wenn man Pferdewirt in Fachrichtung Service und Haltung lernen möchte. Denn zum Ausbildungsziel gehört es auch da, Pferde an der Hand sowie unter dem Sattel zumindest " gradeaus " ( was schwieriger ist, als es sich der Laie denkt) vorstellen zu können.

Nur, was nützt dir dieses Wissen jetzt, wenn sie keine Möglichkeit hat, reiten zu lernen?

In allen anderen 4 der 5 Fachrichtungen wird sie leider überhaupt  keine Chance haben. Auch nicht in der Zucht. Denn auch da werden die Auszubildenden gern zum Anreiten mit herangezogen, und einen Zuchthengst zu händeln und beim Absamen zu helfen, ist erst recht kein Kindergeburtstag.

Im September ( ich glaube am 9.9.) findet in Marbach eine Veranstaltung statt, wo man sich genau informieren kann und auch Möglichkeit hat, vorzureiten, um seine Eignung festzustellen. Vermutlich gibt es ähnliches auch an anderen Landesreit- und Fahrschulen. ( Ich habe hierzu nur diese Werbung gesehen). Sicher tätet Ihr gut daran, Euch das zumindest mal anzusehen.

Was aber auch sinnvoll ist, wäre ein längeres Praktikum. Die Zeit kann dann  gegebenenfalls meist auf die Lehrzeit angerechnet werden, ohne das Risiko, als " Versager" dazustehen, wenn man es doch nicht schafft.

Viele, die denkem, die harte Arbeit mache ihnen nichts aus, sind dann nämlich doch nach einem halben Jahr am Ende ihrer Kräfte. Man weiß erst, was man kann, wenn man es versucht.

Viel Erfolg!😃

Sie möchte dieses Jahr anfangen zu reiten

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@Si20ST

Dann schaut euch mal bei so einer Veranstaltung um - bis zum Abi kann sie eventuell genügend. 

Falls sie aber keine 2 Schuljahre mehr vor sich hat, müßte sie recht intensiv reiten lernen. Ist dann nur die Frage, ob der  Spaß nicht verloren geht, wenn man sich von Anfang an schon so unter Druck setzt.

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Lange gar nicht. Ich kenne Menschen, die grade mal seit 2 Jahren mit Pferden zu tun haben und besser reiten als mancher "mach ich schon seit 40 Jahren falsch"-Reiter. Für den Schwerpunkt Reiten, wo man ja direkt Ausbilder wird, ist es von Vorteil, wirklich gut was zu können, sonst wird die Ausbildung recht brutal. Aber mit gutem Bewegungslernen holt man andere, die das nicht so mitbringen, auch schnell mal ein.

Irgendwo schreibst Du, sie wollte schon immer was mit Pferden machen ... das ist nicht so einfach zu beurteilen. Denn wenn sie sich so pferdeverbunden fühlt, warum hat sie dann bisher keine Reiterfahrung? Hat sie denn andere Pferdeerfahrung und für das Reiten fehlte einfach das Geld für Unterricht? Und ihr muss klar sein: Sie hat mit Pferden zu tun, soviel ist richtig. Aber auch mit den Menschen dazu und Pferdemenschen sind durchschnittlich selbstbewusst (braucht man einfach für den Umgang mit dem Pferd und lernt es deshalb auch) und mindestens so egoistisch wie Mütter, die meinen, wenn sie im Kindergarten was ändern, würden sie Vorteile für ihre Kinder raus holen. Ein gelassenes, kommunikatives Wesen hilft einem hier enorm, mit den vielen unterschiedlichen Ansprüchen zurecht zu kommen und sich immer im Klaren zu sein, dass man für den Betrieb entscheiden muss, auch wenn einem dann vielleicht jemand den Rücken kehrt.

Und sie muss sich dessen bewusst sein, dass es kein leichter Job ist. Man muss sich dessen bewusst sein, dass Pferde Klimawiderständler sind und wir Menschen nicht. Es gibt nicht, wie am Bau, "Schlechtwetter", wo man freigestellt wird, wenn die Witterung so ist, dass arbeiten einfach nicht möglich ist oder wo vielleicht auf Innenarbeiten ausgewichen wird. Das Pferd braucht trotzdem seinen Service. Ich kenne viele (grade auch Schwerpunkt Reiten, die dann ja auch auf's Pferd müssen, egal, wie ausgekühlt und durchnässt sie sind), die mit 25 bis 30 Jahren umschulen, weil sie schon Verschleißerkrankungen wie alte Menschen haben, dadurch, dass ihr Job sie zwingt, bei jeder Witterung bewegungsreiche Arbeit zu machen. Da man als Pferdewirt jetzt nicht soooo üppig verdient, ist es oft schwierig, noch eine neue Ausbildung zu machen, weil einem das Geld dafür fehlt.

Ein guter Pferdewirt, der dann doch die Möglichkeit bekommt, sich eine anständige Altersvorsorge zu erwirtschaften und vielleicht an Schlechtwettertagen Büro zu machen und "rangniedrigere" Angestellte machen den Dienst, wird man nur, wenn man sich dessen allem so bewusst ist, dass man sich die ersten Jahre wirklich durchbeißt, über Wasser hält und trotz aller Widrigkeiten besser ist als die anderen.

Sie kennt den Umgang mit Pferden schon also sie weiss wie man sie Pflegt und das es ein Knochenjob ist. Unsere Eltern hatten früher leider nicht genug Geld für den Reitunterricht.

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@Si20ST

Ok, dann ist das schonmal gegeben ... und wenn sie es wirklich machen möchte, ist die Überlegung interessant, in welche Fachrichtung sie geht. Ich würde an ihrer Stelle eine ohne Reiten machen und gleichzeitig versuchen, eine Reitausbildung zu bekommen, um dann die Trainerscheine aufzusatteln, wenn sie beispielsweise Reitunterricht geben möchte. Im Breitensport sind viele mit einem Trainer B zufrieden, der noch für jedermann mit einigermaßen Talent erreichbar ist. An Reitausbildung kommt sie als Pferdewirt-Azubi sicher leichter ran als über private Wege.

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Auch wenn sie nicht Schwerpunkt Reiten nimmt, ist sie im Nachteil anderen Bewerbern gegenüber, welche bereits Erfahrung haben, bzw. schon auf einem gewissen Niveau reiten u./o. Abzeichen besitzen. In den namhaften Ställen/Gestüten wird es dann schon schwierig, zumal ohne ausreichend Vitamin B... 

Je nach Fachrichtung- vielleicht auch garnicht :D
Es gibt mehrere Fachrichtungen im Bereich Pferdewirtin.
Man kann/muss nicht bei allen reiten.
Z.b. Fachrichtung Fahren.
Es gibt Eingefahrene Pferde die nicht geritten sind.
Und Fachrichtung Zucht und Aufzucht.
Zuchtstuten sind meinst nicht geritten, ihre Aufgabe ist es Mutter zu sein, nicht Reitpferd.
Hengste ebenfalls.
Und Fohlen, Jährlinge und zweijährige werden sowieso nicht geritten ;)
Viele auch mit 3 noch nicht, auf Wunsch der Eigentümer.

Sowieso wird nicht viel geritten.
Meist Mistet man Boxen, putzt Sättel, Trensen, Fahrgeschirre usw.
Es reicht auch Pferde einfach putzen und longieren zu können.
Man muss nicht reiten können, aber den Umgang mit Pferden muss man beherrschen.
Aber welche die nachweislich schon lange reiten, evt auch schon auf Namenhaften Gestüten und auf hohen Turnieren geritten sind und Abzeichen besitzen werden einen Vorteil haben.
Es ist empfehlenswert das sie anfängt Reitstunden zu nehmen und dann ein paar Abzeichen zu machen und ein paar Turniere zu gehen, das zeigt dann auch das sie den Umgang mit Pferden beherrscht.
Und sie soll Praktika auf mehreren (wenn möglich auch auf Namenhaften) Höfen machen und die sich bescheinigen lassen, wenn sie von mehreren Höfen gute 'Bewertungen' und/oder (weiter)Empfehlungen hat wird das sicher sehr gut ankommen ;)

Es ist von Vorteil schon Pferde- und Reiterfahrung zu haben - aber nicht zwingend vorgeschrieben.

Aber nur so eine Frage... warum will sie Pferdewirtin lernen? Das macht in meinen Augen nur Sinn, wenn man zumindest einen Bauernhof zu Hause hat, den man übernehmen möchte.

Weil sie immer etwas mit Pferden machen wollte

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@Si20ST

Entschuldige, wenn das etwas schroff rüber kommt...aber sie sollte sich eher eine Reitschule suchen und das Reiten als Hobby betreiben. "Ich hab Pferde gern" - ist nicht unbedingt die beste Grundlage um seine berufliche Karriere danach auszurichten. Zumal sie bis jetzt noch keine Erfahrung in dem Bereich hat.

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Hm, da braucht deine Schwester sich keinen Kopf machen. Soll n Praktikum machen, 2 Wochen reichen, evt. nicht gerade dann, wenn das Wetter superschön ist, danach ist sie eh kuriert ;)

Spätestens bei Vorstellungsgesprächen wird es dann enden. Reitkenntnisse sind erforderlich. Vielleicht bzw wahrscheinlich gibt es sogar ein vorreiten. 

Pferdewirt ist für Sie vielleicht einfach noch nicht drin. Job suchen, Reitunterricht nehmen und weiter zur Schule gehen. Wenn der Wunsch so groß ist, kann sie mit 18/19 immer noch die Lehre anfangen. Das wäre ein realistisches Ziel. Viele Betriebe suchen eh oft eher ältere, da in der Regel ältere zuverlässiger und belastbarer sind (natürlich nicht alle)  Heu abladen,  mist Schichten....  da sind viele Knochen jobs dabei. 

Gar kein Jahr, Du musst gar nichts können, das lernt man alles dort.

Und das ist oft besser so, denn Anfänger sind unverdorben und bringen keinen Quatsch oder irgendwelche Irrlehren mit.

Das ist eine völlig unqualifizierte Antwort! Ohne Reiterfahung Pferdewirt lernen zu wollen, das ist, als wolle man Bankkaufmann werden wollen ohne die Grundrechenarten zu beherschen!

Die Ausbildungszeit würde dann nie reichen, um alles zu lernen, was man bis zum Ende können muss.

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@Urlewas

Und Zimmermann kann man nur werden wenn man schon mal ein Dach gebaut hat..... Ein Tischler nur, wenn er schon mal Möbel gebaut hat und Automecheniker auch, wenn sich Bubi schon einmal an den Bremsen von Papas Auto versucht hat?

Ihr Reiter nehmt Euch wrklich einfach zu wichtig.

Den Beweis gleich hier: Mädchen, 16 Jahre, Realschule, keine Ahnung von Pferden, Pferdewirtprüfung bestanden mit Schwerpunkt Reiten. Heute arbeitet sie als Bereiterin und ist 21, sehr gefragt und gerne gesehen. Und nein, sie ist bei weitem kein Naturltalent. Eine von vielen.

Was hat mein lebendiger Beweis? Durchhaltevermögen! aber das benötigt man bei jeder Ausbildung wen man Anerkennung als Fachfrau/mann möchte.

Geht doch!

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https://www.pferd-aktuell.de/files/160/BerufsausbildungPferdewirt_2014.pdf

Man muss ganz einfach reiten können - das hat nichts mit der Anzahl der Jahre zu tun

Der Schwerpunkt Reiten ja, aber die anderen können relativ ohne angefangen werden. Wird praktisch keiner machen, weil jeder sich vorher überlegt, ob er überhaupt mit Pferden zu tun haben will und entsprechend schon Kontakt und Grunderfahrung haben wird.

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