Wie verhalte ich mich gegenüber Menschen, die das "Asberger Syndrom" haben?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Menschen mit Asperger-Syndrom sind oft unbeabsichtigt unhöflich. Das Alle-anderen-Menschen-sind-dümmer-als-mein-Hund-Gefühl deiner Gastschwester kenne ich sehr, sehr gut und vielleicht neigt sie ja ebenso wie ich dazu, andere herumzukommandieren? Ich kann verstehen, dass dich das wohl oft nervt aber es gibt bestimmte Gründe, warum sich Menschen mit Asperger so komisch verhalten. Den meisten Asperger-Autisten fällt das logische denken einfacher oder sie haben andere Hochbegabungen, die ihnen in der Schule nützlich sind, was heißt sie sind oft "schlauer", als die anderen. Im Gegensatz zu den "normalen" Menschen interessieren sich die meisten Autisten (die ich kenne) auch für den Unterrichtsstoff (und ihnen ist es unbegreiflich, wie man darauf kommt sich mitten in einer interessanten Geschichtsstunde zu schminken!), womit sie eben oft zum "Klassenstreber" ernannt, von der Gruppe ausgeschlossen und ausgelacht werden. Viele gleichen das ganze dann mit ihrem Ego aus, ganz nach dem alten "Die sind nur eifersüchtig"-Prinzip. Wenn sie sagt, sie habe es schwer mit ihrer Intelligenz, dann glaube ihr das. Jeder Mensch ist unterschiedlich verletzlich, und vor allem bei Autisten, sollte man immer auf das achten, was man sagt. Was ich sagen will ist, dass sie trotzdem an etwas schwer gelitten haben kann, was die anderen "nur halb so schlimm" nennen, da Autisten sich auch oft schwer damit tun, Gefühle zu zeigen, bemerken andere oft nicht, wenn sie sie verletzt haben. Wenn sie ihr Leben so schon als hart empfindet, sollte sie nicht von dir zusätzlich wegen ihrer, wahrscheinlich unbeabsichtigten, Unhöflichkeit angefeindet werden.

Autisten fallen außerdem viele, für andere völlig selbstverständliche Dinge sehr schwer, Sachen wie "Wie kaufe ich eine Busfahrkarte?", "Bei welchem Wetter zieht man was an?" und "Wen und wie frage ich nach XYZ? Warum können das alle, nur ich nicht?!". Dadurch sind sie eben auch sehr unselbstständig, und eben umso umständlicher. Ich weiß nicht, ob du mal "The Big Bang Theorie" gesehen hast, aber Sheldon's ständiges "Fahr mich daundda hin!", ist ein typisches Autisten-Kommando (und ich als jugendlich-tyrannischer Autist weiß das!). Viele Autisten sind aufgrund ihrer Unselbstständigkeit nie im Stande, alleine zu Leben, aus Angst vor Veränderung oder einfach aus der Angst davor jemanden zu fragen wie etwas geht lernen sie viele, für das Leben wichtige, Dinge eben nicht oder suchen sich merkwürdige Schlupflöcher. Ich z.B. habe erst vor etwa einem Jahr, mit 15, angefangen mit dem Bus zu fahren, da meine neue Schule sehr weit weg ist. Und obwohl wir fast direkt vor der Haustür eine Bushaltestelle haben, zog ich es früher immer vor, jeden Morgen eine Halbe Stunde zu meiner (alten) Schule zu laufen, weil ich nicht Busfahren wollte/konnte/lernen wollte. In erster Linie wegen oben genanntem Fahrkartenproblem. Diese Unselbstständigkeit belastet einen natürlich auch, man kommt dadurch sehr oft in stressige Situationen, vorallem, da Autisten das Alleinsein oft genießen, wünschen sich viele von ihnen mehr Selbstständigkeit, sind aber aufgrund ihrer Unselbstständigkeit nicht in der Lage, diese zu entwickeln. Für Autisten ist der Alltag oft stressiger als für andere, vorallem spontane Dinge, wie Geburtstagsparties, können einen Autisten ziemlich belasten. Wenn deine Gastschwester auch auffällig unselbstständig sein sollte, setze sie nicht unter Druck, indem du sie etwas ganz alleine machen lässt sondern biete deine Hilfe an. Allerdings sollten da weniger Schlupflöcher ("Ich fahre dich schon dahin") gesucht, als echte Hilfen ("Ich fahre mit dir dahin") angeboten werden.

Ansonsten gibt es noch das Problem, das Autisten die "wortlose Sprache" oft nicht so gut beherrschen wie andere. Das heißt das Deuten sowie Anwenden von Mimik und Gestik, das erkennen und zeigen von Gefühlen und manchmal auch die Betonung in Sätzen fällt vielen von ihnen schwer. Also wundere dich nicht, wenn deine Gastschwester dich mit ihrem Lieblingshobby volllabert, und keine Anstalten macht aufzuhören, obwohl du ihr deutlich signalisierst, dass du das überhaupt nicht hören willst. Es ist wichtig, einem Autisten deutlich zu sagen, was man fühlt, und auch was man sich von demjenigen wünscht, also: "Tut mir leid, ich bin gerade ziemlich beschäftigt und kann dir nicht zuhören, aber heute Abend hab ich Zeit.", anstatt " Lass mich in Ruhe!". Sollte deine Gastschwester komisch laufen oder sich irgendwie anders merkwürdig bewegen, kannst du sie darauf aufmerksam machen, allerdings nur sachlich und nicht an eine Erwartung geknöpft, und vor allem eben nicht darüber lachen.

Ich entschuldige mich übrigens für diesem Moby-Dick-Roman und hoffe er war wenigstens etwas hilfreich.

Hey Ich hab mit dein Bericht durchgelesen und ich finde es gaaaaaaanz ganz mutig von dir und ich bedanke mich herzlichst dafür. Ich habe eine Frage ... Wurde dir gesagt das du asberger hast oder hast du es selber gemerkt?
Ich habe manche Verhaltensweisen die du beschrieben hast bei mir wiedererkannt.

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@Leah95

Naja ich dachte irgendwie schon immer, dass mit mir irgendwas nicht stimmt, weil ich auch vorallem in der Schule eine Menge Probleme mit Reizüberflutung, Mobbing, etc. hatte. Irgendwann war mir das ganze psychisch zu viel und meine Mutter und ich haben dann einen Psychologen in Anspruch genommen, der bei mir den Autismus diagnostiziert hat, womit ich auch sehr zufrieden war.

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Das Asperger Syndrom ist eine Form des Autismus. Sei froh, wenn es "nur das" ist. Autismus ist eine sehr schwere Störung. Wenn du schon weißt, dass sie darunter leidet, versuche doch, etwas tolerant ihr gegenüber zu sein.

Es ist keine Störung, nur ein Zustand, der anders ist, als der von normalen Menschen!

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@kimil000

Tiefgreifende Entwicklungsstörung laut ICD. F84.-, kannst du ja mal nachschauen.

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Was du als unhöflich empfindest, ist das Fehler von netten Floskeln und Höflichkeitslügen. Sie sagt direkt was sie denkt - ohne es so zu verpacken und zu verfälschen, dass es niemanden verletzt.

Am einfachsten kommst du mir ihr zurecht, wenn du dir die "sozialen Riten" im Kopf dazudenkst. Wenn sie etwas sagt, was andere Leute per Höflichkeitslüge ausgeklammert hätten, versuche für die Ehrlichkeit dankbar zu sein oder blende es für dich aus.

Du kannst sie auch direkt darauf ansprechen, dass Äußerung X jetzt gerade nicht okay war. Je nach Laune wird sie das beherzigen oder sauer sein. Aber auch wenn sie ein paar Minuten sauer ist, hilft ihr eine eindeutige Ansprache solcher Probleme mehr, als wenn du es ignorierst und sie den Fehler später wiederholt.

Wenn du sie auf einen Fehler ansprichst, verklausuliere das bitte nicht in Umschreibungen, sondern formuliere so direkt und klar wie du kannst. Begründe jedes Detail, zum Beispiel: "Ich mag es nicht, wenn du dich als so intelligent darstellst, weil ich mich nicht gern dumm fühle. Du würdest dich auch nicht gerne dumm fühlen, wenn ein noch Klügerer laut angeben würde."

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