Wie stabil sind Pfeiler in der Tiefgarage?

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8 Antworten

Hierfür gib es die DIN 1055. es müssen in die stützen sogenannte Anpralllasten mit beingerechnet werden.

Hier ein Auszug aus der DIN:

Allgemeines

Wenn der Anprall von Fahrzeugen zu einem Versagen von Bauwerken oder Bauteilen führen kann, sind Einwirkungen nach diesem Abschnitt bei baulichen Anlagen in Verkehrsbereichen anzuwenden. Für einzelne Verkehrsbereiche sind weitere mit einem Kreuzungsbauwerk verbundene außergewöhnliche Einwirkungen angegeben, die in ihrer Handhabung im weiteren den Einwirkungen aus Anprall gleichzusetzen sind.

Bei Anprall handelt es sich um eine Interaktion zwischen dem anprallenden Fahrzeug und dem Bauwerk. Zur Bestimmung der Kräfte an der Anprallstelle sollten Fahrzeug und Bauwerk als ein Gesamtsystem betrachtet werden.

Stoßeinwirkungen gelten als außergewöhnliche Einwirkungen und sind nach DIN 1055-100 zu definieren.

Zur Bemessung von Bauteilen wird die Stoßeinwirkung, sofern nicht anders angegeben, als vergleichbare statische Ersatzlast vorgegeben, die zur Ermittlung eines statischen Gleichgewichtszustandes oder zur Ermittlung von Beanspruchungen verwendet wird.

Eine gleichzeitige Wirkung der Ersatzlasten in Fahrtrichtung und rechtwinklig zur Fahrtrichtung ist NICHT anzusetzen.

Bei den zu führenden Nachweisen sind die Einwirkungen in die übrige Konstruktion weiterzuverfolgen, bei allgemeinen Hochbauten jedoch NICHT in die Fundamente.

  Kraftfahrzeuge

Sind vertikale stützende Bauteile (z.B. Pfeiler, tragende Stützen, Rahmenstiele, Wände, Endstäbe von Fachwerkträgern oder dergleichen) für Anprall von Kraftfahrzeugen zu bemessen, so sind die in Tabelle 1 angegebenen horizontalen Ersatzlasten anzusetzen.

< Tabelle 1 kann ich leider hier nicht richtig rein kopieren - wer mehr wissen will bitte Google benutzen->

1) Nur anzusetzen, wenn stützende Bauteile der unmittelbaren Gefahr des Anpralls von Straßenfahrzeugen ausgesetzt sind, d.h. im allgemeinen im Abstand von weniger als 1 m von der Bordschwelle.
2) Nur anzusetzen, wenn die stützenden Bauteile nicht am fließenden Verkehr liegen, sonst wie Zeile 2 bis 6.
3) Nur anzusetzen, wenn nicht nachgewiesen werden kann, daß bei Ausfall der stützenden Bauteile die Standsicherheit von Gebäude/Überdachung/Decke nicht gefährdet ist.
4) Auch anzusetzen für Anprall an Brüstungen von Rampen, Parkpaletten, etc.
Eine gleichzeitige Wirkung von Anprallasten aus SLW bzw. LKW und aus PKW ist NICHT anzusetzen.

Die horizontalen Ersatzlasten wirken bei SLW und LKW 1,25 m und bei PKW 0,5 m über der Fahrbahnoberfläche.

Die horizontale Ersatzlast rechtwinklig zur Fahrtrichtung ist je nach dem Standort des vertikalen stützenden Traggliedes von beiden Seiten (Tragglied zwischen zwei Fahrbahnen) oder nur von einer Seite (Tragglied am äußeren Fahrbahnrand) anzunehmen.

Stützen und Pfeiler von Eisenbahnbrücken über Straßen sind zusätzlich zur Bemessung auf Anprall von Kraftfahrzeugen durch besondere Maßnahmen zu sichern.

Wenn Überbauten von Brücken für Anprall bemessen werden sollen, ist die Ersatzlast und ihr Angriffspunkt objektbezogen unter Berücksichtigung der vorhandenen lichten Höhe und eventueller Schutzmaßnahmen von der zuständigen Behörde festzulegen.

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Ich sag mal so: Ein 20cm Baum hällt ein Auto aus, was einen  60 - 80 km/h Mähversuch unternimmt (nur grobe Zahlen, aber zeigt auf jedenfall schonmal die Richtung).

Es stimmt zwar, dass sind tragende Bauteile. Da die gewöhnlich auf Druck belastet werden, wird daraus, wenn ein Auto dagegen führe, ein Knickmoment. Das macht aber gar nix, die haben viel zu große Reserven. Das wird ja eingeplant. Auch ist die Härte von denen viel größer, als die eines Autos. Selbst wenn man es drauf anlegen würde, und mehr als nur ,,anditscht" wird da nix passieren.

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Kommentar von Jackie251
07.04.2016, 20:41

So pauschaul kann man das Problem nicht abtuen.
Der Möglichkeit existiert und wir kennen in Deutschland sogar einen Fall wo es zur Katastrophe kam: Eschede ICE Unglück.

Es wäre ein großer Unfall und vielen Verletzten geworden, das ist klar. Aber die Tatsache das der Zug den Brückenpfeiler abrasieren konnte, und damit die Brücke auf dem Gleis lag, in die nun die Wagons rasten ist der Grund für die vielen Toten.
Und so wie diese Brücke gebaut war, hätte man es schon 30 Jahre nicht mehr getan.
Man kann sich das auch gut veranschaulichen. Versuche man mal ein Mikadostäbchen oder selbt ein Streichholz wie eine Stütze zu drücken. Das benötigt sehr viel Kraft (solange man das Streichholz korrekt hält das es nicht schief ist). Wenn man es aber zwischen 2 Fingern einspannt und dann quer auf das Streichholz drückt, bricht es viel leichter.

Bei älteren Autobahnbrücken sieht man auch häufiger das zwischen den vorhanden, relativ dünnen Pfeilern zusätzliche neue Wände stehen, auch diese wurden später eingebaut als man erkannt hatte, die die Pfeiler einen Anprall nicht standhalten würden.

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In Deutschland gilt dafür die DIN EN 1991-1-7 "außergewöhnliche Einwirkungen auf Tragwerke"

wo man der Tabelle NA.2-4.1 äquivalente statische Anprallkräfte aus Straßenfahrzeugen in Zeile 10 entnehmen kann:
Anprallkraft in Fahrtrichtung: 40 kN

Anprallkraft senkrecht zur Fahrtrichtung: 25 kN

Dies gilt bei Fahrzeugen unter 3 Tonnen Eigengewicht

Bei Brückenpfeilern an Autobahnen sind die Lasten deutlich höher (wegen schwerer und schnellerer Fahrzeuge)

Es dürfen für solche Situationen zwar dann grundsätzlich Schäden am Tragwerk entstehen - es darf jedoch nicht aus einem Unfall (PKW fährt gegen Pfeiler) die Katastrophe (Parkhaus stürzt ein) entstehen.

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Kommentar von camar0
07.04.2016, 21:13

Ok danke, das heißt die Chance eines Zusammensturzes durch Zusammenstöße (auch bei "höheren" Geschwindigkeiten) mit solch einem Pfeiler (oder mehreren) ist quasi null? 

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Wenn überhaupt geht da vermutlich eher das Auto, als der Pfeiler kaputt. 

Außerdem gibt es etliche von diesen in Parkhäusern, weshalb nicht davon ausgehe, dass ein beschädigter da überhaupt ins Gewicht fallen würde. 

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Kommentar von Jackie251
07.04.2016, 20:29

Das Problem ist, das Gebäude normalerweise nicht als Körper funktionieren. Es handelt sich nicht um ein Tausendfüßler wo es unwichtig ist ob er ein Bein mehr oder weniger auf dem Boden hat.
Wegen der vielen Freiflächen sind Parkhäuser eher wie Brücken gebaut denn wie Wohnhäuser.

Eine Brücke funktioniert immer genau von einem Pfeiler zum nächsten. Auch ein Brücke mit 100 Pfeiler stürzt lokal ein, wenn man lokal einen der Pfeiler sprengt. Die Lasten können sich nicht auf die anderen 99 Pfeiler umlagern.

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Pfeiler müssen gerade in Tiefgaragen technischen Voraussetzungen entsprechen. Sie bestehen aus massivem Stahlbeton. Um die Statik zu gefährden, müssten schon mehrere Pfeiler umgefahren werden. Und um das zu schaffen, müsste man schon mit enormer Geschwindigkeit dagegen fahren.

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Kommentar von Jackie251
07.04.2016, 20:24

Das halte ich für unwahrscheinlich. In den meisten Fällen ist es wesentlich wirtschaftlicher die Stützen so widerstandsfähig zu bauen, das sie dem Anprall standhalten, als umgekehrt das Tragwerk für den Lastfall "Stützenausfall" zu bemessen. Die Stützweite der aufliegenden Bauteile würde erheblich vergrößern und ggf. sogar die Belastung umkehren. Insbesondere da Parkhäuser eher Skelettbauten sind, wird man Stützenausfall kaum einplanen wollen.

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Die Pfeiler sind nicht nur aus fettem Beton, sondern besitzen auch noch zusätzlich ein dickes Metallgerüst, welches dem Beton mehr stabilität geben. ein durchschnittlicher Pfeiler kann ca. 10-15 Tonnen tragen.

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Ja, das sind tragende Teile. Sie sind auch entsprechend für Anpralllasten berechnet, sofern das Gebäude nicht uralt ist.

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Die Pfeiler bekommt man nicht versehentlich umgefahren. Diese bestehen aus Stahlbeton mit einem massiven H-Träger aus Stahl als Kern.


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