Wie sind Stromleitungen von Steckdose verlegt? Gibt es da eine Regel?

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3 Antworten

Normalerweise sind Stromleitungen -ganz allgemein- von der Steckdose aus horizontal oder vertikal verlegt -also nach rechts/links oder oben/unten. Daher solltest du nicht genau auf der Höhe zwischen den beiden Steckdosen bohren, da ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du die Leitung triffst. Geh 15-20 cm hoch oder runter, dann bist du auf der sicheren Seite!

Lg, pizzacat

Es gibt Vorschriften, Zuleitungen nur senkrecht und waagerecht zu verlegen. Ca. 30 cm vom Boden bzw. der Decke entfernt können also sog. Steg-Leitungen oder Leitungen in Installationsrohren auch waagerecht verlaufen. Oft sind Leitungen auch schräg verlegt, ist zwar nicht die Regel, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Zur Sicherheit einen Metalldetektor bzw. Leitungssucher verwenden, denn es können auch mehrere Leitungen in der Wand nebeneinander laufen. Normalerweise erkennt man den Verlauf auch am Vorhandensein einer (zugeputzten) Verteilerdose. Deswegen mal die Wand abklopfen, dort wo es sich "hohl" anhört, ist dann evtl. eine Verteilerdose, hierbei kann dann der Verlauf wohl besser herausgefunden werden. Bei umfangreichen Installationen kann auch fast "die Hälfte" der Wand mit versteckten parallel oder in Bögen verlaufenden Rohren bzw. Stegleitungen versehen sein, das ist zum Beispiel in Treppenhäusern oder Kellerräumen oft der Fall, denn die Elektriker gehen bei der Montage - habe ich selbst auf Baustellen so gemacht - so vor, daß Kabel erst in ein Leerrohr zur Gänze eingezogen werden, dann beides , also Kabel im Rohr, grob fixiert und dann hinterher von der Putzerkolonne zugeputzt werden. Denn ein Elektriker darf laut Bauvorschrift nicht in das "Gewerke" der Putzer eingreifen, indem er die Leitungen selber ganz zuputzt. So legte ich Leitungen für verschiedene Kreise (Steckdosen, Beleuchtung, Elektroherd, Durchlauferhitzer, Klingel, Telefon, Brandschutz, Kabelfernsehen etc., o h n e Verteilerdosen zu benutzen, parallel verlaufend in die Wand. Die Anklemmung des Kabelwustes erfolgt dann im Verteilerschrank sinngemäß über Klemmen und dann an die Leitungsschutzschalter etc.

Ja, sogar die Leitungen zu den Lichtschaltern wurden so von mir verlegt, ohne Verteilerklemmen in Dosen zu verwenden. Hier habe ich für alle Fälle immer 7x bzw. 5x 1,5 qmm Kabel genommen. Das spart Montagezeit und Klemmzeit. So kann später auch schneller eine evtl. durchgebrannte Leitung in Gänze ausgetauscht werden, bzw. eine Störung herausgefunden und beseitigt werden.

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Ein Kollege von mir hat auf diese Weise einmal auf einen Hausanschluß gebohrt, da die Stadtwerke die 35 qmm -Hauszuleitung in der Wand schräg verlegt hatten. Wirkung: Die Stichflamme verblitzte den Kollegen dermaßen, daß er zum Augenarzt mußte. Der Bautrupp mußte anrücken und die Straße mit Preßluftbohrer bis zum Verteiler aufbuddeln, um eine neue Leitung (50 qmm) zu verlegen. Interessant, in der nächstliegenden NVA hatte kein LS ausgelöst, trotz sattem Kurzschluß. Die Anlage stand also nach dem Kurzschluß noch unter Spannung, weil der Leitungsquerschnitt der Zuleitung zu gering war. Diese Partie haben natürlich die Stadtwerke voll schadenersatzmäßig übernommen, da der Fehler in der Verlegung des Kabels und in dem zu geringen Querschnitt zu suchen war und alles "hinter" dem Hausanschluß lag, der Eigentum der Stadtwerke ist.

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@kbra01

Frage: Wieso hat der betreffende Monteurkollege nicht gemerkt, daß er auf eine Leitung bohren könnte? Nun, da lag 2cm daneben schon eine Durchführung mit Kabel, er dachte, "da kann ich wohl direkt daneben bohren." Der Kollege der vorher die andere Leitung gelegt hatte, muß wohl unheimlichen Massel gehabt haben. So kann's gehen.

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Am Besten, Du kaufst oder leihst Dir ein Gerät zum Aufspüren von Leitungen unter Putz. Nach Deiner Schilderung halte ich es für wahrscheinlich, dass der Kürzeste - also horizontale - Weg gewählt wurde. Wenn Du genau in diese Verbindungslinie bohrst, kann es Funken geben. Also Ab in den Baumarkt und so ein Ding gekauft - sollte nicht mehr als zwanzig EUR kosten, eher weniger. Oder halt für einen Tag ausleihen.

Shag d'Albran

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