Wie kann man mit der Bergpredigt umgehen?

10 Antworten

Wie kann man mit der Bergpredigt umgehen?

Lesen wäre ein Anfang und das Geschriebene so akzeptieren, wie es klar geschrieben steht, unabhängig von jeglicher Interpretation.

und könnt ihr sie im Alltag teilweise umsetzen?

Manches davon ja, andres davon ist gar nicht für alltägliche Umsetzung gedacht. Wie erwähnt einfach mal selbst lesen und dann entsprechend herausfinden, was für die alltägliche Umsetzung geeignet ist (zum Beispiel Umgang mit Anderen) und was nicht (zum Beispiel die Seligpreisungen).

Nehmen wir mal eines der bekanntesten Beispiele der Bergpredigt: Die andere Backe hinhalten, wenn man geschlagen wird.

Sollten Christen sich überall verprügeln lassen, ohne sich zu wehren? Sollten sie zuschauen, wenn andere Christen verprügelt werden und sich darüber freuen, dass diese die andere Backe hinhalten können? Das ergäbe doch irgendwie nur wenig Sinn und würde die gesellschaftliche Ordnung gefährden.

Zu der Bibelstelle mit dem "Hinhalten der anderen Backe" ist zu sagen, dass es dabei nicht um Selbstverteidigung oder körperliche Angriffe, sondern um Rache und Beleidigungen geht.

Im griechischen Urtext steht das Wort "rhapizo", das einen Schlag mit dem Handrücken ins Gesicht bedeutet. Dies war eine Geste, die z.B. ein Herr gegenüber seinem Knecht tun durfte. Bei Gleichgestellten galt sie als schwere Beleidigung, die nach rabbinischem Recht doppelt bestraft wurde. Deshalb soll man sich durchaus beleidigen lassen, ohne sich zu wehren. Und man soll sich nicht rächen, was wohl die Kernaussage dieser Bibelstelle ist.

Deshalb ist der Vorschlag, auf Beleidigungen nicht zu reagieren und auf Rache zu verzichten, die beste Taktik, um Streit zu deeskalieren und schlimmere Auseinandersetzungen, die über verbale Angriffe hinausgehen, zu vermeiden.

In taktischen Selbstverteidigungsseminaren, in denen es um Notwehr und Nothilfe geht, wird diese Strategie durchaus als wichtige Möglichkeit der Deeskalation und Prävention gelehrt

An diesem Beispiel sieht man wieder, wie lebensnah und -praktisch Jesus die Menschen belehrte.

...und wie

1 »Urteilt nicht über andere, damit Gott euch nicht verurteilt. 2 Denn so wie ihr jetzt andere richtet, werdet auch ihr gerichtet werden. Und mit dem Maßstab, den ihr an andere anlegt, werdet ihr selbst gemessen werden. 3 Warum siehst du jeden kleinen Splitter im Auge deines Mitmenschen, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? 4 Wie kannst du zu ihm sagen: ›Komm her! Ich will dir den Splitter aus dem Auge ziehen!‹, und dabei hast du selbst einen Balken im Auge! 5 Du Heuchler! Entferne zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du klar sehen, um auch den Splitter aus dem Auge deines Mitmenschen zu ziehen. Matthäus 7,1-5

 »Behandelt die Menschen stets so, wie ihr von ihnen behandelt werden möchtet." Matthäus 7,12 Jesus hat es später noch besser ausgedrückt: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Wie viel weniger Leid und Not gäbe es, wenn die Weltbevölkerung danach leben würde.

In Bezug auf das ewige Leben nach dem Tod:

13 »Geht durch das enge Tor! Denn das Tor zum Verderben ist breit und der Weg dorthin bequem. Viele Menschen gehen ihn. 14 Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dorthin schmal! Deshalb finden ihn nur wenige.« Matthäus 7,13 + 14

Aus Sicht der gläubigen Christen enorm wichtig. Nicht alle kommen ins Paradies. Es braucht die Nachfolge von Jesus.

Das Vater Unser in Matthäus 6.

24 Niemand kann zwei Herren gleichzeitig dienen. Wer dem einen richtig dienen will, wird sich um die Wünsche des anderen nicht kümmern können. Er wird sich für den einen einsetzen und den anderen vernachlässigen. Auch ihr könnt nicht gleichzeitig für Gott und das Geld leben.« Matthäus 6,24

Zu viele Menschen leben danach, möglichst viel Geld oder Vermögenswerte zu haben.

4. Ihr seid das Salz der Erde

140:4.1 (1572.1) Die sogenannte „Bergpredigt“ ist nicht das Evangelium Jesu. Sie enthält wohl viel hilfreiche Unterweisung, aber sie war Jesu Weisung an die zwölf Apostel anläßlich ihrer Weihe. Sie war des Meisters persönlicher Auftrag an jene, die das Evangelium weiter verkündigen und danach trachten sollten, ihn so in der Welt der Menschen zu vertreten, wie er seinen Vater so beredt und vollkommen vertrat.

140:4.2 (1572.2) „Ihr seid das Salz der Erde, ein Salz mit erlösendem Geschmack. Wenn aber dieses Salz seinen Geschmack verloren hat, womit wird man es würzen? Es taugt hinfort zu nichts mehr, als weggeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.“

140:4.3 (1572.3) Zu Jesu Zeit war Salz kostbar. Es wurde sogar als Geld benutzt. Das moderne Wort „Salär“ ist vom Wort Salz abgeleitet. Salz gibt der Nahrung nicht nur Geschmack, es ist auch ein Konservierungsmittel. Es macht andere Dinge schmackhafter, und so nützt es, indem es verbraucht wird.

140:4.4 (1572.4) „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch keine Kerze an und stellt sie unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; und sie spendet allen Licht, die im Hause sind. Also lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und angespornt werden, euren Vater im Himmel zu preisen.“

140:4.5 (1572.5) Licht verscheucht zwar Finsternis, es kann aber auch so „blenden“, dass es verwirrt und entmutigt. Wir werden ermahnt, unser Licht so scheinen zu lassen, dass unsere Mitmenschen auf neue und göttliche Pfade eines höheren Lebens geführt werden. Unser Licht sollte so scheinen, dass es die Aufmerksamkeit nicht auf unser Selbst lenkt. Sogar unsere Berufung kann als ein wirkungsvoller „Reflektor“ zur Ausbreitung dieses Lichts des Lebens dienen.

140:4.6 (1572.6) Starke Charaktere bilden sich nicht, indem man Unrecht nicht tut, sondern vielmehr, indem man das Gute tatsächlich tut. Selbstlosigkeit ist das Merkmal menschlicher Größe. Die höchsten Ebenen der Selbstverwirklichung werden durch Anbetung und Dienen erreicht. Der glückliche und erfolgreiche Mensch wird nicht durch die Angst motiviert, Unrecht zu tun, sondern durch die Liebe, das Rechte zu tun.

140:4.7 (1572.7) „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Die Persönlichkeit ist grundsätzlich unveränderlich; was sich verändert — wächst —, ist der sittliche Charakter. Der Hauptirrtum der modernen Religionen ist der Negativismus. Der Baum, der keine Früchte trägt, wird „umgehauen und ins Feuer geworfen“. Sittlicher Wert kann nicht aus bloßer Unterdrückung hervorgehen — aus dem Gehorsam gegenüber dem Befehl „Du sollst nicht.“ Furcht und Scham sind unwürdige Beweggründe für ein religiöses Leben. Religion ist nur dann begründet, wenn sie die Vaterschaft Gottes offenbart und die Brüderlichkeit unter den Menschen steigert.

140:4.8 (1572.8) Eine wirkungsvolle Lebensphilosophie entsteht aus der Verbindung der kosmischen Erkenntnis mit der Gesamtheit unserer gefühlsmäßigen Reaktionen auf das gesellschaftliche und wirtschaftliche Umfeld. Denkt daran: Ererbte Triebe können nicht grundlegend verändert werden, wohl aber die gefühlsmäßigen Antworten auf solche Triebe; folglich kann die sittliche Natur verändert und der Charakter verbessert werden. In einem starken Charakter sind die gefühlsmäßigen Antworten integriert und koordiniert, und dadurch entsteht eine geeinte Persönlichkeit. Unzureichende Einigung schwächt die sittliche Natur und macht unglücklich.

140:4.9 (1572.9) Ohne ein lohnendes Ziel wird das Leben sinn- und zwecklos, und viel Elend ist die Folge davon. Jesu Rede zur Weihe der Zwölf ist eine meisterhafte Lebensphilosophie. Jesus ermahnte seine Jünger, sich in einem Glauben zu üben, der auf Erfahrung beruht. Er warnte sie, sich nicht auf eine bloß intellektuelle Zustimmung, auf Leichtgläubigkeit und etablierte Autorität zu verlassen.

140:4.10 (1573.1) Erziehung sollte eine Technik des Lernens (Entdeckens) besserer Methoden sein, um unsere natürlichen und ererbten Triebe zu befriedigen, und Glück ist das Gesamtresultat dieser verbesserten Techniken gefühlsmäßiger Befriedigung. Das Glück hängt nur in geringem Maß vom Umfeld ab, obwohl eine angenehme Umgebung viel dazu beitragen kann.

140:4.11 (1573.2) Jeder Sterbliche sehnt sich in Wirklichkeit danach, eine vollständige Person zu sein, so vollkommen wie der Vater im Himmel; und das zu erreichen ist möglich, weil letzten Endes „das Universum wahrhaft väterlich ist“.

Woher ich das weiß:Recherche

Mein liebster Bibelabschnitt im NT,

bloß das mit der Backe halte ich nicht für so gut!

Horus737  19.07.2023, 17:53

Lieber einen Backenstreich, als einen Krieg.

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