Wie habt ihr die Beziehung mit einem/einer NarzisstIn überwunden?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das geht den meisten so, die sich aus einer Beziehung mit einem Narzissten lösen konnten, dass sie es erst hinterher alles realisiert haben und erst dann verstanden haben was in dieser Beziehung schief lief und vor allem warum. Und warum sämtliche Bemühungen, die man in diese Beziehung investiert hat, einfach verpufften.

Allein diese Erkenntnis half mir bereits diese Erfahrung zu überwinden. Ich sehe diese Zeit (5 Jahre) auch nicht als vergeudete Zeit oder sowas, sondern bin eher sogar dankbar für diese Erfahrung, da sie mir sehr dabei half, Dinge anders zu sehen und worauf ich künftig achten musste.

Diese Erfahrung trug ausschlaggebend dazu bei, noch mehr schätzen zu können, was ich mit meiner heutigen Partnerin für ein großes Glück habe. Es half mir zu erkennen, was wirklich tiefe bedingungslose (gegenseitige!!!) Liebe bedeutet und grenzenloses Vertrauen ist.

Wir sind jetzt 7 Jahre zusammen und hatten kein einziges Mal Streit. Weil es bei uns kein Misstrauen gibt und wir über alles offen und ehrlich reden können, ohne Angst haben zu müssen, dass der Andere angepisst sein könnte. Wir sind zwar auch nicht immer einer Meinung, aber wir akzeptieren und respektieren die Meinung des Anderen und suchen dann gemeinsam nach einem Kompromiss.

Sehr schön zu hören, dass du die Zeit nicht als vergeudet ansiehst. Momentan bin ich nämlich noch an dem Punkt, an dem ich mich darüber ärgere, so lange geblieben zu sein und mir das alles gefallen lassen zu haben. Ich möchte aber künftig versuchen, dankbar für die Erfahrungen - mögen sie auch noch so traumatisch gewesen sein - zu sein.

Aber hattest du nie Angst, dieselben Fehler wieder zu machen? Ich habe nämlich das Gefühl, dass mich die ganze Situation (mein Exfreund hat mich am Schluss sogar betrogen und mir die Schuld dafür gegeben) extrem misstrauisch gemacht hat, sodass ich mich nun davor fürchte, etwas Ähnliches wieder zu erleben. Wie hast du dich dagegen gefeit?

Vielen Dank für deine lange Antwort, du hast mir damit sehr geholfen! :-)

0
@Krokuslilie

Nein, ärgere dich nicht, denn du kannst ja (vermutlich) nicht dafür. Das ist ja gerade das Problem mit Narzissten, deren manipulative Art und die Fähigkeit dir das Gefühl zu geben von Ihnen abhängig zu sein, obwohl sie im Grunde abhängig von uns sind. Im Nachhinein ergibt alles einen Sinn, aber wenn man mitten drin steckt, dann sieht man es nicht. Man merkt, dass man nicht wirklich glücklich in der Beziehung ist, dass irgendwas nicht stimmt, aber man redet sich immer ein, dass es schon noch werden wird, dass es nur eine Phase ist und sich der Andere noch ändern wird. Aber passieren wird es nie. Und der Narzisst hat ja auch die Fähigkeit es so zu drehen, dass du am Ende glaubst, dass es deine Schuld ist, dass du irgendwas falsch machst und irgendwann verzweifelst du, weil du nicht mehr weißt was du noch alles tun sollst.

Also wie gesagt, ärgere dich nicht, denn sowas kann man nicht vorhersehen, wenn man nicht schon einmal die Erfahrung gemacht hat und mögliche Anzeichen erkennen kann. Ich versuche es halt in meinem Leben stets so zu sehen, dass auch schlechte Erfahrungen gute Erfahrungen sein können, eben weil man daraus lernen kann und einen dadurch auch stärker machen können.

Deshalb hatte ich auch nie Angst diesen "Fehler" wieder zu machen, weil ich ja keinen gemacht habe. Man darf dadurch auch nicht misstrauisch durchs leben gehen - vorsichtig hingegen schon - , weil du dieses Misstrauen dann auch anderen gegenüber ausstrahlst, sondern sei offen für neues und freue dich drauf. Sicher kann man wieder an eine solche Person geraten, es steht denen ja nicht auf der Stirn geschrieben, aber diesmal kannst du ja die Alarmzeichen rechtzeitig erkennen.

Meine hatte mich (vermutlich) auch betrogen. Sie beteuerte zwar, dass es nicht so war, aber später haben wir herausgefunden, dass ihr neuer Freund seinen FB-Status geändert hat, dass er in einer Beziehung mit X ist, nur drei Stunden (!) nachdem wir uns offiziell getrennt haben. Ich denke das spricht für sich. Und ja, auch mir hat sie mehr oder weniger die Schuld an dem Ganzen gegeben, weil ICH mich nicht geändert habe. Dabei habe sich mich geändert und zwar in der Hinsicht, dass ihr nicht mehr die Bestätigung gegeben habe, die sie brauchte und nicht mehr alles nach ihrer Nase lief. Aber das ist halt so typisch für Narzissten, dass sie sich dann einen neuen Bewunderer suchen.

Ich weiß nicht, ob ich dir das als Tipp geben kann, aber ich kann dir zumindest erzählen wie ich meine jetzige Freundin kennengelernt habe. Wobei man es als Mann hier einfacher halt als eine Frau, weil hier auch extrem viele Idioten unterwegs sind und nur wenig die es ernst meinen. Ursprünglich hielt ich absolut nichts von solchen Online-Datings, weil ich mir dachte, was das alles für verzweifelte Menschen sein müssen, die es nicht mal schaffen im Alltag jemanden zu finden. Ich hatte mich dann nur spaßeshalber dort angemeldet, nur aus Neugier was sich dort so für Damen rumtreiben und war dann doch überrascht, auch wieviele hübsche Frauen dort angemeldet sind, wo man denkt, dass denen die Männer hinterherlaufen.

Jedenfalls fing ich dann an hier und dort mal eine anzuschreiben. Nicht mit dem Gedanken, die dann auch tatsächlich zu treffen, sondern einfach mal wieder zu üben mit (fremden) Frauen ins Gespräch zu kommen (kam vor der Narzisstin schon aus einer langen Beziehung). Ich war dann überrascht, dass dann auch mal die eine oder andere zurück schrieb. Das Gute am Online-Dating ist (meiner Meinung nach), dass man durch das Schreiben erst einmal die Person an sich kennenlernen kann (was und vor allem wie sie denkt, wie ihre Ansichten sind usw.), ohne gleich vom Aussehen und Ausstrahlung beeinflusst zu werden.

Letztendlich habe ich mit dreien getroffen, die sich teils in der Art recht ähnlich waren und auffällige Gemeinsamkeiten aufwiesen und interessanterweise alle dasselbe Sternzeichen hatten, wobei ich sonst mit Sternzeichen nicht wirklich viel zu tun habe. Die erste war auch so in Ordnung, aber es war dann mehr so ein kumpelhaftes Verhältnis. Mit der zweiten war im Grunde auch alles super (haben 5 Tage am Stück verbracht) aber es scheiterte an der Entfernung, sonst hätte es durchaus klappen können. Und die dritte liegt nun hier neben mir im wunderschönen Griechenland-Urlaub.

0
@Cokedose

Erstmal vielen Dank für deine lange Antwort! Du hast mir in Bezug auf die Bewunderer aus der Seele gesprochen. Mein Ex hatte fast ein Jahr vor unserer Trennung regen/engen Kontakt mit einer gemeinsamen Freundin, mit der er wenige Tage nach unserer Trennung auch offiziell zusammen war, was ich jedoch über Freunde, nicht aber von ihm selbst erfahren musste. Bei mir waren die gleichen Beweggründe dahinter wie bei dir: Ich habe aufgehört, ihn für jeden Sch*** zu unterstützen, den er anderen Menschen und vor allem auch mir angetan hat. In einem Streit ist er sogar so weit gegangen, dass er gefragt hat, wie sich irgendein Mensch eine Beziehung mit mir eintun wollen würde. (Das war sehr traumatisch, weil er mich damit auf eine rein negative Figur reduziert hat, ohne anzuerkennen, wie sehr ich mich in den Jahren um ihn bemüht habe.)

Auch hinsichtlich der Hoffnung, dass es besser wird, kann ich dir nur zustimmen. Irgendwann (weit nach der Trennung) habe ich erkannt, dass es keine schlechte Phase war, sondern lediglich sein wahrer Charakter, den er anfangs durch Love-Bombing verschleiert hat. So wie du sagst, wenn man mittendrin ist, übersieht man alle Warnsignale; nur zeitliche/örtliche Distanz bringt Klarheit.

Dass negative Erfahrungen auf lange Sicht einen positiven Lerneffekt bringen, glaube ich sofort. Deswegen versuche ich ja auch, die Erfahrungen möglichst gut aufzuarbeiten und zu reflektieren, wo ich mich ändern muss bzw. wo ich als reine Projektionsfläche für seine Launen gedient habe. Ich glaube nur, dass ich durchaus Gefahr laufe, großes Misstrauen zu entwickeln, weil ich nach der Beziehung mit dem Narzissten noch eine kurze Erfahrung mit einem Freund hatte, der mich schließlich im Stich gelassen hat. Daher glaube ich durchaus, dass ich - wenn ich verblendet/verliebt bin - eindeutige Warnsignale übersehe.

Danke, dass du deine Datingerfahrung mit mir geteilt hast! :-) Ich glaube, in Zeiten wie diesen ist Online-Dating einfach eine komplementäre Methode zum regulären Daten im Alltag, was heißt, dass man auch solche Menschen kennenlernen kann, die man auch auf der Straße treffen würde. Jetzt gerade bin ich definitiv noch nicht soweit, diese Option zu nutzen, aber nicht deswegen, weil ich keine Hoffnungen darauf setze, sondern weil ich nach diesen Erfahrungen schlichtweg noch nicht soweit bin. Ich werde es aber definitiv im Hinterkopf behalten! :-)

Schönen Urlaub und eine gesunde Heimreise!

0
@Krokuslilie

Das ist halt auch ein typisches Merkmal eines Narzissten, dass sie die eigenen Fehler, die sie selbst natürlich nicht (ein)sehen, auf andere projezieren. Das ist ja auch das Hauptproblem, weil man das auch irgendwann glaubt und anfängt an sich zu zweifeln, weil man sich so sehr bemüht, alles versucht und dennoch jedes Mal scheitert und einfach nicht weiß warum. Der Narzisst sieht diese Bemühungen nicht und erst recht sieht er nicht wie es dir dabei geht. Was halt auch ein typisches Warnsignal ist, wenn es den Partner kalt lässt, wenn es dir schlecht geht und du leidest, weil er aufgrund der fehlenden Empathie das nicht sehen kann.

Das ist halt auch das fatale, dass am Anfang solcher Beziehungen alles nahezu perfekt zu laufen scheint in Verbindung mit der frisch-verliebtsein-Phase. Das ist halt die Zeit wo er einen in seinen Bann zieht, von dem man sich dann nur schwer lösen kann. Weil man später ja das Gefühl hat, dass es auch anders geht, weil es ja auch andere Zeiten gab, auf die man wieder hofft.

Bei mir war es so, dass auch anfangs alles super lief. Es war wirklich eine wunderbare Zeit. Bis zu dem Zeitpunkt wo wir Eltern wurden. Das war bei uns der Punkt wo alles kippte. Der Moment wo sie Verantwortung übernehmen musste (oder eher sollte) und nicht mehr IHR Leben so nach Lust und Laune leben konnte wie sie es gerne wollte. Das war für mich der Zeitpunkt wo ich merkte, dass irgendwas in der Beziehung schief lief. Wusste aber da auch noch nicht was es war. Ich schob es dann auch auf die neue Situation und dachte, dass es sich wieder legen würde, wenn der göbste Stress vorbei ist. Also wenn man wegen des Babys ständig nachts aufstehen musste, was in der Regel auch ich war, weil sie es schreinen ließ und weiterpennte. Auch da merkte ich, dass sie diesen Mutterinstinkt nicht hatte und merkte wenn irgendwas mit dem Kind war. Normalerweise stehe die meisten Mütter im Bett wenn das Kind nachts irgendein Geräusch macht. Dank ihr war leider war die Babyzeit meines Sohnes mit die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich habe über einige Monate hinweg nur 2-3 Stunden pro Nacht "geschlafen", während ich nebenbei noch arbeiten war und sie im Erziehungsurlaub und den ganzen Tag zu Hause. Auch später bin ich immer mit ihm aufgestanden und habe ihn zur Kita gebracht, während sie noch schlief als ich wieder zurückkam. Aber auch das sehe ich im Nachhinein positiv, weil sich so die Bindung zu meinem Sohn festigte. Denn er lebt heute überwiegend bei ihr, hat aber dennoch eine sehr innige Bindung zu mir, was er sonst vielleicht nicht so hätte.

Wenn du jemand neuen kennenlernst, dann geh einfach mit 100%iger Offenheit und Ehrlichkeit da ran. Dann erkennt man oft schon wer damit umgehen kann und wer nicht bzw. wen es eher beeindruckt oder abschreckt. Weil einen Narzissten wird das eher abschrecken.

Das Sprichwort: "Zeige einem schlauen Menschen einen Fehler und er wird sich bedanken. Zeige einem dummen Menschen einen Fehler und er wird dich beleidigen." lässt sich auch wunderbar auf einen Narzissten übertragen in Bezug auf Kritik.

Ziehe aus dem Erlebten einfach die Stärke auch mal Nein sagen zu können. Ich habe daraus gelernt, dass man durchaus auch eine eigenen Standpunkte klarmachen und durchsetzen kann und man auch eine glückliche Beziehung führen kann, ohne es dem Anderen stets recht machen zu müssen. Sondern dass auch beide einen Kompromiss eingehen können, nicht nur einer.

Wie gesagt, ich habe mich damals auch nicht online angemeldet um gezielt oder ernsthaft zu suchen, sondern einfach aus Neugier und Zeitvertreib. Und letztendlich habe ich auch nicht gesucht, sondern wurde gefunden. Ich finde aber, dass man dort eher den Richtigen kann als auf der Straße bzw. im Alltag. Denn im Alltag sind es eher Zufallsbegegnungen, wo man als erstes auf die Erscheinung und das Austreten reagiert und sich davon leiten lässt. Online sieht man zwar auch Fotos, aber das ist ja immer was ganz anderes als eine Person real zu sehen. Deshalb ist man somit eher auf das fokussiert was die Person sagt und denkt. Auf der Straße wären meine Freundin und ich vermutlich nie zusammengekommen, selbst wenn wir uns begegnet wären, weil wir gegenseitig eigentlich nicht in dieses Beuteschema gepasst haben, das man ja unbewusst so in sich trägt.

Und was sehr interessant ist - wie hatten nie dieses Kribbeln, diese Schmetterlinge im Bauch, weshalb wir anfangs teilweise auch irgendwie Zweifel hatten, weil wir dachten, dass das nun mal so sein muss und dazugehört. Aber trotzdem haben wir uns total zueinander hingezogen gefühlt und uns total vermisst, wenn wir räumlich getrennt waren. Unsere eigene Erklärung dafür ist einfach, dass wir uns, durch das Schreiben und vorab schon so sehr vertraut waren, dass es einfach keinen Grund mehr für das Kribbeln gab. Denn es basiert ja eigentlich auch auf eine Form von Unsicherheit, weil man den anderen nicht kennt bzw. die Angst davon, was der Andere von einem denken und halten könnte. Und diese Angst gab es ja bei uns nicht mehr.

1
@Krokuslilie

PS: Dankeschön

(musste eine neue Nachricht anfangen, die verfügbaren Zeichen waren zu Ende)

0
@Cokedose

Dem ersten Absatz kann ich voll und ganz zustimmen. Schlimm ist, dass sie die Situation sogar ausnutzen, wenn du sagst, dass es dir nicht gut geht: "Warum beschwerst du dich überhaupt? Mir geht es viel schlechter, weil..." oder auch "Sei nicht so schlecht gelaunt, damit ziehst du mich nur runter." (Solcherlei Aussagen habe ich mir häufig anhören müssen...)

Auch der zweite Absatz spricht mir aus der Seele. Gerade das Gewissen, dass es einmal besser war, hält einen nämlich erst in einer Beziehung. Man glaubt, dass die andere Person nur eine schlechte Phase hat, die sich irgendwann als schlechter Charakter erweist. Es tut mir leid, dass du das auch so erlebt hast.

Die Situation mit deinem Sohn tut mir leid. Ich kann mir vorstellen, wie sehr es an den Kräften zehrt, wenn die Erziehung ein einseitiges Verhältnis wird. Umso schöner ist es, wenn du eine enge Bindung zu deinem Sohn hast, auch wenn er überwiegend bei ihr wohnt. Hast du dir aber schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie ihr Narzissmus auf deinen Sohn einwirkt? Ist ein Mensch narzisstisch veranlagt, dann ist er es nicht nur beim Partner, sondern bei so ziemlich allen Menschen, die ihm nahestehen.

Das Sprichwort werde ich mir merken! Mein Exfreund war/ist in jeglicher Hinsicht vollkommen kritikresistent und ist schlichtweg ausfallend geworden, wenn meine Meinung von seiner abgewichen ist.

Das mit dem Nein-Sagen muss ich definitiv noch lernen. Ich merke nämlich, dass es mir nicht nur in romantischen, sondern in jedweden Beziehungen passiert, dass ich weit mehr investiere, als andere zu geben gewillt sind.

Eure Geschichte finde ich sehr schön! :-) Das mit der Vertrautheit kann ich nur bestätigen. Ich mag dieses Hin-und-Her ("Mag er mich oder spielt er nur mit mir?") überhaupt nicht. Wenn dich ein Mensch mag und schätzt, lässt er dich das auch spüren. Punkt.

Danke nochmals für deine lange Antwort. :-)

0
@Krokuslilie
Schlimm ist, dass sie die Situation sogar ausnutzen,

Naja, ausnutzen würde ich das nicht unbedingt bezeichnen. Denn sie machen es ja nicht bewusst oder absichtlich. Sie können und wissen es halt nicht anders. Deshalb habe ich auch irgendwann versucht zu lernen meiner Ex nicht böse zu sein. Weil sie kann halt selbst auch nichts dafür. Und ich habe später den Kontakt, in Bezug aufs Kind, auf das nötigste reduziert. Denn jeder tiefere Kontakt und jedes längere Gespräch würden nur wieder ausarten.

Ja, ich habe mir da schon einige Gedanken drüber gemacht. Aber viel kann ich da auch nicht tun, außer in der Zeit wo er mit mir zusammen ist, versuchen meine Werte zu vermitteln und ihm die Nähe zu geben, die er von ihr möglicherweise nicht richtig bekommt. Er ist ihrer Art also nicht komplett "ausgeliefert", sondern bekommt auch begebracht, dass es auch anders geht. Und man merkt auch, dass er, anders als sie, auch die Nähe sucht. Damit hatte sie eher ein Problem, was am Anfang der Beziehung noch schlimmer war und eigentlich auch ein Anzeichen war (wenn man es gewusst hätte).

Nicht mit Kritik umgehen zu können, gehört glaube zu einem der deutlichsten (sichtbaren) Anzeichen für einen Narzissten. Insbesondere dann, wenn man die Fakten schwarz auf weiß präsentiert werden und er es trotzdem leugnet oder ins Gegenteil umkehrt. Jeder normale Mensch würde sich zumindest erst einmal Gedanken drüber machen und schauen ob die Kritik ggf. berechtigt ist und vielleicht versuchen sich und seine Beweggründe zu erklären. Aber auch das macht ein Narzisst nicht, weil es ihm gleichgültig ist was der Andere darüber denkt, zumal der Andere ja ohnehin im Unrecht ist.

Das Nein-Sagen-Lernen ist wirklich wichtig. Insbesondere auch in dem Zusammenhang, dass man nicht Dinge macht oder sagt, nur um dem Anderen (beispielsweise in der Kennenlernphase) zu gefallen. Das ist auch etwas was ich daraus gelernt habe, dass man wirklich einfach nur man selbst sein soll. Denn genau sowas führt zu sowas. Man macht alles mögliche um dem Anderen zu gefallen und irgendwann später kippt das Ganze, wenn man es nicht mehr machen will. Doch da ist man dann selbst dran schuld, weil man dem Anderen ja ein vollkommen anderes Selbst vorgegaukelt hat. Dabei soll es ja das Ziel sein, genau den Menschen zu finden, der einen genau so mag wie man tatsächlich ist. Doch wie soll der Andere das erkennen, wenn man ihm was vorspielt, nur weil man diesem Menschen gefallen will? Und wenn der Andere das auch noch tut, dann muss man sich nicht wundern, wenn solche Beziehungen irgendwann in die Brüche gehen, wenn die Leute feststellen, dass sie ja eigentlich gar nicht zueinander passen und unterschiedliche Interessen haben.

Verstecke deshalb auch deine (eventuellen) Macken nicht. Denn vielleicht mag dich jemand genau deswegen? Und dass man in Beziehungen investiert, gerade am Anfang ist ja auch normal. Das möchte man ja auch. Man muss halt nur aufpassen, dass es keine einseitige Sache wird.

Wenn dich ein Mensch mag und schätzt, lässt er dich das auch spüren.

Ganz genau. Das kommt man von alleine und man muss es nicht einfordern. Es ist halt ein sehr komplexes Thema und die Menschen selbst sind auch alle so vielfältig und manch einer steht vielleicht sogar auf solch kalte und distanzierte Beziehungen. Ich kann daher auch nur das erzählen was meine Erfahrungen sind und was der Schlüssel zu MEINER ganz persönlichen wahren Liebe war. Das muss aber nicht der Standart für alle sein. Aber wenn es auch nur einem Menschen dabei hilft seinen eigenen Weg zu finden und die für ihn richtigen Entscheidungen zu treffen, dann ist das doch eine tolle Sache. Und dafür investiert man doch gerne etwas Schreibzeit. Trotzdem vielen lieben Dank für das Danke.

PS: Das Wichtigste: Keine Lügen. Die sind der Anfang vom Ende. Auch wenn die Wahrheit den Partner verletzen könnte, eine Lüge die auffliegt verletzt mehr und schädigt nachhaltig das Vertrauensverhältnis.

1
@Cokedose

Vielleicht ist es das, was mir noch fehlt. Für mich steht da durchaus noch das Ausnutzen dahinter, weil ich noch schwer enttäuscht bin und noch nicht mit der Situation abgeschlossen habe. Ich hoffe, irgendwann auch an den Punkt kommen zu können, an dem ich realisiere, dass das seine Normalität ist; dass rein er im Mittelpunkt steht und keine Empathie fühlen kann.

Es ist schön, wenn du für deinen Sohn als eine Art Korrektiv fungieren kannst. :-)

Den Absatz mit der fehlenden Kritikfähigkeit hätte ich nicht besser formulieren können. Gaslighting ist leider ein reales Problem in jeder narzisstischen Beziehung. Das schlimme ist, dass sich dadurch Probleme auch nicht lösen können, sofern sie nicht automatisch auf Kosten des nichtnarzisstischen Partners gelöst werden.

Auch in Bezug auf die Authentizität kann ich dir nur zustimmen. Das Problem ist halt, dass ich (wie ich durch viel Recherche und Lektüre gelernt habe) ein Narzisstenmagnet bin. Ergo muss die Authentizität immer mit einem Fünkchen Vorsicht einhergehen, um nicht wieder in die Falle zu tappen.

Es wäre schön, jemanden zu finden, der mich auch mitsamt bzw. gerade wegen meinen Macken mag. Ich werde die Augen offen halten. :-)

Du hast mir mit deinen Nachrichten und deiner persönlichen Erfahrung wirklich sehr weitergeholfen. Es freut mich ungemein zu hören, dass nach einer traumatischen Beziehung etwas Schönes nachfolgen kann, wenn man nur die richtige Person trifft. :-)

0
@Krokuslilie
Du hast mir mit deinen Nachrichten und deiner persönlichen Erfahrung wirklich sehr weitergeholfen.

Gerne. Dafür ist diese Plattform ja auch gedacht und deshalb bin ich auch hier. Mir hat es auch sehr geholfen mit anderen darüber zu reden, Erfahrungen zu teilen und vor allen sich wirklich ausgiebig mit diesem Thema zu befassen und sich damit auseinanderzusetzen. Ich denke, der wichtigste Punkt dabei ist, die Erkenntnis, dass es nicht an einem selbst gelegen hat, dass es gescheitert ist, so wie es einem vom Narzissten vermittelt wird. Und was man ja am Ende auch irgendwie glaubt, eben weil sämtliche Bemühungen die man investiert hat, mit dem Glauben das Richtige zu tun, in dem man die Probleme offen anspricht, nichts bewirkt haben.

Wenn man lernt den Narzissten zu verstehen, dann versteht man auch die Probleme der Beziehung und dass es einfach nicht funktionieren konnte, egal was man versucht hätte. Im Gegenteil, im Grunde hat jede Bemühung die Beziehung noch verschlimmert, weil das ja aus Sicht des Narzissten ein Angriff gegen die Beziehung ist, wenn man etwas ändern möchte, was aus seiner Sicht ja super läuft.

Du kannst echt froh sein, dass bei euch kein Kind bei rausgesprungen ist, denn das verschlimmert die Situation noch weiter. Denn selbst wenn dann die Erkenntnis da ist, dass die Beziehung so nicht funktioniert, versucht man trotzdem alles Mögliche die Beziehung zum (vermeintlichen) Wohl des Kindes aufrecht zu erhalten. Allein schon deshalb, weil der Empath seinem Kind nicht den Stempel "Trennungskind" aufdrücken will um man für das Kind nicht der Schuldige an der Trennung seiner Eltern sein möchte. Es ist dann wirklich so, dass man einfach nur noch versucht Tag für Tag durch- und vor allem auszuhalten. Man kann dann wirklich nur noch von einem Glücksfall reden, wenn der Narzisst für die Trennung sorgt. Das war ein unglaublich befreiendes Gefühl für mich. Es klingt wirklich komisch, aber ich hatte mich damals lange nicht so gut gefühlt wie am Tag der Trennung.

0

das ist ganz schwierig.

sie versuchen alles, sich in erinnerung zu behalten, si ehaben dich zwar mies behandelt, aber wenn du deswegen gehst, sind sie empört, reden von freundschaft, drehen auf und spulen das ganze programm ab - um zu sehen, ob sie dich nicht doch noch am haken haben.

ich habs noch lange nicht überwunden, und habe einen solchen annäherungsversuch gerade sehr rüde abgewehrt - das musste ich tun, denn wenn ich nett geblieben wäre, wäre ich wieder umgefallen.

ich weis ehrlich gesagt nicht, ob ich sie jemals vergesse...

Egal ob Narzisst oder nicht, man sollte aus seinen Fehlern lernen und die Beziehung verarbeiten. Man kann darüber reden, sich ablenken und Geduld haben, irgendwann wird es besser.

Lern draus, werde selbst bewusst.

Fehler macht man einmal.

Was möchtest Du wissen?