Wie geht ihr vor, wenn ihr mit der Schadensregulierung eurer Versicherung nicht zufrieden seid?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

... aber ein Rechtsweg ist doch mit oder ohne RS gleicht teuer und wenn gewonnen wird, bezahlt ja sogar meist der Verlierer.

... und wenn eine Versicherung unberechtigterweise zopfig ist, geht der Bestand eben in andere Hände. Zuvor binde ich den Berater natürlich mit ein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Franz577
21.10.2016, 08:32

Ja, WENN gewonnen wird! Aber glaubst du wirklich, daß es so einfach ist, einen Rechtsstreit gegen eine Versicherung zu gewinnen? Die arbeiten mit einer ganzen Heerschar an Juristen und haben meist den deutlich längeren Atem. Wie will man da ohne Rechtsbeistand auch nur den Hauch einer Chance haben?

Ohne Rechtsschutzversicherung überlegt man sich das daher schon dreimal, ob man da einen Prozess anstrengt, denn finanziell besser steht man danach nur in den seltensten Fällen da.

Aber mit einem versierten Berater, der sich für einen einsetzt, hat man zumindest ein bißchen bessere Karten, als wenn man da als Einzelkämpfer auftritt.

Unabhängig davon kann man zwar nach schlechter Regulierung kündigen oder schon im Vorfeld damit drohen, aber das beeindruckt meist eher wenig. Als einzelner Kunde hat man nicht viele Druckmittel.

0
Kommentar von Apolon
21.10.2016, 13:54

... aber ein Rechtsweg ist doch mit oder ohne RS gleicht teuer und wenn gewonnen wird, bezahlt ja sogar meist der Verlierer.

Beim einschalten eines Anwalts, gibt es aber nicht mehr die Abwicklung über einen Kulanzantrag - dann werden die Versicherungsbedingungen 100-prozentig beachtet.

Auch Zugeständnisse auf Grund einer guten Kundenverbindung sind dann außen vor.

0

@Franz577,

ich kann hier nur jedem empfehlen, zuerst einmal den Versicherungsvermittler zu kontaktieren, denn

1. hat dieser Möglichkeiten direkt den Schaden mit dem zuständigen Abteilungsleiter bzw. Eskalationsbeauftragten zu besprechen.

2. evt. auch Urteile die bei manchen Schäden beachtet werden müssen zur Hand.

3. kann er für seinen Kunden auch einen Kulanzantrag stellen.

4. außerdem gibt es viele Agentur-Inhaber die eine Schadensregulierungsvollmacht haben und evt. den Schaden selbst abwickeln.

Wer der Meinung ist, dass er dies selbst erledigen möchte, hängt dann stundenlang in der Telefon-Warteschleife und wird meist auch nicht zu dem richtigen Schadenssachbearbeiter, Gutachter oder zu dessen Vorgesetzten verbunden werden.

Gruß N.U.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Franz577
24.10.2016, 08:11

Richtig, so sehe ich das eben auch und darum ist meine erste Anlaufstelle auch immer die Agentur, die mich betreut.

Aber es gibt ja einige, die das für unnötig halten und meinen, alles direkt mit der Versicherung regeln zu können.

Können sie vielleicht auch, aber nicht unbedingt zu deren Vorteil.

0

 

Dazu ist zunächst einmal das Sachverständigenverfahren im Vertrag z.B. der Kfz Kaskoversicherungen vorgesehen:

A.2.17 Meinungsverschiedenheit über die Schadenhöhe

(Sachverständigenverfahren)

A.2.17.1 Bei Meinungsverschiedenheit über die Höhe des Schadens einschließlich

der Feststellung des Wiederbeschaffungswerts oder über den Umfang der erforder -

lichen Reparaturarbeiten entscheidet ein Sachverständigenausschuss.

A.2.17.2 Für den Ausschuss benennen Sie und wir je einen Kraftfahrzeugsachverständigen.

Wenn Sie oder wir innerhalb von zwei Wochen nach Aufforderung keinen

Sachverständigen benennen, wird dieser von dem jeweils Anderen bestimmt.

A.2.17.3 Soweit sich der Ausschuss nicht einigt, entscheidet ein weiterer Kraftfahrzeugsachverständiger

als Obmann, der vor Beginn des Verfahrens von dem Ausschuss

gewählt werden soll. Einigt sich der Ausschuss nicht über die Person des

Obmanns, wird er über das zuständige Amtsgericht benannt. Die Entscheidung des

Obmanns muss zwischen den jeweils von den beiden Sachverständigen geschätzten

Beträgen liegen.

A.2.17.4 Die Kosten des Sachverständigenverfahrens sind im Verhältnis des

Obsiegens zum Unterliegen von uns bzw. von Ihnen zu tragen.


 Dieses ist natürlich mit einem Kostenrisiko verbunden. ansonsten bleibt nur die Möglichkeit mit der Versicherung Kontakt aufzunehmen und gute Argumente vorzutragen.

Eine Entscheidung kann auch dadurch beeinflusst werden ob es sich um einen guten, lukrativen Kunden mit vielen anderen Verträgen und insgesamt wenig Schäden oder um einen eher "schlechten" Kunden handelt. Dem Kunde bleibt neben dem Sachverständigenverfahren nur das Druckmittel mit dem bzw. allen Verträgen zu einer anderen Gesellschaft zu wechseln. Ein persönlicher Ansprechpartner kann dabei durchaus hilfreich sein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Franz577
21.10.2016, 11:11

Leider wird eine langjährige und schadenfreie Zugehörigkeit nicht immer ausreichend gewürdigt.

Anders kann ich es mir nicht erklären, warum teilweise auch schon bei kleineren Schadenssummen (und damit meine ich alles unter 10000 Euro) herumgezickt wird.

0

Direkt mit dem Versicherer, schriftlich und/oder persönlich. Bisher war das bei mir egal bei welchem Problem immer der Weg welcher zum Erfolg geführt hat.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Franz577
21.10.2016, 07:38

Wie willst du das denn direkt mit dem Versicherer persönlich regeln?

Die Sachbearbeiter haben doch keine Zeit für persönliche Gespräche mit jedem Kunden, der einen Schadensfall meldet.

Und die Frage war ja, was du machst, wenn du mit der Regulierung nicht einverstanden bist.

Was unternimmst du dann?

0
Kommentar von GravityZero
21.10.2016, 07:47

Natürlich. Entweder geh ich ins Büro vor Ort, oder rufe dort an und werde mit einem Sachbearbeiter verbunden. Und die andere Antwort hab ich doch gegeben - wenn ich nicht zufrieden gibt es Klärungsbedarf und ich wende mich direkt an die Versicherung, hat bisher immer funktioniert. Hierfür über eine Agentur zu gehen käme mir nicht mal in den Sinn.

0

"Unzufrieden" mit der Schadenregulierung kann alles bedeuten.

Die Frage lautet: Wer hat hier recht? 

Solange man keinen Sachverhalt kennt, solange braucht man darüber auch nicht diskutieren.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Franz577
21.10.2016, 11:08

Konkrete Sachverhalte tun bei dieser Frage nichts zur Sache.

Und es geht auch nicht darum, wer Recht hat, sondern was man als Versicherungsnehmer tut, wenn man sich im Recht fühlt.

0

Wenn man einen Versicherungsmakler hat, gehört es zu dessen Aufgaben den Geschädigten bei der Schadensabwicklung zu unterstützen. Der Unterschied zu einem normalen Versicherungsvertreter ist der,  dass der Makler Sachverwalter des Kunden ist und kein Erfüllungsgehilfe der Versicherung. Ein Versicherungsmakler steht immer auf der Seite des Kunden, ein Versicherungsvertreter ist vom Gesetz her ein Handelsvertreter der Versicherung. 

Es ist auch nicht richtig, das in Vergleichsportalen die Versicherungen billiger sind. man darf hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wenn die Versicherung weniger Leistung bietet, kann sie auch leicht billiger sein.

Ich nehme es mit jedem Vergleichsportal auf wenn wirklich Preis und Leistung verglichen werden. 

Übrigens ein Vergleichsportal hilft nicht bei der Schadensabwicklung. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von NamenSindSchwer
21.10.2016, 11:21

Ein Versicherungsmakler steht immer auf der Seite des Kunden, ein Versicherungsvertreter ist vom Gesetz her ein Handelsvertreter der Versicherung. 

Das mag auf dem Papier so sein. In der Realität ist mir noch kein Ausschließlichkeitsvermittler untergekommen, der sich bei einem Streitfall nicht für das Interesse des Kunden einsetzt...

0
Kommentar von Apolon
21.10.2016, 14:07

@Niklaus,

dein Hinweis mag für den angestellten Außendienst gelten.

Aber die meisten Agentur-Inhaber eines Versicherungsunternehmen sind selbständig und haften auch bei fehlerhaften Auskünften oder Beratungen gegenüber den Kunden. Sie benötigen auch für die Zulassung bei der IHK eine Vermögensschadenshaftpflicht.

Bedeutet, sie werden immer auf der Seite des Kunden sein, wenn dieser sich an die Wahrheit hält.

Also gibt es auch hier keinen Unterschied zu einem Versicherungsmakler.

Wobei man aber beachten sollte, dass viele Agenturinhaber eines Versicherungsunternehmens auch eine Schadensregulierungsvollmacht haben.

Es ist auch nicht richtig, das in Vergleichsportalen die Versicherungen billiger sind.

Wobei man aber auch hier beachten sollte, dass hinter den meisten Versicherungsportalen sich Versicherungsmakler verstecken.  Meist muss man aber nach diesen Hinweisen suchen.

z.B. findet man bei Check24 diesen Hinweis:

Verantwortlicher i. S. d. § 55 Abs. 2 RfStV: Dr. Armin Höll-Steier

Erlaubnis § 34 d GewO: Die CHECK24 Vergleichsportal für Versicherungsprodukte GmbH ist Versicherungsmakler mit Erlaubnispflicht nach § 34d Abs. 1 GewO. Registrierungsnummer: D-P105-1W8WS-19. IHK für München & Oberbayern, Balanstr. 55-59, 81541 München. Versicherungsvermittlerregister: www.vermittlerregister.info

Übrigens ein Vergleichsportal hilft nicht bei der Schadensabwicklung. 

Völlig richtig - bedeutet dann aber auch, dass man vielen Versicherungsmaklern nicht trauen darf!

0

Für solche Fälle gibt es den für dich kostenlosen Versicherungsombudsmann:

www.versicherungsombudsmann.de/home.html

Viel Erfolg damit wünscht dir siola55 ;-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

klar ist , eine Vs über eine Agentur ist um einiges teurer...Da kassiert nur eine kräftig an Provision mit, ist aber nicht besser. Denn die Schadensregulierung reguliert nicht die Agentur und hat keinen Einfluss auf Regulierungen  ..Die Entscheidung wird nämlich lt Gutachten , immer erst von der Zentrale genehmigt. 

Im Schadensfall immer direkt mit der Vs in Verbindung setzen ist daher die Beste Empfehlung..Erzählungen nach hab gab es von keinem Probleme..in meinem eigenen Fall (neue Windschutzscheibe) , hat das die Werkstatt direkt gemacht und es gab keine Diskussionen ..

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Franz577
21.10.2016, 07:35

Die Agentur ist ja nur meine Anlaufstelle vor Ort.

Wo bzw. mit wem schließt du denn dann deine Versicherungsverträge ab, um eine Provision zu umgehen?

Und ja, bei einer neuen Windschutzscheibe wird es auch selten eine Diskussion geben. Aber lass es z.B. mal einen Hausrat- oder Wohngebäudeschaden sein, dann kommt man leicht mal in den 5- oder 6-stelligen Bereich und da ist die Regulierung schon deutlich langwieriger und komplexer.

Und da wird von Seiten der Versicherung auch nichts unversucht gelassen, um möglichst wenig bezahlen zu müssen.

0
Kommentar von kim294
21.10.2016, 10:04

Denn die Schadensregulierung reguliert nicht die Agentur und hat
keinen Einfluss auf Regulierungen  ..Die Entscheidung wird nämlich lt
Gutachten , immer erst von der Zentrale genehmigt.



Das ist so nicht zwingend der Fall.

Bei allen 3 Gesellschaften, bei denen ich bisher war, konnten wir bis zu einer bestimmten Höhe direkt die Schäden per Scheck oder Überweisung an den Kunden erstatten.

Da ist es dann nie vorgekommen, dass der Kunde diesen zurückzahlen musste.

Es kam dann höchstens mal eine Ermahnung an den Agenturleiter, dass er irgendwas nicht berücksichtigt hat. Ärger hätte es erst gegeben, wenn das häufiger vorgekommen wäre.

Und bei Schäden, die wir nicht selbst regulieren können, haben sich bei Problemen meine Chefs dann auch in der Regel mit der Schadenabteilung in Verbindung gesetzt, um eine für den Kunden akzeptable Lösung zu erzielen.

Ansonsten muss man als Kunde nicht gleich den Klageweg gehen, sondern kann sich auch erst einmal an den Ombudsmann für Versicherungen wenden.

1

Was möchtest Du wissen?