Wie ermittelt man die Nennleistung eines Kaminofens für eine bestimmte Raumgröße?

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• gut isolierter Neubau weniger als 10 Jahre alt: ca. 45W/m² • Haus nach 1995 errichtet: ca. 60W/m² • Haus nach 1978 errichtet: ca. 80W/m² • Häuser ohne Dämmmaßnahmen: ca. 120-180W/m² Multipliziert man diese Werte nun mit der Quadratmeterzahl der mit dem Kaminofen zu beheizenden Fläche, so ergibt sich der Gesamtwärmebedarf der Wohnfläche. Hat man also einen 50m² großen Raum in einem nach 1978 errichteten Haus zu beheizen rechnet man:

50m²*80W/m²=4000W = 4KW

Nun bezieht man noch Verluste durch den Nutzungsgrad des Ofens und das Heizen an besonders kalten Tagen sowie sonstiger Wärmeverluste in die Berechnung mit ein. Hierzu multipliziert man noch den Wert mit einem Faktor von ca. 1,5.

4KW*1,5=6KW Heizleistung des Kaminofens.

Im Vergleich würde ein Kaminofen in einem gut gedämmten neuen Haus nur etwa 3,4KW Heizleistung benötigen um den gesamten Wärmebedarf zu decken. Wie bereits weiter oben angemerkt handelt es sich hier nur um einen groben Daumenwert, der durch viele hausspezifische Besonderheiten (Lage, Bauweise, Reihenhaus, lokales Klima etc.) nach oben oder unten abweichen kann. Dieser errechnete Wert reicht aber in der Regel aus um eine Vorstellung davon zu bekommen in welchen Leistungsdimensionen man sich bei der Kaminofen Planung bewegt.

Soll der Kaminofen nur zum Beiheizen genutzt werden, sollte man die Heizleistung auf jeden Fall geringer ansetzen um eine Überheizung der Räumlichkeiten zu vermeiden. Meist reicht hier ein Heizwert, der bei 50-70% der errechneten Leistung liegt. Was sollte noch beachtet werden? Zu beachten ist noch, dass Einsparungseffekte nicht 1:1 gegengerechnet werden können. So bewirkt die Zusatzheizung mit dem Kaminofen, dass nun die Zentralheizung für die Gebäudegröße zu hoch ausgelegt ist und dadurch der Brenner nicht optimal arbeiten kann (Stop and Go Betrieb). Hier entstehen durchaus relevante Verluste, die sich in der Kalkulation für die Brennstoffkosten bemerkbar machen können, bzw. den erhofften Einspareffekt etwas dämpfen können. Probleme bei der Dimensionierung Problematisch beim Beheizen von kleinen Einzelräumen ist, dass die Heizleistung bei Kaminöfen nach unten hin nicht endlos skalierbar ist. Es gibt schlicht keine Öfen, die eine Heizleistung von nur 2 oder 3KW bieten. Die Leistungsangaben auf den gängigen Modellen geben eigentlich immer die 2-3KW als Leistungsuntergrenze an, sie können aber bei entsprechendem Heizverhalten meist auch 6 oder 7KW Leistung bringen. Hier ist also der Kaminofenbesitzer gefragt, der bei der Befüllung mit Brennholz und bei der Regulierung der Sauerstoffzufuhr aktiv die Heizleistung mit beeinflussen muss um nicht in überwärmten Räumen sitzen zu müssen. Fazit zum Leistungsbedarf von Kaminöfen Man sieht anhand dieser recht simplen Berechnung, dass man sich schnell vertun kann, wenn man die benötigte Heizleistung eines Kaminofens einschätzen soll. Oft werden Kaminöfen, die als Zusatzheizung genutzt werden sollen viel zu groß dimensioniert und dadurch mögliche Einspareffekte zunichte gemacht. Wenn Sie also nicht in Unterwäsche bei saunahaften Temperaturen im Winter in Ihrer Wohnung sitzen möchten, ist eine gut dimensionierte (Zusatz)Heizung ein Muss. Im Zweifel sollte man immer einen Experten (Energieberater, Kaminfeger Meister) hinzuziehen, die auf die konkreten Umstände vor Ort gut eingehen können um Besonderheiten zu berücksichtigen. Meine Vorredner haben Recht! 4 KW ist eigentlich schon zu groß ! Geht also nur mit Wasserführenden Kaminöfen oder - wenn es ein reiner Holzbrenner ist - nur sehr sparsam auflegen weil eine Drosselung nicht möglich ist (mit Holz!) oder aber einen Kamin der eine Nennleistung von 5 KW hat aber mit Steinkohle betrieben wird. Bei der Verbrennung von St.-Kohle kann man drosseln ohne das der Kamin versottet oder das es zu Verpuffungen kommen kann. Da kann man ohne weiteres - bei 5 KW Nennleistung - auf 2,5 bis 3 KW Heizleistung kommen.

Hervorragende Antwort, Dankeschön!

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Nach den neuen Richtlinien für den Wärmebedarf gem. ENEV und der beschriebenen Dämm-Güte, wäre die Leistung 2 kW schon zu groß.

Soll das denn ein reiner "Ofen" sein oder ein wasserführender Kaminofen?

Grüße, ---->

Ein reiner Ofen, nicht Wasserführend

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@SebiMuc

Ja, dann stimmt es so, wie ich es geschrieben habe. Wenn Deine Dämmung tatsächlich dem Niedrigenergiehaus-Level entspricht, rechnet man für den Wärmebedarf kaum mehr als 40 - 45 Watt / qm. So ein "Tür-auf-Holz-rein-anzünden-schön-warm!" - Ofen hat ja ohnehin ein anderes Heizverhalten als z.B. geregelte Heizkörper oder eine Fußbodenheizung, daher ist es nicht ganz so wild, wenn die Leistung etwas über dem Wärmebedarf des Raumes liegt. Ist aber eine feine Sache, so ein Ofen; im Winter tierisch gemütlich. Find ich gut - also viel Spaß damit! Grüße, ---->

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