Richtig Heizen mit zu großen Kaminofen?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Der Ofen braucht genug Brennstoff und genug Holz, damit die Temperatur im Brennraum hoch genug für eine vollständige Verbrennung ist. Wenn die Schamottsteine frei brennen, ist die notwendige Temperatur erreicht.

Viele Kaminofenbesitzer nehmen nur ein paar kleine Anzündhölzchen, um den Ofen in ganz zu bekommen und legen Klötze auf, sobald sich eine größere Flamme entwickelt hat. Das ist aber falsch. Besser ist es, wenn man kleines Holz nachlegt, bis der ofen auf Betriebstemperatur ist. Erst dann kommen größere Stücke. Zum Anheizen eignen sich die leichten Nadelhölzer sehr gut. So erreicht man schnell hohe Temperaturen.

Die Luftzufuhr dreht man erst zu, wenn man keine Flammen mehr sieht, also nur noch Glut im Ofen ist. Der Ofen heizt natürlich noch weiter, wenn man nicht mehr nach legt. Man sammelt so seine Erfahrungswerte, ab wann man nicht mehr nachlegt. Wenn nicht gerade tiefster Winter ist, muss man den Ofen womöglich mehrmals am Tag anheizen und zwischendurch ausgehen lassen. Das ist besser als ein schwelender Holzuklotz bei zugedrehter Luft.

Ich kann auch die Nutzung von Braunkohlebriketts empfehlen. Die halten sehr lange die Hitze. Da sie nur einen geringen Anteil flüchtiger Stoffe haben, kann man die Luft zu drehen, sobald sie durchgeglüht sind. Macht man das richtig, stinkt es auch nicht. Über Kohle wird viel geschimpft, doch man muss sich vor Augen halten, dass Braunkohle selbst in modernen Kraftwerken nur mit 35% Effizienz genutzt wird, während ein dafür ausgelegter Ofen einen Wirkungsgrad um die 80% erreichen kann.

7kW ist Standard, Öfen unter 6kW sind schon sehr selten. Das ist aber nur die Nennwärmeleistung. Ein Ofen hat einen gewissen Leistungsbereich, in dem er halbwegs effizient betrieben werden kann. Der ist normalerweise im Datenblatt angegeben.

Kleine Räume sind schnell überheizt. Also macht man am besten alle Türen auf. Von meiner Wohnküche (in der der Küchenherd steht) führen Lüftungsrohre ins obere Stockwerk, das so mit geheizt wird. So verteile ich die anfallende Wärme.

Danke für die Antwort. Ich mache es eigentlich so, dass ich unten vier Scheite einlege, oben drauf Anmachholz und einen Anzünder. Dann die erste Stunde voll Schub bis alles aufgeheizt ist und brennt. Aber dann ist leider schon ne Bullenhitze in der Bude.....

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@Carsten1610

Besser ist es wenn du Anmachholz verfeuerst, bis der Ofen auf Temperatur ist, sonst dauert das ja ewig und die Verbrennung ist unvollständig. Eine unvollständige Verbrennung verschwendet Brennstoff, setzt den Kamin zu und belästigt die Nachbarn.

Beim Anheizen sollte man den Ofen nicht voll stapeln, ein zu einem Drittel oder zur Hälfte gefüllter Brennraum reicht. Durch die kleinen Hölzer hat man schnell ein Glutbett und damit eine hohe Temperatur.

Der Ofen sollte auch nicht sauber sein. Die alte Asche lässt man am besten drin, bis es zu viel wird. Asche isoliert nämlich gut. So verliert das Feuer nach unten wenig Energie, die Verbrennungstemperatur ist dann höher und die Verbrennung effizienter.

Nach einer Stunde voll Schub habe ich meine Bude auch warm, die Betriebstemperatur erreiche ich aber schon nach 15-20 Minuten

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@TroIIinger

Das heißt, ich lasse zum Anheizen die Scheite komplett weg und lege dann wirklich nachdem sich ein Glutbett gebildet hat immer wenige, kleine Scheite ein?

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@Carsten1610

Du legst kleine Hölzer rein, bis der ofen auf Temperatur ist, dann können auch größere folgen. Hast du ein Glutbett, kannst du Scheite oder Kohlen auflegen.

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@TroIIinger

Danke. Werde ich mir vormerken, und im Herbst berichten 😂

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@Carsten1610

Und da ist der Herbst....schneller als gedacht. Und die ersten Probleme kommen leider wieder auf. Ich kann ein schönes Glutbett bilden, aber sobald ich einen größen Scheit auflege fängt dieser kein Feuer bzw. erlischt nach kurzer Zeit wieder wenn ich die Primärluft schließe. Meine Frage: Ist die Betriebstemperatur vielleicht noch nicht komplett erreicht? Der Kamin hat Zug ohne ende.....Und btw.: Warum ist es eigentlich so schlimm die Primärluft zu drosseln bzw. länger geöffnet zu lassen?

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@Carsten1610

Man dreht nicht die Luft zu, so lange man noch eine Flamme sieht. Das macht man nur, wenn alles nur noch Glut ist.
Holz besteht zu rund 80% aus flüchtigen Stoffen. Die gasen aus, wenn man das Holz erhitzt und diese Gase brennen ab. Übrig bleibt Kohle, das ist dann die Glut. Dreht man in der Gasphase die Luft zu, verbrennen die Gase aus dem Holz unvollständig. So nutzt man nicht nur den Brennstoff ineffizient, es setzt sich auch der Kamin zu und der Qualm stinkt die Nachbarschaft voll.

Lege lieber mehrere dünnere Hölzer auf, statt einen großen Klotz. Die Verbrennungstemperatur ist dann höher. Etwa armdicke Hölzer sind gut.

Die Luft reguliert man nach Bedarf, die Flamme sollte gelb sein.

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@TroIIinger

Ich kenn es nur so, dass Primärluft komplett geschlossen wird und der Abbrand über die Sekundärluft erfolgt....

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@Carsten1610

Wenn der Ofen genug Sekundärluft für die Holzmenge liefert.

Das Flammenbild ist ausschlaggebend. Es zeigt dir, ob die Verbrennung in Ordnung ist.

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Die Frage ist saisonal vorgezogen, nehme ich an - oder willst Du ernsthaft im Juli den Kamin anmachen...?

Reden wir also mal vom Herbst / Winter:

Klar, mit 7 kW heizt man (bei günstiger Wärmeverteilung) einen einigermaßen gedämmten Bau mit gut 100 qm.

Logisch, dass bei Volldampf Deine Wohnung nach kurzer Zeit kocht.

Einen Kaminofen ohne Wasserführung, also nur "Holz rein + go", kann man nicht regeln wie eine Heizung.

Das einzige, was Du machen kannst, ist den Zugregler weit auf machen. Dann geht schon mal eine Menge Wärme durch den Kamin (verloren). In Deinem Fall also ein Vorteil.

Verwende Holz, welches schnell abbrennt und genau genommen zum Verfeuern gar nicht so gut geeignet ist. Helles Holz, Fichte, Tanne ... haust Du Dir Buche oder Eiche in den Ofen, dann ist die Energieausbeute größer, also auch die Wärme.

Den Ofen nicht vollstopfen, sondern nur kleinere Mengen laden, abbrennen lassen und warten.

Dann ist einmal kurz Hitze da und der Ofen kühlt wieder runter.

Brennt da drin über längere Zeit ein "leckeres" Feuer, kann der Raum die Hitze nicht aufnehmen. Dann wird es wieder 28° und das Wasser läuft die Scheiben runter.

Ist natürlich schade, wenn man den Ofen als Gemütlichkeits-Faktor nicht zuschalten kann, ohne gleichzeitig darunter zu leiden (Hitze), aber 7 kW ist nun mal viel zu viel.

Tipp (auch wenn das Prasseln des Feuers fehlt): Ofen in Gang bringen und einen Brikett drauflegen. Dann strahlt der Ofen meist genug Wärme ab, dass es bei mäßiger Außenkälte bis spät in den Abend warm genug ist.

Danke für die ausfürhliche Antwort. Genau so ist. Ich heize natürlich nicht im Sommer. Ich kenne es eigentlich nur so, dass man den Ofen zunächst einmal auf Beteriebstemperatur bringen muss und dazu braucht es halt genug Brennmaterial....Ich lasse die Primärluft eigentlich ca. eine Stunde an bis alles schön Feuer gefangen hat und drehe diese dann komplett zu. Ich weiß nicht ob es sinvoll ist, mit weniger Holz zu heizen und öfter nachzulegen?!?!

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Kleines Feuer, wenig Wärme, großes Feuer, viel Wärme.....wenn der Ofen allerdings z. B. über Nacht anbleiben soll, müsst Ihr schon gut einheizen. Soweit ich weiß muss man bei offenem Feuer in der gut isolierten Wohnung eh ein Fenster geöffnet haben.

Kleines Feuer, wenig Wärme

Wenn es nur so einfach wäre. Ein kleines Feuer bedeutet auch niedrige temperaturen im brennraum und dadurch eine unvollständige Verbrennung. Auf die Art nutzt man den Brennstoff nicht besonders effizient und die unverbrannten Bestandteile stinken nicht nur die Nachbarschft zu, sie lagern sich auch im Kamin ab. Letzteres kann zum Kaminbrand führen.

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