Wert des Weines schätzen?

3 Antworten

wenn ich du wäre würde ich den wein auf jeden fall verkaufen da er nach so langer zeit nur noch einen symbolischen, keinen geschmacklichen wert mehr hat, nach über 10 jahren gibt es keinen "wirklichen" gärungsprozess mehr der den wein besser schmecken lässt, er ist geschmacklich fade. ich würde um die 180 euro schätzen

Das muß bei einem St. Emilion Grand Cru keineswegs der Fall sein. Gute Bordeauxweine "halten" sehr lange.

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@earnest

meine mutter hat einmal einen st. emilion grand cru von 1943 getrunken den sie von meinem vater bekommen hatte (meine eltern sind große wein-genießer) und der absolut sche*ße geschmeckt haben soll

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@SleightHandPro

Kann aber auch an der Lagerung gelegen haben.

Soweit ich bisher herausfinden konnte, sind diese Weine bei sehr guter Lagerung teilweise mehrere Jahrzehnte lagerbar.

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@earnest

Nachtrag:
In Deiner Antwort oben hast Du sicher nicht den Gärungsprozeß gemeint, sondern das Reifen auf der Flasche.

Wenn die alten Bordeaux-Weine allesamt fade schmeckten, wären die hohen Preise, die sie regelmäßig auf Auktionen erzielen, völlig unerklärlich. Klar gibt es da einen "Promi-und-Nostalgie-Zuschlag", gerade für Bordeaux und Burgund, aber der allein erklärt's nicht.

Gruß, earnest

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Also durch verschiedene Möglichkeiten bei Ausbau des Weines kann man Wein durchaus länger lagerfähig machen. Gerade in einer so klassischen Region, wie Bordeaux wird das schon sehr lange so gemacht. Früher konnten gerade die hochwertigen Weine des Bordeaux frühestens nach 10 Jahren getrunken werden. Es geht nicht um eine Gärung in der Flasche, sondern um die Flaschenreifung. Das Abbauen der Tannine und das geschmackliche Rundwerden des Weines, die Ausgewogenheit des Weines.

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Es handelt sich schon um ein, in Weinkennerbereichen zumindest bekanntes Weingut. Den 1994er Wein kann man, je nach Lagerung seitdem, wahrscheinlich noch trinken können. Die Weine aus dieser Region sind im allgemeinen recht lange lagerfähig, wenn Sie gut gemacht sind. Sollte der Wein allerdings zB im Wohnzimmer mit ständig wechselnden Temperaturen gelagert wurden sein, wird es zumindest keinen Genuß darstellen, diesen Wein zu trinken.

Den Wert diesen Weines bestimmt im Endeffekt derjenige, der ihn kaufen will. Da man im Prinzip erstmal jemanden finden muss, der genau diesen Wein haben möchte. Und daran besteht die Problematik...

Lobenberg - Weinhandel nimmt für 2010 - 45 Euro und schreibt:

"Das Weingut liegt etwas verstreut mit seinen einzelnen Weinbergen zwischen Troplong Mondot und Pavie Macquin, ein Teil sogar nahe Ausone. Zu 100% auf Kalkstein, 6,25 ha, 20.000 Flaschen Gesamtproduktion, ungefähr 40 Jahre alte Weinberge. Fermentiert in Zement, Ausbau und Malolaktik in neuem Barrique. Schwarz mit leicht violettem Rand. Sehr schöne, intensive Brombeer-Schwarzkirschennase. Harmonisch, duftig, schöne Steinmehlmineralität dahinter. Etwas gelbe Frucht kommt hoch, aber schön süß! Süße Melone, süße Mango, feine Milchschokolade. Sehr rassiger Mund, tolle Säure. Extrem hoher Tanninlevel. Ganz viel schwarze Schokolade und Praline, Brombeere, Blaubeere. Alles üppig im Mund. Die höchste Säure, die es in St. Emilion bisher gab. In 2010 5,5 gr./l mit 14-14,5% Alkohol. Perfekt verwoben. Ein fast großer Wein mit viel Charme. Gerade noch auf der Kante nicht zu fett zu werden. Macht Spaß, ist aber eine ziemlich Wuchtbrumme. LOB 94-95 -- RG: Blutrote Farbe, sattes Purpur. Zimt und Cassis in der sehr konzentrierten Nase. Im Gaumen viel Stoff, das Extrakt fühlt sich an wie ein beeriger Nektar, im Finale Kaffee. Genialer Wein, absolut gross. Der beste, je produzierte Le Prieure! 18/20 -- "

Aber das ist ja auch ein Hammerjahrgang.

Der Johson-Weinführer erwähnt das Chateau im St. Emilion nicht im Einzelnen. Bemerkt aber generell für das Gebiet, dass der 1994er bald getrunken werden sollte. Er kann auch schon "um" sein. - Aber ich schätze, dass er bei guter Lagerung noch schmackhaft sein wird.

Er war damals viel preiswerter und dürfte daher grundsätzlich (trotz des Alters) nicht unbedingt mehr als 30 Euro bringen. Aber Sammler sind unberechenbar, daher kann es auch mehr sein (oder auch weniger).

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