Werden die Arbeiter von Markenklamotten genauso ausgebeutet wie die von Fake Markenklamotten?

8 Antworten

Vorab. Markenpiraten stehlen zunächst Designideen, profitieren dann vom Image bekannter Marken (da fliessen auch jährlich Milliarden in Werbung/Sponsoring und schaffen dadurch reguläre Arbeitsplätze und...die Plagiatsmafia (das sind nicht nur die Produzenten) zahlt keinerlei Abgaben.

Was die Arbeitsbedingungen anbetrifft. Da hat sich in den letzten Jahren in China einiges getan. Die Textilindustrie weicht daher auch zunehmend auf andere Länder Asiens aus, die zu niedrigeren Preisen (und schlechteren Arbeitsbedingungen) Waren produziert als dies chinesische Betriebe können.

Was die hier aufgestellte Behauptung anbetrifft, die Waren kommen aus derselben Fabrik sind Einzelfälle  Kann mich da an einen Prozess erinnern, wo es um Fälschungen der Marke La Martina ging. Im Verfahren kam dann schließlich heraus das ein früherer Zulieferbetrieb, der die Hologramme produzierte nach beendeter Zusammenarbeit mit dem Label weiter produziert hat. So wurden dann Fälschungen mit "echten" Hologrammen versehen.

Thema Kinderarbeit. Trifft hier häufig die Rohstoffkette. In den ehemaligen GUS Staaten ist Kinderarbeit bei der Baumwollernte eher die Regel. Und was glaubst Du wo kriminelle Organisationen ihre Rohstoffe für die Fakeproduktion beziehen? Da wo es am billigsten ist und wo kein Code of Conduct eine saubere Lieferkette garantiert.

Falls Du also allein aufgrund der Arbeitsbedingungen eine Rechtfertigung für den Kauf von Markenfälschungen suchst... es gibt noch mehr Dinge die man da beachten sollte.

http://www.br.de/nachrichten/inhalt/terrorfinanzierung-produktpiraterie-100.html

Da gibt es meistens keinen Unterschied. Oft wird sogar von den selben Arbeitern im selben Betrieb gefertigt. Bei den Marken wird meistens lediglich etwas besserer Stoff verwendet und man zahlt einen gewaltigen Aufschlag für den Namen und für die Werbung (die in der heutigen Zeit eine Marke überhaupt erst zur Marke macht. Mit der Qualität hat es recht wenig nur noch zu tun). 

Auch bei Lebensmitteln verhält es sich kaum anders. Wer denkt, mit dem Kauf von Markenprodukten etwas gutes zu tun, der irrt sich meistens. Man füllt lediglich den Geldsäckel der Konzerne und der Aktionäre.

Totaler Unsinn. Spreche mal mit Leute die in der Textilindustrie arbeiten.

2
@iq1000

Leider kein Unsinn, sondern Realität.

Es ist richtig, dass einige Unternehmen (längst nicht alle) darauf achten, dass zumindest die (sehr niedrigen) "asiatischen Standards" eingehalten werden und für asiatische Fabrikarbeiter ansprechende (und trotzdem menschenunwürdige) Löhne gezahlt werden. Dies oft aber auch erst wenn die Kritik in den Medien zu groß wird. Trotzdem bleibt es eine Ausbeutung und Ausnutzung Derjenigen die sich nicht dagegen wehren können und zwingend auf die paar Kröten angewiesen sind.

Wäre dem nicht so, würde sich eine Fertigung in Asien, für Produkte die dann in Europa verkauft werden sollen, auch überhaupt nicht lohnen. Und wirklich sparen lässt sich halt neben der Qualität nur noch an den Personalkosten.

1
@SupraX

Wenn eine Firma in China schlecht bezahlt sind die Leute weg. Arbeit gibt es da genug. Gehalt von Arbeitern ist derzeit um die EUR 600 - drum wird in China meist nur noch teure Kleidung für den Export produziert. Fuer billig ist China viel zu teuer.

2
@iq1000

Unabhängig davon ob das nun so ist... ich spreche explizit von Asien. Das besteht nicht nur aus China.

Aber schön, dass du nun doch selbst einräumst, dass es Länder gibt in denen billig produziert wird.

Überhaupt lässt sich das ganze, wie ich schon sagte, auch ins Insland übertragen, wenn man mal von den Textilien weggeht. Die Kühe der Bauern die zum Beispiel für den Giganten Müller Milch produzieren leben nicht besser als die der No-Name Hersteller.

0

"Die Ware stammt ja bei beiden meist aus China"

Ist das nur ein Eindruck von dir?

Oder hast du tatsächlich bei z.B. Pimark gesucht und das Herstellungsland der Klamotten gefunden?

Das ist sehr eindeutig ein alter Eindruck. Die meisten Waren stammen inzwischen ja nicht mehr aus China.

Du kannst z.B. bei Primark suchen, dann kannst du sofort bemerken, dass die meisten Klamotten mittlerweile gar nix aus China stammen.

Warum?  Ganz einfach, die Löhne in China sind gestiegen:

In Shanghai:  Mindestlohn in Shanghai mittlerweile höher als in einigen EU-Staaten

https://deutsch.rt.com/asien/48878-arbeiterparadies-china-mindestlohn-in-shanghai/

Im ganzen China: Chinesen verdienen schon fast so viel wie Griechen:

http://derstandard.at/2000053325549/Chinesen-verdienen-schon-fast-so-viel-wie-Griechen

Die meisten Klamottenherstellungen sind schon aus China ausgezogen (z.B. nach Vietnam, Bangeladesch, Indien, Parkistan, Äthiopien usw.).

Über Kinderarbeit habe ich eine Frage:

Unter dem Namen "Azubi" stehen auch hierzulande eine große Menge von Jugendlichen neben den Maschinen in verschiedenen Fabriken für ganzen Tag.

Ist das auch "Kinderarbeit" der legalen Form?

So schlecht geht es Deutschlands Azubis:

http://www.focus.de/finanzen/karriere/studie-deckt-erschreckendes-auf-200-arbeitsstunden-fuer-150-euro-so-schlecht-geht-es-deutschlands-azubis_id_7528231.html

0
@Norbert1981

Zitat aus dem Artikel von focus.de:

"In sachsen-Anhalt nur 153 Euro im Monat 

"Zehneinhalb Stunden ohne Pause" 

Jo, hierzulande ist wirklich viel besser, gell?

0

Was möchtest Du wissen?