Wenn ich bei der Polizei arbeiten würde, muss ich dann meine Freunde verraten?

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14 Antworten

Hallo flacki3,

nach geltender Rechtsprechung musst Du Deine Freunde dann beanzeigen, wenn Du dienstlich von deren Straftaten Kenntnis erlangt hast.

Bei privat erlangten Kenntnissen z.B. am Stammtisch, im Sportverein, im Bekannten‐ oder Freundeskreismacht sich ein Polizeibeamter nur dann strafbar , wenn es sich um besonders schwere Straftaten handelt, wie z.B. um Mord oder Raub handelt.

Wenn Deine Freunde also um bei Deinen Beispielen zu bleiben z.B. Cannabis konsumieren? Oder wenn sie eine Schlägerei anzetteln und Du nur rein privat davon Kenntnis erlangt hast, musst Du nicht tätig werden. Anders sieht das aus, wenn Du im dienst bist und davon Kenntnis erlangt. Wenn Du dann nicht tätig wist, hast Du Dich gem. § 258 a StGB wegen Strafvereitelung im Amt strafbar gemacht.

Schöne Grüße
TheGrow

CAlbrecht 25.12.2013, 13:00

Gute Antwort, es sei noch ergänzt:

Diese Frage, die du dir stellst wirst du auch im Auswahlverfahren der Polizei gestellt bekommen. Ich wurde gefragt: "Was machen Sie wenn Ihnen in einer Routine-Kontrolle ihr bester Freund begegnet und Sie die starke Vermutung haben, dass er alkoholisiert fährt?"

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Wenn ich bei der Polizei arbeiten würde, muss ich dann meine Freunde anzeigen oder verraten, wenn sie etwas gesetzwidriges tun? z.B. Cannabis konsumieren? Oder wenn sie eine Schlägerei anzetteln?

Du musst alle gleich behandeln.

Außerdem würdest Du Dich der Mitwisserschaft strafbar machen, wenn Du es nicht melden würdest.

Wenn Du solche Gedanken hast, solltest Du es lieber sein lassen oder einen besseren Freundeskreis suchen.

Ratirat 03.12.2013, 12:33

Außerdem würdest Du Dich der Mitwisserschaft strafbar machen

Wissen ist nicht strafbar. Und die Nichtanzeige begangener Straftaten auch nicht - erst recht nicht bei simplen Verstößen gegen das BTMG.

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Johnwayne9292 17.12.2013, 18:40
@Ratirat

mit Ausnahme von § 138 StGB.

§ 138 Nichtanzeige geplanter Straftaten

(1) Wer von dem Vorhaben oder der Ausführung

  1. einer Vorbereitung eines Angriffskrieges (§ 80),
  2. eines Hochverrats in den Fällen der §§ 81 bis 83 Abs. 1,
  3. eines Landesverrats oder einer Gefährdung der äußeren Sicherheit in den Fällen der §§ 94 bis 96, 97a oder 100,
  4. einer Geld- oder Wertpapierfälschung in den Fällen der §§ 146, 151, 152 oder einer Fälschung von Zahlungskarten mit Garantiefunktion und Vordrucken für Euroschecks in den Fällen des § 152b Abs. 1 bis 3,
  5. eines Mordes (§ 211) oder Totschlags (§ 212) oder eines Völkermordes (§ 6 des Völkerstrafgesetzbuches) oder eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit (§ 7 des Völkerstrafgesetzbuches) oder eines Kriegsverbrechens (§§ 8, 9, 10, 11 oder 12 des Völkerstrafgesetzbuches),
  6. einer Straftat gegen die persönliche Freiheit in den Fällen des § 232 Abs. 3, 4 oder Abs. 5, des § 233 Abs. 3, jeweils soweit es sich um Verbrechen handelt, der §§ 234, 234a, 239a oder 239b,
  7. eines Raubes oder einer räuberischen Erpressung (§§ 249 bis 251 oder 255) oder
  8. einer gemeingefährlichen Straftat in den Fällen der §§ 306 bis 306c oder 307 Abs. 1 bis 3, des § 308 Abs. 1 bis 4, des § 309 Abs. 1 bis 5, der §§ 310, 313, 314 oder 315 Abs. 3, des § 315b Abs. 3 oder der §§ 316a oder 316c zu einer Zeit, zu der die Ausführung oder der Erfolg noch abgewendet werden kann, glaubhaft erfährt und es unterläßt, der Behörde oder dem Bedrohten rechtzeitig Anzeige zu machen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer

  1. von der Ausführung einer Straftat nach § 89a oder
  2. von dem Vorhaben oder der Ausführung einer Straftat nach § 129a, auch in Verbindung mit § 129b Abs. 1 Satz 1 und 2, zu einer Zeit, zu der die Ausführung noch abgewendet werden kann, glaubhaft erfährt und es unterlässt, der Behörde unverzüglich Anzeige zu erstatten. § 129b Abs. 1 Satz 3 bis 5 gilt im Fall der Nummer 2 entsprechend.

(3) Wer die Anzeige leichtfertig unterläßt, obwohl er von dem Vorhaben oder der Ausführung der rechtswidrigen Tat glaubhaft erfahren hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

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Ratirat 17.12.2013, 18:45
@Johnwayne9292

Ich sprach bewusst von begangenen Straftaten und nicht von geplanten.

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Du müsstest lediglich, wie jeder Bürger, handeln, und die Kollegen holen. Selber musst Du schon wegen "Befangenheit" nicht eingreifen. Die genauen Abstufungen würdest Du lernen.

Also, ich kenn mehrere Polizisten, und die haben alle auch Freunde....

Was meinst du mit verraten? Wenn dann wirst du vermutlich eh in einer anderen Stadt arbeiten. Also von daher würde es deinen Kollegen zufallen deine Freunde einzusammeln wenn sie gegen ein gestz verstoßen. Ausser du hast kentniss von einer wirklich üblen Straftat, also wenn Sie sich prügeln und einer würde dabei schwer verletzt oder schlimmeres.

Gewissensfrage würde ich mal sagen. Als Polizist bist du eigentlich IMMER im Dienst. Und könntest du dir das verzeihen wenn du deinen Freunden was auch immer durchgehen lässt und es entstünde dann eine Gefahr für ihr Leib und Leben............?!

Johnwayne9292 17.12.2013, 18:38

QUATSCH. Dienst ist Dienst, Privat ist Privat.

Privat hat man nur Verbrechen zur Anzeige zu bringen oder die nicht Anzeige geplanter Straftaten gem. § 138 StGB. Ansonsten gelten auch alle anderen Rechte wie das Zeugnisverweigerungsrecht.

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Ich glaube der Beruf ist wichtiger als kiffende Freunde.

Wenn es sich um Ordnungswidrigkeiten handelt, muss mann`s nicht umbedingt, aber auf Straftaten muss man auch außer Dienst nachgehen. So habe ich es zumindest aus dem Beitrag der Polizisten verstanden, als ich mein Praktikum dort gemacht habe.

TheGrow 03.12.2013, 12:42

Die Polizisten können selbstverständlich auch außerhalb des Dienstes Straftaten verfolgen und wenn es sein muss sich auch jederzeit in den Dienst versetzen. Aber abgesehen von besonders schweren Straftaten brauchen Sie keine privat zur Kenntnis bekommen Straftaten beanzeigen

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Wenn Du im Diesnt bis ja . Anzeigepflicht. Aber privat ausserhalb des Diesntes nicht. Da gibt es nur eine Anzeigepflicht beim Mord od. aehnlichen Kapitalverbrechen fuer alle Buerger.

Wenn dir bekannt ist, das irgendwo eine Straftat begangen wurde oder wird, musst du einschreiten, egal ob Freund oder sonst was

Wie kommt jemand der solche Freunde hat auf die Idee Polizist zu werden?

du müsstest zumindest nichts davon gewusst haben dürfen... oder so ähnlich ;-)

Ja eigl. Schon ✌️

TheGrow 03.12.2013, 12:40

nein, eigentlich nicht

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guck da einfach nicht hin ist ja immer hin nur der staat

muss ich dann meine Freunde anzeigen oder verraten, wenn sie etwas gesetzwidriges tun? z.B. Cannabis konsumieren? Oder wenn sie eine Schlägerei anzetteln?

Wieso musst Du das ? Die Polizei ist die Berufsgruppe mit den meisten Kriminellen^^

peace^^

Schlauerfuchs 03.12.2013, 11:14

Ja, das ist richtig, zum Teil decken die sich gegenseitig bei Fehlern und nehmen es zu gunsten der Aufklaerungquote mit den Gesetzen nicht so genau, weiss ich dass es in Bayern so ist aus eigener, Erfahrung.

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