Wenn es Gott gibt, warum gibt es dann Krankheiten?

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Die Bibel beschreibt im 1. Buch Mose, dass die ersten Menschen am Anfang im Garten Eden in quasi paradiesischen Zuständen gelebt haben. Sie hatten aber schon die Freiheit, die wir heute auch haben: Mit oder ohne Gott leben zu wollen. Irgendwann haben sie sich dazu entschieden, ihr eigenes Ding zu machen und ohne Gott leben zu wollen (bzw. sie wollten sein wie Gott). Auch wenn das nicht ganz einfach zu verstehen ist und durchaus viele Fragen bleiben, aber alles Negative und Böse wie Tod, Krankheit, Schmerz, Leid usw. war das Ergebnis dieser Entscheidung und gewollten Trennung von Gott.

Trotzdem hat Gott die Menschen nicht verlassen, obwohl das vielleicht verdient gewesen wäre. Er hat einen Rettungsanker ausgeworfen, dass sie Menschen, die an ihn glauben, wieder zu ihm finden können. Dafür ist Jesus Christus am Kreuz gestorben, dass die, die an ihn glauben und um Vergebung ihrer Sünden bitten, erlöst werden und das ewige Leben geschenkt bekommen. Wenn man überlegt, dass das Leben nach dem Tod ewig und für immer dauert, sind vielleicht die negativen Dinge, die wir hier erleben, nicht mehr ganz so schlimm (wenn natürlich noch schlimm genug). Aber auch hier zwingt Gott wieder niemanden: Jeder kann entscheiden, ob er nach dem Tod bei Gott sein möchte oder nicht...

Zur Frage, warum Gott Leid zulässt, finde ich auch die Argumentation des folgenden Artikelns sehr interessant: http://www.jesus.ch/lebenshilfe/krankheitsbilder/103989-warum_laesst_gott_das_leid_zu.html

Vielen Dank für den "Stern", ganz liebe Grüße und Gottes Segen!

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Warum läßt Gott Krankheit zu?

 

Die junge Top-Managerin war tief depressiv. Sie hatte einen tollen Job, beruflichen Erfolg und Beziehungen zu Männern, wie frau sie heute so hat.

Aber sie hatte sich in letzter Zeit von aller Welt zurückgezogen. Allein in ihrer Wohnung, grübelte sie düster vor sich hin. Ihr Arzt war inzwischen auch ratlos. Er hatte alles versucht. Nichts hatte geholfen. Eine entfernte Freundin hatte von ihrer schlimmen Lage gehört und entschloss sich, sie zu besuchen. Die Situation war wirklich dramatisch. In einem solchen Job kann man sich Ausfälle nicht leisten. Und wenn der Job weg wäre, dann würde sie überhaupt nicht mehr weiterwissen.

Doch an Arbeiten war ernsthaft gar nicht zu denken. Sie konnte einfach nicht mehr. Sie war am Ende. Die Freundin hatte keine Ahnung von Depressionen. Sinnvolle Gespräche konnte man mit der Managerin in diesem Zustand auch nicht führen. Sogar gemeinsam beten klappte nicht. Zumal die Managerin schon seit langem den Kontakt mit dem lieben Gott aus Zeitgründen und aus mangelndem Interesse eingestellt hatte. Was also war zu tun?

Da entschloss sich die Freundin zu etwas Ungewöhnlichem. Sie schlug der Managerin eine Wallfahrt vor. Das war eigentlich psychiatrisch nicht besonders sinnvoll. Depressive Menschen geht es gewöhnlich bei noch so erlebnisreichen oder sogar erholsamen Reisen nicht selten noch schlechter, da sie erleben müssen, wie alle anderen gut drauf sind, nur sie selbst kommen durch alle äußeren Ablenkungen aus dem inneren Tief nicht heraus.

Doch die Managerin hatte ohnehin nichts mehr zu verlieren. Alle anderen Versuche waren ja fehlgeschlagen und die Lage war verzweifelt. So fuhren sie los. Es war eine ziemlich weite, beschwerliche Reise, denn es ging ins Ausland. Doch irgendwie kamen sie an. Und dort begann die Managerin plötzlich zu beten. Zu beten, wie sie noch nie gebetet hatte, denn sie erlebte auf einmal ganz intensiv, dass diese Gebete nicht ins Nichts gingen, sondern ankamen, bei Gott.

Die Managerin war schlagartig aus ihrer monatelangen Depression heraus. Und noch mehr, sie hatte sich bekehrt, wie man so sagt. Als sie wieder zu Hause ankamen, nahm sie Religionsunterricht bei einem alten weisen Priester, ließ sich das Sakrament der Firmung spenden, das sie mangels Interesse als Jugendliche versäumt hatte. Sie fuhr noch einmal zu jenem Wallfahrtsort, gemeinsam mit dem jungen Mann, mit dem sie damals befreundet war. Doch als er ihr einen Heiratsantrag machte, da hörte sie sich selbst sagen. "Ich bin schon vergeben."

Der junge Mann muss ziemlich perplex gewesen sein. Doch sie meinte damit, sie sei an jesus vergeben. Und eines Tages war ihr, als sagte Jesus zu ihr:"Willst du mir dienen in Einfachheit und Armut?"

Da entschloss sie sich, in einen strengen katholischen Orden einzutreten, in den Karmel. Das hielt nun sogar die Freundin für übertrieben und riet ihr dringend ab. Aus einem Moment heraus das ganze Leben über den Haufen zu werfen, das schien unverantwortlich.

Als Psychiater kann man zu diesem Falle eine Menge sagen. Man könnte vermuten, dass die Depression ungewöhnlicherweise zufällig bei jener Wallfahrt spontan abgeklungen ist. Man könnte den Ordenseintritt für eine verhängnisvolle Überreaktion halten aus übertriebener Dankbarkeit für das Abklingen der schrecklichen Depression. Man würde dringend warnen, da Depressionen diesen Ausmaßes gewöhnlich phasenhaft verlaufen, also wiederkommen - und dann wahrscheinlich nicht einfach durch eine Wallfahrt weggehen würden. Außerdem wird man als Psychiater hellhörig, wenn von einer inneren Eingebung die Rede ist, die nicht von dieser Welt sein soll. Schließlich ist der Kontrast zwischen einem Leben als Managerin und dem Leben in einem Kloster mit strenger Klausur und stundenlangen Gebeten für einen zu Depressionen neigenden Menschen unmöglich zu bewältigen. Je strenger der Orden, desto stabiler müssen die Mitglieder sein. Doch die junge Managerin ließ sich nicht beirren, kündigte ihren Top-Job zum Bedauern ihres Unternehmens und trat in den Karmel ein.

Das Ganze ist nun 19 Jahre her. Die junge Frau hat nie mehr eine Depression bekommen. Sie ist einer der glücklichsten menschen, die ich kenne, zum Bersten gesund und voller Vitalität. Fast jedes Jahr besuchen wir sie und psychiatrisch ist sie nach wie vor völlig unergiebig. So etwas wie Stimmen hat sie auch nicht mehr gehört und so muss die damalige Eingebung irgendetwas anderes gewesen sein als ein Krankheitssymptom.

"GOTT" Manfred Lütz (Arzt, Psychotherapeut,Theologe)

Hallo KwonDo,

Wir Menschen sind unvollkommen, und unser Leib ist auch unvollkommen. Die ganze Welt ist nicht vollkommen.

Nur Gott und sein Paradies wird vollkommen und heil sein.

Krankheiten sind zwar sehr unangenehm und manchmal sogar tödlich, aber Krankheiten können auch einen guten Zweck haben. Zum Beispiel gibt es einige Menschen, die sich nur in Ihre Arbeit stürzen. Irgendwann bekommen sie vielleicht einen Herzinfakt. Dadurch sind sie sehr geschockt, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Sie ändern vielleicht Ihr Leben, und achten mehr auf die Familie, nehmen sich Zeit für Hobbys.

Das ist nur ein Beispiel, wo eine Krankheit dazu führen kann, etwas Gutes zu bewirken.

Ich will nicht sagen, dass jede Krankheit zum Guten führt. Aber Krankheiten zwingen uns oft, über den "Sinn des Lebens" nachzudenken, sie setzen uns Grenzen, sie sind eine Übung um "Loslassen" einzuüben.

Wenn es garkeine Krankheiten gäbe, würden manche Menschen komplett blind Ihr Leben leben, und nie anfangen, über das Wesentliche nachzudenken.

Ich nehme meine eigenen Krankheiten zumindest als Chance, um bewusster darauf zu achten, gut mit mir umzugehen, meine Grenzen zu akzeptieren, und nicht aus den Augen zu verlieren, worauf es im Leben ankommt. 😀

Aber sicherlich gibt es auch sehr tragische Fälle, wo dies alles nicht zutrifft, z.B. wenn Kinder früh an Krankheiten sterben, was für uns natürlich unerklärlich ist. Aber Gott lässt das Leid nun mal zu. Er verhindert nicht das Leid, aber er trägt uns, wenn wir leiden. "Es regnet nun mal über Gerechte, genauso wie über Ungerechte."

Ich sehe zu, aus allem was bleibt, das Beste zu machen, und bringe Gott das Vertrauen entgegen, dass das große Ganze seinen Sinn hat. Ich habe zu oft erlebt, dass Leid dann doch zu irgendetwas Gutem geführt hätte, als dass ich daran noch zweifeln könnte. :-)

Leibnitz beantwortet die Theodizeefrage so: Gott ist allmächtig und allgütig. Wäre er nur allmächtig, hätte er eine bessere Welt erschaffen können. Da Gott auch allgütig ist, hat er eine Welt erschaffen, die nicht perfekt ist, aber beste Welt darstellt. In dieser Welt verbindet sich die größte Ordnung mit der größten Vielfalt. Und in einer solchen Welt gibt es metaphysisches, moralisches und physisches Übel. Der Mensch erkennt aus seiner Sicht heraus, das Übel als Leid und Unvollkommenheit. Keine Perspektive eröffnet ihm etwas anderes. Kein leidender Mensch wird im Leid jemals etwas Positives finden. So zeigt sich aus einer emotions- und anteilslosen Sicht jedoch auch der Sinn des Übels. z.B. Erhaltung eines Individuums, Mittel der moralischen Besserung, Wertschätzung der Gesundheit, Antrieb über sich hinauszuwachsen, etc. Leibnitz sagt weiter: Menschen übersehen beim Blick auf das Übel das ganze Gute, und dass im Vergleich zum Guten das Übel sehr gering ausfällt. Das eigene Leiden ist rein rational betrachtet nur ein kurzer Moment im Laufe der Weltgeschichte. Er beschreibt das Übel als sinnvolles Element der Schöpfung Gottes.

Ein anderer (Harold Kushner) erklärt es so: Gottes Macht begrenzt sich in seinen selbstgesetzten Grenzen. Indem er seine Macht beschränkt, schafft er für den Menschen die optimale Welt. Eine Welt, die großteils von Naturgesetzen und freiem Willen bestimmt wird. Gott ist in dieser Welt daher für Krankheiten nicht verantwortlich und unternimmt gegen sie nichts. Gott übernimmt stattdessen die Rolle des Trösters. Die Frage im Leid muss also sein "Was kann ich jetzt tun?" und nicht "Warum ich?" Gott offenbart seinen Widerwillen gegen das Leid nicht durch Verhinderung sondern durch Beistand.

Und Moltmann sagt dazu: Ein im Himmel thronender, allmächtiger und teilnahmsloser Gott ist unannehmbar, denn ein allmächtiger, jedoch leidensunfähiger Gott wäre nicht vollkommen. Dieser könnte von Menschen nicht geliebt, sondern nur gefürchtet werden. Daher muss ein vollkommener Gott leidensfähig sein. Im Kreuzestod Christi erfüllt sich dieses Gottesbild. Gott leidet und stirbt. Damit beweist er seine Leidensfähigkeit. Als Christ muss man daraus die richtigen Schlüsse ziehen: Gott lässt nicht einfach leiden, sondern leidet immer mit.

Falls du fragen willst warum Gott manche Menschen krank macht oder ihnen eine Krankheit zuteilt, dann denke ich es ist eine Art des lernens. Z.B. eine Mutter hat 2 Kinder, gibt dem 1. Kind immer die leichten Aufgaben (Das wäre der gesunde Mensch) und dem 2. immer sehr schwierige Aufgaben (Das wäre der kranke Mensch) und sie tut das weil sie weiß das beide Kinder ihre jeweilige Aufgabe bewältigen können. Das 1. Kind die schwere Aufgabe niemals schaffen, deswegen bekommt es die auch nicht.

Weil Gott denkt das dieser bestimmt Mensch die Krankheit bewältigen kann.

Da denkt Gott aber oft falsch. Viele Menschen zerbrechen an ihrem Leid.

Schon komisch für einen Allwissenden.

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