Welches Problem ergibt sich bei Waldrodung? Bäume wachsen doch nach?

17 Antworten

Wenn Du unter Rodung "nur" einen Ein- oder Kahlschlag verstehst, danach aber wieder Wald angepflanzt wird/wachsen soll/darf, ist das nachhaltig - auch wenn Kahlschlag und neu hinpinnen eher die Hau-Drauf-Variante davon ist, es geht aber auch anders...

Anders ist es, wenn Rodung das Ende des Waldes bedeutet (weil für Bergbau, Ölpalmen, Ackerbau, Viehweide, Verkehrswege oder sonstwas) ...

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Wenn man einen Wald rodet oder so stark ausdünnt, dass wesentlich mehr Sonne bis zum Boden durch kommt, verursacht das eine lokale Klimaveränderung. Es wird wärmer und trockener. Bei Totalrodung nimmt auch der Wind zu, der die Austrocknung unterstützt. Regen und Wind verursachen ohne Wald eine viel stärkere Bodenerosion als im Wald.

Ein Wald beschattet die Erdoberfläche, die von der Sonne dadurch nicht so stark aufgeheizt wird. Während das auf die Tagestemperaturen nur begrenzten Einfluss hat, reduziert es die Nachttemperaturen deutlich, weil ein weniger aufgeheizter Boden nachts weniger Wärme abstrahlt.

Der Wald ist ein gewaltiger Zwischenspeicher für Niederschlagswasser. Es fließt viel weniger ab als in offener Landschaft. Das zwischengespeicherte Wasser verdunstet langsam wieder. Zum Teil versickert es und wird von den Blättern verdunstet, zum Teil verdunstet es direkt. Das verdunstende Wasser trägt zur Wolken- und Nebelbildung bei. Eine große Waldfläche macht sich ihren eigenen Wasserkreislauf.

Ein Beispiel für einen funktionierenden Wald mit eigenem Wasserkreislauf ist der Amazonas-Regenwald. Noch. Etwa 17% des Walds sind bereits gerodet und die Wissenschaft geht davon aus, dass bei etwa 25% der Wasserkreislauf kollabiert, der den Wald am Leben hält. Dann stirbt der Rest unaufhaltsam ab, der Amazonas wird zu einem nur noch saisonal aus den Anden gespeisten Wadi, das Amazonasbecken wird dann zur Wüste.

Ein Beispiel für die dramatischen Folgen großflächiger Rodungen ist der Mittelmeerraum, insbesondere auf der nordafrikanischen Seite. Zu Beginn der Antike wuchs rund ums Mittelmeer ein breiter Waldstreifen. Kein Regenwald, sondern Trockenwald, aber Wald. Das Klima war deutlich feuchter als heute, die Sommer nicht so extrem heiß, die Landwirtschaft viel weniger von künstlicher Bewässerung abhängig und die Lebensbedingungen angenehmer. Durch die Rodung (Bauholz, Schiffsholz, Brennholz) haben sich die antiken Hochkulturen eine nach der anderen die Lebensgrundlage zerstört und bis heute nicht annähernd zu alter Größe zurückgefunden. Wiederaufforstung ist durch das veränderte Klima in der Region, bodenerosion und im Laufe der Zeit gefallene Grundwasserspiegel unmöglich.

Es kommt darauf an wo gerodet wird. Bei uns in Europa kann man fast überall wieder Wald anpflanzen. Auf Madagaskar oder im Regenwald von Brasilien sieht das ganz anders aus. Dort schützt der Wald die dünne Humusschicht. Ist der Wald erst einmal weg, liegt die Humusschicht ungeschützt in der Sonne. Sie trocknet aus und wenn es dann regnet wird sie weg gespült. Oft ist sie nur wenige Zentimeter dick und so bald sie abgetragen wurde, bleiben nur noch Steine und Geröll übrig. Dort wächst kein Baum mehr und zurück bleibt eine Wüste. In Brasilien breitet sich die Trockenheit des Sertao immer weiter aus nach Westen. Sie frisst sich immer weiter hinein in den Regenwald. In den letzten Jahren wurde es dort so trocken, dass viele Bauern das Land verlassen mussten. Es ist also nicht jede Rodung gleich. In manchen Regionen sind sie nicht weiter schlimm, in anderen sind sie eine Katastrophe.

aber bis die nachgewachsen sind, kann die Erde uU durch Erosionen abgetragen worden sein und dann wächst da nichts mehr . Ausserdem regulieren die Bäume die Feuchtigkeit im / am Boden

Durch die Rodung wird verstärkt Humus abgebaut und somit CO2 freigesetzt.

Das passiert übrigens bei jeder Bewegung/Belüftung von Böden, auch beim Grünlandumbruch oder beim Pflügen von Ackerland.

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