Welcher RAM für Ryzen 5 5600?

4 Antworten

Hallo

Im Sinn ist mir der G.Skill RipJaws V 16 GB gekommen, jedoch weiß ich nicht welche Taktfrequenz ich nehmen soll ( 3200 MHz oder 3600 MHz)
Da ja wahrscheinlich 3600 MHz zukunftssichere sind (?!), kann ich mich nicht entscheiden.

Die technischen Spezifikationen der beteiligten Komponenten sollten vielleicht auch mal in Betracht gezogen werden, wenn du eine Entscheidung treffen möchtest, was für RAM Module für dein PC am besten geeignet sind.

Prozessor Spezifikationen:

https://www.amd.com/en/product/11831

Max Memory Speed:
2x1R - DDR4-3200
2x2R - DDR4-3200
4x1R - DDR4-2933
4x2R - DDR4-2667
  • 2x (Dual Channel mit 2 RAM Module) 1R (Single Rank) - bis DDR4-3200 RAM
  • 2x (Dual Channel mit 2 RAM Module) 2R (Dual Rank) - bis DDR4-3200 RAM
  • 4x (Dual Channel mit 4 RAM Module) 1R (Single Rank) - bis DDR4-2933 RAM
  • 4x (Dual Channel mit 4 RAM Module) 2R (Dual Rank) - bis DDR4-2666 RAM

Jeweils darüber hinaus wird der Speichercontroller in dem Prozessor übertaktet, was funktionieren kann, was aber nicht vorab garantiert funktionieren muss und was zu Problemen führen kann. Ich weise darauf hin, weil immer wieder und völlig selbstverständlich, z.B. DDR4-3600 RAM Module empfohlen werden, obwohl nicht garantiert werden kann, das damit auch der Prozessor funktionieren wird. Es besteht lediglich die Möglichkeit das der Prozessor damit läuft. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied.

Bei entsprechender Mehrbestückung mit Speicherbänken (Rank) sinkt auch noch die maximal erreichbare Speichergeschwindigkeit. Je mehr Speicherbänke pro Speicherkanal eingesetzt werden, um so niedriger ist die maximal erreichbare Speichergeschwindigkeit. Das liegt an der Mehrbelastung des Speichercontrollers durch mehr Speicherbänke und an den physikalischen Eigenschaften des Speicherbusses im Hochfrequenzbereich. Das sollte gerade bei MEM overclocking beachtet werden.

Eine Speicherbank ist dabei nicht gleich ein RAM Modul. Es gibt Single Rank RAM Module, da entspricht eine Speicherbank einem kompletten RAM Modul und es gibt RAM Module auf denen sind bereits zwei Speicherbänke untergebracht. Das sind dann Dual Rank RAM Module. Dabei verhält sich ein Dual Rank RAM Modul in etwa so, wie zwei eingesetzte Single Rank RAM Module in Single Channel Konfiguration.

Mainboard Spezifikationen:

Bei '' de.msi'' steht 4400 MHz (OC)?

https://de.msi.com/Motherboard/MPG-B550-GAMING-PLUS/Specification

DDR4 Memory
1866/ 2133/ 2400/ 2667/ 2800/ 2933/ 3000/ 3066/ 3200 MHz by JEDEC
2667/ 2800/ 2933/ 3000/ 3066/ 3200/ 3466/ 3600/ 3733/ 3866/ 4000/ 4133/ 4266/ 4400+ MHz by A-XMP OC MODE
  • by JEDEC - entspricht den Spezifikationen für DDR RAM der JEDEC Association
  • by A-XMP OC MODE - XMP overclocking Modus, wofür die RAM Module via XMP übertaktet werden und u.U. auch der Speichercontroller im eingesetzten Prozessor

Wenn du wissen möchtest wie die Prozessor Spezifikationen, die Mainboard Spezifikationen und die Speichergeschwindigkeit zusammenhängen, dann ließ einfach mal hier weiter.

Es ist eine falsche Vorstellung, das allein die RAM Module für die nutzbare Speichergeschwindigkeit verantwortlich sind und das dass Mainboard den RAM auf die gewünschte Speichergeschwindigkeit einstellt und das dieser deshalb mit gewünschten Speichergeschwindigkeit läuft. Es ist auch nicht das Mainboard, das da irgendetwas "schafft". Das Ganze verhält sich ein bisschen anders.

Das BIOS/UEFI stellt die Speichergeschwindigkeit nicht irgendwo auf dem Mainboard ein und auch nicht direkt am RAM, sondern das BIOS/UEFI stellt den Speichercontroller auf die gewünschte Geschwindigkeit ein und weil der Speichercontroller dann mit der eingestellten Geschwindigkeit läuft, steuert dieser dann auch mit dieser Geschwindigkeit die Zugriffe auf den RAM, woraus sich erst der Speichertakt ergibt. Deswegen ist es auch der Speichercontroller, der auf die gewählte Speichergeschwindigkeit eingestellt wird und nicht der RAM.

Je schneller nun der Speichercontroller arbeitet um so schneller wird auf den RAM zugegriffen, was einen höheren Speichertakt ausmacht. Und diesen müssen die RAM Module nun wiederum aushalten können. Deshalb gibt es RAM Module mit so vielen unterschiedlichen Geschwindigkeiten und wer mag auch für MEM overclocking, aber nicht damit man einfach nur die freie Auswahl hat, denn am Ende entscheidet immer der Speichercontroller über die tatsächlich erreichbare Speichergeschwindigkeit.

Der Speichercontroller steckt aber weder auf dem Mainboard noch im RAM, der steckt im Prozessor und deshalb gibt auch der Prozessor vor, welche Speichergeschwindigkeit tatsächlich erreichbar ist und nicht der RAM und/oder das Mainboard. Das wird von vielen einfach nicht beachtet, einfach ignoriert, oder einfach falsch verstanden, was dann aber zu Problemen führen kann.

Das was in den Mainboard Spezifikationen steht, das garantiert lediglich das diese Speichergeschwindigkeiten vom BIOS/UEFI eingestellt werden können, mehr nicht. Das Mainboard wurde zwar mit den in den Spezifikationen angegebenen Speichergeschwindigkeiten erfolgreich getestet und die RAM Module die das geschafft haben sind jetzt auch in der Memory Support Liste zu finden, aber für diese Tests verwenden die Mainboard Hersteller speziell selektierte Engineering Sample Prozessoren. Prozessoren für den Endkundenmarkt schaffen diese Speichergeschwindigkeiten in aller Regel nicht oder nur selten und auch nicht unter Garantie mit den RAM Modulen aus der Memory Support Liste. Auch mit diesen RAM Modulen werden die angegebenen Speichergeschwindigkeiten nur dann erreicht, wenn der eingesetzte Prozessor dabei mitspielt, das ist die Bedingung daran.

Die maximal erreichbare Speichergeschwindigkeit ist also von den individuellen Eigenschaften des eingesetzten Prozessors abhängig und nicht vom RAM oder dem Mainboard. Das BIOS/UEFI muss die gewünschte Speichergeschwindigkeit lediglich einstellen können und diese Information findest du in den Mainboard Spezifikationen. Das ist es was dort geschrieben steht. Das sind keine unter allen Umständen garantiert erreichbaren Speichergeschwindigkeiten.

Die in den Mainboard Spezifikationen mit (OC), (O.C.) oder (A-XMP OC MODE) gekennzeichnete Speichergeschwindigkeiten sind nur durch übertakten des Speichercontrollers möglich und deshalb sind diese Geschwindigkeiten nicht vorab garantiert. Das erreichen dieser Geschwindigkeiten ist abhängig von den individuellen Eingenschaften des eingesetzten Prozessors, also davon, wie hoch sich der Speichercontroller des eingesetzten Prozessors übertakten lässt. Dabei spielt es keine Rolle was das Mainboard, bzw. das BIOS/UEFI alles einstellen kann oder was alles in den Mainboard Spezifikationen geschrieben steht oder bis zu welcher Geschwindigkeit die RAM Module mitmachen könnten. Wenn der Speichercontroller in dem eingesetzten Prozessor nicht mitspielt, dann is Essig.

Wenn für schnellere RAM Module eine höhere Speichergeschwindigkeit eingestellt wird, als der Prozessor nativ unterstützt und der Rechner sollte dann instabil laufen oder gar nicht mehr starten, nachdem das XMP von den RAM Modulen im BIOS/UEFI aktiviert wurde, dann funktionierte das einfache MEM overclocking via XMP nicht, weil die Einstellungen durch das XMP zu viel für den Prozessor sind. In dem Fall müsste zum einstellen der Speichergeschwindigkeit manuell eingegriffen werden. Die Speichergeschwindigkeit müsste dann manuell soweit gedrosselt werden, bis der Prozessor stabil damit arbeitet.

Ach ja, die RAM Module selbst werden ebenfalls übertaktet. Die Basisgeschwindigkeit ohne XMP entspricht der tatsächlichen Geschwindigkeit der RAM Module. Diese werden dann erst via XMP auf ihre vorgesehene Geschwindigkeit übertaktet. Das ist aber kein richtiges Problem, da XMP RAM Module vom Hersteller dafür vorgesehen sind.

Da overclocking, durch den höheren Takt und der damit verbundenen Erhöhung der Spannung der übertakteten Komponenten, den Effekt der Elektromigration verstärkt, altern übertaktete Komponenten schneller, was in dem Fall den XMP overclocking RAM betreffen würde und den Prozessor. Genaue Vorhersagen kann aber auch nicht dazu machen. Durch overclocking kann der Rechner außerdem auch instabil werden oder gar nicht mehr funktionieren.

Die immer wieder angesprochene Latenz (CL) hat auch einen gewissen Einfluss auf die Speichergeschwindigkeit, speziell auf die Reaktionszeit des RAM. Vereinfacht lässt sich sagen, je niedriger die Latenz, um so schneller reagiert der RAM auf Speicherzugriffe. Allerdings darf man das auch nicht überbewerten, denn der Leistungszuwachs durch eine geringere Latenz ist nicht spürbar, sondern lässt sich höchstens messtechnisch nachweisen. Dafür kosten RAM Module mit einer niedrigeren Latenz gleich wieder etwas mehr. Die Kosten dürfte man wohle mehr spüren, als den Geschwindigkeitsunterschied.

mfG computertom

Hallo Ceddy,

Ja, 3600 MHZ ist optimal von Preis/Leistung für Ryzen 5600. 😊

Jedes Mainbaord Besitzt vom Hersteller Freigegebene Ram Riegel die in einer Memory List ( MQVL) zusammengefasst sind.

Diese sollte man auch nur verwenden KEINE ANDEREN.

https://de.msi.com/Motherboard/MPG-B550-GAMING-PLUS/support#mem

Nicht Vergessen. BEVOR man das macht Daten sichern , Bios Upgraden auf den Aktuellsten Stand,Bios Reset durchführen. Das Handbuch zum Mainboard findet man auch beim Hersteller zum Mainboard.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Linux Administrator

Ceddy438 
Fragesteller
 21.08.2023, 18:53

Bei '' de.msi'' steht 4400 MHz (OC)?

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Mehr ist immer gut, aber ab 3600 MHz macht es keinen großen Unterschied mehr. Ist am ehesten eine Frage der Wirtschaftlichkeit, weil es nicht viel bringt. Wenn du für den 3600er RAM 20 Euro mehr ausgeben musst, lohnt es sich nicht.


Ceddy438 
Fragesteller
 21.08.2023, 18:50

Sind tatsächlich nur 5 €

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Ceddy438 
Fragesteller
 21.08.2023, 19:00
@SirSulas74

Und wie siehst mit dem Ryzen 5 5600 aus? Auf der Website von Ryzen steht, das die maximale Speichertaktfrequenz 3200 MHz beträgt?

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SirSulas74  21.08.2023, 19:02
@Ceddy438

3200 MHz sind, was von AMD garantiert wird, je nach Mainboard und RAM kann es sonst zu Problemen kommen, ist aber sehr selten der Fall.

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