Welche Wirkung/Intention/Ziel könnte die Verwendung von Aufzählungen und rhetorische Fragen als rhetorisches Stilmittel in einem Sachtext haben?

2 Antworten

SachTexte stehen immer in einem bestimmten Wirklichkeitskontext und in dem wollen sie mehr oder weniger eine Wirkung entfalten.

am besten kann man das am Beispiel eines Heiratsantrags erkennen. Da will jemand wirklich etwas erreichen, nämlich ein Ja. In einem Liebesgedicht geht es dagegen in der Regel eher darum, seine eigenen Gefühle zu klären. Die Wirkung auf bestimmte Menschen steht dabei nicht unbedingt im Vordergrund.

Solche Stilmittel könnte man auch als Elemente beschreiben, die den Leser in teilweise öden Sachtexten bei der Stange halten.

Wenn z.B. ein Absatz mit der Frage beginnt: "Welche Schlüsse können wir aus dem Vorangehenden nun eigentlich ziehen?" oder "Wie ist das zu verstehen?", dann stellen wir dem Leser ja nicht eigentlich eine Frage, die wir beantwortet haben möchten, sondern wir wollen ihn lediglich aus seinem, inzwischen vielleicht komatösen Schlaf reißen.

Die gleiche Aufgabe haben Aufzählungen, sie gleichen wiederholten Hammerschlägen, die die Erkenntnisse gleichermaßen ins Hirn des Lesers nageln sollen.

Das Ziel solcher Stilmittel ist also die Erzeuzung von Aufmerksamkeit. Den gleichen Zweck verfolgen übrigens auch "starke" bildhafte Wörter. Dehalb findest Du in diesem Text auch Formulierungen wie "aus dem komatösen Schlaf reißen", "Hammerschläge" oder "ins Hirn nageln".

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