Waschzwang - dennoch berechtigter Ekel und wie dann damit umgehen?

3 Antworten

ich habe den Text jetzt komplett gelesen

deine Angst die du hast dass du dich bzw. deine Kleidung an öffentlichen Orten beschmutzt und es nicht merktst sehe ich so nicht. Ich war früher oft überall unterwegs (Bus, Straßenbahn etc.) aber es ist so gut wie nie zu einem darartigen Falll gekommen dass ich anschließen auf einer Party oder zu Hause war und plötzlich gemerkt habe dass mein ganzer Jeanshintern oder die Jacke dreckig war. Da ist eine Vorstellung größer als es in der Realität wirklich ist.

Das mit deinem Opa kann ich absolut nachempfinden. Mein Opa wurde von meinen Eltern die letzten 10 Jahre seines Leben gepflegt, (nachdem er zwei Schlaganfälle hatte). Viel war nicht mehr mit ihm los, natürlich hat er einiges schon noch mitbekommen aber naja. Jedenfalls war es beim Essen auch so dass wenn er gehustet hat oder genießt da wenig Rücksicht genommen hat ob da Essen (von anderen auch) vor ihm stand oder nicht. Ich habe meinen Eltern dann irgendwann gesagt dass sie das Essen bitteschön abdecken sollen. Sowieso habe ich in der Zeit wo anders gelebt und kam da nur zu Besuch.

Keine Ahnung was ich dir da raten soll? Ausziehen? Die Sache mit deinen Eltern besprechen vielleicht? Das Wort Hygiene mal ins Gespräch mit einwerfen.

Mach dir klar, dass der Dreck nur ein Symbol für alles ist, was dir Angst macht.

Der Gedanke, du könntest stinken, steht für deine Angst vor Ablehnung oder dem nicht-Akzeptiert-werden.

Sauberkeit ist Kontrolle, Dreck Kontrollverlust. Du hast Angst vor allem, was dich unvorbereitet erwischen könnte.

Deine Waschrituale sind keine "Macken", sondern Schutzvorkehrungen gegen eine Welt, die du als feindlich empfindest. Deswegen kannst bzw. willst du sie auch nicht aufgeben. Der Zwang ist längst zum Lebensinhalt geworden, und du wirst ihn nicht "einfach so" wieder los.

Was du tun solltest? Verstehe, was in dir vorgeht. Finde die Ursachen hinter den "Symptomen" und arbeite daran. Hol dir Hilfe, stell dich deinen Problemen und kämpfe um deine Freiheit.

Denn so, wie du jetzt lebst, wirst du immer gefangen sein.

Mögliche Ansatzpunkte:

  • Recherche über das Krankheitsbild
  • Selbsthilfegruppen/ -foren
  • Gespräche mit Freunden, Familie, Beratungsstellen, Ärzten usw.
  • ambulante und stationäre Therapien

Alles Gute und viel Erfolg!

Sauberkeit heißt aber auch Hygiene.
Denn ja, draußen in der Stadt gibt es genügend Assis/Alkis denen das mehr oder weniger sch... egal ist.

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@lalala321q

Es geht in der Frage aber nicht um normale Hygiene sondern darum, dass sich der FS nach einer ganz alltäglichen Busfahrt die Kleider vom Leib reißen muss, weil er Angst vor unsichtbarem Schmutz hat...

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Ich hab deinen Text jetzt nicht komplett durchgelesen aber genug um dir zu sagen:

Ekel vor Oberflächen auf öffentliche besuchten Orten ist ganz normal, daran finde ich nichts schlimmes, kann ich gut nachvollziehen. Dort einfach nichts groß anfassen dann musst du dich auch nicht so viel waschen.

Darüber hinaus, was ich denke was dir insgesamt helfen würde ist wenn du mal ein bisschen mehr Zeit in der Natur verbringen würdest. Dort auch mal ein bisschen Erde und so anfassen. Dort gibt es natürlich auch ,,Schmutz" aber dieser ist wesentlich angenehmer als der Schmutz in der Stadt. Das würde bewirken dass sich dein Verhältnis zu Hygiene wieder normalisiert.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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