Was statt Hafer?

6 Antworten

Nachdem Du ja schon eine super Antwort von Velvetti93 bekommen hast, möchte ich noch ergänzen, woran Du ein gutes Mineralfutter erkennst:

Das Ca-Ph-Verhältnis sollte möglichst niedrig sein, d.h. suche Dir aus der Deklaration Calcium und Phosphor raus und rechne nach, ob Du bei 1,5:1, 2:1, 3:1 oder gar höher landest. Da Dein Pferd eigentlich kein Kraftfutter braucht, bestenfalls ein paar Gramm Hafer, dass es zur Fütterungszeit Ruhe gibt, sollte das Verhältnis für dieses Pferd nicht über 2:1 gehen. Würde es eine kräftige Getreideportion bekommen (wir sprechen hier von 2 bis 3 kg Hafer pro Tag), wären 3:1 auch noch ok. Aber höher ist nicht mehr ok, belastet den Stoffwechsel erheblich.

Dann sieh Dir an, ob die Spurenelemente in anorganischen oder organischen Bindungen zugesetzt sind. Man kann nicht ein Selen-Atom ins Futter geben, das muss gebunden sein, aber je nachdem, wie es gebunden ist, können die Pferde es sehr gut verwerten bis gar nicht. Hier schneiden die anorganischen Verbindungen weitaus schlechter ab als die organischen. Aber auch da kommt es auf das Zusammenspiel mit den anderen Stoffen im Mineralfutter an.

Mit der Zusammensetzung tut sich der Laie immer schwer zu beurteilen, weil das geht ja schon ans Eingemachte der Biochemie - und dann auch noch auf den Pferdestoffwechsel bezogen.

Einen generellen Hinweis gibt Dir die Dosierungsanleitung: Je mehr Du davon füttern sollst, desto mehr "Füllstoff" ist enthalten, also unwirksames Zeug, dass bestenfalls zum Pressen von Pellets gebraucht wird oder weil irgendwas so überdosiert ist, dass man die Gesamtmasse strecken muss damit, um die Zulassung zu erhalten. Von den top Mineralfuttern gibt man einem Freizeitpferd so 30 bis 50 Gramm täglich, von den mittleren 100 bis 120 Gramm und alles, was drüber ist, kannst sofort als unnützes Zeug abhaken. Dann sind die Preise pro kg nicht aus der Luft gegriffen. Keiner kann einfach so das Dreifache verlangen wie sein Konkurrent und der Billiganbieter wäre blöd, nicht mehr zu verlangen, wenn er hochwertige Inhaltsstoffe drin hätte, denn dann würde er draufzahlen. Wenn Dich ein Preis schreckt, nimm die Tagesdosis und rechne Dir aus, was die kostet und Du wirst feststellen, Du landest irgendwo bei 50 Cent bis 1,50 Euro, wobei hier nicht das teuerste das beste ist - ich hab nun ein paar Jahre "sparen" wollen, aber mich da verrechnet und musste Zink noch zufüttern, weil das aus dem Mineralfutter nicht reichte - blöd gelaufen ;-)

Wenn sie bisher ohne ausgekommen ist, wird sie das auch in Zukunft. Ein Pferd braucht nur Kraftfutter wenn es ordentlich gearbeitet wird. Und dann ist Hafer wohl das gescheiteste. Bevor du da irgendein Müsli welches mit Melasse und Trester getränkt ist reinschüttest ;)

Ich würd's zwar genauso beschreiben, aber nicht so pauschal "ein Pferd". Es gibt schon schwerfuttrige Exemplare, denen man 24 Stunden eine Raufe mit bestem Heu zur Verfügung stellen kann, die auch ständig an dieser stehen, aber unter 2 kg Kraftfutter wirklich vom Fleisch fallen. Ich habe so ein Exemplar und habe mit einem anderen Pferd das Problem, dass er von nur Heu immer runder wird.

Aber bevor ich Mais, Gerste, verschiedene Zuckerlieferanten oder auch Gartenabfälle (es lesen sich manche "Müslis" als würde man mit dem Rechen einfach alles in den Sack fegen, was in einem herbstlichen Garten so rum liegt) gebe, gebe ich eben dem schwerfuttrigen seinen Hafer und gut.

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@Baroque

Da hast du natürlich Recht!

Ich habe allerdings diese Problematik nicht in ihrer Frage rausgelesen =)

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Hey Honeii94,

Generell ist das so: Solange dein Pferd nicht wirklich hart arbeitet, braucht es keinen Hafer. Das wird leider heute noch oft gefüttert, obwohl die Zeiten, in denen Pferde auf dem Feld zum Ackern eingesetzt wurden und sonstige schwere Arbeit verrichten mussten, längst vorbei sind. Fast überall wird Hafer gefüttert, ohne dass darüber nachgedacht wird, dass die Pferde nicht wirklich viel leisten müssen. Das kann schlimmstenfalls zu Krankheiten führen, die teilweise schwerwiegend sind und dann lange behandelt werden müssen. Koliken und Hufrehe sind da nicht selten.

Wenn du dein Pferd ganz normal reitest und nicht jedes Wochenende auf Turnieren bist, braucht dein Pferd nichts anderes als GUTES Heu und Futterstroh.

Wenn du sonst irgendetwas füttern möchtest, würde ich dir zu Möhren raten. Futterrüben sind auch eine Möglichkeit, die alle Pferde lieben. Blos drauf achten, dass es keine Zuckerrüben sind. Das ist pures Gift.

Äpfel sind so ne Sache.... wegen der Fruktose rate ich generell eigentlich immer davon ab. Aber wenns ganz selten ist, dann ist's denke ich okay. Brot geht auch. Aber bitte alles in Maßen, nicht Massen ;)

Und Müsli ist auch keinesfalls notwendig.

Manchmal ist weniger mehr. Ich habe das leider selber erfahren müssen. Ich hab meinem Shetty früher Müsli mit Apfelgeschmack (da ist so süßer Sirup drin) gefüttert.... Äpfel, Brot, alles mögliche.... das führte am Ende dazu, dass sie an Hufrehe erkrankte und das ist wirklich NICHT lustig.

Jetzt bekommt sie nur noch Heu, Stroh und ein paar wenige Möhren am Tag. Sie ist momentan kerngesund und damit das auch so bleibt, verzichte ich auf sämtliche andere Futtermittel.

Um's kurz zu fassen: Gutes Heu ist das A und O! Und völlig ausreichend.

LG

Bekommst definitiv den Stern :) Danke für die Antwort :)

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Die Antwort stimmt mich bedenklich - einen Stern würde ich dafür nicht geben - zu viel nur fast korrektes:

Zum einen wird pauschalisiert, dass Pferde, wenn sie nicht viel arbeiten, nur Raufutter brauchen, was definitiv so nicht stehen bleiben kann. Es kommt auf den Energiegehalt des Raufutters an, auf die Haltung und auf vieles mehr, ob einem Pferd das Raufutter ausreicht oder nicht. Wenn es nicht ausreicht, kann ich das Pferd vielleicht separieren und energiereicheres Raufutter anbieten, aber ob das der Weisheit letzter Schluss ist, dass es 24 Stunden alleine steht, nur um mehr Energie zu bekommen? Nein, dann greife ich lieber zu Kraftfutter und das einzige gut verdauliche Kraftfutter ist nunmal der Hafer - am besten noch im ganzen Korn. Das ganze Korn deshalb, weil es gut gekaut wird, damit viel Speichel mit in den Magen kommt, der die Magensäure puffert und weil gequetschter Hafer wirklich innerhalb eines Tages verfüttert werden muss, sonst wird er ranzig. Viele Betriebe quetschen aber etwas mehr als sie brauchen, damit es sich bis zum Schluss gut schaufeln lässt und rühren das übrige vom Vortag dann unter.

Koliken rühren mehr von Haltungsfehlern und der Art und Weise der Fütterung her als davon, ob Kraftfutter gegeben wid oder nicht!

Und vergessen wurde was wichtiges: Ein gutes Mineralfutter!

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Eeeeeeeeeeeeeeeh, ja.

Dir ist schon klar, dass ein Shetty viiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeel weniger braucht wie ein Pferd, oder?^^

Meine Bekommen schon immer Hafer, bei uns am Stall ist das so & wer nicht viel verträgt bekommt eben keine ganze Schippe (Ponys nur ne handvoll / halbs schippe^^)

Und bei uns laufen alle jeden Tag^^ meistens 60-90 Minuten, da wir viele Verkaufpferde haben und die gut laufen sollen. (gearbeitet wird 45 minuten, danach gehts noch bei gutem Wetter ins Gelände! ;) )

Also wenn du was machen möchtest, gibt es auch Pellets, die Liebt meine eine große! :)

Mein Shetty bekommt nur Müsli (Struktur E, da die eine Stute probleme mit den atemwegen hat!)

Und sonst haben wir Pellets für die die auch im Sport gehen (Turnier und so) Hafer für alle und die Leistungspferde (ab L Dressur/L Springen ausbildungsstand) bekommen zusätzlich noch mineralzustatz! Wir haben selten nen tierarzt da oder so^^ nur zum impfen und bla :D

Möhren bekommen unsere auch, in Maßen. Viele sind das nicht gewohnt wenn sie zu uns kommen, aber die bekommen dann nur ne hand voll (wir haben immer diese babymöhren in tüten, die wir dann auspacken müssen^^) und dann wird das langsam gesteigert^^

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