Was lernt man bei einem Informatik Studium?

8 Antworten

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So, hab mir die anderen Antworten soweit durchgelesen und stimme teilweise zu, teilweise aber nicht.

  1. christin3010 hat Recht: mach Dich auf der Website Deiner Wunsch-Uni schlau. Die sollte Dir ne Übersicht geben können, was die jeweilige Uni anbietet. Das ist nämlich sehr unterschiedlich. Wenn Du keine Infos findest, schreib einfach ne nette Mail an die Studienberatung dort. Fachbereiche haben manchmal eine eigene Studienberatung. Geh am besten für ein persönliches Gespräch dort hin. Du wirst dort mehr erfahren, als überhaupt nötig ist.

  2. Entgegen der populären Meinung der meisten Leute und sogar von einigen Informatikdozenten: Mathematik ist keine notendige Grundlage, um Informatik erfolgreich studieren zu können. In Mathematik muß man auch nicht super gut sein, man muß in der Regel beim Studium der Informatik allenfalls zwei Semester lang ne Mathe-Vorlesung durchhalten und bestehen. Danach hat vieles, was man da gelernt hat, fast keine Relevanz mehr, es sei denn Du spezialisierst Dich auf physikalische Simulationen oder Computergrafik und so ein Zeug. Aber da hilft es meist, ein paar spzielle Sachen wieder aufzufrischen (z.B. Vektorrechnung). Ich selbst bin ein Mathe-Vollpfosten, hab mich gerade so durch Mathe durchgequält und trotzdem erfolgreich mein Informatikstudium absolvieren können. Es gibt sehr viele Informatikbereiche, in denen Mathematik keine Rolle spielt. Und die achso geliebte Logik lernt man auch in der Theoretischen Informatik.

  3. Du mußt nicht im Vorfeld programmieren können. Das kriegst Du beim Studium auch beigebracht. Aber erfahrungsgemäß haben es die blutigen Anfänger-Studenten sauschwer gehabt, auch nur die einfachsten Konzepte zu verstehen. Ich hatte vor dem Studium bereits gut 10 Jahre Vorlauf gehabt, was das Programmieren angeht, da ich damit als Kind anfing. Sowas hilft natürlich und prägt auch ein gewisses Denkvermögen. Es ist daher sehr von Vorteil, vorher programmieren zu können. Aber programmieren ist nicht gleich programmieren. Du kannst eine Programmiersprache zwar beherrschen, aber dennoch einen katastrophalen Kauderwelsch als Programm fabrizieren. Die Grenzen zwischen Gut und Schlecht sind fließend. Da hilft nur üben und sehr gut zuhören, wenn es im Studium um Algorithmen, Softare-Engineering und Software-Architektur geht!

  4. An vielen Hochschulen wird natürlich auch sowas wie Server- und clientseitige Programmierung angeboten, bzw. Webanwendungsentwicklung. Das kannst Du da auch lernen. An meiner Uni umfasste das allerdings nur zwei Vorlesungen.

  5. Die Informatik an sich gliedert sich grob in Technische Informatik (was passiert auf der kleinsten Hardwarebene in Form von Logik-Bausteinen), Theoretische Informatik (abstrakte Darstellung von Computern über Turing-Maschinen, Automaten, Beweisbarkeit und Nichtbeweisbarkeit von Algorithmen... hier unbedingt gut aufpassen, das Wissen ist in vielen Bereichen hilfreich und macht aus Dir einen guten Informatiker, weil Du hier lernst, welche Probleme lösbar, superaufwendig oder sogar nicht lösbar sind). Dann gibt es noch die Praktische Informatik. Hierbei lernst Du alles rund um Algorithmen, Datenbanken, Programierung eben. Das Handwerk sozusagen. Abschließend gibt es die Angewandte Informatik. Hierbei gehts in der Regel darum, das ganze tolle Wissen für andere Bereiche wie Physik, Medizin und so weiter anzuwenden.

  6. In der Regel wirst Du im Hauptstudium noch etwas Fachfremdes machen, damit Du kein Fachidiot bist. Das hat was mit angewandter Informatik zu tun. Im Grunde kannst Du Dir irgendein Fach nehmen. Einen Bezug zur Informatik muß man allerdings begründen können. Geschichte und sowas wird daher wahrscheinlich nicht funktionieren, aber beliebt sind Physik, BWL, Medizin, Chemie aber auch Linguistik (hat einen starken Bezug zur theoretischen Informatik).

Viel Erfolg!

Eine wirklich sehr ausführliche und gelungene Antwort!

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Sehr gute Antort nur bei der Mathematik muss ich widersprechen, heutzutage sind knappe Codes zwar nicht mehr so wichtig als zu meiner Zeit, wo man nur 16 bis 128 KByte pro Programm zur Verfuegung hatte, nur auch heute sind Codes von Leuten mit guter Mathematik meist die besseren, denn ich kann einiges abkuerzen und vereinfachen wenn ich Algebra, Matrizen und Geometrie im Kopf habe. wir hatten damals noch Mathe mit den anderen Ingenieuren zusammen, da musste man auch mal Statik oder Anziehungskraefte berechnen, aber heute ist Speicherplatz und Performance ja unbegrenzt vorhanden...:-)

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@riara

Vorab: ja, es ist unter Programmierern ein Konsens, daß gute mathematische Kenntnisse sehr hilfreich vielleicht sogar essentiell sind.

Ich rede da eher aus einer Erfahrung heraus, die einige Freunde von mir und mich mit einschließt - wir fingen als Kinder und Teenies mit dem Programmieren an. Dieser jahrelange Vorlauf sorgt auch für sauberen Code und eine gewisse Programmiererdenke. Der Code wird durch die Erfahrung strukturierter und sauberer und irgendwie hatte ich mir persönlich einen eher intuitiven Zugang zur Mathematik erschließen können.

Diese eigene Erfahrung kann ich natürlich nicht als ein Maßstab oder Regel anführn, aber ich wollte dem Fragensteller in dem Punkt eher gut zureden und die Unsicherheiten nehmen.

Er wird seine Nische in dieser lebendigen Branche finden und auch das Studium überstehen, ohne einen besonderen Draht zu Mathe zu haben (ist ja bei mir gelungen :-)

Wenn gewisse Interessen wie Computergrafik und sowas da sind, dann kommt natürlich auch die Beschäftigung mit Mathematik ganz von selbst, was an sich auch nicht wirklich anders geht.

Aber trotzdem stimme ich zu, was Programmieranfänger angeht. Diejenigen Mitstudentenden von mir, die vorher ein starkes Händchen für Mathe hatten und nicht programmieren konnten, waren in der Lage, gewisse Probleme wesentlich besser zu erfassen und zu lösen. Leider ließen bei denen die übergeordneten Programmstrukturen zu wünschen übrig und manchmal waren einfach nur die Berechnungen in den Zuweisungen gut, aber der Rest war Spaghetti-Code.

Aber das ist auch nur eine Beobachtung von mir. Wie das regulär aussieht, weiß ich ja nicht.

Ich weiß nur, daß mein ehemaliger Fachbereichsleiter der Informatik immer wieder über Physiker und Mathematiker geschimpft hatte, weil deren Software so durcheinander wär :-P

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dirtagbubble....danke, deine antwort sit der knaller. jetzt kann mir endlich ein bild davon machen. viele user die antworten geben, geben nur etwas oberflächliches an und man versteht kaum ein wort. bei dir ist das nicht so. gerade vor mathematik im infostudium hatte ich den meisten schiss, obwohl ich bereit war es zu lernen. jetzt wo ich weiß, dass man es nur 2 semester mit sich tragen muss, finde ich es nicht übel.

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mein jüngeren sohn macht als erstes eine lehre.....er bring den kaffe zum chef und verteilt post....das mit dem lernen kommt so zwischen drin...in 3 jahren macht er Foss dann nehme ich an das er was lernen darf...lol...mein großen sohn is in median design...er muss sich alles selbst bei bringen durch das internet....danach auch Foss...wünsche die glück und viel spas

Du mußt vor allem Mathematik können. Eine Programmiersprache zu können, ist nicht unbedingt erforderlich.

Über die Inhalte des Studiums kannst Du Dich eigentlich bei jeder Uni informieren, an der Du Informatik studieren kannst.

Wer eine Informatik-Studium mit Erfolg abschließt, wird sich im daran anschließenden Berufsleben vor allem mit Software Engineering befassen, d.h. er wird einige Jahre tatsächlich Software entwickeln (und dabei vor allem auch programmieren), wird aber - soweit er da erfolgreich ist - später vielleicht IT-Berater werden.

Was ihn in all diesen Jahren mit wechselndem Schwerpunkt zu interessieren hat, ist all das, zu dem der Webauftritt http://greiterweb.de/spw/ in seinen Abschnitten "Aktuelles", "Methodisches" und "Praktisches" etwas zu sagen hat.

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