Was läuft eigentlich mit unserem Schulsystem falsch?

70 Antworten

Ich gehe auch in die 10. Klasse eines Gymnasiums, allerdings in Ba-Wü. Auch hier ist es so, dass wir ziemlich lange Schule haben und die Lehrer darauf kein bisschen Rücksicht nehmen. Es ist schon echt stressig meistens, jedoch kann ich mir sagen, jetzt hörst du einfach auf, wenn es nicht mehr geht. Ich habe allerdings auch nicht zwei Fünfen. Aber glaub mir, es bringt nichts, wenn du ununterbrochen lernst. Du musst deine Zeit finden, in der du dich am besten konzentrieren kannst und dann lernen bzw. Hausaufgaben machen und dir das auch alles richtig einteilen. Suche dir vielleicht auch einen Ort, an dem du nicht abgelenkt bist, zB in der Schule, an dem du vielleicht sogar mit einer Freundin wirklich lernst und Hausaufgaben machst. Ich habe das auch angefangen und glaub mir, du bist zu Hause und musst wirklich nichts mehr machen und bist viel entspannter, da dein Zimmer nicht auch gleichzeitig dein "Büro" ist. Zum Abschalten empfehle ich dir wirklich eine richtig gute Serie, bei der du dich nicht zu sehr anstrengen musst, außerdem hilft Sport ziemlich, da dein Gehirn dabei mit anderen Dingen beschäftigt ist, als mit Über-die-Schule-nachdenken. Musik hilft auch und viel Schlaf.

Es sind so viele schlechte Schüler auf Gymnasien, da ihre Eltern sie dort hingeschickt haben. Bei uns gab es vor zwei Jahren fünf 5. Klassen, normal sind eigt. vier kleinere. Mit den Jahren gehen immer mehr Schüler auf eine Realschule und stellen fest, dass sis dort nur 1en schreiben. Auf dauer ist das einfach besser, auch für die Phsyche, denn nichts ist deprimierender, als nur schlechte Noten zu haben und am Ende noch die Eltern im Nacken. Ich rate dir, wenn es dir so schlecht geht, versuche noch auf eine Realschule zu wechseln und dort die 10. Klasse nochmal zu machen. Aber ich denke, wenn du auch mündlich gut mitmachst, verstehst du es 1. besser und 2. bekommst du eine viel bessere Note! Ich glaube an dich und wünsche dir noch viel Glück! :D

Ich kann auch sehr viel davon berichten. Ich gehe auf eine Gesamtschule in die 13. Klasse (zum Glück kein G8) und muss sagen, dass ich durch SV usw. vieles mitbekomme und es einfach krass finde was alles bei uns passiert und passieren wird. Ich gehe auf eine kleine Schule mit ca. 800 Schülern und demnächst werden inklusionkinder auf unsere Schule kommen, was ich sehr gut finde, allerdings werden die Lehrer nicht darauf vorbereitet und geschult. Unsere LehrerInnen sind sehr überfodert und beschweren sich auch, nicht, dass wir SchülerInnen mit Beeinträchtigungen bekommen, sondern, weil nichts für die Lehrkräfte gemacht wird. Der nächste Hammer ist, dass die Schüler immer frecher werden- gerade auf einer Gesamtschule, wo Gewalt an der Tagesordnung steht bekommt man von den Lehrern gesagt, was alles passiert. Da werden Lehrer beschimpft, getreten, geduzt..... . Die Lehrer sind sehr überfordert mit der Situation und wenn ein Schüler von der Schule fliegen soll, wird alles dafür getan, damit das nicht passiert, weil die Schule einen Platz für die Schülerin bzw. den Schüler finden muss und nicht die Familie.

Auch was das Abitur angeht gibt es noch große Lücken, gerade in NRW. Schlimm finde ich, dass wir schon Bücher aus Bayern bekommen, weil der Unterschied so groß ist, dass wir Schüler uns dafür eingesetzt haben, dass wir mit diesen Büchern unterrichtet werden. Ich könnte echt noch viele Geschichten schreiben, aber das bringt nichts, weil sich sowieso nichts ändern wird. Politiker müsste man sein....

Das Problem ist, dass jeder aufs Gymnasium darf. Entschuldige, dass ich so direkt bin, aber wer bei diesem Niveau nicht einmal eine 4 schafft, der gehört nicht aufs Gymnasium. Die die drauf gehören, langweilen sich dann, dass nichts Neues kommt, sind unterfordert und fallen dadurch ab. Einen Großteil des Unterrichtsstoffes könnte man den richtigen Schülern in der Hälfte der Zeit vermitteln. So einfach ist das: Es darf nicht jeder aufs Gymnasium.

Perfekte Antwort :-) Zehn Daumen hoch!

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Nur mal so: Meine Mama hat mir, kurz bevor ich aufs Gymnasium kam, gesagt, das Gymnasium würde die Elite des Staates ausbilden. Aber wenn das unsere Elite sein soll, möchte ich nicht wissen, wie dann der Normalbürger aussieht...

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@Extincteur

Die Elite des Staates ist da schon lange nicht mehr :D und im Gegenzug will kaum noch jemand auf eine Hauptschule, obwohl die noch vor einigen Jahrzehnten gut besucht waren.

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Stimmt auch wieder :-) Ich war zuerst auf der Realschule und ich hatte lauter faule, dumme und gemeine Mitschüler...

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Genau das pronlem hatte ich :D grundschule 1-2er schüler gewesen und als ich dann aufm gym war fand ichs extrem langweilig nunja bis zur 7ten bin ixich durchgekomm dannach gings nurnoch bergab und letztendlich hab ich nur die Hauptschule  mit 4-5en beendet später wurde bei mir m iq test gemacht und es kam 127 raus nun mache ich mein abi per fernschule nach einfach weil ich etwas wie Softwareentwicklung  machen will und das kanmst mit haupt / real vergessen ._. 

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Hey,

ich gehe in Berlin zur Schule und besuche ebenfalls die zehnte Klasse eines Gymnasiums. Uns wird auch viel Druck gemacht:

  • der MSA (das habt ihr nicht) ist gaaanz doll wichtig
  • habt gute Noten für den Eintritt in die gymnasiale Oberstufe
  • etc.

Mich hat das auch schon oft fertig gemacht. Dadurch sind meine schulischen Noten auch sehr abgesackt...und ich muss auch sehen einen möglichst guten Abschluss zu schaffen. Ich lerne relativ viel.

Häufig landen Schüler auf dem Gymnasium, die da nicht hin gehören. Zum Beispiel hatte ich einen Mitschüler, der zu schlecht für das Gymnasium war (also eigentlich nicht hätte genommen werden dürfen), aber seine Eltern wollten das unbedingt. Hier sieht man wieder, dass denen das Kindeswohl teilweise echt am A. vorbei geht...ich wollte selbst aufs Gymnasium und da will ich auch bleiben. Der Mitschüler hat nicht mal das Probehalbjahr geschafft. Oft denke ich mir heue noch "welche Leute kommen da eigentlich aufs Gymnasium?"...

Das Schulsystem an sich ist so lala...da wird nicht mehr wirklich geguckt, wie intelligent ein Schüler ist. An Fächern wie Mathe oder Philosophie kann man das noch so einigermaßen sehen, am Rest nicht...Ich finde manchmal, dass die Schule zu wichtig genommen wird. alles zielt auf einen möglichst guten Bildungsabschluss, guten Job etc. - ich will einfach meinen Traumberuf erlernen, auch, wenn ich dafür ein Abitur und ein abgeschlossenes Studium brauche. Genau dafür lerne ich.

Ich habe 39 Wochenstunden, und damit drei Mal Nachmittagsunterricht. Ich finde nur teilweise, dass die Kindheit "zerstört" wird. Denn wenn man gut organisiert ist (und das sollte man als ein Gymnasiast der zehnten Klasse sein), dann findet man einen guten Ausgleich zwischen Schule und Freizeit. Ich kriege das ja schließlich auch hin ;-)
Kindheitsberaubung finde ich es, wenn Kinder mit 5 eingeschult werden und dann auch noch überspringen. In Frankreich hat man sogar drei Jahre Vorschule und dann das Schulsystem, was da noch viel viel extremer ist als bei uns. Dagegen haben wir noch einigermaßen lockeren und nicht so strengen Unterricht. Die sind in unserem Alter dann auch bis 18 Uhr in der Schule. Also dagegen sollten wir uns mit unserem Schulsystem glücklich schätzen :D

Tipps? Was für Tipps - Lerntipps oder was meinst du? :)

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen :))

LG ShD

Nicht jeder ist fürs Gymnasium geeignet und nicht jeder Ausbildungsbetrieb möchte überhaupt einen Abiturienten als Auszubildenden einstellen. Mit Mittlerer Reife oder einem guten Quali kommt man auch durchs Leben, sofern man nicht Lehramt oder Medizin studieren möchte.

Wenn alle Leute studieren würden - wer soll dann noch die ganze Arbeit machen? Häuser mauern, Dachstühle zimmern, Möbel schreinern, Kamine kehren, Brot backen, Kranke und Alte pflegen.

Jeder muß die Schul- und Lebenslaufbahn einschlagen, die zu seinen Stärken paßt und in denen er ausgelastet und glücklich ist. Nicht ständig über- aber auch nicht unterfordert. Und das muß jeder für sich selbst herausfinden. Die Schulen sind untereinander durchlässig, also kann auch gewechselt werden.

Ach ja, und wenn du mal arbeitest, dann kann es sein, daß du 40 Wochenstunden hast und es ist ganz klar in diesen Breitengraden, daß man in der Winterszeit im Dunklen rausgeht und abends im Dunklen heimkommt.

Das lasse ich nicht als Argument gelten! Und in vielen Branchen arbeitest du mit Überstunden noch mehr Wochenstunden. Und wenn du arbeiten gehst, hast du 30 Urlaubstage im Jahr, mehr nicht.

Genieße daher die Ferien, solange du sie noch hast. Sie sind purer Luxus

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@TorDerSchatten

Aber nach der Arbeit hat man frei.

Nach der Schule wiederum beginnt erst der Lernstress.

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@Whereisshe

Wenn du nichts mehr lernen willst, geh von der Schule ab und arbeite als Putzkraft. Dazu musst du nicht viel lernen und nach der Arbeit hast du auch frei.

6
@Whereisshe

Mitnichten hat man nach der Arbeit frei. Dann kauft man ein, kocht Abendessen, kümmert sich um die Wohnung, um das Haustier und die Kinder, den Partner, putzt und wäscht Wäsche, bügelt, bringt die Kinder ins Bett.

In welcher Welt lebst du?

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@TorDerSchatten

Ja natürlich macht man das nach der Arbeit aber das macht auch Spaß bzw. ist gar nicht vergleichbar mit dem Schulstress. Woher ich das behaupten kann? -> Praktika

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@Whereisshe

Ein Praktikum ist nicht mit Arbeit zu vergleichen. Du DARFST da gar nicht mehr arbeiten, als in der Schule, steht in den Praktikumsbestimmungen. Das ist ein EInblick in eine Tätigkeit und keine Arbeit. Weißt du wie anstrengend es ist etwa 200 Medikamentenflaschen auszuwiegen, aus der Masse zu berechnen, wieviel vom Medikament noch drin ist und das alles zu protokollieren? Und wenn man dann noch zwischendurch mal eben bei zwei Operationen assistiert? Ich habe einen Ferienjob in einer Tierarztpraxis, wo ich nur 4 Stunden am Tag, 4 Tage die Woche (in der Schulzeit kann ich nur einmal, am Samstag) arbeite. Das macht mir zwar sehr viel Spaß, aber es ist auch verdammt anstrengend. Wohl keiner in meiner Klasse (und die sind alle 17 Jahre alt) würde mit dieser Arbeit zurechtkommen. Die Hälfte würde bei Operationen umfallen und der Rest würde sich gar nicht zurechtfinden. Das ist aber noch nicht alles: Im Arbeitsleben werde ich noch schwerer, doppelt so lange und fünf mal die Woche arbeiten gehen.

Und glaub mir, wenn vor dir eine narkotisierte Katze am Verrecken ist und du die reanimieren musst, dann ist das mehr als mit dem Schulstress vergleichbar.

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@Extincteur

Ich rede auch nicht von so einem Beruf, sondern von handwerklichen Berufen. Da "durfte" ich im Praktikum auch richtig mitarbeiten.

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@Whereisshe

Das ist ein Trugschluß. Ich war auch mal Handwerker. Praktikanten bekommen leichte Aufgaben, Hilfsdienste und dürfen bei anspruchsvollen und wichtigen Arbeiten nur zusehen oder eben mit angreifen. Wäre auch anders nicht machbar. Erstens zum Schutz des Praktikanten, zweitens um eine Demotivation nicht zu fördern und drittens weil der Betrieb das Endergebnis auch noch verkaufen muss. Du hast das schon gut gesagt: du durftest "mit"arbeiten - selbstständiges eigenverantwortliches Arbeiten ist wieder was ganz anderes.

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@sachlich123

Ich habe ganz normal gearbeitet wie alle anderen Arbeiter dort auch. Am Anfang vielleicht noch nicht so viel weil ich noch nicht wusste wie alles abläuft aber spätestens ab dem 2. Tag schon.

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@Whereisshe

Woher hattest du die Fertigkeiten und Kenntnisse so zu arbeiten wie ein Facharbeiter? Die lernen drei Jahre und du kannst das alles schon am 2. Tag - kann nichts wirklich anspruchsvolles gewesen sein.

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wenn man auf der richtigen schule ist, welche vom niveau zu einem passt, hat man diesen "schulstress" gar nicht

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@uncut1234

und was machst du, wenn das Kind auf der Realschule unter- und auf dem Gymnasium zeitweise überfordert ist? So einen Fall kenne ich, die geht auf die Realschule, war vorher in meiner Klasse, und ist da voll unterfordert.

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@DieChemikerin

Ich würde zusätzlich entweder Kurse bei der Volkshochschule belegen oder sonstige nebenschulische Bildungsangebote nutzen - ganz nach den eigenen Interessen - vorausgesetzt man hat welche. Das findet meist Spätnachmittags oder Abends statt und kommt mit der Schule nicht in Konflikt.

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