Beziehung mit unterschiedlicher Bildung/Sprachproblemen?

Hallo :) ich bin 22 Jahre alt, Studentin der Psychologie und bin aktuell auf dem Weg in eine neue Beziehung. Jetzt ist die Situation wie folgt : ich habe vor etwa zwei Monaten eine ganz tolle Frau kennen gelernt. Immer, wenn wir uns sehen, fühle ich mich geborgen, entspannt, habe Spaß. Sie ist ein Mensch, der sich total dafür interessiert, dass es anderen Leuten gut geht.

Auf einer Feier hat sie etwa eine meiner Freundinnen getröstet, die sie bis dahin noch nicht kannte, und das wirklich auf eine sehr liebevolle Art. Auch zu mir ist sie verdammt süß, trägt mich auf Händen etc. Es ist wie gesagt sehr schön. Als ich letzte Woche in den Bus steigen musste, um in meine Studienstadt zu fahren, habe ich etwas geweint, weil ich sie nicht verlassen wollte.

So, und jetzt kommt das Problem. Ich bin jetzt durch den Beginn des neuen Semesters natürlich wieder viel mehr in einem gewissen Denken drin, das auch mal etwas bildungsbezogener ist. Und leider merke ich nun sehr oft, dass sie mir nicht folgen kann, wenn ich etwas erzähle. Sie versucht dann entweder vom Thema abzulenken oder sagt,, sorry, dafür bin ich zu dumm''. Sie ist absolut nicht dumm! Nur manchmal etwas ungebildet.

Sie hat einen realschulabschluss, ist in Deutschland geboren, ihre Eltern sind aber nicht von hier und zuhause wurde auch fast nur die Muttersprache der Eltern gesprochen. So kommt es zb vor, dass ich ihr begeistert von etwas erzähle, und sie fragt erstmal: was bedeutet Präferenz? Oder ich sage so etwas wie,, ich mag es gerne, wenn Leute differenziert denken können ". Sie: was bedeutet differenziert?

Aber es sind nicht nur wortbezogene Probleme. Ich weiß, dass sie sozusagen ja eine andere Muttersprache hat. Ich erzähle aber zb, dass ich in ihre Jeans nicht passe, was schade ist, weil ein doppelter Kleiderschrank cool wäre. Sie: hä? Oder Ich habe etwa gesagt, dass ihre Mutter uns köpfen wird, wenn wir zusammen kommen. Sie hat nicht verstanden, dass das nicht wortwörtlich verstanden werden darf und meinte, wieso ich das von ihrer mutter denken würde. Mich frustriert diese Summe der Sachen einfach total und irgendwie bin ich nurnoch genervt, was mich total irritiert, weil vor fünf Tagen habe ich noch verliebt den ganzen Tag meine Freunde vollgekitscht.

Es kann doch nicht sein, dass dieses blöde bildungsthema jetzt alles andere zerstört. Ich weiß aber halt auch nicht, was ich machen soll. Ich komme aus einem recht guten Elternhaus und bin mit Bildung groß geworden. Und nein, damit meine ich nicht, dass meine Freundin Akademiker sein muss. Ich habe sie aber etwa gefragt, was denn ihre Interessen sind. Vielleicht gibt es ja da auch Themen, über die wir gut reden können. Sie ist aber nicht mal fähig, mir irgendein Thema zu benennen, für das sie brennt.. Habt ihr Tipps? Es gleich hinwerfen, trotz Gefühle? Es versuchen und sie etwas zu bilden? Es versuchen und bildungsbezogene Themen nur noch mit Freunden besprechen? Ich freue mich über Antworten :)

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Guten Morgen,

eine schöne Frage, wie ich finde. Ich studiere momentan selbst und ich muss zugeben, dass ich selbst einen Wert drauf lege, dass mein Partner geistig mit mir mithalten kann. Das ist nicht mal überheblich gemeint, sondern betrifft die ganze Kommunikation – also genau das, was du sehr treffend beschrieben hast. Es ist so allerdings einfacher, Konversationen zu führen, da es keine Barriere gibt. Das mache ich total unbewusst, aber da lege ich schon immer Wert drauf.

Sie ist sicherlich nicht dumm, allerdings scheinen ihr Fremdwörter und Redensarten kein Begriff zu sein. Dies kann die Kommunikation stark einschränken. Dies ist denke ich nur zum Teil ihrer Bildung als viel eher ihrem Umfeld geschuldet. Ich kenne genug Menschen mit einem Realschulabschluss, mit denen man sich normal unterhalten kann. Natürlich steigen die Menschen bei fachlichen Diskussionen aus (ehrlich gesagt würde ich als Chemie- und Lateinstudentin vermutlich selbst aussteigen, wenn du ein Gespräch über Psychologie beginnen würdest), dies kann man diesen Leuten aber nicht verübeln. Alltägliche Gespräche sind dennoch ohne Mühe möglich. Meiner kleinen Schwester zB muss ich auch ab und an Begriffe erklären, dies ist aber kein Problem.

Du musst nun für dich selbst einschätzen, ob du mit deiner zukünftigen Partnerin daran arbeiten möchtest bzw., ob sie dahingehend überhaupt ein Interesse an Zusammenarbeit aufbringt. Ich würde ihr genauso sachlich und wertschätzend, wie du es hier gemacht hast, deine Gedanken näher bringen. So kann sie vielleicht ein Verständnis dafür aufbringen und ihr könnt daran arbeiten. Achte aber darauf, dass du sie nicht als dumm darstellst. Denn ihr Bildubgsabschluss ist wie gesagt weniger das Problem als vielmehr das Umfeld. Aber was nicht ist, kann noch werden, und dazulernen kann man immer.

Ich wünsche euch, dass ihr dieses Kommunikationsproblem bald in den Geiff bekommt und wünsche euch alles Gute.

LG

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Hi,

Deine These halte ich für völligen Unfug. Kleiner Hinweis zum wissenschaftlichen Arbeiten: Wenn man eine These aufstellt, liefert man seriöse Quellen. Damit meine ich wissenschaftliche Arbeiten. Oder eine gute (!) Studie.

Ich halte das für ein Produkt der Gesellschaft. Ich bin weiblich und wurde aufgrund meines Interesses in Mathe gefördert. Ich war in der Schule sehr gut in Mathematik, hatte dieses Fach auch als Leistungskurs (mit Chemie zusammen) und auch in Physik hatte ich exzellente Noten. Mein Interesse gepaart mit der Tatsache, dass meine Lehrer sehr viel Wert auf Förderung legten, haben dazu geführt, dass ich meine mathematischen Fähigkeiten damals ausbauen konnte.

Heute studiere ich Chemie. Mathematik braucht man da in einigen Bereichen zwar weniger (in der physikalischen Chemie dafür umso mehr), aber logisches Kombinieren und räumliches Denken. Und in meinem Studiengang ist das Verhältnis von weiblich zu männlich sehr ausgeglichen.

LG

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Berlin

Hi,

Also ich bin natürlich für Berlin, was als Berlinerin auch kein Wunder ist.

Ich sehe das so (vor allem auf diejenigen bezogen, denen Berlin oder Hamburg zu weit weg sind): Man kann es nicht allen recht machen. Für mich sind München und Frankfurt auch sehr weit weg und als Studentin schlichtweg nicht bezahlbar. Genauso sind für Leute in Frankfurt Berlin oder Gamburg weit entfernt. Es werden also immer Leute benachteiligt.

Ich finde es gut, dass ihr uns abstimmen lasst und dass die Community miteinbezogen wird, jedoch wird es immer Leute geben, den eine Stadt nicht passt. Und wenn es schon in München, Leipzig und Köln war, warum nicht auch mal in Berlin? Für irgendwen wird's immer weit sein.

LG

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Hi,

also ich brauche für 800m Strecke wenn ich zügig gehe 5-10 Minuten. Das sollte also, selbst wenn um 7:45 die Schule beginnt, machbar sein.

Wenn du doch den Bus früher nehmen musst, weil du um 7:30 Schule hast, dann nutze die verbleibende Zeit zum Lesen, zum Lernen oder so.

LG

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Ja

Hi,

ja, tue ich, was aber daran liegt, dass ich Latein studiere. Die grammatischen Strukturen und so kann ich natürlich, aber ich lerne immer wieder dazu..

Zudem besuche ich - obwohl ich schon in der Schule Altgriechisch hatte - Altgriechisch-Seminare in der Uni. Und da lerne ich wirklich viel, weil ich Vieles nach dem Abitur schon wieder vergessen hatte.

LG

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Hi,

die Umformung der Terme ist ganz einfach mit den Logarithmengesetzen zu erklären.

Es gilt Folgendes:

  • log (a^n) = n*log(a)
  • log(a*b) = log(a) + log(b)
  • log(a/b) = log(a) - log(b)

Dein Term im Zähler lautet:

0,06V * lg([MnO4-]*[H3O+]^8)

Im Term der Klammer haben wir also ein Produkt und eine Potenz. Zuerst wenden wir die zweite Regel an und erhalten:

0,06V * lg[MnO4-] + 0,06 V * lg([H3O+]^8)

Im zweiten Term ist nun die Potenz, die wir über die erste Formel aus dem Logarithmus ziehen können:

0,06V * lg[MnO4-] + 8 * 0,06V * lg[H3O+]

Aus chemischer Sicht passt mir da allerdings ein bisschen was nicht. Deine Reaktionsgleichung stimmt, aber die Nernst-Gleichung nicht ganz. Denn die Gleichung lautet ganz allgemein

E = Eo + (R*T)/(Ze*F) * lg [Ox/Red] = Eo + 0,059V/Ze * lg [Ox/Red]

Und da die Konzentration der H3O+ Ionen berücksichtigt werden muss ([H2O] ist definitionsgemäß 1), gilt

E = Eo + 0,059V/Ze * lg [MnO4- * H3O+ / Mn2+]

Da bereits bekannt ist, dass Ze = 5 (Anzahl übertragener e-) und Mn2+(red) / MnO4(-) (ox) = 1:100, erhältst du:

E = Eo + 0,059V/5 * lg(100 * H3O+).

Jetzt können wir das mal für die pH-Werte 1 und 2 durchspielen.

pH = 2 => [H3O+] = 10^(-2) mol/L => E = Eo + 0 V

pH = 1 = [H3O+] = 10^(-1) mol/L => E = Eo + 0,0118 V

Also: Sinkt der pH-Wert und steigt damit die H3O+ Ionen Konzentration, nimmt das Standardelektrodenpotential deines Redoxsystems zu (denn dein Term im lg wird größer). Umgedreht sinkt dein Standardelektrodenpotential, wenn die Konzentration der H3O+ Ionen abnimmt (der pH Wert also steigt).

Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Dir ebenfalls frohe Weihnachten!

LG

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Hi,

die IE sind:

C2H4: 10,51 eV

C2H6: 11.1 eV

Daraus lässt sich erkennen, dass Ethan eine höhere IE hat. Das liegt allgemein an den Hybridorbitalen bzw den Bindungen, die diese eingehen.

Im C2H6-Molekül sind die C-Atome sp³-Hybridisiert, hat also nur Sigma-Bindungen. Im C2H4-Molekül sind die C-Atome sp²-hybridisiert, der p-Anteil nimmt ab und zwischen den beiden C-Atomen gibt es eine Sigma-Bindung (entlang der Kernverbindungsachse) und eine Pi-Bindung (senkrecht zu dieser).

Die freien p-Orbitale, die durch die Hybridisierung für die Pi-Bindung sorgen, haben eine schwächere Überlappung als die Hybridorbitale, die an der Sigma-Bindung beteiligt sind. Durch die schwächere Überlappung der p-Orbitale sind Pi-Bindungen schwächer als Sigma-Bindungen, wodurch die Ionisierungsenergie bei Ethen niedriger sein muss als bei Ethan.

LG

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Hi,

die Definition eines Stoffgemisches ist, dass es aus mindestens zwei Reinstoffen (Element oder Verbindung) bestehen muss, die sich durch physikalische Trennmethoden (d.h. Destillation, Filtration, Extraktion, Sedimentation, ...) voneinander trennen lassen.

Wasser und Eis lassen sich zwar physikalisch voneinander trennen jedoch sind Wasser und Eis zwei Aggregatzustände (flüssig und fest) ein und derselben Verbindung - nämlich Wasser, chemisch H2O.

LG

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kariertes Papier

Hi,

seit der elften Klasse nutze ich (außer damals in Deutschklausuren o.ä.) nur noch kariertes Papier. ich schreibe viel sauberer und ich kann auch direkt Zeichnungen und so weiter auf den Zetteln machen (studiere Chemie, da bietet sich das an). Ich bin unter anderem visuelle Lernerin und auf liniertem Papier sehen Zeichnungen und Tabellen einfach nicht gut aus.

Zudem ist kariertes Papier perfekt für meine Schriftgröße. Bei liniertem Papier schreibe ich viel zu groß, weil der Zeilenabstand etwa um ein Drittel bis die Hälfte größer ist als bei kariertem Papier und ich mich so an das Schreiben mit kariertem Papier gewöhnt hab, dass liniertes Papier einfach nur noch nervig ist (außer wenn der Abstand zwischen den Zeilen gering genug ist, wie in einigen Notizbüchern).

LG

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Hi!

ars beate vivendi = die Kunst, glücklich zu leben

=> beate ist ein Adverb und kein Adjektiv (denn dann wäre es beata). Eine Kunst kann auch nicht "glücklich" sein...es muss sich hier also auf vivendi beziehen. Wörtlich steht da "die Kunst des glücklichen Lebens". Oft übersetzt man dieses Gerundium aber einfach mit "zu".

in carmine componendo = beim Verfassen des Gedichts

ad orandum hostibus observandis = durch das Beobachten der Feinde, um zu bitten (der Satz ergibt keinen Sinn! Komme gerade nicht auf eine elegante Lösung.)

pace laudanda = durch das Loben des Friedens

bene vivendo = durch das glückliche Leben (dadurch, glücklich zu leben)

ad bella vitanda in finibus imperii augendis = beim Vergrößern des Gebietes des Imperators, um Krieg zu vermeiden

deos colendo = durch das Verehren der Götter

Du siehst, dass das Akkusativobjekt angeglichen werden kann (=> Gerundivum) oder der präpositionslose Ablativ mit einem Akkusativobjekt stehen kann.

Das Gerundium ist ein Verbalsubstantiv. Es hat also kein KNG-kongruentes Wort. Ein Beispiel für ein Gerundium wäre ars vivendi = die Kunst des Lebens = die Kunst, zu leben. Die Formen des Gerundiums werden substantivisch übersetzt. Es kommt nur im Singular und neutrum (!!) vor.

a) Das Gerundium ohne Objekt gibt es

  • im Genitiv neben Substantiven (z.B. ars vivendi), neben Adjektiven, die den Genitiv regieren (z.B. cupidus dominandi), neben causa und gratia (z.B. iudicandi caisa),
  • im Dativ (selten!) als Dativus finalis (z.B. scribendo adesse),
  • im Akkusativ nur neben ad (z.B. paratus ad dimicandum),
  • im Ablativ als Ablativus instrumentalis ohne Präposition oder mit den Präpositionen in und de (z.B. in dormiendo).

b) Sonst steht es in Verbindung mit einem Akkusativobjekt in folgenden Fällen:

  • im Genitiv bei Objekten im Plural,
  • im präpositionslosen Ablativ,
  • bei einem Akkusativobjekt, das Neutrum eines Pronomens oder Neutrum Plural eines Adjektivs ist.

Das Gerundivum hingegen ist ein Verbaladjektiv. Es hat immer ein Bezugswort, auf das es sich bezieht. Es gibt die Notwendigkeit (und Möglichkeit) einer Handlung an.

Das Gerundivum steht in den unter b) genannten Fällen und auch

  • im Dativ,
  • bei Abhängigkeit von Präpositionen.

Zur Übersetzung von Gerundi(v)a:

  • Im Genitiv wird es meist wie oben erklärt übersetzt.
  • Im Dativ (eigentlich nur bei Gerundiva!) hat es finalen Sinn.
  • Im Akkusativ hat es ebenfalls einen finalen Sinn (zum, um zu)
  • im präpositionslosen Ablativ hat es oftmals ebenfalls finalen Sinn.
  • im Ablativ mit Präpositionen wird der Sinn oftmals durch die Präposition bestimmt.

Das klingt jetzt alles sehr theoretisch, aber im Textzusammehang erkennst du es wie gesagt daran, dass das Gerundivum ein Bezugswort in KNG-Kongruenz hat und das Gerundium nicht.

LG

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Hi,

Du kannst sehr genaue Berechnungen über die Temperatur bzw. die Energieänderung während einer Reaktion anstellen, aber solche Energiediagramme haben oft keine genau definierten Werte. Sie dienen in den meisten Fällen nur zur Veranschaulichung eines Reaktionsverlaufs und sind dann allgemein für eine Gruppe von Reaktionen gültig. Folgende Aspekte kannst du auch aus einem unbeschrifteten Diagramm ermitteln:

  • ist die Reaktion exotherm oder endotherm?
  • Verläuft die Reaktion über Zwischenstufen oder nur über Übergangszustände? Falls es Zwischenstufen gibt, welcher Schritt ist geschwindigkeitsbestimmend?
  • Vergleich von Reaktionen

Du kannst natürlich auch ein beschriftetes Energiediagramm haben, falls irgendwelche Energien (wie die Aktivierungsenergie oder die freie Reaktionsenthalpie) abgelesen werden sollen.

In der Regel dienen solche Diagramme aber eher dazu, den Verlauf einer Reaktion anzugeben. Da reicht es, zu wissen, dass die Reaktion bspw. einen späten Übergangszustand hat oder dass die Reaktion insgesamt exotherm verläuft. Genaue Werte würden das Ganze nur unnötig komplizieren. Dafür bedient sich der Chemiker dann seiner Formeln, in die er die Werte einfach einsetzt und das Gesuchte ausrechnet.

LG

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Können Selbstzweifel von alten Wunden kommen?

Hallo!

Manchmal halte ich mich selbst für "ungepflegt" oder denke, ich sehe schlecht aus im Sinne von nicht gut zurechtgemacht, nicht stilvoll, langweilig, ungepflegt, dick oder hätte eine schlechte Frisur.

Dann sehe ich im Spiegel aber einen ganz normalen, weder dicken noch ungepflegten Mann um die 30, der zwar vielleicht tatsächlich unauffällig aussieht und eher schlicht gekleidet ist, aber weder ungepflegt noch peinlich mit guter Frisur und ordentlicher, sauberer Kleidung und staune - denke mir, okay, siehst ja doch ganz gut und vor allem sauber aus. Schöne Armbanduhr dazu, nettes Sakko/nette Jacke, passt doch alles.

Das tut mir dann wieder gut - und normalerweise hab' ich keine Selbstwertgefühls-Probleme und mag mich und werde oft für mein gutes Erscheinungsbild gelobt, aber manchmal kommen dann wieder solche Gedanken, obwohl ich weiß, dass sie unbegründet sind. Wie kann man so etwas abstellen und woher kommt so etwas?

Man sagte früher über mich, ich würde davon leben, unterschätzt zu werden - inklusive von mir selbst. Außerdem wurde ich zur Realschulzeit öfters aufgrund meiner Herkunft als "Ausländer" diskriminiert und die Leute, die mich damals diskriminierten, sind jetzt nach Studium/Wehrdienst/Ausbildung oder aber den "Flegeljahren" wieder da und damit teilweise alte Erinnerungen an unschöne Zeiten, die mir echt weh getan haben. Eine Aufarbeitung fand nie statt, ich kann eigentlich gut damit leben - aber es kommt seit geraumer Zeit oft wieder hoch und ich sehe diese Typen, die sich über "diese Viiiiiktor" (O-Ton) und seinen Akzent lustig machten oder versuchten, mich zu verleumden.

Eigentlich geht's mir gut, ich möchte auch keine Ratschläge haben in Therapie zu gehen und denke nicht krank zu sein oder komisch, aber es macht mich halt stutzig: Seit die wieder da sind und ich gelegentlich Überschneidungspunkte mit ihnen habe, sind diese Zweifel teilweise da - nicht oft, aber so 2-3mal pro Monat.

Solange die weg waren, gab es keine Probleme und ich hatte solche Gedanken nie, obwohl ich damals noch "lockerer" angezogen war (ich muss beruflich bedingt sehr konservativ auftreten).

Kann es da vielleicht einen Zusammenhang geben?

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Hallo Viktor!

Durchaus können diese Gedanken aus damaligen Zeiten immer mal wieder für kurze Zeit in den Vordergrund treten. Da fällt mir gerade eine passende Zeile aus einem Lied über Mobbing ein:

"Ihr werdet alles vergessen, Aber sie denken noch in zwanzig Jahren daran, wie eure Worte verletzt haben"

Das muss nicht mal starkes Mobbing gewesen sein, es reicht schon, einen Heranwachsenden mit Sprüchen zu schikanieren. Man nimmt diese Worte irgendwann ungewollt ernst.

Ich kenne dies gut aus meiner eigenen Jugend. Ich hatte die gesamte Schulzeit mit Mobbing und Ausgrenzung zu tun; nach dem Abitur konnte ich ein neues Leben starten, bin erfolgreich im Studium, bin beliebt, werde andauernd eingeladen oder man will mich bei Partys dabei haben, ich fühle mich wohl und finde mich hübsch. Und das, obwohl ich leicht übergewichtig bin und nicht die typische Schönheit von nebenan bin. Das stört mich gar nicht mehr, denn die Ausstrahlung macht doch sehr viel mehr Eindruck als das Aussehen (meiner Meinung nach).

Dennoch habe ich immer mal wieder Tage, in denen ich mich nicht schön oder ungepflegt finde, auch wenn dies nicht der Wahrheit entspricht. Diese Gedanken, die einem die Menschen vor etlichen Jahr(zehnt)en in den Kopf gesetzt werden, gehen nicht weg. Sie werden nur leiser. Und erst, wenn die anderen Gedanken um einen herum mal still sind, kommen die leisen Stimmen in den Vordergrund, die man vorher nicht wahrnimmt.

Dieser Prozess ist normal und der Zusammenhang ist gerade bei Leuten, die in ihrer Jugend negative Erfahrungen bezüglich des Erscheinungsbildes (nicht nur vom Aussehen) machen mussten, präsent. Mache dir keinen Kopf! Solange alles in diesem Rahmen bleibt, ist das vollkommen menschlich.

Ich wünsche dir alles Gute!

LG

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Hi,

Ich studiere Chemie und hatte auch schon das Vergnügen. Zunächst habe ich es auswendig gelernt mit dem PSE-Song von ASAP Science, findet man einfach auf Youtube.

Anschließend habe ich es nach Hauptgruppen auswendig gelernt mit Merksprüchen. Das wars auch und ich kanns immer noch.

LG

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Hi,

ich bin mitten im Lehramtsstudium, allerdings noch eher im fachwissenschaftlichen Teil unterwegs.

Wir Lehramtsstudenten erhalten durchaus Unterricht in Pädagogik, wir kriegen beigebracht, wie man guten Unterricht macht u.s.w. – jedoch bleibt dieser Sachverhalt oft recht theoretisch. Bezüglich der Sprachprobleme erhalten die Lehrer inzwischen DaZ-Lehre, wir werden also auf Sprachschwierigkeiten in der Theorie vorbereitet.

In der Praxis sieht das Ganze oft anders aus. An meiner Uni gibt es leider wenig Praxis in der Erziehungswissenschaft, nämlich ein sechswöchiges Praktikum zu Studienbeginn und ein Praxissemester im Master. Die Fachdidaktiken sind oftmals auch sehr trocken. In dem Punkt muss ich meine Uni aber loben, denn die Chemiedidaktik hier ist sehr sehr gut. Wir durften das Gelernte direkt in einem Praxisseminar anwenden, in dem wir auch SuS mit Migrationshintergrund unterrichtet haben und dabei auf die Sprache einen großen Wert legen mussten. Die Schwerpunkte hier sind echt gut gewählt. Das kann man leider nicht von jeder Fachdidaktik behaupten...

Abgesehen davon wird man auf die von dir angesprochenen Probleme leider oftmals erst im Praxissemester oder – noch schlimmer – erst im Referendariat wirklich aufmerksam gemacht. Dort wird man ins kalte Wasser geschmissen und darf sich dann mit solchen Problemen auseinandersetzen. Bezüglich mancher Probleme (z.B. Mobbing) gibt es Fortbildungen, und solche müssen regelmäßig besucht werden.

In der Regel aber muss sich die Lehrkraft eigene Bewältigungsstrategien überlegen, vor allem, wenn es um bisher unbekannte Probleme geht. Wie sollen Lösungen existieren zu Problemen, die es bisher nie gab? Solche entwickeln sich erst über die Zeit mittels Erfahrung und Beobachtung; die Lehrer, die damit aber frisch konfrontiert werden, müssen selbst überlegen, wie sie damit umgehen und oft auch rum probieren. Das ist sogar bei Problemen so, die allseits bekannt sind, da das theoretische Wissen über Handlungsoptionen noch längst nicht garantiert, dass diese helfen. Als Lehrkraft baut man sich über die Zeit ein Repertoire auf, um in verschiedenen Situationen richtig handeln zu können. So etwas benötigt aber Zeit und Geduld.

Also: Lehrer werden nicht auf den Alltag vorbereitet, da sowas nicht vorhersehbar ist. Als Lehrkraft ist man nun mal eine sehr selbstständige Person. Dessen sollte sich jeder, der sich für ein solches Studium entscheidet, bewusst sein.

LG

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Hi,

welch Zufall - ich studiere auf Lehramt und als Sekretärin habe ich schon im Nebenjob gearbeitet :-)

Also mein Job sah vor allem so aus, dass ich am Computer war, mich um Gutachten gekümmert habe, die Telefonate bearbeitet habe und halt der Kram, der noch so nebenbei anfällt. Kann bei Hochbetrieb schon mal stressiger werden.

Definitiv abwechslungsreicher, aber auch aufwendiger und weitaus stressiger ist aber der Lehramtsberuf. Du hast immer mit anderen Leuten zu tun, kannst dich mehr entfalten (eben im Rahmen deiner Möglichkeiten, Vorgaben durch das Land gibt es trotzdem, bspw. in der Form von Rahmenlehrplänen). Ich finde diesen Beruf für mich erfüllender, Lehrerin ist aber auch, seit ich denken kann, mein Traumberuf.

LG

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Hi,

hier kam wunderbar eine Vorstellung deines Mitschülers zum Tragen: Die Mischungsvorstellung. Soll heißen, dein Mitschüler denkt, NaCl muss eine Mischung aus Natrium und Chlor sein, deshalb müsse es ja nach Chlor riechen.

Allerdings ist Natriumchlorid ein Salz, eine neue Verbindung, es weist also neue Eigenschaften gegenüber den Elementen auf, aus denen es reagiert ist. Das ist die Definition einer chemischen Reaktion.

Außerdem ist Chlor ein Gas. Riechen tust du nur etwas, wenn ein Teil der Stoffe in das Gasförmige übergeht (damit wir Menschen einen Geruch wahrnehmen, reicht schon eine sehr geringe Luftkonzentration aus). Nun ja, ein Salz ist aber ein Ionengitter und wird kaum einfach so gasförmig.

Deine Erklärung ist also richtig und ich finde es sehr (!!!) gut, dass dein Lehrer dies an euch zur Diskussion weitergegeben hat!

LG

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Hi,

Eine leider nicht mehr gesprochene, aber ebenfalls sehr formenreiche Sprache ist Altgriechisch. Ich erlerne es gerade wieder, mir hilft tatsächlich üben und übersetzen. Also ich übe quasi am Text, um die Formen und Vokabeln gleich im Kontext zu lernen.

Irgendwann kannst du das dann auch andersherum machen, also von deutsch nach tschechisch. Du hast den Vorteil, dass die Sprache noch gesprochen wird, d.h. das Anwendungsfeld deiner Kenntnisse erweitert sich um ein Vielfaches.

Wende die Kenntnisse einfach so oft an, wie es geht. Für Vokabeln empfehle ich den Vokabeltrainer (Android-App mit blau-weißem Icon). Du trägst die Fremdsprache und deine Sprache per Hand ein und kannst dich in verschiedenen Modi abfragen lassen. Mir hat die App schon zu Schulzeiten sehr geholfen.

Viel Spaß noch beim Lernen!

LG

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Hi,

erstmal solltest du dir den Aufbau antiker Reden bzw. deren Unterteilung genauer zu Gemüte führen, auch den Aufbau der philippischen Reden im Generellen.

Ich hab die philippischen Reden selbst noch nicht gelesen, jedoch sind es einen Corpus an Stilmitteln, die du beherrschen solltest. Ich nehme mal an, eure Lehrkraft hat euch dazu entsprechend was ausgehändigt.

Aus meiner bisherigen Arbeit mit Cicero jedoch (an Reden habe ich bisher in Verrem und pro Milone gelesen, dann an philosophischen Schriften de finibus sowie de legibus und in Auszügen de re publica) sind mir folgende Besonderheiten ins Auge gestoßen:

  • ausschweifender Satzbau, periodisch und hypotaktisch (viele, viele Nebensätze)
  • Klimax, oftmals hyperbolische Darstellung
  • Antithesen
  • rhetorische Fragen

Aber - ut scimus, war Cicero ein Meister der Rhetorik. Wie gesagt habe ich die Reden noch nicht selbst gelesen, aber Cicero hat sicher das ganze Wissen um die Stilistik einmal ausgeschöpft, je nachdem, wie es gerade passte; in pro Milone bspw. finden wir häufiger Chiasmen, Litotes u.ä.

Also sieh dir lieber noch einmal die gesamte von der Lehrkraft ausgehändigte Liste an. Es kommt sicher auch auf den Ausschnitt an, welche Stilmittel vorkommen. Da kann man keine generalisierende Aussage treffen. Es kann auch passieren, dass du von Obigem kaum was im Text findest. Lerne also lieber ganzheitlich und sei auf der sicheren Seite. Schaden tut es zumindest nicht ;)

LG

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Hi,

in den Stilübungen (im Studium liest man Cicero auch "rückwärts, d.h. von Deutsch nach Latein) sind mir folgende Besonderheiten bei Cicero gehäuft aufgefallen:

  • Gerundium/Gerundivum (macht Cicero sehr gern!)
  • allerlei Nebensätze (ut, cum, si, Relativsätze ...)
  • Infinitivkonstruktionen
  • Partizipialkonstruktionen und Abl. abs. nutzt er natürlich auch, aber m.E. nicht so gehäuft wie das Übrige - Partizipien eher als Bestandteile der daraus zusammengesetzten Formen wie der Indikativ Perfekt Passiv.

Also eigentlich sollte man für die Originallektüre eh die gesamte erlernte Grammatik beherrschen. Man lernt sie ja nicht umsonst. Aber gerade auf Nebensätze Acht zu geben (welche Arten von ut und cum gibt es, wodurch werden diese ausgelöst bzw. welche Merkmale wie bestimmte Tempora haben diese?), kann bei Cicero in Anbetracht seiner oft langen und verschachtelten Sätze gewiss nicht schaden.

LG

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