Ist der AcP hier so möglich?

Hallo,

ich sitze gerade an meinen Cicero-Stilübungen für kommende Woche und es geht um folgenden Satz (bzw um das dick Markierte):

Als ich bemerkte, dass diejenigen in Rom zurückgeblieben waren, von denen ich wusste, dass sie am schlimmsten von Raserei erfasst waren, verwandte ich alle Tage und Nächte darauf, zu erfahren und zu sehen, was sie trieben, was sie vorhätten.

Meine Übersetzung:
Cum animadverterem eos, (de) quibus gravissime furore captis scirem, Romae remansisse, omnes dies noctesque ad videndum et experiendum impendi, quid agerent, quid cogitarent.

Ich möchte eben erläutern, was ich mir dabei gedacht habe. Zunächst habe ich einen einfachen cum-Satz mit cum narrativum formuliert. Natürlich ginge hier auch ein cum temporale, aber da Cicero ja erzählt in seiner Rede, habe ich mich für die narrative Variante entschieden. Darauf folgt ein AcI, in den ich einen von eos abhängigen Relativsatz mit AcP eingeschoben habe. Ich war mir nicht sicher ob ein AcP hier grammatikalisch richtig ist.

Im RHH gibt es dazu keinen Paragraphen, aber der NM §484 schreibt: Die Verben der Wahrnehmung werden [...] mit AcP [konstruiert], wenn der Vorgang der Wahrnehmung und der Zustand des Wahrgenommenen betont werden soll (im Deutschen 'wie'); jetzt ist halt die Frage, inwieweit man das in den obigen Satz hineininterpretieren kann oder nicht. Der Zustand des Wahrgenommenen liegt sicherlich im Fokus, aber meine Intention des Verwendens dieser Konstruktion ist eine andere. Der AcI steht ja bei einer Tatsache, aber inwieweit ist denn sicher, dass das Erfasstsein von Wut einer Tatsache entspricht oder nur einer Meinung, die Cicero hier ausdrückt (was ich viel eher glaube, denn andere können ja der Ansicht sein, dass diese nicht am schlimmsten von Raserei erfasst seien. Auch, wenn Cicero sagt, er wisse dies). Sicherlich ist dies eine Sache der Auslegung, wie so häufig bei der Retroversion deutscher Texte zurück ins Lateinische.

Ich weiß auch, dass die Konstruktion im Lateinischen selten vorkommt. Aber ich fand, dass es unschön klang, einen AcI in einem Relativsatz wieder in einen AcI zu verschachteln, weshalb ich mich für die Version des AcP entschied. So vermeide ich eine Häufung von AcIs und bleibe grammatikalisch m.E. auf der richtigen Spur.

Eigentlich bin ich mir ziemlich sicher, dass meine Variante von der Grammatik richtig ist. Wie seht ihr das? Natürlich ist dies sicherlich kein stilistisch ausgefeiltes Latein, aber darum geht es bei uns zumindest noch eher zweitrangig, auch wenn ich bereits im vierten Semester bin. Ich bin froh, dass ich mit der Grammatik inzwischen kaum noch Probleme habe ;)

Ich würde mich freuen, wenn ein erfahrener Lateiner einmal drüber schauen würde und mir sagen könnte, ob dies vom Prinzip so stimmt. Ich möchte nicht bei Cicero selbst überprüfen, da wir gekürzte Sätze bekommen und das Nachprüfen daher unsinnig wäre.

Danke im Voraus!

LG

Studium, Schule, Sprache, Cicero, Latein, Philosophie und Gesellschaft
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Vorschläge für ein Hausarbeitsthema (Cicero, de legibus)?

Salvete,

im kommenden Semester (das in einer Woche beginnt) besuche ich einen Lektürekurs zu de legibus von unserem werten Freund und meinem Lieblingsautor Cicero. In diesem Kurs werde ich eine Hausarbeit (13-15 Seiten) schreiben.

Ich habe erst heute angefangen, mich etwas mehr mit dem Werk und seinem Inhalt zu befassen, d.h., mir einen Überblick über Datierung, Inhalt und Rezeption zu verschafft sowie das Übersetzen des ersten Buches begonnen.

Da ich mich dadurch noch nicht so wahnsinnig gut mit dem Werk auskenne, wollte ich euch fragen, ob euch irgendwelche interessanten Themen für eine Hausarbeit einfallen. Natürlich kann es sein, dass mir während des Semesters selbst was einfällt oder meine Dozentin einen Vorschlag hat. Jedoch wollte ich diejenigen unter euch, die mit dem Werk vielleicht schon etwas mehr Erfahrung haben, fragen, ob euch etwas einfällt.

Mir ist es nämlich immer lieber, schon relativ früh ein Thema für eine Hausarbeit zu haben, da ich bei sowas keine Sprinterin, sondern eher eine Marathonläuferin bin. Bei mir brauchen gute Hausarbeiten Zeit, weshalb ich dazu schon gern über das Semester etwas ansammeln würde (v.a. gedanklich, gerade, wenn mir im Kurs dann Dinge auffallen, die ich für meine Hausarbeit verwenden kann), damit ich gegen Ende der Vorlesungszeit zu schreiben beginnen kann. Gerade bei so philosophischen Werken braucht das Zeit, über das Geschriebene, seine Bedeutung und die Stilistik nachzudenken.

Ich selbst habe bisher nur eine Hausarbeit geschrieben, in der ich aber keine eigenen Nachforschungen in dem Sinne anstellen musste (d.h. auch keine Forschungsfrage formulieren). Deshalb habe ich nicht so viel Erfahrung...

Ich würde mich sehr über Ideen eurerseits freuen! Vobis gratias ago. :-)

LG

Studium, Schule, Sprache, Hausarbeit, Cicero, Latein, Ausbildung und Studium
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Wo in Ovids Metamorphosen wird dessen Göttervorstellung deutlich?

Salvete,

ich bin gerade dabei, ein mündliches Abitur im Fach Latein zu konzipieren. Ich befinde mich selbst noch mitten im Studium, aber ein Freund, der momentan das Abitur anstrebt und Latein als mündliches Prüfungsfach gewählt hat, bat mich darum, ihn darauf vorzubereiten, indem ich sowas mit ihm einmal durchspiele.

Im ersten Prüfungsteil (Semesterthema: Philosophie in Rom) habe ich mich für einen Text aus Ciceros de natura deorum entschieden, wo er auch auf die epikureische Götterlehre eingeht.

Im zweiten Prüfungsteil bekommt der Schüler einen zweisprachigen Text aus dem Semesterthema Menschliches und göttliches Schicksal in dichterischer Gestaltung (konkretes Werk, welches ich nehmen möchte: Metamorphosen von Ovid). Ich möchte diese Teile (was laut KMK ja erlaubt ist) miteinander verknüpfen und daher eine Stelle aus dem Werk nehmen, in der auch die Göttervorstellung der Dichter (die ja total von der epikureischen abweicht) deutlich wird.

Ich hatte zunächst einfach daran gedacht, mir ein Prooemium herauszusuchen, da dort ja relativ deutlich wird, dass die Götter als Lenker des Schicksals angesehen werden. Aber noch viel lieber wäre mir natürlich eine Stelle der Metamorphosen, in der die Vorstellung der Dichter (bzw. Ovids konkret) noch deutlicher wird. Kennt ihr da vielleicht eine Stelle?

Ich würde mich über hilfreiche Antworten sehr freuen, da mir - obwohl ich schon einige Metamorphosen gelesen habe - gerade konkret keine Stelle einfällt. Die Metamorphosen an sich spiegeln ja die Vorstellungen komplett wider, aber eine gesamte Metamorphose kann ich dem Schüler auch schlecht geben.

Danke im Voraus!

LG

Schule, Sprache, Abitur, Latein, Ovid, Metamorphosen, Ausbildung und Studium
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Texte zum Üben gesucht (Caesar) - kann jemand helfen?

Salvete, amici linguae Latinae,

am Mittwoch steht bei mir eine Klausur in den Stilübungen an. Eigentlich, meine ich, bin ich recht fit, was die Stilübungen angeht, momentan lesen wir nur Caesar und der liegt mir ziemlich.

Die Texte aus dem Kurs habe ich bereits nochmal übersetzt und auch die Caesar-Texte aus dem Buch Lateinische Stilübungen: Ein Arbeitsbuch mit Texten aus Cäsar und Cicero habe ich bereits alle gemacht. Jetzt mangelt es mir an Übungsmaterial. Texte von Cicero habe ich als Überbrückung auch schon übersetzt.

An andere Bücher komme ich jetzt nicht mehr so schnell und im Internet gibt es natürlich keine konkreten Übungen. Ich habe natürlich auch schon die deutsch-lateinische Version von de bello Gallico rausgekramt und darin nach passenden Textstellen geforscht, nur bisher noch nicht wirklich eine gefunden.

Deshalb wollte ich fragen, ob von Euch vielleicht noch jemand Texte hat, mit denen ich üben könnte (vielleicht auch jemand, der selbst Latein studiert hat und die Texte noch da hat). Caesar ist der Autor, Schwerpunkte sind die oratio obliqua mit den entsprechenden Nebensätzen und der consecutio temporum. Wenn jemand aber Caesar-Texte hat, die dies nicht unbedingt als Schwerpunkt haben oder irgendwer eine geeignete deutsche Textstelle aus de bello Gallico kennt, würde ich mich natürlich auch freuen.

Ich danke Euch recht herzlich im Voraus und hoffe, dass mir jemand helfen kann!

LG

Schule, Geschichte, Sprache, Caesar, Latein
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Nachklausur schreiben oder besser sein lassen?

Hallo,

ich studiere Chemie auf Lehramt und bei uns gibt es in Chemieklausuren die Regelung, dass wir einen Freiversuch haben. Das heißt, wenn dir die Klausur bestanden haben sollten, die Note für unser Empfinden allerdings zu schlecht ist, dürfen wir einmalig die Nachklausur mitschreiben. Die bessere der beiden Noten wird gewertet.

Nun habe ich in OC eine unbefriedigende 3,3 geschrieben und denke darüber nach, zur Nachklausur anzutreten. Vorhin ging eine Mail rum mit Themen, die für die Nachklausur relevant sein könnten und da wurde die einfachere Hälfte des zu lernenden Stoffes genannt. Die schwierigere kam in der Hauptklausur dran, die ich verpatzt habe.

Das Problem ist nur folgendes: Ich schreibe eine Woche nach der Nachklausur (also nächsten Donnerstag) eine Klausur in Anorganik, für die ich momentan lerne. Der OC habe ich nach der Klausur keine Sekunde mehr gewidmet, weil ich davon ausging, die Note stehen zu lassen (selbst mit ner 4,0 im Bachelor würde ich nen Masterplatz kriegen und die Noten sind daher quasi egal). Das heißt, für die Klausur in drei Tagen wäre ich nur so semi-Optimal vorbereitet und ich würde den Donnerstag Nachmittag, an dem ich sonst AC lernen würde, wegen der OC-Klausur verlieren.

Ich weiß nun nicht, ob ich die Nachklausur schreiben soll - zu verlieren habe ich ja nichts -, aber riskiere, dass ich wertvolle Lernzeit für AC verliere oder ob ich die Klausur nicht mitschreibe und dafür AC umso besser schreibe.

Was meint ihr? Ich würde mich sehr über eure Meinungen freuen.

Danke im Voraus!

LG

Studium, Chemie, Klausur, Universität
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Ligandenfeldtheorie, wie erkenne ich, ob ein normaler oder inverser Spinell vorliegt?

Hallo,

ich bereite mich momentan auf eine Klausur in anorganischer Chemie (genauer: Chemie der Metalle) vor. In einer Altklausur findet sich folgende Aufgabe:

Würden Sie für NiFe2O4 eine normale oder eine inverse Spinellstruktur erwarten? Begründen Sie Ihre Entscheidung mit der Berechnung der Ligandenfeldstabilisierungsenergien.

Soweit ich das verstanden habe, muss man jetzt erstmal das Ligandenfeld (d.h. oktaedrisch oder tetraedrisch) bestimmen. Nickel hat ja die Konfiguration [Ar] 4s^2 3d^8, und nach der Ligandenfeldaufspaltung wird also ein oktaedrischer Komplex gebildet. Das hieße ja, es gibt nur den Elektronenzustand, in dem d(xz), d(xy) und d(yz) doppelt, d(x^2-y^2) sowie d(z^2) einfach besetzt sind. Bei Eisen wären es tetraedrisch besetzte Plätze, da es die Konfiguration mit d^6 hat. Es gibt also einen low-Spin und einen high-Spin Zustand.

Der Riedel sagt nun, dass man für diesen Komplex eine inverse Spinellstruktur erwarten würde und erklärt, dass man die Ligandenfeldstabilisierungsenergien (LFSE) berechnen kann. Erklärt aber nicht, wie. Geschrieben wird, dass man die LFSE für Tetraeder- und Oktaederplätze berechnen muss und dann eine Differenz bilden soll, heißt das, ich berechne die LFSE für Nickel, die LFSE für Eisen und zieh dann die von Nickel von der vom Eisen ab?

Ich weiß auch nicht, wie ich entscheide, ob in der Struktur die high-Spin oder die low-Spin Form vorliegt. Weil davon ist ja meine Rechnung abhängig, im Skript steht z.B.:

Die Rechnungen an sich kann ich noch irgendwie ansatzweise nachvollziehen, aber ich versteh bspw nicht, warum beim ls d^6 Komplex nur ein Mal P abgezogen wird, obwohl wir doch drei Orbitale mit doppelt besetzten Elektronen haben und bei d^4 und d^5 beim ls auch entsprechend P bzw 2P abgezogen werden:

Und was bringt mir die Aussage bezüglich schwachem oder starkem Feld?

Nirgends im Skript oder im Riedel ist einmal aufgeführt, wie ich nun bestimme, was die gesamte LFSE ist und wie ich daraus ableiten kann, ob ein Komplex nun die normale oder die inverse Spinellstruktur besitzen muss.

Es wäre super, wenn mir jemand helfen könnte, ich bin nämlich ziemlich verwirrt bei dem ganzen Thema und muss das aber komplett verstehen für die Klausur.

Danke im Voraus!

LG

Schule, Chemie, Anorganische Chemie, Klausur, Komplexe, Universität
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Welche Wendung in eurem Leben habt ihr damals nicht für möglich gehalten?

Guten Morgen!

Ich habe gestern in meinen alten Fragen rumgestöbert und eine interessante Entdeckung gemacht. Als ich diesen Account hier anfing, besuchte ich die achte Klasse am Anfang und stellte die Frage, wie ich mir 50 Lektionen Lateinvokabeln innerhalb von zweieinhalb Wochen eintrichtern könne. Damals war ich 14 und sehr naiv. In den Kommentaren stellte ich nämlich fest, dass ich der Überzeugung war, Latein nach der zehnten Klasse abwählen zu können. Ich mochte Latein nicht und war auch nicht gut darin. Die Übersetzung wurde, wie man sich denken kann, eine Sechs.

Als ich die Frage las, musste ich etwas schmunzeln, denn mittlerweile hatte ich im Abi Latein als Prüfungsfach und studiere seit anderthalb Jahren Latein – mit Ergebnissen und einer Freude, die ich zu dieser Zeit niemals für möglich gehalten hätte. Wenn mir damals irgendjemand erzählt hätte, dass ich mal Latein studiere, und das sogar mit Erfolg (zu dieser Zeit war klar, ich nehme Chemie und Mathe und nicht Chemie und Latein), dann hätte ich nur lachend den Vogel gezeigt.

Nach dieser Anekdote möchte ich euch fragen: Gab es bei euch solche (positiven) Wendungen im Leben, die ihr davor nie für möglich gehalten habt? Ganz gleich, welche Art von Ereignis es war – mich würde sehr interessieren, welche Ereignisse es bei euch gab, die euer Leben um 180 Grad gewendet haben.

Ich würde mich total über eure Geschichten freuen! Einen wunderbaren Sonntag wünscht

DieChemikerin

Leben, Schule, Menschen, Gugumo
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Welche Reaktion ist die Hauptreaktion?

Hallo!

Ich sitze an meinen Vorbereitungen für die bevorstehende OC-Klausur und bin mir bei folgender Frage unsicher:

Die radikalischen Halogenierungen sind wichtige Reaktionen zur Funktionalisierung von Alkanen.
A) Formulieren Sie einen
Radikalkettenmechanismus für die radikalische Bromierung von 2-Ethylnaphthalin mit Brom und DBPO.
B) Durch den Einsatz von elementarem Brom kann in den unter Aufgabe A gezeigten Produkten ein Nebenprodukt entstehen. Welche Struktur besitzt dieses Nebenprodukt? Welches Reagenz kann anstelle von Brom verwendet werden, um die Bildung des Nebenprodukts zu unterdrücken?
Begründen Sie!

Ich habe in Aufgabe A einen Radikalkettenmechanismus formuliert, bei dem man die Seitenkette halogeniert und letzten Endes bei 2-(Tribromethyl)-Naphthalin rauskommt. Also eine Halogenierung der Seitenkette. Für Aufgabe B fiel mir spontan eine elektrophile aromatische Substitution in ortho-Stellung (da Ethyl einen +I-Effekt hat und daher ein aktivierender Substituent ist) zu der Seitenkette ein.

Aber eigentlich findet doch eine Reaktion regioselektiv an einem besser stabilisierten Radikal statt, und das Radikal wäre eigentlich am Aromaten direkt besser stabilisiert (da Ethyl nur no-Bond-Grenzformeln aufweist und direkt am Aromaten die Stabilisierung durch Mesomerie greift). Deshalb weiß ich jetzt nicht genau, welche Reaktion die Hauptreaktion darstellt. Dann doch vermutlich eher die elektrophile aromatische Substitution, oder?

Bleibt eben die Frage, wie man die Nebenreaktion unterdrücken kann. Wahrscheinlich mit FeBr3, da ja dann ein Radikalkettenmechanismus gar nicht stattfinden kann. Dann wäre aber nicht das Brom ersetzt, sondern das DBPO, das war ja nicht gefragt. Wie kann man denn elementares Brom ersetzen? HBr ergäbe keinen Sinn...mit fällt nichts ein.

Ich hoffe ihr versteht mein Problem und könnt mir helfen!

LG

Studium, Chemie, Reaktion, Uni
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Konzentration während Klausuren erlernen?

Guten Morgen!

Ich bin seit drei Semestern Studentin und gerade, seitdem ich studiere, hat sich bei mir ein Problem total verschlimmert. Bereits in der Mittelstufe fing das an, dass ich in Klausuren total unkonzentriert wurde und deshalb dooferweise Punkte verschenke, obwohl ich die Themena eigentlich konnte. Während der Abijahre hielt sich das Problem aber in Grenzen.

Seitdem ich allerdings studiere, hat sich das total verschlimmert, was vielleicht auch an der Stoffmenge liegen mag. Ich studiere Chemie und Latein und gerade in diesen Fächern ist Konzentration in Klausuren essenziell, weil man sehr exakt arbeiten muss in den Klausuren. Dieses Semester merke ich besonders diese Unkonzentriertheit: In Deutsch-Latein war ich nicht mal wahnsinnig schlecht, aber jedenfalls so schlecht, dass sich selbst mein Dozent wunderte, ich kann es nämlich eigentlich ganz gut. Und in der Lektüreklausur (Poesie) vor einer Woche habe ich den textteil komplett verpatzt. Mit verpatzt meine ich, dass ich so Sachen wie einen doppelten Akkusativ oder einen Ablativus comparationis übersehen habe oder mir Vokabeln wie infestus nicht eingefallen sind.

Ich schäme mich tierisch für die Klausur, weil ich vorher acht Jahre Latein in der Schule hatte und gerade in der Oberstufe die Sprache quasi perfekt drauf hatte. Meine Unkonzentriertheit steht mir jetzt aber total im Weg und das ist sehr ärgerlich, wenn die Noten alle für den Bachelor zählen...also ich würde nicht behaupten, dass 2,4 in Chemie und 3,0 in Latein sonderlich berauschende Durchschnitte sind. In den Sachen, bei denen ich entweder direkt antworten muss (mündliche Prüfungen) oder lange für Zeit habe (Vorträge, Hausarbeiten), räume ich eine 1,0 nach der anderen ab...

Meine Frage ist also: Was kann man gegen diese Unkonzentriertheit und Hektik in Klausuren tun? Ich lerne wirklich gründlich für die Klausuren und die Ergebnisse sind dann sehr ärgerlich. Ich neige dazu, zu schnell zu arbeiten, selbst wenn ich extra langsam arbeite, verhau ich's. Habe noch drei Klausuren vor mir, bin daher für jeden Tipp dankbar!

Grüße von einer verzweifelten Studentin!

lernen, Studium, Schule, Chemie, Konzentration, Klausur, Latein, Ausbildung und Studium
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Lieber aut oder aut...aut in Übersetzung wählen?

Guten Abend!

Mal wieder sitze ich über meinen Stilübungen, die an sich nicht das Problem sind, allerdings grüble ich seit einer Weile über die Konnotation der oben genannten Konjunktionen. Der Satz, um den es dabei konkret geht, lautet:

Heute werde ich es erreichen, dass du mir als Lebendem oder als Totem danksagst.

Meine semi-guten Stilkenntnisse haben folgendes zu Papier gebracht:

Hodie mihi continget, ut mihi vivo aut mortuo gratias agas.

Wie man sieht, habe ich mich für das einfache, disjunktive aut entschieden, wobei m.E. auch aut...aut möglich gewesen wäre. Ich habe dann, da mir die Frage keine Ruhe gegeben hat, geguckt, für welche der Varianten Caesar sich entschieden hat und siehe da: Er entschied sich seinerzeit für das korrespondierende aut...aut.

Mich persönlich interessiert nun, wo genau der Unterschied dieser Varianten liegt. Für mich klingt aut...aut irgendwie weicher (ist damit klar, was ich meine? ^^) im Gegensatz zum Einfachen aut. Aber von der Bedeutung an sich kann ich irgendwie keinen großen Unterschied ausmachen, da ja beide Varianten eine der Möglichkeiten ausschließen. Weiterhin würde mich interessieren, für welche der Möglichkeiten ihr euch entscheiden würdet und warum.

Der Rubenbauer konnte mir in dieser Frage auch keine sonderlich hilfreiche Antwort liefern, weshalb ich hoffe, vielleicht hier von einigen Latinisten eine hilfreiche Antwort zu bekommen. Ich hoffe, mein Anliegen ist deutlich geworden und ihr könnt mir helfen!

Vobis maximas gratias ago!

LG

Studium, Schule, Übersetzung, Latein, Konjunktion, Auto und Motorrad
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Tipps, wie man gut für eine OC-Klausur lernen kann?

Guten Abend!

Danke, dass ihr dem Hilferuf einer verzweifelten Studentin gefolgt seid! Ich studiere Chemie im dritten Semester und sowohl dieses als auch nächstes Semester habe ich mein Vergnügen mit organischer Chemie. An sich macht mir das Modul wahnsinnig viel Spaß, aber beim Lernen für die Klausur (die Ende Februar ansteht) hapert es dann.

An sich hatte ich immer den Eindruck, organische Chemie läge mir. Im Leistungskurs, den ich damals besuchte, habe ich gerade in OC viel Freude gehabt und meine besten Noten abgestaubt und auch in der Uni trübte nichts diesen Eindruck - den Vorlesungen und Übungen kann ich super folgen, ich verstehe alles und den Großteil der Übungsaufgaben bekomme ich hin - wenn auch mit Folien.

Ich habe schon in den Weihnachtsferien begonnen, die Reaktionsmechanismen (mit meinen Kommentaren zum besseren Nachvollziehen) und Strukturformeln aus den Vorlesungsfolien rauszuschreiben, jedoch leider bisher ohne Erfolg. Ich habe nämlich auch schon Altklausuren probiert - da habe ich dann festgestellt, dass ich eben doch nicht so viel weiß, wie ich zu glauben vermochte, da die Stoffmenge doch überfordernder ist als in den letzten Chemieklausuren. Nun macht sich allmählich die Verzweiflung breit, denn ich würde nur sehr ungern mit einer 3,3 oder schlechter aus der Klausur gehen - auch wenn das bei 60-80% Durchfallquote ein durchaus erwünschenswertes Ergebnis wäre, das jedoch nicht meinen eigenen Ansprüchen genügt.

Deshalb meine Frage an euch - habt ihr irgendwelche Tipps, die ihr vielleicht selbst im Studium angewandt habt, um gut durch OC durchzukommen? Ich habe eigentlich ein gutes Verständnis und eine gute Auffassungsgabe, aber dieser Auswendiglernteil bringt mich dieses Semester echt zum Verzweifeln. Ich wäre euch daher für hilfreiche Tipps sehr dankbar - es ist sehr frustrierend, jeden Nachmittag mehrere Stunden daran zu sitzen und sich doch nichts zu merken, obwohl man weiß, dass man es irgendwo doch kann...

Vielen Dank im Voraus!

LG

lernen, Studium, Schule, Chemie, Klausur, Ausbildung und Studium
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Tipps, um die Motivation am Studium wiederzufinden?

Hallo ihr Lieben!

Ich bin Lehramtsstudentin der Fächer Chemie und Latein im dritten Semester. Man mag meinen, dass man sich nach einer solchen Zeit in sein Studium reinfindet. Aber ich bin einfach wahnsinnig motivationslos. Richtig Motivation habe ich nur, wenn ich praktisch etwas tun muss (bspw in Laborpraktika oder Schulpraktika oder Seminaren). Da merke ich dann, dass ich das richtige studiere und das auf jeden Fall durchziehen sollte. Und auch, dass ich die richtigen Fächer gewählt habe.

Leider ist das natürlich im Studium normal, dass es anstrengend ist. Aber dadurch fehlt mir einfach Motivation. In Latein fehlt mir die Motivation, regelmäßig zu übersetzen (in Stil geht's tatsächlich, das Problem habe ich eher in Lektürekursen). Und die Motivation, Vokabeln oder irgendwelche Eigenschaften von Übergangsmetallen zu lernen, habe ich auch nicht.

Das Problem, was sich dadurch ergibt, ist, dass ich viele Dinge wieder vergesse, weil ich sie nur oberflächlich lerne (weil sie mich schlichtweg einfach nicht interessieren). Physikalische Chemie beispielsweise war für mich einfach so eine Qual, dass ich quasi nichts davon behalten hab und auch nicht mit wirklich guter Leistung durch die Klausur gekommen bin.

Meine Frage ist nun: Wie finde ich meine Motivation am Studium wieder? Meine Fächer zu wechseln, kommt nicht in Frage. Ich habe aber viel zu oft das Gefühl, dass meine Motivation phasenweise gar nicht mehr intrinsisch wie zu Schulzeiten ist, was ich schade finde, weil ich den Stoff gern nachhaltig lernen würde. Vor allem während meines Abis bin ich regelrecht aufgeblüht, ich mag die Fächer auch immer noch sehr und freue mich, meine Schüler irgendwann damit begeistern zu können - aber es ist oft genug nicht mehr so stark wie in der Schule. Und sein Studium sollte man doch l(i)eben? In Pädagogik habe ich das Problem gar nicht, in Fachdidaktik bspw blühe ich momentan wahnsinnig auf und der Lehramtsbereich macht mir wahnsinnig Spaß. Das sind Momente, in denen ich merke, dass ich das Richtige tue...

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen.

Ich wünsche euch frohe Weihnachten und eine besinnliche Weihnachtszeit!

LG

lernen, Studium, Schule, Chemie, Psychologie, Latein, Motivation, Ausbildung und Studium
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Akkuanzeige spinnt, was tun?

Hallo!

Heute ereignete sich ein seltsames Szenario. Und zwar bin ich von der Uni zum Bus gelaufen und habe dort etwa 15 Minuten auf den Bus warten müssen, während ich an meinem Handy (Huawei P8) war, eine Sprachnotiz versand und anschließend Musik hörte - die Außentemperatur betrug etwa einen Grad plus (auch nicht so optimal für Handyakkus, ich weiß). Der Akkustand betrug 30%.

Als ich den Bus betreten und mich gesetzt hatte, öffnete ich die Kamera, um ein schönes Bild einzufangen; während dieses Vorgangs schaltete sich mein Handy mit dem Kommentar Handy wird heruntergefahren... aus, was es eigentlich nur macht, wenn noch 3% an Restakku verbleiben. Ich schaltete das Handy verwirrt wieder an - 11% Akku. angeblich. Ich machte es ganz aus und holte es erst etwa 30 Minuten später daheim wieder aus der Tasche, um das vermeintlich entladene Handy an das Ladegerät anzuschließen. Die Anzeige zeigte an: 28%. Also einen durchaus realistischen Wert, wenn man von den zuvor angezeigten 30% ausgeht. Ich habe das Handy daraufhin eingeschaltet - 40%. Innerhalb einer Minute 12% Akku kann nicht sein.

Ich bin nun wahnsinnig verwirrt, ich lasse das Handy jetzt seit einer Weile komplett in Ruhe, da ich eh andere Dinge zu tun habe, als in sozialen Netzwerken rumzuhängen. Mein Handy macht solche Aktionen sonst nie, also das ist heute das erste Mal und es verunsichert mich extrem. Meint ihr, das kommt davon, dass das Handy zu lange der Kälte ausgesetzt war? Ich habe Angst, dass der Akku hinüber ist, da ich mir z.Zt. kein neues Handy leisten kann und mir auch keines zu Weihnachten wünschen kann...

Vielleicht weiß ja einer von euch, was da los ist? Wenn ihr noch irgendwas wissen wollt, fragt einfach nach. Danke im Voraus!

LG

Handy, Akku, Smartphone, Technik, Kälte
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Wie werde ich fitter in Poesie?

Salvete!

Ich bin Lateinstudentin im dritten Semester und dieses Semester habe ich das wahnsinnige Glück (Ironie off), ein Seminar zu Manilius' Astronomica zu haben. Also inhaltlich ist es sehr interessant, da ich Naturwissenschaften noch mehr mag als Latein, aber sprachlich ist es recht komplex. Selbst, wenn man alle Vokabeln kennt (die muss ich halt auswendig lernen, in der Uni darf man ja in Klausuren bekanntlich kein Wörterbuch benutzen), ist es noch ziemlich anspruchsvoll, das sagen auch meine Dozenten. Es ist eben Poesie und die Dichter stellen die Sachen durch die Metrik bedingt leider da hin, wo sie wollen - Manilius hat für gebildete Römer geschrieben und lebt das im großen Stil in seinen Texten aus. Nur bin ich keine gebildete Römerin, sondern eine arme, kleine Lateinstudentin :D

Eigentlich komme ich mit Poesie gut klar; mit Ovid hatte ich weder in der Schule noch in der Uni Probleme - ich habe im ersten Semester direkt einen Ovid-Lektürekurs belegt und er ist der Grund gewissermaßen, dass ich jetzt überhaupt Latein studiere, selbst mit Lukrez kam ich relativ gut zurecht. Aber obwohl sich Manilius wohl teilweise an Lukrez orientiert haben soll, habe ich ziemliche Probleme mit seinem Werk.

Nun zu meiner Frage: Habt ihr Ideen und Tipps, wie ich wirklich fit werde für die Klausur im Februar? Mir entfallen inzwischen oft die einfachsten Sachen wie Abl.comp., zu Schulzeiten habe ich sowas im Schlaf gesehen und auch die Klausur, mit der ich zum Ovid-Kurs zugelassen wurde, habe ich mit Bravour bestanden. Meine größte Angst wäre, durchzufallen und Stil liegt mir auch nicht besonders gut, weshalb ich wenigstens bei Manilius gute Ergebnisse erzielen möchte. Ich hoffe, ihr könnt mit helfen!

Danke im Voraus!

Liebe Grüße :)

lernen, Studium, Schule, Sprache, Latein, Universität, Ausbildung und Studium
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