Was ist Seelsorge denn nun genau?

11 Antworten

Hi, Seelsorge bedeutet primär: Hilfe bei seelischen Problemen: Trauer, Schmerz, Verzweiflung, Depressionen, Lebensproblemen allgemein .Das ganze aber meist religiös umsorgt. Wegen: Seele. Gruß Osmond

Der Ausdruck Seelsorge ist eine im Deutschen geschichtlich gewachsene Bezeichnung, die sich aus den Wörtern Seele und Sorge zusammensetzt. Eine direkte Entsprechung gibt es in der Bibel nicht. Dort begegnen Ausdrücke wie Paraklese, was man im weitesten Sinne mit Begleitung, im engeren Sinne mit Ermutigung, Ermahnung und Tröstung wiedergeben kann.

Eine einheitliche Definition von Seelsorge gibt es nicht. Wohl aber besteht ein weitgehender Konsens dahingehend, dass es sich bei Seelsorge um ein Gespräch im kirchlichen Kontext handelt. Man könnte Seelsorge auch bezeichnen als ein motiviertes Bemühen um den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit und dessen Beziehung zu Gott.

Die verschiedenen Ansätze und Methoden der Seelsorge werden in der Poimenik reflektiert. Diese Lehre von der Seelsorge ist Teilgebiet der Praktischen Theologie.

Seelsorgliches Handeln ist nicht zu verwechseln mit psychotherapeutischem Handeln. Jedoch kommen in der Seelsorge auch psychotherapeutische Methoden zur Anwendung. Insbesondere die durch Carl Rogers und die holländische Seelsorgebewegung in Deutschland beeinflusste Pastoralpsychologie legt auf einen engen Austausch zwischen Seelsorge und Psychologie (hier meist Psychotherapie) Wert.

Nach evangelischem Verständnis ist seelsorgliches Handeln nicht an ein kirchliches Amt gebunden. Jeder Christ ist zur begleitenden Seelsorge im Sinne des Beistehens, Mittragens und des sich Einfühlens berufen und befähigt. Hierbei geht es nicht um einen strukturierten, methodisch gestalteten Problemlöseprozess. Seelsorge versteht sich in diesem Sinn als ein Beziehungsgeschehen zwischen zwei oder mehreren Personen.

Im speziellen Sinn gibt es jedoch auch amtlich bestellte Seelsorger, deren seelsorgerliches Handeln über den rein begleitenden Aspekt hinausgehen kann und in eine beratende Seelsorge (Lebensberatung) mündet. In diesem Fall geht es um einen nach methodischen Gesichtspunkten gestalteten Problemlöseprozess, durch den die Eigenbemühungen des Ratsuchenden unterstützt und optimiert werden. Die Arbeit mit pathologischen Dynamiken gehören jedoch nicht in den Kompetenzbereich eines beratenden Seelsorgers und werden daher bewusst ausgeklammer.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Seelsorge

Seelsorge ist das, was Seelsorger machen sollten: sich um ihre eigenen Seelen sorgen. Da hätten sie genug zu tun.

Das klingt etwas ketzerisch, aber es ist sicher was dran. Ich denke, es gibt auch (nicht unbedingt immer, aber oft) die Qualität, daß man zu sehr sich um andere bemüht, weil es von sich selbst ablenkt. Manchmal schafft es vielleicht auch ein Gefälle, also nicht auf Augenhöhe. Aber ich glaube, das muß nicht immer so sein.

Mir geht es eher um die Frage, etwas überspitzt formuliert, Seelsorge ist doch kein Wellnessprogarmm, es geht doch nicht darum, daß sich jemand "wohl" fühlt. Geht es im christlichen Umfeld (und nur daher kenne ich den Begriff) nicht eigentlich darum, daß die Seele zu Gott kommt. Nicht umsonst wird Seelsorge oft da betrieben, wo Menschen nicht mehr weiter wissen. Z.B. Krankheit, Sterben, schlimme Ereignisse im Leben. Da finden viele zu Gott, weil sie keinen anderen Ausweg mehr wissen. Das ist doch der Kern von Seelsorge, oder? Mir scheint, das wird irgendwie so vermischt. Was will also Seelsorge? Wir die "Einflugschneise" schlimme Ereignisse im Leben, da wo die Leute ohnehin die Frage nach Gott stellen, genutzt, um sie da abzuholen oder will Seelsorge einfach nur, im Sinne von Nächstenliebe, das es den Menschen gut geht?

Siehe Mutter Theresa. Sie wollte nicht wirklich das Leid der Menschen beenden, weil das Leid auch der Weg zu Gott war. Oder sehe ich da grundsätzlich was falsch?

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@cantor

Mir persönlich gefällt das Wort gar nicht, weil darin auch die "Sorge" vorkommt.

Ich denke halt, dass damit gemeint ist, dass jemand anderen zeigt, wie seine Seele auf dem Weg zum "Reich Gottes" vorwärts kommt.

Wenn maqn selbst nicht weiß, wie "das Reich Gottes" erreicht werden kann, wie kann man dann meinen, andere dorthin leiten zu können?

Das aber macht überhaupt kein Seelsorger; sie alle bemühen sich nur um sich eine Herde von "Schafen" zu betreuen, sie verhindern ja geradezu, dass Menschen dieses angestrebte Ziel erreichen können; deshalb auch meine ich, sie sollten auf ihre eigenen Seelen achten.

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@gottesanbeterin

ich würde sagen, dann kennst du die falschen Seelsorger oder beurteilst nur ohne näheres Wissen. Ich behaupte mal, dass der größte Teil der Seelsorger (und ich kenne unendlich viele) sehr wohl um das Heil aller Menschen besorgt ist, das eigene eingeschlossen. Die Herabwürdigung von Menschen, die in ihrer Kirche aus Liebe zu Christus sich selbst verschenken und uneigennützig vor allem in der dritten Welt im Dienst am Nächsten stehen, ist ziemlich herablassend. Du bist ja auch eine von den wenigen, die das Reich Gottes bereits gesehen haben wollen, während sich für Christen die Verheißung erst nach dem Tod sichtbar erfüllt, wenngleich wir durch den Glauben jetzt schon daran teilhaben. Das "Reich Gottes", das man in deinem Sinne nur beim esoterischen Yoga erreichen kann, ist allerdings in unserem Programm nicht drin. Wir können das Reich Gottes nach Jesu Wort wesentlich einfacher erreichen. Für dich ist Christus nur ein heiliger Mann oder Prophet von vielen, für Christen ist er der Herr aller Zeiten, wahrer Gott und wahrer Mensch. Und wer sich in seinen Dienst stellt, hat auch "Sorge" um das Heil aller Menschen.

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@Raubkatze45

Raubkatze45, wie kommst du auf die absurde Idee, zu wissen, was ich glaube, weiß, erfahren habe und erfahre? Woher nimmst du die Gewissheit, zu wissen wo Gott wohnt, Wer Jesus wirklich ist und wie und wo er wirkt?

Das "Reich Gottes" erreichen kann jeder nur, wenn er die "2. Geburt", die "durch den Geist" erfahren hat. "Glaube" und Pharisäertum bringen niemanden weiter, schon gar nicht zum höchsten Ziel; auch dich nicht.

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