Was ist eure Meinung zu reinen Mädchenschulen?

10 Antworten

Genau wegen solcher Erfahrungen, wie du sie schilderst und von denen ich schon öfter gehört habe, hätte ich nie auf eine Mädchenschule gehen wollen und würde meine (theoretische) Tochter auch niemals dorthin schicken.

Ich war immer an gemischtgeschlechtlichen Schulen. Klar merkt man manchmal schon, dass Jungs teilweise wirklich etwas langsamer in der (geistigen) Entwicklung sind, vielleicht ist es im Unterricht auch etwas lauter und es gibt sicher gerade im Sportunterricht auch einige Fairnessdefizite. Aber gleichzeitig glaube ich, dass sowohl Mädchen als auch Jungs von dem Austausch sehr profitieren können - mehr, als ihnen der gemeinsame Schulbesuch schaden würde. Insbesondere, was die Kommunikationsfähigkeit untereinander angeht ;) Im Berufsleben trennt man ja dann auch nicht nach Geschlechtern, wäre im Sinne der Emanzipation ja auch idiotisch.

Also, immer wenn jemand von einer Mädchenschule redet, denke ich mir nur so ,,ach du meine Güte!". Ich weiß nicht ob das der Realität entspricht, aber ich habe die Vorstellung von reinem Chaos und finde das auch persönlich ziemlich unnötig! Man kann dadurch nicht kommunizieren(für mich ist es eher wie ein Ferienlager für komplizierte Mädels, auch wenn das nicht stimmt, kommt es so vor), außerdem ist es auch schwer später eine Beziehung mit einem jungen Mann zu führen... Ich würde es auch keinem empfehlen!

Ich kann mir gar keine „normale“ Schule mehr vorstellen aber würde trotzdem lieber auf eine normale gehen. Gibt aber leider nicht so viel Auswahl in meiner Kleinstadt. Bzw. nur noch eine Schule mit 90% Jungs und das ist mir dann auch zu heftig.

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Hat auch Vorteile für Jungen.

Sie ersparen sich die Zickenkriege in der Klasse.

Sie können in allen relevanten Fächern (außer Sprachen) voll aufdrehen, ohne Damenbehinderung (und die Mädels natürlich bei den Sprachen).

Man schaut nicht nach Mädels der gleichen Klasse, was eh erfolglos ist.

Wir gingen zu meinen Zeiten auf Jungengymnasien und Mädchenlyzeen.

Man traf sich in der Tanzschule und die Mädels waren im Schnitt 2 Jahre jünger, die Knaben eben etwas älter als die Kichererbsen.

Das passte dann schon.

Ich hatte auch das Gefühl, dass der Respekt eher größer war untereinander und gegenseitig.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Bin ganz bei Dir.

Ging auch auf eine reine Mädchenschule und hatte ebenfalls nicht gelernt, mit Jungs zu sprechen. Holt man aber bald nach.

Rückblickend hatte es jedoch auch einen großen Vorteil. Denn de facto bevorzugen Lehrer (sicherlich oft ohne es selbst zu bemerken) Jungs bei eher technischen Gegenständen. War bei uns nicht so. Und der Anteil der Technikerinnen aus meiner Klasse war ein Vielfaches des Schnitts. Wir hatten glaublich 5 aus 25 Absolventinnen der Technischen Uni.

Im Schnitt gähnte damals die Leere, wenn man von gemischten Schulen den Frauenanteil an der Technik ansah. D.h. die Ungleichbehandlung von Frauen und Mädchen beginnt schon sehr, sehr früh und dort, wo jeder (Lehrer) von sich selbst behaupten würde: ich doch nicht.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – lebe in langjährig stabiler Beziehung

Auf das Fach Technik bezogen vermutlich, aber wenn man sich die gesamte Schule ansieht, würde ich behaupten, dass die Mädchen in fast alle Teilen bevorzugt werden. (Natürlich nicht jedes Mädchen einzeln, aber im großen und ganzen.)

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@skailar

Das kann gut sein! Die Ungleichbehandlung der Geschlechter ist sicherlich ein Punkt bei der Koedukation. Die Frage ist uralt. Denn man ging davon ab, kam zurück, ging davon wieder ab usw. usw.

Als ich in der letzten Klasse war, waren die ersten Klassen nur mehr gemischt. Offenbar kommt es jetzt wieder...

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Mir sind Mädchenschulen eigentlich relativ gleichgültig. ich sehe wenig positives, aber im Endeffekt auch nichts negatives.

Wenn du das Gefühl hast seit Jahren nicht mehr mit einem Jungen gesprochen zu haben, dann würde ich dir empfehlen dir Männliche Freunde zu suchen. Sowas geht über außerschulische Aktivitäten, z.b. die Mitgliedschaft in Vereinen oder gemeinsame Bekannte.

Ansonsten...wie gesagt, ich sehe da nichts negatives dran. Klar, später wird auch nicht getrennt... doch was soll dieser Unsinn von wegen 'kommunikation und Zusammenarbeit mit dem anderen Geschlecht lernen'. Was man ggf. lernen sollte ist, mit anderen zusammenzuarbeiten ganz unabhängig von deren Geschlecht, Einstellung oder ob man denjenigen mag oder nicht.

Und dabei haben sowohl Mädchenschulen, als auch gemischte Schulen starke Defizite, wenn Lehrer den Schülern immer erlauben sich selbst in Gruppen einzuteilen.

Inwiefern man von der gleichzeitigen Anwesenheit des anderen Geschlechtes profitieren kann... fraglich. Außer man stützt sich auf die vollkommen veraltete Einteilung in eine Männliche und eine Weibliche Weltsicht.

Genauso bescheuert ist der Gedanke, dass man später keine Beziehung führen kann, nur weil man auf einer Mädchenschule war. Wie gesagt... wir sind nicht im Mittelalter, man ist nicht von männlichen Personen abgekapselt, es gibt genügend Möglichkeiten sich außerhalb der Schule mit Jungs anzufreunden und entsprechend auch zu treffen.
Und sexuelle Eskarpaden und Erfahrungen gehören eben schlicht und einfach auch nicht in die Schule.

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