Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Psychologie und Philosophie?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Psychologie ist die Wissenschaft von der Psyche (=Seele) des Menschen, die Philosophie die Wissenschaft von der Fähigkeit des Menschen, über Gott und die Welt nachzudenken und so Erkenntnisse über das Universum zu erlangen.

Philosophie bedeutet Freund (Philos) der Weisheit (Sophia) und ist vielleicht weniger die Wissenschaft von der Fähigkeit des Menschen zu Denken, sondern eher die Wissenschaft des Denkens an sich. (Vergl. auch die wiederum trefflich Antwort von Albrecht)

1
@falkehkj

Hallo Falke, da hast Du natürlich recht, ich habe es etwas vereinfacht ausgedrückt, und die Antworten von Albrecht sind sowieso immer trefflich..... Danke Rose, dass Du meine kurze und etwas einfacher gestrickte Antwort ausgezeichnet hast. :-)

0

Falls die Frage noch relevant ist:

PSYCHOLOGIE:
Beschreibt und erklärt das Erleben und Verhalten des Menschen, seine Entwicklung im Laufe des Lebens und alle dafür maßgeblichen inneren und äußeren Ursachen und Bedingungen.

PHILOSOPHIE:
In der Philosophie wird versucht, die Welt und die menschliche Existenz zu ergründen, zu deuten und zu verstehen.

Psychologie betrachtet letztendlich die Frage wie funktioniert unser Gehirn. Sie betrachtet aber weniger die biologischen Faktoren sonder eher die kognitiven. Das heist: das Lernen, Denken und Fühlen. Philosophie betrachtet ein weiters Feld. z.B. Ist unser Bewustsein nur eine Folge der Funktionsweise des Gehirns, oder gibt so etwas wie eine Seele?, haben wir einen eigenen Willen? Psychologie ist heute eher eine Naturwissenschaft, Philosophie eine Geisteswissenschaft wie auch die Theologie.

Psychologie ist ein spezielles Fachgebiet mit einem beschränkten Gegenstandsbereich (seelische Vorgänge) und besonderen, zum Teil empirischen Methoden. Philosophie hat keine bestimmte thematische Beschränkung im Gegenstandsbereich.

Psychologie ist die Lehre von der Seele (Psyche; altgriechisch ψυχή) bzw. Seelenkunde. Sie hat empirische Ansätze, sowohl naturwissenschaftlich als auch sozialwissenschaftlich. Daneben hat sie auch eine theoretische Seite.

Philosophie ist wörtlich übersetzt Liebe zur Weisheit (altgriechisch φιλοσοφία). Sie strebt nach Erkenntnis durch vernünftiges Nachdenken. Philosophie ist eine Grundlagenwissenschaft. Sie geht grundsätzlichen Fragen nach und untersucht in einem unbedingten Zusammenhang, hinterfragt also auch die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnissen und die Voraussetzungen, von denen Menschen im Alltag und in der Praxis der Einzelwissenschaften ausgehen. Philosophie beschäftigt sich sowohl mit dem Sein und dem Erkennen (theoretische Philosophie) als auch mit dem Handeln (praktische Philosophie).

Psychologie ist einmal ein Teilgebiet der Philosophie gewesen. Beispielsweise hat Aristoteles, ein griechischer Philosoph in der Antike ein Werk „Über die Seele“ (altgriechisch; περὶ ψυχῆς; lateinisch De anima) geschrieben. Bestimmte Fragestellungen gehören zur philosophischen Anthropologie (Wissenschaft vom Menschen; Fragestellung: Was ist der Mensch?). Psychologie hat sich wie andere Teilgebiete als eigenständige Spezialdisziplin aus der Philosophie herausgelöst, aber die Philsophie beschäftigt sich mit sie betreffenden grundsätzlichen Fragestellungen.

"Psychologie ist einmal ein Teilgebiet der Philosophie gewesen." > jetzt also nicht mehr?? Sie hat sich zwar verselbstständigt, die Grenzen zur Philosophie sind aber nicht klar definiert, können es auch niemals sein.

0
@FlammiferAera

Psychologie kann hinsichtlich des theoretischen Durchdringens auch jetzt ein Teil des philosophischen Denkens sein. Allerdings ist das Fach Psychologie als Ganzes eine abgetrennte Wissenschaftsdisziplin, kein bloßes Untergebiet der Philosophie.

0
@Albrecht

Ok, so stimmt es, aber: Zu den Zeiten von Aristoteles könnte es keine Psychologie geben, sondern Batrachtungen über ihren heutigen Stoff. D.h. die oben aufgegriffene Aussage ist falsch, denn, erst nachdem es Psychologie mit esoterischen Zügen gab, konnte aus ihr eine selbstständige Wissenschaft werden, sie nimmt aber ihre Ursprünge in der Philosophie - so, denke ich, wäre es richtig formuliert.

0

Zur Beantwortung dieser Frage lässt man vielleicht am besten einmal beide, Philosophie und Psychologie, aufeinander los: 1. Eine psychologische Untersuchung der Philosophie könnte der Frage nachgehen, was das für Persönlichkeitstypen sind, diese Philosophen. Eher Optimisten oder Pessimisten? Eher Choleriker oder Melancholiker? Vielleicht ergibt sich auf diese Weise das Krankheitsbild einer "philosophogenen" Neurose oder aber auch die Charakterisierung einer Heil- und Lebenskunst, welche eine Alternative zu (anderen) psychotherapeutischen oder psychosomatischen Verfahren darstellt. 2. Eine philosophische Untersuchung der Psychologie hingegen fragt: Was ist das eigentlich für ein Gegenstand, womit sich die Psychologie befasst? Was heißt "Psyche"? Was ist das Wesen der Seele? Wie verhält sie sich zum Leib? Ist sie unsterblich? Gibt es eine Seelenwanderung? Gehört zur Psyche nur Bewusstes (das Ich) oder auch Unbewusstes (das Es)? Und so weiter. Solche Fragen sind prinzipiell interessant, alle Antworten bleiben aber strittig - typisch philosophische Fragen eben.

Was möchtest Du wissen?