Was ist der Unterschied zwischen der heutigen Familien 2017 und der früheren Familien in den 70s,80s,90s werden die Kinder besser erzogen oder schlechter?

19 Antworten

Es ist wahrscheinlich schon ewig so, daß die ältere Generation die jüngere Generation verrückt, die Welt unnormal findet und daß für die jungen Leute die Alten "hinterm Mond " sind.

Auch für mich (Jahrgang 1961) ist diese Welt nicht normal. Aber was ist "normal" ? Ist normal = normiert = geistig beschränkt? Es gibt keine absoluten Normen / Werte. Jede neue Generation setzt ihre eigenen Wertmaßstäbe. Was sind die Werte in unserer Zeit ???

Für meinen Vater war es normal, daß Schläge zur Erziehung dazugehören - für mich ist das nicht normal. Für mich ist das Smartphone ein normaler Gebrauchsgegenstand, für meine Eltern ein Wunderkasten. Für mich war es als Kind normal, daß man älteren Leuten nicht widersprochen hat, junge Leute heute sind selbstbewußter und eben dreister, frecher.

Durch die Art der Erziehung der Jugendlichen wird die ganze Gesellschaft geprägt.                                                                                          Für mich ist nicht normal, daß ich in einer Job-Vermittlungsagentur gesagt bekomme, ich bin nicht mehr vermittelbar - mit 55 Jahren !!!                               oder meine Bewerbung als Ausbilder abgelehnt wird mit der Begründung: Ich würde nur 3 Wochen überleben. Das allererste Ziel der Schüler / Lehrlinge von heute ist es, "den da vorne an der Tafel"  fertigzumachen.                                   oder daß die Obdachlosen - arbeitsfähige junge Männer-  auf dem Gehweg rumliegen. Die Polizei macht 3m weiter Verkehrskontrolle und sagt auf meine Anfrage: Die Leute haben das Recht, dort zu liegen; das ist ihre persönliche Freiheit ....                                                                                                          oder daß vor 5 Jahren laut offizieller Statistik das Bruttodurchschitts- einkommen in Thüringen 3750€ gewesen sein soll, es damals in Berlin 43 €- Millionäre gegeben haben soll                                                                          daß das Handy heute das allerwichtigste ist, daß man 24h/ Tag erreichbar sein soll                                                                                                                    daß wir z.B. immer behaupten, die Kinder sind unsere Zukunft, diese unsere Zukunft aber gleichzeitig zugrunde richten         ....   usw. usw.

Für mich sind das alles Zeichen, daß unsere (westliche) Zivilisation den Höhepunkt überschritten hat und es nun unaufhaltsam bergab geht, in jeder Beziehung. Jeder weiß es und niemand unternimmt etwas dagegen. Wenn doch mal 1  von 1000 was anderes denkt, ist er ein Ketzer/ Oppositioneller/ ... früher auf dem Scheiterhaufen verbrannt, heute geköpft oder ausgegrenzt. Das war in der Geschichte der Menschen schon immer so. Vielleicht sind wir Menschen eben einfach nicht in der Lage, uns selbst zu reformieren; vielleicht gehört es zu unserer Natur, borniert, engstirnig, unlogisch, unmenschlich zu sein, genau wie z.B. Löwenmännchen die Nachkommen des Rivalen töten, damit die eigenen Nachkommen bessere Chancen haben, oder das Kuckuckjunge die Eier seiner Stiefgeschwister aus dem Nest wirft um alles selbst fressen zu können. Vielleicht gehört es zu unserer Natur, daß jeder menschlichen Zivilisation vorherbestimmt ist, nach einer gewissen Zeit unterzugehen, genau wie jedes Lebewesen eben eine bestimmte spezifische Lebensdauer hat.

Schreibt bitte eure Meinungen dazu. Ist sehr interessant für mich !!!

Ergänzung zu meinem Kommentar vorhin: Früher war normal, daß der Mann das Geld nach hause bringt und die Frau allein den Haushalt macht. Bei uns in Deutschland ist Warten bei Rot an der Ampel normal, in Asien ist Verkehrschaos (in unseren Augen) normal. Bei uns ist Alkohol trinken normal, in anderen Ländern ist Opium rauchen normal. Bei uns ist Beschimpfen der Regierung normal, woanders kommt man dafür hinter Gitter. Woanders ist Handabhacken für Diebstahl normal, bei uns bekommt man für Vergewaltigung vielleicht 3 Jahre ... auf Bewährung. Was also ist normal? Ich denke, alles das ist unnormal, was mit Folter, Grausamkeit, nicht notwendige Schmerzen zufügen, Ungerechtigkeit zu tun hat. Alles andere kann als normal gelten und kann toleriert werden, das wird in der Gesellschaft entschieden.

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Es gibt auch Lehrer, die eine sadistische Ader haben und einen Schüler vor gesamter Klasse bloßstellen.

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@kiniro

Das meine ich ja. Auch Sadisten gab es schon immer, solange es Menschen gibt, genauso wie machtbesessene Dummköpfe oder Wahnsinnige die Macht haben, oder .... Wir Menschen bezeichnen uns als zivilisiert, sind es aber nicht. Was ist zivilisiert? Was ist normal? Es gibt etliche internationale Regeln zum Verbot von Folter, Grausamkeiten, Kindesmißhandlung usw. Diese Regeln, die wir uns selbst gestellt haben, werden von uns selbst ignoriert und die Menschen, die für die Einhaltung dieser Regeln kämpfen, werden bekämpft.

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Hallo!

Ich bin in den 90ern aufgewachsen & wurde von meinem Opa erzogen, also war meine Erziehung vllt. schon ziemlich anders gegenüber den Gleichaltrigen die bei ihren "jungen" Eltern großgeworden sind.. bei mir war das alles ein bisschen konservativer, gemütlicher & trotzdem spürte ich in jeder Beziehung die Erfahrung meines Opas, die er sowohl in seinem Leben, in seinem Beruf als Handelsvertreter (er hatte mit vielen Menschen zu tun) und in seiner eigenen Familie mit seinen eigenen Kindern gesammelt hatte. 

Mir ging es bei meinem Opa total gut, es fehlte mir an nix.. ich bin ihm noch heute für alles dankbar & weiß, dass gerade seine Art mir sehr geholfen hat. Meine Kindheit und Jugendzeit war vllt. konservativ & wo andere mit ihren "coolen" Eltern in den Skiurlaub gingen fuhren wir im 230er Benz an den Bodensee oder in den Bayrischen Wald, aber ich habe nie was vermisst und hatte die schönste Kindheit und Jugendzeit, die ich mir wünschen konnte.. es war alles so sorglos & herzlich.

Meiner Beobachtung nach hat man in den 90ern/frühen 2000ern die Eltern oder ich den Opa und den Onkel eher als Respektsperson wahrgenommen was aber auch an Lehrern lag, die als Autorität erkennbar waren.. Die Schulen mit oftmals sehr jungen und unerfahrenen bis hilflosen Lehrkräften, die gegen die Kinder oft quasi machtlos sind & mehr belächelt oder als "lässiger Kumpel" oder "pubertäres Mädchen" wahrgenommen werden, sind keine Hilfe.. klar kann man von ihnen nicht verlangen, die Versäumnisse des Elternhauses auszumerzen, aber andererseits ----> wenn ich an meine Grundschulzeit zurückdenke und an die Realschulzeit, dann hatten wir fast ausschließlich ältere Lehrer, vor denen man einfach Respekt hatte, auch weil man vorher daheim gesagt bekam, dass man es zu haben solle. Wir wären nie drauf gekommen, so jemanden vorzuführen oder zu veralbern, auch weil wir wussten -----> es gibt Zusatzaufgaben, Klassenbucheinträge & Nachsitzen bzw. je nach Schwere des Vergehens zehn- bis zwanzigminütigen "Pausenarrest", wie unser Lehrer der 4. Klasse, der damals knappe 60 war, es nannte. Oft werden den Kindern heute keine Grenzen mehr gesetzt, weil man Angst hat etwas falsch zu machen oder sie zu beeinträchtigen.. oder weil man eben aus der eigenen Vita schlechte Erfahrungen damit machte. Und heute sind es oft Lehrer aus meiner Generation, die alles anders machen wollen als ihre Eltern.

Es wird weniger Wert gelegt auf Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Zufriedenheit mit dem was man hat, Pünktlichkeit oder einen halbwegs normalen Umgangston. Das fängt schon vor der Schule an, wo viele "frei wählen" dürfen was sie tun und die Kiddies nie lernen, dass man auch mal etwas MUSS. Ich wurde von meinem Opa immer so erzogen, dass man auch mal was MUSS und nicht alles ein Honiglecken ist, man aber durch den Staub zu den Sternen kommt & Optimismus bei allem hilft ... und ich bin auch ein absoluter Optimist :)

Das erste was mir mein Opa damals vor dem Schuleintritt sagte war, dass man als Kind mit Erwachsenen außerhalb Familie und engem Freundeskreis/enger Nachbarschaft grundsätzlich per Sie ist und auch jeden zu grüßen hat. Ich weiß nicht, ob das heute noch so ist..

Es gibt Leute, die ein Problem damit haben, dass an mir vieles offenbar an den Umgangston der Generation erinnert, die in den 90ern in Rente ging (ich bin fast gänzlich in diesem Umfeld groß geworden, das färbte eben ab) ------> eine Frau, ca. 40 Jahre, sagte im Sommer letzten JAhres so zu mir, dass sie wirklich nicht das Geringste gegen mich persönlich hätte, sie aber mit mir einfach nicht könne, weil an mir als Mensch und an meiner Art/meinem "Duktus" so viel unfassbar an die 90er, ihr spießiges Elternhaus und ihren kleinlichen Lehrherrn von damals erinnere.. ist mir aber egal :)

Generell ist es stark vom "Milljöh" abhängig, wie sich die Kiddies entwickeln.. klar kann man sagen dass die Kinder es den Eltern nachmachen & ich wurde im Nachhinein exakt so wie mein Opa und mein Onkel, mit dem ich noch immer viel Zeit verbringe.. das formt schon bzw. färbt ab. Ich bin keiner, der auf der Schiene "früher war alles besser" fährt, aber manchmal war die Erziehung früher zumindest gewissenhafter.

"Früher" haben die Eltern den Kindern z.T. mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Und es gab weniger Einzelkinder und halbierte Familien (außer jetzt die Kriegskinder, wodurch es viele Halbwaisen gab..)

Heute muss das Baby beim Gestillt-Werden schon mit dem Smartphone konkurrieren.

Beispielsweise: Sehe  neulich Mutter mit Jugendlichem in der Stadt, Kind schaut aus dem Fenster des Cafés, Mutter swipt auf ihrem Handy, hat keine Ohren/Augen für das Kind....

Diese Familien tun mir echt leid, da werden beim Essen auch das Smartphones neben den Teller gelegt, und im schlimmsten Fall sogar dann benutzt!

Und die Leute nehmen sich weniger Zeit um mal 2-3 Sunden am Sonntag zu kochen.... und das gemeinsam dann auch in Ruhe zu essen.

Manche Familien kennen gar keine Tischzeit mehr.

Kein Wunder, dass diese Jugendlichen dann denken, dass sie selbst alles bestimmen können.
Und im Haushalt sind diese "verwöhnten Pänz" oft unselbständig bis dorthinaus - die kleinen Prinzen und Prinzesschen.

Die Demokratisierung im Haushalt lässt dann Stinkesockenpyramiden in den Kinderzimmern sntstehen, was wiederum zu einem Wäschestau führt - haushaltstechnisch mega-unpraktisch....

Der Vereinssport sucht auch händeringend Freiwillige, um weiter bestehen zu können. Jugendliche wollen nicht mehr so oft sich engagieren im "Kollektiv".

Die Millenials sind teilweise etwas egozentrischer, was die Gesellschaft betrifft weniger engagiert, und vor allem noch planloser als die "No Future Generation" der 80er.  ;-)

Weil es eben nichts mehr gibt an Werten, die von allen getragen werden.

Man kann auch beinahe niemanden mehr schockieren, wenn schon 10jährige  mit internetfähigen Handys "ausgestattet sind".

Beruflich kann man den Kindern auch nur durch eine eigene Wendigkeit vorleben, dass man auch ohne Festanstellung immer wieder von vorne anfangen kann, wenn man flexibel ist, etwas allgemeingebildet und gute Umgangsformen besitzt.

Diese Stückchen Hoffnung und Bildung ist das Einzige, was wir (zu Hause meine ich jetzt) den Millenials mitgeben können. Plus unseren Idealismus, den wir seit Jahrzehnten leben.

Und das Letzte haben wahrscheinlich alle Eltern vor uns bereits auch getan, den die 70er/80er waren ganz anders wie die 40er/50er des letzten Jahrhunderts....


*               *               *                 *               *               *

Schon Sokrates und selbst die Baylonier haben über die Jugend geklagt...

Wahrscheinlich ist der präfrontale Cortex des Hirns für diese Konfrontation der Hauptverantwortliche - und das wird immer so bleiben...  ;-D


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