Was ist der Unterschied zwischen dem kategorischen und dem hypothetischen Imperativ?

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Imperativ heißt Gebot; kategorischer Imperativ = unbedingt gültiges Gebot; (kategorisch = entschieden, unbedingt); hypothetischer Imperativ = bedingt gültiges Gebot (hypothetisch = angenommen, bedingt richtig). Zu den hypothetischen Imperativen gehören die Imperative der Geschicklichkeit (z.B. du sollst die Milch beim Erhitzen umrühren! Das ist ein Gebot, das bedingt ist durch die Annahme, der Betreffende will nicht, dass die Milch anbrennt. Oder: „Du sollst lernen!“ ist bedingt durch die Annahme, der Betreffende will etwas werden. Wer nicht diese Absicht hat, braucht auch nicht zu lernen). Ein kategorischer Imperativ ist dagegen ein Imperativ, "der ohne irgendeine Absicht als Bedingung zu(m) Grunde zu legen, dieses Verhalten unmittelbar gebietet ...", sagt Kant etwas geschraubt. Die Gebote der Sittlichkeit / Moral sind kategorische Imperative, da sie unbedingt gelten. Dagegen könnte jemand einwenden, dass die meisten Menschen diese Gebote nur deshalb befolgen, weil sie sonst Strafe befürchten müssen. Dann wären die Gebote der Moral also nur hypothetische Imperative. „Ich stehle nicht, weil ich sonst vor dem Kadi stehe und Schande über mich kommt!“ Besteht zu dieser Befürchtung überhaupt kein Anlass, stehle ich also seelenruhig weiter. - Das stimmt aber in dieser Verallgemeinerung („die meisten Menschen“) nicht, sagt Kant, denn bei der Moral handelt es sich um Gebote, die von der Allgemeinheit als richtig anerkannt werden, weil es die Vernunft so gebietet. Also erst die Vernunft macht die sittlichen Gebote (du sollst nicht stehlen, nicht betrügen, nicht töten usw.) zu kategorischen Imperativen. Denn man befolgt diese (moralischen) Gebote aus Achtung vor ihrem Inhalt (moralisches Handeln ist vernunftgemäßes Handeln) und nicht, weil man Angst vor Bestrafung hat. Moralisch ist – nach Kant - eine Handlung nicht schon deswegen, weil sie mit den Prinzipien der Moral übereinstimmt, sondern moralisch ist ein Verhalten erst dann, wenn es die Achtung vor den Geboten erkennen lässt. Da diese Gebote allgemein gelten, nennt Kant sie „Gesetze“. Man muss also vernünftigerweise um der Moral willen handeln. Kant drückt es so aus: "(kategorische) Pflicht ist die Notwendigkeit einer Handlung aus Achtung vor dem Gesetz". Und er kommt somit zu der kategorisch- imperativen Feststellung: "Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich vernünftig wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde." - Dieser kategorische Imperativ ist vielfach kritisiert worden (weil er unmenschlich erscheint; welcher „gebrechliche“ Mensch kann diese unbedingte Achtung vor dem Gesetz schon aufbringen?) Hegel z.B. war der Meinung: die bloße Übereinstimmung einer Handlung mit der Moral genügt und ruft unsere Anerkennung hervor. Ob der Betreffende in seinem Herzen moralisch empfindet, also „um der Moral willen“ gehandelt hat, ist sekundär.

Kategorischer Imperativ lehrt uns, dass ein Mensch moralisch handeln soll, ohne eine direkte vorteilhafte Erwartung für sich zu haben. Hypothetischer Imperativ dagegen lehrt, dass man bestimmte moralische Anforderungen erfüllen muss, wenn man selber moralisch behandelt werden will. Im Grunde genommen sind beide gleich, aber doch anders. Oder vielleicht bin ich nicht gut genug informiert.

Dankeschön also das mit dem kategorischen Imperativ stimmt aufjedenfall bei dem hypothetischen bin ich mir nicht so sicher aber trotzdem vielen vielen Dank. :)

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Imperativ bedeutet Befehl, also was man machen soll. "kategorisch" heißt unbedingt. "hypothetisch" heißt "gemäß dem Fall.." - also der kategorische gilt immer und der hypothetische unter bestimmten Voraussetzungen.

kategorischer imperativ ist allgemein gültig. um allgem. gültig zu sein, muss er übergeordnet als obersten prinzip stehen über allem. auch gesetze , die eigentlich gut sind begründen können.

bsp.

wenn ich überlege jemanden etwas wegzunehemen, muss ich mich nur fragen "kann ich wollen , dass alle menschen diebe sind?" das würde jeden, auch den eignen besitz unmöglich machen

der hypothetische ist nur bedingt allgemeingültige gesetze. wie die begründung des zweckes einer handlung.

bsp.

ich will alt werden also muss ich auf meine gesundheit achten. wenn ich nicht unbedingt alt werden will, muss ich mich nicht an das gesetz halten. weil es nur bedingt allgemein gültig ist.

Ein Imperativ ist eine Befehlsform "Tue das und das".

Ein hypothetischer Imperativ ist eine Befehlsform, die von einem Wenn-Satz abhängt: "Wenn ...., tue das und das".

Ein kategorischer Imperativ hängt eben nicht von einem Wenn-Satz ab: "Tue das und das".

Ein hypothetischer Imperativ wäre z.B. "Wenn Du einen Kuchen willst, zerschlage 2 Eier ... "

Ein kategorischer Imperativ wäre "Tue das und das" - ohne "wenn und aber", d.h. ohne einschränkende Bedingung.

Manche Ethiker glauben, dass auch ethische Forderungen hypothetische Imperative sind, also nur Mittel zum Zweck (wie im Kuchen-Beispiel: Kuchen = Zweck, Eier zerschlagen etc = Mittel). Kant war dagegen der Meinung, dass ethische Forderungen kategorisch, d.h. unbedingt gelten. Sie snd "Selbst-Zweck", nicht Zweck zu etwas anderem.

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