Was ist der Unterschied von Hinduismus und Buddhismus?

2 Antworten

Buddhisten orientieren sich am Leben und der Lehre des Siddharta Gautama. Sie streben durch ihre Lebensweise "Bodhi" an, ein Ereignis, das in der Christlichen Tradition als "Taufe durch den Heiligen Geist" bezeichnet wird und in der indischen Tradition als Selbstverwirklichung oder echtes Yoga.

Der "Hinduismus" ist eine Vielzahl von verschiedenen, nebeneinander stattfindenden Zugängen zum Höchsten Absoluten, dessen viele Aspekte in Form vieler Deitäten verehrt werden. Hindus verehren aber auch spirituelle Lehrer wie etwa Buddha, Guru Nanak, Jesus.

Was versteht man unter Hinduismus? Sind seine Merkmale nur die Tierverehrung, das Baden im Ganges und das Kastenwesen, wie man im Westen grob vereinfacht denkt? Oder gehört mehr dazu? Die Antwort: Es gehört sehr viel mehr dazu. Der Hindu versteht das Leben ganz anders als der westliche Mensch, dessen Werte ihm völlig fremd sind. Der westliche Mensch sieht das Leben als eine chronologische Reihe geschichtlicher Ereignisse. Hindus sehen das Leben als einen ewigen Kreislauf an, bei dem die Geschichte von geringer Bedeutung ist.  Es ist keine leichte Aufgabe, den Hinduismus zu definieren, denn er hat keine einheitliche Lehre und keine priesterliche oder zentrale Hierarchie. Allerdings hat er Swamis (Lehrer) und Gurus (Meister, religiöse Lehrer). Eine allgemeine Definition des Hinduismus, die in einem Geschichtswerk zu lesen ist, lautet wie folgt: „Der ganze Komplex von Glaubensanschauungen und Institutionen, die sich seit der Abfassung ihrer alten (heiligen) Schriften, der Weden, bis jetzt entwickelt haben.“ Eine andere Definition lautet: „Hinduismus [bedeutet] den Kult der Götter Wischnu oder Schiwa oder der Göttin Schakti beziehungsweise einen Kult ihrer Inkarnationen, verschiedenen Aspekte, Ehegatten oder Nachkommen.“ Das würde auch den Kult des Rama und des Krischna (Inkarnationen des Wischnu) einschließen sowie der Durga, des Skanda und des Ganescha (Gattin bzw. Söhne des Schiwa). Es heißt, daß es im Hinduismus 330 Millionen Götter gibt, dennoch soll der Hinduismus nicht polytheistisch sein. Wie ist das möglich?  Der indische Schriftsteller A. Parthasarathy schreibt: „Die Hindus sind nicht polytheistisch. Der Hinduismus spricht nur von einem Gott . . . Die verschiedenen Götter und Göttinnen des hinduistischen Pantheons stellen lediglich die Kräfte und die Aufgaben des einen höchsten Gottes in der manifesten Welt dar.“ Die Hindus sprechen häufig von ihrem Glauben als dem Sanatana-Dharma, was „das ewige Gesetz“ bedeutet. Das Wort „Hinduismus“ ist eigentlich ein ungenauer Ausdruck für die zahlreichen religiösen Gruppen oder Sekten (Sampradayas), die im Laufe der Jahrtausende unter dem Schirm der komplexen alten hinduistischen Mythologie entstanden sind und floriert haben. Diese Mythologie ist so verwickelt, daß das Werk New Larousse Encyclopedia of Mythology schreibt: „Die indische Mythologie ist ein undurchdringlicher dichter Dschungel. Wenn man ihn betritt, sieht man das Tageslicht nicht mehr und verliert die Orientierung.“ Einige Historiker sagen, der Hinduismus sei vor 3 500 Jahren entstanden, als hellhäutige Fremde aus dem Nordwesten in das Industal eingewandert seien, das jetzt hauptsächlich zu Pakistan und (ein kleiner Teil) zu Indien gehört. Von dort breiteten sie sich in den Ebenen des Ganges und in ganz Indien aus. Einige Experten sagen, altiranische und babylonische Lehren hätten den religiösen Anschauungen der Einwanderer zugrunde gelegen. Der Hinduismus kennt auch die Flutsage, die in vielen Kulturen verbreitet ist.

Der Buddhismus — Die Suche nach Erleuchtung ohne Gott der Buddhismus — um die Jahrhundertwende außerhalb Asiens noch kaum bekannt — ist heute eine Weltreligion. Ja, im Westen stellen viele Leute überrascht fest, daß der Buddhismus direkt in ihrer Nachbarschaft blüht und gedeiht. Zum großen Teil ist das die Folge der internationalen Flüchtlingsbewegung. Viele Asiaten haben sich in Westeuropa, Nordamerika, Australien und in anderen Teilen der Erde niedergelassen. Immer mehr Immigranten schlagen in ihrem neuen Land Wurzeln und bringen natürlich auch ihre Religion mit. Auf diese Weise kommen zum ersten Mal mehr Menschen des Westens mit dem Buddhismus direkt in Berührung. Aus diesem Grund und wegen der in den traditionellen Kirchen geübten Toleranz und auch wegen des Verfalls auf religiösem Gebiet haben sich einige Leute zu dieser „neuen“ Religion bekehrt. Gemäß dem Werk 1989 Britannica Book of the Year hat der Buddhismus weltweit etwa 300 Millionen Anhänger, ungefähr je 200 000 in Westeuropa und Nordamerika, 500 000 in Lateinamerika und 300 000 in der Sowjetunion. Doch die meisten Anhänger des Buddhismus sind noch immer in asiatischen Ländern wie Sri Lanka, Myanmar (Birma), Thailand, Japan, Korea und China zu finden. Wer war aber Buddha? Wie begann der Buddhismus? Was sind seine Lehren und Bräuche? Was über Buddhas Leben bekannt ist, stammt größtenteils aus den kanonischen Texten, von denen die meisten in Pali, einer Sprache des alten Indien, geschrieben sind“, heißt es in dem Buch Die Religionen der Welt — Eine illustrierte Religionsgeschichte. Das bedeutet, daß aus der Zeit Buddhas kein Quellenmaterial vorhanden ist, das über Siddhārtha Gautama, den Stifter der Religion — er lebte im 6. Jahrhundert v. u. Z. in Nordindien —, Aufschluß gibt. Das stellt natürlich ein Problem dar. Doch noch bedeutsamer ist die Frage, wann und wie die „kanonischen Texte“ entstanden sind.

1

Nach buddhistischer Tradition wurde bald nach dem Tod Gautamas ein Konzil von 500 Mönchen einberufen, um festzulegen, welches die authentische Lehre des Meisters sei. Ob ein solches Konzil tatsächlich stattgefunden hat, ist von buddhistischen Gelehrten und Historikern oft diskutiert worden. Es ist jedoch wichtig, zu beachten, daß sogar in buddhistischen Texten zugegeben wird, die festgelegte authentische Lehre sei nicht schriftlich niedergelegt worden, sondern die Jünger Buddhas hätten sie sich eingeprägt. Es verging noch eine lange Zeit, bis die buddhistischen heiligen Texte dann tatsächlich aufgezeichnet wurden. Nach seiner Erleuchtung begann Buddha nach anfänglichem Zögern, andere seine neugefundene Wahrheit, dharma, zu lehren. In einem Hirschpark bei Benares hielt er vor fünf Bhikkhus — Jüngern oder Mönchen — seine erste und wahrscheinlich auch seine bedeutendste Predigt. Darin lehrte er,dass man, um Erlösung zu finden, den Weg des sinnlichen Vergnügens sowie den Weg der Askese meiden und den „mittleren Weg“ gehen müsse. Außerdem müsse man die „vier edlen Wahrheiten“ verstehen und beachten , die auf folgende Weise kurz zusammengefaßt werden können: 1. Alle Existenz ist von Leiden gekennzeichnet. 2. Leiden entstehen aus einem Verlangen oder einer Gier. 3. Die Aufhebung der Gier hebt das Leiden auf. 4.Der Weg zur Aufhebung des Leidens ist der „achtfache Pfad“, durch den das Verhalten, das Denken und das Glauben geregelt wird.

1
@Befra1980

Diese Predigt über den „mittleren Weg“ und über die „vier edlen Wahrheiten“ stellt das Wesentliche der Erleuchtung Buddhas dar und bildet den Inhalt der gesamten Lehren Buddhas. Gautama behauptete nicht, dass er für seine Predigt von Gott inspiriert worden sei, aber mit den Worten „hat der Tathāgata die Kenntnis . . . gewonnen“ gibt er sich selbst die Ehre. Es heißt, daß Buddha auf seinem Sterbebett zu seinen Jüngern sagte, sie sollten „zur Wahrheit stehen . . . als zu . . . [ihrer] Richtschnur . . . und zu niemandem Zuflucht suchen . . . außer zu sich selbst“. Nach den Worten Buddhas kommt also die Erleuchtung nicht von Gott, sondern dadurch, daß man sich persönlich bemüht, richtiges Denken zu entwickeln und gute Taten zu vollbringen.Es ist leicht, zu erkennen, warum diese Lehre von der damaligen indischen Gesellschaft gern angenommen wurde. Durch diese Lehre wurden einerseits die Habgier und die korrupten religiösen Bräuche der Brahmanen oder der Priesterkaste des Hinduismus und andererseits die strenge Askese der Anhänger des Dschainismus sowie anderer mystischer Kulte verurteilt. Buddhas Lehre machte auch den Opfergaben und Riten, den Myriaden von Göttern und Göttinnen und dem bedrückenden Kastensystem, das jeden Lebensbereich des Volkes beherrschte und es versklavte, ein Ende. Kurz gesagt, diese Lehre verhieß Freiheit für alle, die dem Weg Buddhas folgten.

1

Was möchtest Du wissen?