Gemeinsamkeiten Judentum, Hinduismus bzw. Buddhismus?

10 Antworten

Teil 2:

Da die anderen Kommentatoren schon einiges zu den äußeren Formalien der Religionen geschrieben haben möchte ich zu weiteren Details dich explizit auf die englische Wikipedia verweisen, dort sind die verschiedensten Themen rund um die jeweiligen Religionen sehr detailliert und umfangreich verknüpft dargelegt.

Auf der rechten Seite befindet sich immer so ein Kasten in dem zentrale Begriffe gruppiert sind, welche sich dann wieder zu weiteren Unterthematiken sich aufklappen lassen.

Anhand dieses Kastens kann man aber immer wieder die Themen gut in einen Zusammenhang bringen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Judaism

https://en.wikipedia.org/wiki/Hinduism

https://en.wikipedia.org/wiki/Buddhism

Am besten selbst mal bischen was anlesen, da gibt es soviele Gebiete das kann man nie ganz auf die Schnelle hier wiedergeben.

Man kann keine Religion in der Tiefe auf eine kurze Zusammenfassung reduzieren, so versteht man das meiste falsch oder garnicht.

Eine große Gemeinsamkeit zwischen den Religionen erkennen meistens die Mystiker.

Sie erkennen Zusammenhänge da wo die "Schulmäßigen Theologien/Theorien" strenge Gräben definieren.

Als ein Beispiel von vielen nenne ich mal Ramakrishna Paramahamsa, der als Avatar anerkannt wurde, damit für Hindus auf einer Stufe steht mit zB. Buddha oder Jesus und der später die Heilswege aller großen Religionen selbst durchlebt hatte und zu der Erkenntnis kam das sie alle zu demselben Ziel führen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ramakrishna

Sein Schüler Swami Vivekananda gründete später die Ramakrishna Mission, die weltweit tätig ist.

Sehr schön geht auch dieses Video (vorwiegend am Anfang) ein auf verschiedene Mystiker aller Religionen (auch ein jüdisches Beispiel kommt vor).

Schau es Dir doch mal an, ist zwar auf englisch aber gut verständlich:

https://youtu.be/VolXmOBotWk

Gruß

Eine interessante Frage.

Denn wenn man in verschiedenen Religionen viele Gemeinsamkeiten ausmacht, kann man das als Hinweis auf einen gemeinsamen Ursprung der Religionen werten.

Bei den Juden allerdings findet man noch keine grossen Gemeinsamkeiten mit Hinduismus und Buddhismus (siehe unten), wohl aber bei der „Nachfolge“-Religion der Juden: den Christen.

Hier mal Gemeinsamkeiten von Katholischer Kirche und Buddhismus:

Beide haben ähnliche Rituale und Zeremonien — Gesänge, der Gebrauch von Kerzen, Weihrauch, Weihwasser, Rosenkranz, Heiligenbilder und Gebetbücher sowie die Verwendung des Kreuzzeichens.

Beide haben Klöster, Mönche und Nonnen. Beide haben den Priesterzölibat, besondere Gewänder, religiöse Festtage und besondere Speisen.

Bestimmte Lehren und Glaubensansichten kommen nahezu bei allen Religionen vor.

Z. B. die Lehre von der Unsterblichkeit der Menschenseele. Oder dass alle guten Menschen in den Himmel kommen, dass die Bösen in einer Unterwelt ewige Qual erleiden, die Lehre vom Fegefeuer, von einem dreieinigen Gott oder einer Gottheit, bestehend aus vielen Göttern, und von einer Gottesmutter oder Göttin in Gestalt einer Himmelskönigin.

Oder die vielen ähnlichen Legenden und Mythen — z. B., dass der Mensch die Gunst Gottes verlor, weil er auf unrechte Weise Unsterblichkeit erlangen wollte. Oder das Bedürfnis, zur Sühnung von Sünde Opfer darzubringen.

Auch die Suche nach einem Baum des Lebens oder einem Jungbrunnen. Oder die Erzählungen von Göttern und Halbgöttern, die bei den Menschen wohnten und übernatürliche Nachkommen hervorbrachten.

Oder die Erzählung von einer katastrophalen Flut, in der fast die gesamte Menschheit ausgelöscht wurde.

Hier sind Ähnlichkeiten mit dem Judentum zu finden (Sintflut / Nephilim / Baum des Lebens / Opfersystem / ...).

Was ist aus alldem zu schliessen?

Obwohl die Völker über den ganzen Erdball zerstreut sind, kann man auf einen gemeinsamen Ursprung aller Religionen schliessen.

Genau das sagt die Bibel: Religion entwickelte sich im Zweistromland zwischen Tigris u. Euphrat (der Ebene Schinar), wo sich der Garten Eden befand und wo später auch der Turmbau zu Babel stattfand. Die Bibel beschreibt, wie Gott die Bauleute durch die Sprachverwirrung auseinandertrieb und alle ihre rebellischen Ansichten gegen den Gott der Bibel — JHWH / JAHWE / JEHOVA — mitnahmen in alle Himmelsrichtungen.

Die Juden beten nach wie vor JHWH an — wenn sie seinen Namen auch nicht aussprechen. Aber in allen anderen Religionen wird dieser Gott eher nicht angebetet. Selbst die Christenheit hat aus dem Gott der Bibel einen trinitarischen Gott gemacht.

Ich hoffe, diese Ausführungen helfen Dir.

Liebe Grüsse ...

Alle 3 sind Religionen.

Ansonsten gibt es keine Gemeinsamkeiten.

Das Judentum kennt nur einen Gott und ein Leben (auf Erden) der Buddhismus hat gar keinen Gottbezug oder Götterverehrungen, der Hinduismus kennt viele Götter.

Hinduismus sowie Buddhismus bekennen sich zur Reinkarnation, deshalb kennen sie im Prinzip mehrere Leben, die der Mensch nacheinander "lebt". Im Hinduismus variieren aber die Reinkarnationsvorstellungn, während sie im Buddhismus gleich gereglt sind.

Der Hinduismus seinerseits ist aus vielen anderen Religionen entstanden. Im Hinduismus wurde das Kastensystem erfunden, dass Buddha abgeschafft hat.

Der Glaube an eine vom Körper getrennte unsterbliche Seele mag eine Gemeinsamkeit dieser drei Weltreligionen sein. Auch das Judentum hat diesen Glauben schon seit circa 2000 Jahren übernommen von benachbarten Religionen, obwohl ihre Glaubensgrundlage, die Thora, lehrt, dass die Seele der Mensch selbst ist und nichts "Unsichtbares" in ihm.

Auf den Punkt gebracht: Die Bibel (sie beinhaltet die Thora) lehrt nicht, dass eine Seele nach dem Tod eines Menschen weiter existiert.

Ich bin Buddhist und sehe wenig Gemeinsamkeiten

Der Buddhismus hat keine Vorstellung eines Schöpfergottes, keine Propheten, göttlichen Gebote, kein Sündenkonzept und kein Bestrafungsmodell.

Die jüdischen Vorstellungen von JHWH, Abraham, Moses, den zehn Geboten und die Geschichte der 12 Stämme Israels stehen dazu in deutlichem Kontrast.

Der Hinduismus verehrt mehrere Gottheiten, oder sieht sie als Aspekte eines göttlichen Prinzips. Hier gibt es keine Propheten, dafür aber das System der Varnas ("Kasten").

Insgesamt gibt es also deutliche Differenzen. Allerdings muss das nicht automatisch bedeuten, dass es Konflikte gibt. So kennen Juden zB keine Missionierung.

Der Buddhismus wird in der Regel nicht als einzig absolute Wahrheit vermittelt, so dass andere Bekenntnisse, wie etwa das Judentum respektiert werden.

Tatsächlich gibt es sogar eine ganze Reihe bekannter buddhistischer Lehrer, die familiär über einen jüdischen Hintergrund verfügen.

Viele hinduistische Lehrer sehen Religionen nur als unterschiedliche Wege zum gleichen "Göttlichen" und betrachten biblische Propheten als gleichberechtigt mit Hindu-Weisen.

Trotz aller Unterschiede muss das Nebeneinander bzw. Miteinander zwischen diesen Religionen nicht zwangsläufig zu Konflikten führen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit mehr als 30 Jahren praktizierender Buddhist

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