Was hatte Martin Luther mit dem Bauernkrieg zu tun?

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3 Antworten

Luther hat aber auch widerlich gegen die Bauern gehetzt und schwere Schuld auf sich geladen:

Originalworte Luthers:

"Drum soll hier erschlagen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und daran denken, dass nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann als ein aufrührerischer Mensch; (es ist mit ihm) so wie man einen tollen Hund totschlagen muss: schlägst du (ihn) nicht, so schlägt er dich und ein ganzes Land mit dir.

Am Ende ist noch eine Sache, welche die Obrigkeit billig bewegen soll. Denn die Bauern lassen sich nicht daran genügen, dass sie des Teufels sind, sondern sie zwingen und dringen viel rechtschaffene Menschen, die es ungerne tun, zu ihrem teuflischen Bunde und machen diese so aller ihrer Bosheit und Verdammnis teilhaftig.


Denn wer ihnen (ihr Verlangen) bewilligt, der fährt auch mit ihnen zu Teufel und ist aller Übeltat schuldig, die sie begehen. Und (diese Menschen) müssens doch tun, weil sie so schwachen Glaubens sind, dass sie dem (Verlangen der Bauern) nicht widerstehen. Denn hundert Tode sollte ein frommer Christ erleiden, ehe er ein Haarbreit in der Bauern Sache willigte.

Oh, viel Märtyrer könnten jetzt durch die blutdürstigen Bauernund durch Mordpropheten werden! Nun, solcher Gefangener unter den Bauern sollte sich die Obrigkeit erbarmen; und wenn sie sonst keine Ursache hätte, das Schwert getrost gegen die Bauern gehen zu lassen und selbst Leib und Gut daranzusetzen, so wäre doch diese übergroß genug, dass man solche Seelen, die durch die Bauern zu solchem teuflischen Bündnis gezwungen und ohne ihren Willen mit ihnen so gräulich sündigen und verdammt werden müssen, errettete und ihnen helfe. Denn solche Seelen sind recht im Fegefeuer, ja in der Hölle und des Teufels Banden.

Darum, liebe Herren, erlöset hier, rettet hier, helft hier, erbarmt euch
der armen Menschen: steche, schlage, töte hier, wer da kann. Bleibst du
drüber tot, wohl dir, seligeren Tod kannst du nimmermehr finden. Denn
du stirbst im Gehorsam göttlichen Wortes und Befehls, Röm 13,4 ff., und
im Dienst der Liebe, deinen Nächsten aus der Hölle und des Teufels
Banden zu erretten."

Mahlzeit :(

Herzlichen Gruß

Rüdiger


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Die Situation der Bauern im ausgehenden MIttelalter und der beginnenden Frühen Neuzeit war weitgehend von Unfreiheit und schlechten Lebensbedingungen gekennzeichnet. Diese Bedingungen konnten nun auf Grundlage der reformatorischen Ideen hinterfragt werden. Die alten Privilegien des Adels und des Klerus schienen nicht mehr zu gelten. Denn Luther hatte in seinen Schriften unter anderem die Meinung vertreten, dass "Ein Christenmensch ... niemandem Untertan sei".

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher\_Bauernkrieg#Reformation

Man muss aber sagen, dass Luther die Anwendung seiner Thesen auf den weltlichen Bereich nicht befürwortete. Er sprach sich mehrmals gegen die Bauernkriege und für die Beibehaltung der bestehenden weltlichen Ordnung aus. Er schrieb mit "Wider die Mordischen und Reubischen Rotten der Bawren" sogar gegen die Bauernkriege an.

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher\_Bauernkrieg#Martin\_Luther

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Kommentar von Kuppelwieser
10.01.2016, 18:43

Wenn Luther sich so ausgedrückt hat, warum gilt er dann als "Erfinder" der deutschen Hochsprache?

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Ich glaube der hat irgendwelche Briefe an die Bauern da während dem Krieg geschrieben

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