was bewirkte martin luther?

6 Antworten

Dass die Menschen die Bibel in deutscher Sprache lesen und deshalb wissen konnten, was da drinnen steht. Dass er vom Papst gebannt und damit für vogelfrei erklärt wurde. Das Viele erkannten, wie sehr sie von der römischen Kirche belogen und betrogen worden sind und deshalb den reformierten Glauben annahmen.

Das ist mal ein Kommentar der Freude macht; denn man merkt, dahinter steckt ein gehobener Grad von Bewußtseinsbildung! DH!

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1) Reformation: Martin Luther war ein wesentlicher Begründer der Reformation, allerdings nicht der einzige.

2) theologische Diskussion: Martin Luther hat Anstöße zu einer intensiven theologischen Erörterung gegeben. Wichtige Grundsätze waren.

  • „sola scriptura“ („allein durch die Schrift“): Die „Heilige Schrift“ (Bibel) sei Auslegerin ihrer selbst und solle aus sich heraus gedeutet werden, nicht durch Zusätze aus späterer kirchlicher Tradition mit irrigem Urteil verfälscht werden. Die Bibel sei eine ausreichend klare Vermittlerin der Heilsbotschaft.

  • „sola gratia“ („allein durch Gnade“): Der unvollkommene (grundsätzlich sündige) Mensch werde allein durch die Gnade Gottes gerechtfertigt. Er könne sich die Anerkennung nicht durch Werke erkaufen (Angriff auf den Ablasshandel).

  • „sola fide“ („allein durch den Glauben“): Ein Mensch könne sich die Anerkennung Gottes allein durch seine Glaubensbeziehung zu Gott verdienen. Sein Heil werde durch die Annahme des von Gott ausgehnden geschenkes geschaffen.

  • „solus Christus“ („allein Christus“): Jesus Christus stehe im Mittelpunkt (z. B. nicht Reliquien und Heilige) und es gebe keine göttliche Offenbarung außerhalb von ihm. Christus erwirke die Rechtfertigung und erlösendes Heil.

Das Auftreten Martin Luthers hat eine Neubesinnung und ein Nachdenken über Glaubensgrundlagen vorangetrieben. Das Individuum und sein Gewissen, unabhängig von Autoritäten, bekamen große Bedeutung.

3) Entstehung evangelisch-lutherischer Landeskirchen: Eine Spaltung in römisch-katholische Kirche und orthodoxe Kirche hatte es schon gegeben, hinzu kam nun eine Aufspaltung in Katholiken und Protestanten. Martin Luther hatte ursprünglich keine Spaltung beabsichtigt, sondern ist ausgeschlossen worden, weil er sich weigerte, seine Thesen zu widerrufen. Bei der Organisation der Kirche erhielten die jeweiligen Landesherren eine bedeutende Rolle. Der Zölibat (Vorschrift der Ehelosigkeit für Priester) wurde abgeschafft (de ehemalige Mönch Martin Luther heiratete die ehemalige Nonnen Katharina von Bora).

4) Schaffung einer neuen Gottesdienstordnung: Martin Luther hat Vorstellungen über den Gottesdienst umgesetzt. Im Gottesdienst erhielten Schriftlesung und Predigt einen zentralen Platz. Er hat auch Werke für die Kirchenmusik geschaffen („Ein feste Burg ist unser Gott“ und „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ sind besonders bekannt).

5) Prägung der deutschen Sprache: Martin Luther hat mit seiner Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache, die sich um eine allgemein verständliche, volkstümliche und bildkräftige Sprache bemühte, die Bibel dem einfachen Volk besser zugänglich gemacht. Zusammen mit seinen Predigten und Tischerden hat dies die deutsche Sprache stark geprägt.

6) katholische Reform/Gegenreformation: Die erfolgreiche Reformation hat die Macht der katholischen Kirche geschwächt und ihre Einnahmen vermindert. Der Druck der Reformation führte zu Erneuerungsversuchen und Gegenmaßnahmen.

7) Stärkung der Autonomie der Fürsten und Reichsstädte innerhalb Deutschlands: Die Reformation verstärkte die Unabhängigkeit der Fürsten und Reichsstädte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gegenüber Papst und Kaiser. Den Vertretern eines religiös begründeten oder auch religiös untermauerten universalen Herrschaftsanspruches war gegenüber Protestanten eine Grundlage entzogen.

Er hat zum einen die Bibel ins Deutsche übersetzt, so dass jeder sie lesen konnte (wenn er denn lesen konnte...) und zum anderen die Gnade Gottes neu entdeckt und erklärt - dass nämlich Annahme vor Gott nicht verdient werden kann, sondern immer ein Geschenk ist.

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