7 Antworten

Was haltet ihr vom Libertarismus?

Welche Spielart meinst du denn?

  • Jene des linken Libertarismus, wonach Privateigentum nicht abgeschafft, sondern nur gerechter verteilt werden soll; und wonach eine freie Marktwirtschaft unter strenger Begrenzung des Zusammenspiels von Großkonzernen und Politik propagiert wird?
  • Oder jene des rechten Libertarismus, wonach vielfach eine Abschaffung, mindestens aber Einschränkung der Demokratie gefordert wird, um die Eingriffe derselben in Politik und Wirtschaft zu reduzieren; und zugleich ein gesellschaftlicher Konservativismus, der zum Teil sogar totalitäre Züge erreicht, gepflegt wird?
Und warum ist er in den USA beliebt, aber nicht in Deutschland?

In den USA ist fast ausschließlich der rechte Libertarismus salonfähig. Linkslibertär Orientierte, wie etwa Bernie Sanders, werden dort schon als "Kommunisten" bezeichnet.

Daraus ergibt sich auch, warum der rechte Libertarismus in den USA beliebt ist: Im Senat sitzen fast ausschließlich Multi-Millionäre mit starker und sehr enger Verknüpfung zur Wirtschaft. Entsprechendes gilt für die meisten Medien in den USA: Auch hier führen und kontrollieren ausschließlich Multi-Millionäre und Milliardäre. Natürlich - und sehr verständlich - haben die eigene Interessen, die sie nun auch durchsetzen wollen.

Wie kommst du darauf, dass es hier unbeliebt wäre? Wir leben in einer eher neoliberalen Zeit. Man ist sich halt bewusst, dass es Grenzen braucht. Selbst die liberalen Hardliner in den USA geben das mittlerweile zu. Denn wozu grenzenlose Liberalität führt, das hat die Welt ein paar mal bitterböse erlebt. Denn irgendwann schlägt das immer um. So Dinge wie die Weltwirtschaftskrise zu Beginn der 1900er war ja auch einem grenzenlosen und regellosem Kapitalismus zu verdanken.

Auch Menschen ganz persönlich brauchen Regeln und Rahmen. Sonst schlägt es auch in ein "Der Stärkere setzt sich durch" um.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Jahrelang politisch aktiv
Schlecht

Was sich so schön nennt .. hört sich ja fast wie "liberal" an, ist in Wirklichkeit eine Rechtsradikale Ideologie, die das Recht des Stärkeren propagiert, den Sozialstaat abschaffen möchte und jeder sollte Waffen besitzen und das Recht, oder das was er dafür hält, selber in die Hand nehmen.

Schlecht

Wenn das Prinzip "der Stärkere gewinnt" sih durchsetzt, bleibt die Gesellschaft insgesamt zurück.

Eine solidarische Gesellschaft ist auf Dauer immer erfolgreicher. Libertarismus ist die Ideologie für das "Ich" und steht für Ellbogengesellschaften und immer stärkere Ungleichgewichte.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Jahrelang in Partei und Initiativen tätig
Schlecht

Weil bei uns jeder das interpretiert wie es ihm passt. Streng genommen dürften Banken nicht vom Steuerzahler gerettet werden. Und manches muss verstaatlicht sein, wie Eisenbahn und Wasser.

Nicht nur manches, sondern vieles.

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