Warum vergreifen sich erfahrene Mitarbeiter oft im Ton oder in der Kommunikation an einem neuen Mitarbeiter?

11 Antworten

Vermutlich ist es so, dass besagte Mitarbeiter die neuen als Konkuurenz ansehen und versuchen, ihr Feld zu "verteidigen".

In Unternehmen, wo das so ist, herrscht kein gutes Betriebsklima.

Idealer Weise sollten die alten Hassen ihr wissen an die nächste Generation weitergeben, um so langfristig dem Unternehmen eine Überlebens-Chance zu geben.

Ich persönlich zähle mich zu den älteren mItarbeitern, die solche Praktiken, wie der Fragestelle diese schildert, zu keiner Zeit geübt haben.

In der praxis hatte das die Auswirkung, dass die Mitarbeiter auch in anderen Dingen hinter einem stehen und ein Zusammenhalt in den Teams sich herausgebildet hat.

Aktuell arbeite ich einen Nachfolger in mein Tätigkeitsgebiet nach besten Wissen und Gewissen ein ohne jegliches Konkurrenzdenken.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

So ist mir mal eine jahrelange Freundschaft kaputtgegangen. Mein Kumpel ist Teamleiter bei einem Versandriesen und ich war über Zeitarbeit angestellt. Aber in einer anderen Halle als er. Einen Tag musste ich in seiner Halle aushelfen, wusste nichts von deren Abläufen und so weiter. Zum Feierabend versammelt man sich jeden Tag nochmal zum Abschied. Feierabend war 14:30. Um 14:25 legten alle ihre Arbeit nieder und gingen so langsam zum "Treffpunkt". Also bin ich mitgetrampelt. Ich weiß nicht was ihn geritten hat, aber plötzlich spricht er mich vor versammelter Mannschaft an ob ich wüsste wieviel Uhr es ist. Ich sag nee, ich hab keine Uhr bei mir. Er holt seine raus und sagt, na, wieviel Uhr? Es war 14:28, was mir einfiele, da jetzt schon faul rumzustehen, ob das in meiner Halle normal wäre. Dabei taten 20 andere Leute (seine Leute) in diesem Moment dasselbe wie ich - nichts. Ich hab mich in Grund und Boden geschämt. Nach diesem Chef-Moment konnte ich ihn nicht mehr als Freund sehen. Er meinte später, er wollte mir zeigen, dass ich keine Extrawurst kriege nur weil wir befreundet sind (was ich nie erwartet habe) und dass er als Chef nun mal Arsch ist, und das auch ganz gerne. Für mich war er dann nur noch Arsch.

Nachtrag: Mein Kumpel war sogar Senior-Teamleiter zu dem Zeitpunkt. Ich hab dann irgendwann da aufgehört und später noch erfahren, dass man ihn wohl wieder zum normalen Teamleiter degradiert hatte. Warum, weiß ich nicht, aber das war dann doch noch eine kleine Genugtuung.

An deiner Stelle würde ich NIE WIEDER mit den was zutun haben wollen.Solche Gestalten würde dir bei Gelegenheit wieder in den Rücken fallen.

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Du siehst daran, was ein langes Arbeitsleben in diesen Firmen aus einem Menschen machen kann. Druck, Druck, Druck. Und nochmal: Druck.

Dieser Druck wird nach unten weitergegeben, von Leuten die am Ende sind psychisch.

Hab ich schon so oft miterlebt in meiner alten Firma...

Da spielen die spacken sich auf als wären die selbst Chef :)) ...

aber man darf bloß nicht zurück schrein oder was sagen weil dann wird beim Chef geheult dass der neue arbeiter zu schlecht ist.

Ich hab gelernt elegant die Leute verbal fertig zu machen ^^ oder gekonnt ignoriert.

Ich denke dafür gibt es 2 Hauptgründe:

  1. Das betriebsklima in dem Betrieb ist nicht gut und die "alten" Mitarbeiter haben Angst, dass si durch neue ersetzt werden sollen. Also versucht man es den neuen so schwer wie möglich zu machenim Unternehmen erfolgreich zu sein.
  2. Die neuen tragen dazu bei, weil sie sich nicht "Intergrieren". Anstatt sich erstmal zu orientieren wie der Laden läuft, treten sie besserwisserisch mit theoretischem Schulwissen auf. Das können "alte Hasen" nun mal überhaupt nicht leiden, denn auch mit der aktuellsten Theorie fällt jeder auf die Schnauze, der von Praxis keine Ahnung hat.

Kein Mensch lebt auf Ewigkeiten genauso ist es mit dem Arbeitsleben. Irgendwann geht jeder in die Rente.

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@Power12345678

Das ist zwar richtig, aber mancher Chef will manchem "alten" und engstirnig gewordenen Mitarbeiter auch zeigen, dass es Ersatzpotential gibt, wenn er den Mitarbeiter nicht mit vernünftigen Mitteln zu einer anderen Arbeitsweise motivieren kann.

Meiner Erfahrung nach gehören zu einem Streit immer mindestens 2 Leute, somit gibt es so gut wie nie einen völlig Unschuldigen, wenn eine Situation eskaliert. Und genauso wenig wie ein neues Ritzel eine alte Fahrradkette reibungslos antreiben kann, wird sich ein neuer Mitarbeiter in ein eingespieltes Team einfügen können, wenn er nicht bereit ist sich an gewisse Spielregeln zu halten.

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