Warum sind die Breitengrade der Erde von 90 N bis 90 S und die Längengrade von 180 W bis 180 O, also doppelt so genau?

8 Antworten

Zum einen verwechselst du Genauigkeit und Auflösung.

Zum anderen sind die Breitengrade ganze Kreise, die Längengrade nur halbe Kreise. Wären die Längengrade (eigentlich: die Meridiane) auch ganze Kreise, hättest du jeweils zwei Schnittpunkte der beiden Kreise und somit würde jede Koordinate doppelt existieren. (jeweils die selbe Koordinate nochmals auf der "Rückseite" der Erde)

In beiden Richtungen ist der Kreis in jeweils 360 Grad geteilt, die Genauigkeit ist also gleich.


iqKleinerDrache 
Fragesteller
 05.05.2019, 09:53

es gibt eben nicht 179° Nord ... aber 179° West gibt es

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Rolf42  05.05.2019, 09:58
@iqKleinerDrache

Nein, aber die Breitengrade beziehen sich jeweils nur auf einen halben Erdumfang, siehe auch Antwort von gfntom.

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Das hat nichts mit der Genauigkeit zu tun. Es handelt sich um ein Raster, welches man um die Erde gelegt hat, um Positionen von Punkten auf der Erde angeben zu können. Die Genauigkeit dieser Punkte in diesem geographischen Koordinatensystem hängt von den Meßmethoden und Meßinstrumenten ab, mit denen sie bestimmt werden.


iqKleinerDrache 
Fragesteller
 05.05.2019, 10:06

Ich kann z.B. die Entfernung von 45°,30',30'' N 100°,50',50'' W zu 45°,30',30'' N 100°,50',51'' W berechnen und das sollte nur halb so lang sein wie 45°,30',30'' N 100°,50',50'' W zu 45°,30',31'' N 100°,50',50'' W --- oder sehe ich das falsch ?

also wenn die Genauigkeit exakt gleich ist, dann müsste die Entfernungsmessung gleiches Ergebnis bringen (bis auf Minimalabweichungen wegen Krümmung). Ich meine jedoch dass die Entfernung jetzt ca. den doppelten Wert bringt bei einem der beiden Strecken die nur die Grad-Sekunde einmal beim Längengrad und das andere mal beim Breitengrad um 1 verschieden hat.

Es ist natürlich nicht genauer als 1 Grad-Sekunde zu rechnen in beiden Fällen.

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Feldnuss  05.05.2019, 10:26
@iqKleinerDrache

Wie kommst Du denn zu dieser Meinung? Wie hast Du die Entfernungen denn berechnet? Welches Erdmodell liegt deiner Berechnung zu Grunde?

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Dein Denkfehler liegt darin, dass die Breitengrade lediglich einen VIERTEL"Kreis" (Annäherung!) beschreiben, wogegen die Längengrade den HALBEN Erdumfang beschreiben:

2 x 180° = 360° UND 4 x 90° = 360° - an der Auflösung der Winkeleinteilung ändert das also überhaupt nichts.


oetschai  05.05.2019, 11:53

Zusatz: zudem erschien es wohl praktikabler, die Längen- und Breitengrade so einzuteilen, wie wie es bis dato haben.

Man hätte ja auch sagen können: wir fangen nun beim Längengrad, der durch das Kolosseum in Rom geht, zu zählen an; und zwar immer in östliche Richtung... Dann läge Greenwich heute bei 347,507769°.

Oder würde man die Breitengrade - sagen wir mal - beim Südpol beginnen zu zählen, läge der Äquator bei 90° UND bei 270° und das Kolosseum bei 131,890210° UND gleichzeitig bei 131,890210°

Also das mit den Längengrade ließe ich mir ja noch einreden - aber die Einteilung der Breiten in 90° Nord und Süd macht für mich schon eine Menge Sinn... ;-)

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wenn man die Erde als rechteckige Karte darstellt, sind alle Rechtecke, die sich aus den Graden ergeben gleich groß. Da man die Erdkugel dabei von Ost nach West über 360° komplett abbildet, genügt es, sie von Nord nach Süd nur einmal (also 180°) abzubilden, da man die Rückseite von Süd nach Nord bereits erfasst hat.

Man muß allerdings bedenken, daß diese Darstellung die Realität sehr verzerrt. Eine 1:1 Darstellung liefert nur der Globus.