Warum sind deutsche Filme so unnormal schlecht?

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10 Antworten



Weil die Filmindustrie sich danach richtet, was im Fernsehen geguckt wird. Was im Fernsehen geguckt wird, zeigt angeblich die Quote an. Das sind dann so Billigserien, die Rentner im ZDF gucken.
Deswegen wird auch nur Geld für Billigromcoms mit Matthias Schweighöfer ausgegeben.

Es sind halt komischerweise die Filme, die in Deutschland mit deutschen Crews gedreht, aber von amerikanischen Studios finanziert werden, handwerklich deutlich besser.

Allein schon, dass in Deutschland nicht geprobt wird, find ich verwunderlich. Da geben dir die Produzenten kein Geld für. Mit der Begründung, das würden die anderen ja auch nicht machen. Dabei brauchen gerade Schauspieler, die hier in Deutschland ausgebildet wurden, Hilfe vom Regisseur, die Figur zu finden.
Guck dir mal an, wie gut deutsche Schauspieler auf einmal in nichtdeutschen Produktionen spielen können...


Warum kaum einer überhaupt an sowas wie Color Grading oder so denkt, ist mir auch ein Rätsel. Ist ein ausgelutschtes Argument, aber Bully Herbig ist komischerweise einer der wenigen, der sich Mühe gibt, dass seine Kinofilme auch wie Kinofilme aussehen. Vergleich mal die Optik von Periode 1 mit der von Toni Erdmann.

Es gibt aber ab und zu immer wieder ein paar Ausnahmen. Bei Fack Ju Göhte war ich überrascht, wie gut geprobt die Comedy wirkte. Von der Farbgebung rede ich jetzt mal nicht. :D
Victoria ist auch ein gutes Beispiel dafür, was man alles rausholen kann, wenn man sich um alles Gedanken macht, was ein guter Film braucht.


Das einzige was gemocht wird, sind die Stories. Nicht wie die Filme gemacht sind. Deswegen werden ja auch immer mal wieder Hollywood-Remakes von deutschen Filmen gemacht. Weil die da stilistisch und handwerklich Besseres gewöhnt sind.

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Also diese Wahrnehmung kann ich in gewisser Weise nachvollziehen. Das deutsche Mainstream-Kino hat ein großes Problem. Lange Zeit musste und wollte es sich nicht mit Hollywoodproduktionen messen, sondern etwas eigenständiges darstellen. Mit dem Einzug von Deutschen in Hollywood, seien es Regisseure wie Emmerich oder Petersen oder Schauspielern wie Ralf Möller oder Til Schweiger entwickelte man zunehmend den Anspruch auch hierzulande Filme auf diesem Blockbuster-Niveau zu produzieren und sei es nur im Comedy-Bereich. Das Problem ist aber, dass deutsche mainstream-Regisseure die Filmformel nicht begriffen haben. Wie ist es anders zu erklären, dass alle Filme mit Til Schweiger oder Matthias Schweighöfer diesen braunen Bronze-Look haben? Man will Hollywood Look and Feel imitieren ohne verstanden zu haben, dass dies nicht die Erfolgsformel ausmacht.
Ein Emmerich hat es verstanden, wie er als deutscher Regisseur in Hollywood punkten kann und was die Amerikaner von Filminhalten erwarten. Auch wenn er sich zugegeben damit oft angebiedert hat.

Ich gebe aber zu bedenken, dass der deutsche Film mehr ist, als das Blockbuster-Kino. Kaum ein anderes Land hat derart viele und gute Autorenfilme, wie Deutschland. Filme wie von einem Reiner Werner Fassbinder oder einem Wim Wenders, ja manchmal auch von einer Doris Dörrie sind von der Bildsprache und vom erzählerischen Niveau auf einer ganz anderen Ebene zu verorten, als Til Schweigers 08/15-Filmchen.

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Kommentar von knallpilz
19.07.2016, 12:04

Autorenfilmer gibt es doch aber überall gute. Gerade in den USA.

Tarantino, die beiden Andersons, Zach Braff, die Coen Brothers, Sofia Coppola, die Wachowskis, Jim Jarmusch, Charlie Kaufman, Rian Johnson, Kevin Smith....

da gibt es einige...

Die deutschen, die es wirklich gut können, gehen eigentlich immer nach Hollywood, machen hier vielleicht vereinzelt nochmal einen Film...

Aber ich finde mit Spanien, Frankreich oder England kann man die Qualität unserer Filme nicht wirklich vergleichen...

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Kommentar von Flimmervielfalt
19.07.2016, 12:26

Autorenfilmer gibt es überall gute, aber im Verhältnis zur Landmasse und Bevölkerung gesehen, ist in Deutschland die Frequenz schon recht hoch. Was Blockbuster aus Spanien angeht, stimme ich dir zu 100% zu...bei Frankreich habe ich allerdings nach den Sch'tis echte Zweifel bekommen. Wenn es aber um Independent- und Autorenkino geht, dann ist Frankreich natürlich qualitativ stark voraus. Dahingehend würde ich zustimmen,

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Weil in fast allen deutschen Filmen noch die Spießigkeit der Adennauer Ära mitschwingt.

Ich kann z.B. auch den derzeigen Hype um Toni Erdmann nicht verstehen. Na gut, es ist eine passabler Komödie, aber doch nicht "die beste deutsche Komödie, die je gedreht wurde" oder ein "Griff zu den Sternen".

Der Film ist eine Stunde zu lang, er tritt teilweise zäh auf der Stelle, walzt die Gags aus wie jemand, der immer die Pointe seiner Witze erklären muss, und die Dialoge klingen so, als kämen sie nicht aus den Mündern der agierenden Personen sondern aus dem Off. Und die Verrücktheiten, die da wohl als besonders skurril eingestuft werden, haben wir in unserer Studienzeit jede Woche veranstaltet, die Hälfte davon hätte einen doppelt so witzigen Film abgegeben.

Ich habe einen Tag vor "Toni Erdmann" den Film "Der Olivenbaum" gesehen. Kein Vergleich! Dieser Film zieht einen rein, bei Toni Ermann steht man immer relativ unbeteiligt daneben.

Wie gesagt passabel – aber nicht genial!

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Das ist einfach eine Behauptung deiner seits, ich könnte das auch ganz im Gegenteil behaupten, wir haben natürlich beide recht, da es unsere Persönliche Meinung ist.

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Weil junge Menschen eher den US Amerikanischen Stil mögen vermute ich. So kommen dir andere Filme (auch Türkischer) spannender vor.

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ich find "Die Welle", "Türkisch für Anfänger" und halt den ganzen kram von Constantin Film eigtl ganz nice und nicht billig :D sind halt keine CGI 360 noscope action computer born filme ^^

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Mich stört es teilweise, das die Deutschen immer so schnell reden/plappern. 

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Das eine eine Verallgemeinerung die so ja nicht gilt. Es gibt auch massenweise schlechte Filme in den USA oder sonst wo - nur wenn die halt entsprechend schlecht sind werden sie nicht importiert.

Von daher sieht man sie hier bei uns nicht - im Gegensatz zu den einheimischen. Das verzerrt das Bild.

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Weil bei den Filmverleihern und Produktionsfirmen nur alte konservative Säcke sitzen, die kaum etwas neues oder dem Publikum entsprechendes zulassen. Es muss nach deren Nase gehen, junge ansichten haben dort nichts zu suchen. Genau wie in der Politik.

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Na ich denke mal weil Till Schweiger dort mitspielt! * oder seine Tochter

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