Warum sehen "alle" Deutschland so negativ?

Support

Liebe/r ryDax,

sicherlich ist dies eine interessante Frage. Da sie aber im eigentlichen Sinne keine Ratgeberfrage ist, möchte ich Dich bitten, solche Fragen in Zukunft im Forum zu stellen (http://www.gutefrage.net/forum).

Danke für Dein Verständnis und viele Grüße,

Tim vom gutefrage.net-Support

24 Antworten

Na, warum ist das Grass auf der Weide gegenüber immer grüner? Eigene negative Erfahrungen werden persönlich meist überbewertet und gedacht, dass es ja woanders nur noch bergauf gehen kann; schlechter als momentan kann es ja Enttäuschten gar nicht mehr gehen (meinen sie). Mit dem Blick auf einen "neuen Anfang" denkt man sich alles schön.

Das Ganze ist auch eine self fulfilling prophecy, also eine sich selbst erfüllende Prophezeiung! Ich habe lange Jahre im Ausland gelebt, da ist zwar auch nicht alles Gold, was glänzt, aber es zieht mich seit meiner Rückkehr schon sehr runter, dass hier alles so mies gemacht wird. Eigentlich geht es den Leuten, die da jammern, ganz gut, aber sie sind nie zufrieden. Und immer, immer sind die anderen schuld. Und nie reicht das Geld. Ich habe Leute in Spanien gekannt, die buchstäblich von der Hand in den Mund lebten - die haben sich nie beschwert, im Gegenteil! Sie betonten immer die positiven Seiten in ihrem Leben. Und dass das immer am Wetter liegt, glaube ich auch nicht. Die Schweden jammern nicht so rum und da ist es noch viel kälter, dunkler und nasser.

Aber wenn man dauernd nur hört, wie blöde es hier ist, fängt man an, es selbst zu glauben...

Deine erste Frage hast du dir ja schon selber beantwortet. Und auf die zweite gibt es ganz verschieden Antworten, weil jeder seine Vorteile woanders sieht. Auf jeden Fall gibt es kaum ein anderes Land, wo man so eine soziale Absicherung hat. In anderen Ländern muß jeder für sich die Verantwortung selbst übernehmen

Gut gesagt. DH

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Bereits Luther und Goethe hatten an Deutschland oder an den Deutschen etwas auszusetzen und daher dürfen es auch alle anderen (mich eingeschlossen) nach ihnen. Es gibt ja auch positive Urteile über die Deutschen, die zuviele selbstverliebte Deutsche allerdings nicht wahrnehmen können oder wollen.

Werfen wir zunächst einen Blick auf Goethe:

»Doch liegt mir Deutschland warm am Herzen. Ich habe oft einen bittern Schmerz empfunden bei dem Gedanken an das deutsche Volk, das so achtbar im einzelnen und so miserabel im ganzen ist.«

Johann Wolfgang Goethe; Gespräch mit Luden vom 13. Dezember 1813; Gedenkausgabe, Bd. XXII, S. 713

Also einzeln sind wir gar nicht so übel, sondern nur in der Masse (in Mallorca am Strand, beim Spiel Schalke gegen Bayern, im Bundestag).

Außerdem birgt die deutsche Geschichte gewisse Besonderheiten, von denen der Holocaust nur eine ist. Wusstet ihr, dass wir Deutschen zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert ebensoviele "Hexen" verbrannt und geköpft haben, wie das übrige Europa zusammen?

Hier hat sich einer die Mühe gemacht Ansatzpunkte zu suchen, die uns zumindest zum Nachdenken über uns veranlassen sollten:

http://www.hagalil.com/2016/06/24-deutsche-tabus/

Vielleicht ist ja doch was dran, und wir sind

kein

"ganz normales Volk".

Tu ich doch gar nicht! Und Positives - wir haben: relative Rechtssicherheit, den Transrapid, schöne Weihnachtsbäume, bunte Ostereier, frauenschonende Geburten (Kinder bringt bei uns der Klapperstorch), tolle Autos, viele Windkraftwerke, Tolleranz bis zum Erbrechen, die meisten Bier- und Brotsorten, die Telecom, die Post, Ver.di, Angela Merkel (na ja), den Kölner Dom... Ich liebe Deutsche Land.

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