Warum nehmen Lehrer es persönlich, wenn Schüler keine Leistung erbringen?

17 Antworten

Das liegt an der völlig verqueren Vorstellung, die so viele Lehrer vom Lernen haben. Sie glauben, Lernen sei, wenn sie anderen etwas beibringen. Das ist aber Belehrung und hat mit den natürlichen Vorgang des Lernens nichts zu tun. Sie verstehen nicht, dass die meisten Schüler nur deshalb eine Leistung erbringen, weil sonst negative Konsequenzen drohen (schlechte Noten ➡️ schlechter Job).

So mancher Lehrer will sich selbst verwirklichen. Diese Selbstverwirklichung besteht darin, anderen zu helfen. Das große Problem in der Schule ist, dass sie auch denen helfen sollen, die nicht darum gebeten haben. Das ist doch überhaubt der Grund, warum es ein Bewertungssystem gibt. Nur wenige Schüler würden sich so - wie in der Schule üblich - herumschubsen lassen, wenn nicht das Damoklesschwert eines Abschlusses über der ganzen Veranstaltung hinge.

Derjenige Lehrer, der seinen Job in bester Absicht tut, nimmt es natürlich persönlich, wenn ein Schüler mit einem Mal nicht mehr das tut, was er immer getan hat; nämlich die Erwartungen des Lehrers zu erfüllen. Dass die Lehrer den Schülern damit Gewalt antun ist beiden aber nicht bewusst. Das Ganze wird »Erziehung« genannt. Das klingt nicht so negativ. Aber: Gras wächst nicht schneller, wenn man an ihm zieht.

Gruß Matti

Soll deine Antwort als Pro-Argument für Analphabetismus sein?

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@Mignon5

So verstehe ich die Antwort nicht! Überhaupt nicht! Kuhlmann beschreibt die Realität! Ansonsten könnten auch Roboter als Lehrer eingesetzt werden UND anstelle der Schüler an sich auch Roboter vor dem Lehrer sitzen! Wir sind aber Menschen. ! Das darf man nicht vergessen.

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@Mignon5

Auch das zählt zu den verqueren Vorstellungen mancher Lehrern: Man bliebe Analphabet, wenn man nicht zur Schule ginge und belehrt würde. Wenn wir in einigen Jahren eine Krippen- bzw. Kindergartenpflicht haben und es irgendwann so gut wie keine Menschen mehr gibt, die das Laufen und Sprechen außerhalb dieser Institutionen gelernt haben, werden einige Erzieher glauben, der Mensch könne nur in Krippe&Kindergarten sprechen und laufen lernen. Nee, is klar.

Ich empfehle einen kleinen Ausschnitt des nachfolgen Videos. Ab Minute 34:52.

https://www.youtube.com/watch?v=kWC_OXN5O0o&list=PLrAvDZ9sYjXZIIN2M4d4zmE4QIJzIN0_W&index=1

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Es ist ihr Beruf, bei manchen Lehrern sogar mehr oder weniger ihre Berufung, den Schülern etwas beizubringen. Viele schöpfen aus dem Unterrichten und aus dem Weiterbilden ihrer Schüler somit so etwas wie ihre Selbstverwirklichung. Wenn das nicht klappt und trotz Kosten und Müh der Schüler die Leistung nicht erbringt, dann ist das natürlich frustrierend (auch wenn in manchen Fällen weder Schüler noch Lehrer dafür die Schuld trägt). Stelle dir einen Maurer vor, der den ganzen Tag an einer Mauer arbeitet und diese stürzt nach einem harten Arbeitstag einfach ein. Klar, das Geld für seine Arbeit kriegt er zwar trotzdem, dennoch ist es frustrierend, da seine Mühe komplett sinnlos erscheint. Genauso der Lehrer: Tag ein Tag aus versucht er seinen Schülern etwas beizubringen... wenn diese Schüler es bei den Prüfungen trotzdem nicht können, dann ist des Lehrers Mauer quasi eingestürzt. Klar, auch er/sie kriegt das Geld trotzdem, aber ein gewisser Frust bleibt dennoch... Jedoch ist es sehr wichtig mit diesem Frust professionell umzugehen: Agressiv oder gar beleidigend und abwertend werden ist da natürlich wenig angebracht. Den Frust nachvollziehen kann ich aber dennoch.

Ich finde deine Antwort sehr ausgewogen!

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Aggressiv bin ich nie geworden, wenn ein Schüler sich weigerte, Leistungen zu erbringen - schließlich verbaut er sich seine Zukunft und nicht meine.

Allerdings hat ein guter Lehrer den Ehrgeiz, den Stoff so interessant zu vermitteln, dass er von den Schülern angenommen wird. Berufsethos!

Pauschalisiere bitte nicht! "Die Lehrer" gibt es nicht. Jeder Mensch ist anders und reagiert anders und das gilt auch für Lehrer.

Es gibt Lehrer, die damit professionell und gelassen umgehen

Das ist nicht professionell, sondern eher Bequemlichkeit und Faulheit. Ihnen sind die Schüler gleichgültig. Sie kümmern sich nicht um sie.

die dann abwertend und beleidigend ggü des vom Leistungsabfall betroffenen Schüler werden.

Naja, Schüler überreagieren und übertreiben häufig und fühlen sich bei jeder kleinsten Kritik gleich beleidigt. Es ist Aufgabe eines Lehrers, den Schülern so viel wie möglich beizubringen und ein guter Lehrer ermahnt die Schüler zum Fleiß. Desalb müssen die Schüler nicht gleich beleidigt sein.

Letztlich ist es doch die Entscheidung der Schüler, welche Leistung sie erbringen wollen, wieso mischen sich manche Lehrer da ein

Ein guter Lehrer hinterfragt sich selbstkritisch, ob seine Lehrmethode zum Erfolg führt oder ob er etwas verbessern könnte. Warum sollte er das nicht tun? Nochmals: Ein guter Lehrer kritisiert die Faulheit der Schüler und das ist auch richtig und gut so.

Ob er dabei aggressiv ist, wie du schreibst, ist die Frage. Vermutlich ist es dir nur so vorgekommen. Und wenn der Lehrer mal etwas lauter geworden ist, wirst du es schadlos überleben. Ein Lehrer ist auch nur ein Mensch, der gelegentlich mal aus der Haut fahren kann!

Mache aus einer Mücke keinen Elefanten!

Das liegt auch daran, dass einige genervt sind und einfach psychisch daneben sind, dass sie alles auf sich beziehen.Ich gebe mir hier so Mühe, dass du es kannst und dann enttäuschst du mich. Sie fühlen sich gekränkt, weil sie denken, dass der Schüler ignoriert. Das ist wie wenn die Mutter macht und tut und man ignoriert es statt mal wenigstens Danke zu sagen. Da sind manche Lehrer einfach nur gekränkt und wirken genest. Halt so wie teils hier schon geschrieben wurde.

Es kann aber auch einfach daran liegen, dass es den aus privaten Gründen nicht gut geht und der Schüler bekommt dann den Ballast ab wenn es grad passt. Manche Menschen...und Lehrer sind Menschen...können Beruf und Privat nicht trennen.

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