Warum muss man sich Respekt verdienen?

4 Antworten

Ich behandel alle Leute die ich nicht kenne oder die mir halbwegs sympathisch sind sehr freundlich. Respekt ist für mich aber eine Nummer größer. Unter dem Begriff verstehe ich eine besondere Wertschätzung, die man sich selbstverständlich "erarbeiten" muss. Ich würde aber durchaus behaupten, dass viel zu viele Leute schon viel zu unfreundlich sind. Wer schon z.B. an der Supermarktkasse, beim Bezahlen, nicht mal Hallo oder Danke sagen kann, macht mich auch schon etwas wütend. Freundlichkeit kann man aber dennoch von fremden Personen nicht einfordern, erst recht nicht mit Aggression. Wer zu mir unfreundlich ist wird von mir auch einfach unfreundlich behandelt oder ignoriert und fertig.

Respekt ist ein vielschichtiger Begriff.

Auf unterer Ebene liegt die Anerkennung der Menschenwürde. Man respektiert andere Menschen als Menschen. Das ist der Grundrespekt, den jeder haben sollte.

Kritisiert wird oft der Autoritätsrespekt. Jemand verlangt Respekt aufgrund einer Stellung, die er inne hat. Das ist der Respekt von oben herab. Das mögen viele nicht akzeptieren und geben als Antwort auf die Einforderung, dass derjenige sich zunächst den Respekt verdienen solle. Das bedeutet, jemand wird aufgrund seiner Leistungen anerkannt. Die Leistung, die dahinter steckt, dass jemand überhaupt zu einer gewissen Position gekommen ist, sieht man dabei nicht.

Ich stelle es mir teilweise ziemlich schwer vor, von Mitarbeitern Respekt zu ernten, denn egal wie sehr die Führungskraft sich bemüht, es wird immer Kritikpunkte geben. Es gibt immer etwas, das man als Arbeitnehmer besser finden kann als die aktuelle Situation.

Für eine neutrale Bewertung, ob leistungsbezogener Respekt angebracht ist, muss man die Details kennen.

Da können wir uns die Hand reichen, ich denke da sehr ähnlich. Musste aber auch schon die Erfahrung machen, dass es heutzutage eine immer größere Anzahl Mitmenschen gibt, die vor nichts außer sich selbst Respekt haben und die mit dem "kategorischen Imperativ" nach Kant, den du hier ansprichst, nichts anfangen können.

Wenn ich solche Leute dann auf ihr respektloses Verhalten angesprochen habe, bekam ich teils haarsträubende Antworten wie "wieso sollte ich Respekt zeigen vor jemandem, der nix für mich getan hat?" oder "was bekomme ich dafür?" oder "alle Menschen sind wertlos für mich, bis sie mir ihren Wert bewiesen haben"

Einer meinte gar, er sei "überzeugter Nihilist" und "jede Moral sowieso subjektiv" und wenn in "seiner Realität etwas keinen Wert hat, dann ist das halt so, weil für ihn nur seine eigene, subjektive Realität existiert". Das Begründete er mit seiner Lektüre von Nietzsche...

Bei solchen Schwachköpfen reicht es leider nicht, selbst respektvoll zu sein. Denen muss man aufzeigen, dass sie mit ihrem Egoismus und ihrer menschenverachtenden Gleichgültigkeit nichts erreichen, indem man ihnen künftig jeden Respekt verwehrt. Einen von den Typen habe ich sogar mal umgehauen, seither erweist er mir jede Menge Respekt. Gibt halt Menschen, die verstehen nur eine Sprache...

Bist du dir sicher, dass er dich respektiert oder nur Angst vor dir hat?

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Ich habe den Eindruck, dass der Begriff „Respekt“ heute falsch verstanden wird.

Was Du erwarten kannst, ist Höflichkeit. Was Du erhoffen kannst, ist Freundlichkeit. Was Du Dir verdienen musst, ist Respekt.

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