Warum muss man ein Pferd Einschläfern/Erschießen wenn es gestürzt ist und sich den Fuß Knöchel gebrochen hat , warum Heilt der Knöchel NICHT mehr ?

4 Antworten

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Weil Beinbrüche beim Pferd zum Großteil erstens nicht komplikationslos ausheilen, bei fast allen die Funktionalität der Gliedmaße nicht mehr komplett wiederhergestellt werden kann und weil die Auswirkungen auf den restlichen Körper so gravierend sind, dass es tatsächlich in den meisten Fällen die tierliebendere Variante ist, das Pferd zu erlösen.

Wenn ein Pferd zB ein Vorderbein - aus welchem Grund auch immer - über längere Zeit entlastet, wird die andere Gliedmaße überlastet. Man kann keine Struktur schonen, ohne eine andere vermehrt zu belasten. Das kann so weit gehen, dass das Pferd zB am anderen Huf eine Belastungsrehe bekommt - dann tut der Linke wegen dem Bruch weh, der Rechte wegen der Hufrehe. Belasten kann es dann keins mehr richtig, also versucht es, das Gewicht nach hinten zu verlagern, was innerhalb kurzer Zeit zu gewaltigen Kreuzschmerzen und Muskelkater führt. Also stellt es sich doch vorne auch drauf, was für den Bruch nicht gut ist, für die Rehe genausowenig, und das Kreuzweh wird auch nicht besser, weil es als ganzes verkrampft.

Dazu kommt noch der psychologische Faktor, denn für ein Fluchttier ist es eine wahnsinnige psychische Belastung, in dem Wissen zu leben "wenn jetzt ein Säbelzahntiger kommt, bin ich sein Mittagessen". Also steht das Tier die ganze Zeit über sowohl unter psychischem (kann nicht laufen) als auch physischem (alles tut weh) Stress, dazu kommen meist noch genug Medikamente, was dann insgesamt dazu führt, dass das Verdauungssystem auch noch die Segel streicht...

Bei einer Verletzung, die in der Wildnis dazu führen würde, dass das Pferd zur Beute wird, ist man in meinen Augen als Besitzer immer in der Pflicht, sich das sehr gut zu überlegen, was man dem Pferd mit der Behandlung antut. Auch wenn man heute schon vieles mehr oder weniger erfolgreich wieder zusammenflicken kann, halte ich das nicht immer für sinnvoll. Manchmal ist die Euthanasie tatsächlich die tierschonendere Variante.

DH, DH und noch mal ein DH☺

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Danke für den Stern :)

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einen fesselgelenkbruch kann man nicht ruhig stellen. einen fusswurzelgelenkbruch ebenfalls nicht.

ein röhrbeinbruch ist mittlerweile heilbar, bei einem oberarmbruch stehen die chancen wegen der umlaufenden muskeln nicht so gut. dasselbe gilt an der hinterhand.

wobei in ruhe die vorderhand mehr belastet wird.

es gibt manchmal die möglichkeit, dass ein bruch im bein- und fussbereich nicht mehr zwingend das todesurteil ist. früher war ja auch eine schwere rehe in der regel das todesurteil.

unter bestimmten umständen kann man nach einem unkomplizierten bruch ein pferd wieder soweit herstellen, dass es eingeschränkt reitbar ist. allerdings ist das pferd ein lauf- und fluchttier. bei lauf- und fluchttieren sind komplikationen beim beinbruch eher die regel, als die ausnahme.

auch kann man ein pferd nicht dauerhaft hinlegen, damit ein gebrochenes bein nicht belastet wird. langes liegen führt infolge des gewichtes der inneren organe und der kreislaufstruktur beim pferd zur schweren embolie oder zum herzversagen. ein pferd jetzt aber auf verdacht für mehrere monate bewegungsunfähig in einer schlinge aufzuhängen, ist auch nicht das non plus ultra.

da muss genauestens abgewägt werden zwischen den immensen kosten einer solchen behandlung, der zumutbarkeit für das pferd (s. tierschutzgesezt, leiden von wirbeltieren ohne triftigen grund), den möglichen heilungsaussichten und der späteren verwendung. 

bei einem wertvollen tier wird man den versuch eher machen - z.b. zuchthengst oder wertvolles rennpferd, das später noch in die zucht kann.

ausserdem ist auch der unfallort massgeblich, da ein pferd mit einem beinbruch in der regel nur mit einem spezialtransporter überhaupt transportfähig ist. passiert ein unfall auf einer rennbahn oder auf einem turnier, kann in der regel ein solcher transporter direkt bis zum pferd fahren. passiert sowas mitten im wald, ist da nicht möglich.

noch heute müssen etwa 80% aller pferde mit beinbrüchen getötet werden - hauptsächlich wegen der diagnose "komplikation", aber hin und wieder ist auch ein beinbruch beim pferd heilbar, z.b. ein unkomplizierter, nicht verschobener röhrbeinbruch.

auch ein schulter- oder beckenbruch ist heutzutage, wenn er ohne komplikationen daherkommt, heut eher in der regel, als in der ausnahme heilbar.

ich hoffe, diese antwort hilft dir weiter.

Auch hier alle DH.☺

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Och vieles heilt. Aber das kostet Geld und Zeit und Pflege und eine Spritze ist nunmal einfacher.

Rate mal warum allgemein so viele Haustiere so früh eingeschläfert werden.

Falsch gedrückt, ich wollte kommentieren und nicht Danke für diese Antwort sagen.

Nicht jede Verletzung / Krankheit lässt sich mit Zeit und Geld heilen. Und nicht alles medizinisch machbare ist unbedingt sinnvoll. 

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Ich habe auch nirgendwo das Wort "alles" verwendet, wenn du ordentlich lesen würdest :)

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@AuroraRich

Bei der Frage ging es aber um ein konkretes Beispiel/Verletzung, nicht  um eine "allgemeine" Verletzung. 

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Manche Operationen und manche Heilversuche bringen einfach keine Lebensqualität mehr und ein Pferd, das rund 22 Stunden auf seinen Beinen zubringt ist nun mal nicht mehr Pferd, wenn es das nicht mehr tun kann (schon gar nicht ohne Schmerzen), auch wenn der Besitzer sein ganzes Geld und seine ganze Zeit hineinversenkt, kommt dabei keine Lebensqualität für das Pferd mehr dabei heraus. Dreibeiniger Hund - ja das geht - dreibeiniges Pferd - nein das geht nich.

Rate mal warum allgemein so viele Haustiere so früh eingeschläfert werden.

Weil sie absolut gegen ihre Natur gehalten und gefüttert werden, deshalb bekommen viele Zivilisationskrankheiten.

Zweitens, weil man sie nicht mehr natürlich sterben lassen will, man muß schnell noch zum TA "um Human zu sein".

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Ich habe auch nie von allen gesprochen. Wir haben selbst 12 Pferde. Ich weiß auch, dass es hoffnungslose Fälle gibt, aber ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass man ein Tier, was andere töten lassen würden, aufpäppeln kann und es danach ein normales glückliches Leben führen kann. Aber es kostet eben Arbeit und das weiß man vorher, dass Tiere eben Arbeit Kosten können.

Weiteres Beispiel unser Hund (Tibet Terrier) wird dieses Jahr noch 17 Jahre alt. Vor 3 Jahren hatte er einen ziemlichen gesundheitlichen Einbruch, 80% hätten ihn eingeschläfert, weil er da echt pflegeintensiv war. Wir wollten das aber nicht und haben und die Arbeit (und auch das Geld) gemacht. Jetzt ist er zwar alt und eben ein Rentner aber er lebt und das ohne Einschränkungen. Er kann zwar nur noch 30 Minuten am Tag Gassi gehen, aber den Rest verrichtet er im Garten. Jemand ohne Garten hätte den Hund wahrscheinlich eingeschläfert, weil er ihm zu anstrengend werden würde.

Und wenn ein Tier leidet und es keine Chancen mehr auf Heilung gibt, weil es von Tumoren zerfressen ist, dann bin ich die letzte die sagt, dass man es nicht einschläfern sollte (ich wäre auch bei Menschen dafür, Sterbehilfe zu leisten, wenn diese das wollen). Aber im allgemeinen wird oft sehr schnell ein Tierleben beendet, weil es einfach umständlich wäre, sich um das Tier zu kümmern.

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Konkret wäre es, wenn man Röntgenbilder und Daten zum Tier hätte. Gebrochener Knöchel ist nicht gebrochener Knöchel. Demnach gibt es auch nur eine allgemeine Antwort.

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Das war früher mal so. Aber es kommt auch drauf an wo der Bruch ist, denke ich mal.

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