Warum müssen wir alle sterben?

33 Antworten

Für die Evolution ist ein hohes Alter nutzlos

Neben Medizin, Hygiene und guter Ernährung sind Frieden und Wohlstand weitere Hauptfaktoren für ein langes Leben. Doch selbst die reichsten Gesellschaften mit den verantwortungsbewusstesten Bürgern bringen keine Methusaleme hervor. Die älteste Frau wurde 122 Jahre alt. Das bedeutet weder, dass kein Mensch älter werden kann als sie, noch, dass jeder 122 werden kann.

„Bis die reproduktive Phase erreicht ist und während sie andauert, funktionieren die biologischen Mechanismen, die uns jung halten, hervorragend“, erklärt Humanbiologe Denzel. „Die DNA, Zellen, Proteine werden beständig repariert und gepflegt. Der Körper steuert dem normalen Verfallprozess massiv entgegen.“ Bis die reproduktive Phase vorbei ist.

Danach setzt das Altern akut ein: „Die Krebsraten steigen, Herz-Kreislauf-Probleme werden häufiger, Nerven degenerieren, Abnutzungserscheinungen an Knochen und Gelenken nehmen zu.“ Dazu komme es, weil es evolutiv keinen Nutzen hat, so alt zu werden, meint der Zoologe Gerhard Haszprunar, Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns und Lehrstuhlinhaber der Ludwig-Maximilians-Universität München.

„Schon mit den heutigen 80 Jahren oder mehr ist der Mensch weit jenseits dessen, was evolutiv vorgesehen ist. Er ist ein Produkt der Evolution und darauf getrimmt, sich fortzupflanzen und das Überleben seiner Nachkommen zu sichern.“ Weil die Nachfahren unterschiedlich sind, werden einige von ihnen besser angepasst sein und sich häufiger fortpflanzen. So entstehen neue Arten. Und unsere Gene überleben, zumindest ein Teil davon.

http://www.focus.de/wissen/mensch/ungeklaerte-fragen-der-biologie-warum-muessen-wir-sterben_id_4329187.html

Die Natur ist ein Kreislaufsystem. Im Grunde ist alles, was es auf der Erde gibt, begrenzt vorhanden und wird seit Jahrmilliarden immer wieder neu verwendet.

Jedes Atom in uns war schon mal woanders "verbaut" und wird immer wieder neu in den Kreislauf zurückgeführt.

Wenn es keinen Tod gäbe, wäre dieser Kreislauf ganz schnell kaputt.

Zum Anderen ist Evolution auf den Tod angewiesen. Selektion ist de Motor der Entwicklung. Ohne Tod hätten sich allenfalls Einzeller entwickeln können, aber keinesfalls höheres Leben.

Das wir sind, haben wir also auch dem Tod zu verdanken. Und das ist, finde ich, ein akzeptabler Preis dafür, dass wir sind.

Für mich die bisher beste (und tröstlichste) Antwort überhaupt. Schön, sie zu lesen. Danke :)

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@Handwerkbursche

Was denn genau findet du -an dieser Ausführung hier- nun so "tröstlich"!?

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@mia68

"Tröstlich" finde ich den letzten Absatz in der Antwort von realsausi2:

Das wir sind, haben wir also auch dem Tod zu verdanken. Und das ist, finde ich, ein akzeptabler Preis dafür, dass wir sind.

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@Handwerkbursche

...für mich klingt das eher nüchtern, pragmatisch.

Tröstlich hingegen wäre mir eine Aussage, die mir eine Art von "Sinn" eröffnet. Aber möglicherweise ist das auch einfach eine Frage des (eigenen) Anspruchs.  

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@mia68

...für mich klingt das eher nüchtern, pragmatisch.

Im Gegensatz zu besoffen und naiv?

Tröstlich hingegen wäre mir eine Aussage, die mir eine Art von "Sinn" eröffnet.

Welchen erhabeneren und tieferen Sinn sollte man denn sonst in seiner Existenz entdecken können? Sich als ein Teil des fast ewigen Kreislauf zu begreifen, sich in seiner Endlichkeit und Ewigkeit faktisch bewußt werden zu können. In der Kontinuität des Werdens und Vergehens eines der limitierten Tickets gewonnen zu haben, das da Leben heißt.

Das gibt es nur um den Preis des Todes. Das ist doch ein fairer Deal. Die Alternative wäre nie existiert zu haben.

Das hat was überaus tröstliches. Weil es eine unerschütterliche Gewissheit hat. Kein schwammiger Glaube an irgend etwas Dubioses wie Götter oder Karma oder so Zeug.

Aber möglicherweise ist das auch einfach eine Frage des (eigenen) Anspruchs. 

Das stimmt wohl. Meiner ist halt sehr hoch.

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@realsausi2

Mir wird sich vermutlich nie erschließen, weshalb ein einziges -doch eher schlichtes- Statement so derart dazu einlädt, diverse Bösartigkeiten (über jemanden) auszuschütten...

Erwarte daher bitte nicht, dass irgendjemand jetzt noch Interesse daran hätte, sich an dieser Stelle weiter auszutauschen. Aber das war wohl auch weniger "der Anspruch" - so "hoch" kann der demnach dann auch wieder nicht sein... 

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@mia68

diverse Bösartigkeiten (über jemanden) auszuschütten...

Wer hat das getan? Hast Dich wohl im Thread vertan.

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einen tieferen sinn dahinter gibt es nicht. es gibt in der natur nichts das sich niemals verändert, alles hat eben einen anfang und ein ende. allerdings währe evolutoin nicht möglich wenn lebewesen nicht neues leben erzeugen und selbst sterben würden, dan gäbe es ja heute immer noch nur amphibien oder neandertaler. menschen bestehen aus verschiedenen materialien und wie das mit natürlichen materianlen nun mal so ist nutzen diese sich ab, irgendwann ist es dann halt für jeden mal vorbei. wenn du allerdings externe einwirkungen wie z.b. einen messerstich ins herz meinst, dann ist das wie mit jedem komplexen sytem das nur als ganzes funktionieren kann , sobald ein wichtiger teil zerstört wird hört das ganze system auf zu funktionieren.

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Mfg

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