Warum hat eine Hauptschule in Deutschland einen schlechten Ruf?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Hauptschule hat das Niveau in den letzten 40 Jahren immer weiter abgesenkt.

Ich habe selbst mit einem Hauptschulabschluss angefangen (1969) und habe danach Handelsschule gemacht, bevor ich in die Lehre gegangen bin. (Hochschulreife 17 Jahre später).

Um 1970 reichte der Hauptschulabschluss für die Lehre in (fast) jedem Handwerksberuf. Die Anforderungen in den Berufen haben sich dann immer weiter erhöht.

Eine Ölheizung hatte 1970 einen elektrischen Anschluss für die Umwälzpunpe und für den Brenner. Heute hat so eine Heizung einen REchner eingebaut, der viele Funktionen koordiniert.

Ähnlich ist es auch in anderen Berufen.

Gleichzeitig scheint es so, als wären die Fähigkeiten viele Schüler gefallen. Allerding gebe ich da den Eltern viel Schuld. Zur Zeit als ich in die Schule ging, hießt es jeden Morgen "sein brav und aufmerksam in der Schule, mache was der Lehrer sagt." Und mindestens einmal pro Woche, "lern ordentlich, Du sollst es mal besser haben als wir."

Wenn man den Berichten von Lehrern  glauben darf, ist das Verhältnis zu den Schülern heute eben anders. Mehr Schulschwänzen, weniger Respekt.

Aber die Eltern tun nichts.

Es wird wohl an der geänderten Einstellung von den Eltern gegenüber den Lehrern liegen.

Wenn früher ein Schüler Probleme mit einem Lehrer hatte, dann war automatisch der Schüler schuld, selbst wenn es dem in Wirklichkeit nicht so war. Jetzt ist es des Öfteren genau umgekehrt.

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@NamelessDeep

Wenn ein Schüler Beschwerden hat, weil ihm der Lehrer das Smartphone weggenommen hat, ist es kein Problem mit dem Lehrer, sondern ein Problem mit der Erziehung des Schülers.

Und ich denke viele der "Schüler-Lehrer" Probleme sind ähnlich gelagert.

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Mit wenigen Ausnahmen gehen nur noch diejenigen auf die Hauptschule, die auch mit viel Mühe keine bessere Schule schaffen:
https://www.statistik-bw.de/Presse/Pressemitteilungen/2016020

Wenn aber nur die 20% leistungsschwächsten Schüler die Hauptschule besuchen, sinkt der Leistungs-Durchschnitt ins Bodenlose.

Früher ging nur das intelligenteste Drittel (ja, ich weiß - der Geldbeutel der Eltern war so wichtig wie die Intelligenz der Kinder) auf eine höhere Schule, zwei Drittel zur Hauptschule, entsprechend höher war der mittlere IQ der Hauptschüler.

Hinzu kommen geänderte Anforderungen im Berufsleben. Die 20% leistungsschwächsten Schüler waren früher auch nicht klüger als heute, aber es gab genügend Berufe, in denen das auch nicht nötig war.

Vielleicht sollten wir in einigen Fällen wieder Maschinen durch Menschen ersetzen - kostet zwar mehr Lohn, spart aber die Sozialhilfe.

Pauschal würde ich das nicht sagen. Dort wird von den Lehrern unter schwierigen Bedingungen oft sehr gute Arbeit geleistet.

Richtig ist: Dort ist die Zahl von Schülern aus bildungsfernen Elternhäusern, z. T. mit Gewalt-, Sucht-, Arbeitslosigkeits- und Verwahrlosungsproblemen hoch, ebenso die Zahl der Schüler aus völlig unterschiedlichen Kulturen ohne Deutschkenntnisse. In den zu großen Klassen sitzen viele schwach Begabte mit Lern- und Disziplinproblemen.

Beispiel: Da gibt es die Mutter, die die analoge Uhr nicht ablesen kann, den Vater, der sich weigert, einer Lehrerin die Hand zu geben, den Schüler, der morgens seine Eltern wecken muss, die Schülerin, die als Berufsziel Hartz4 angibt und den Schüler, der als echter Mann nie ohne Messer in die Schule geht.

All das gibt es auch in anderen Schulformen, aber nicht in dieser Häufung.

Eine Hauptschule in Deutschland ist also nicht vergleichbar mit einer Hauptschule in Österreich?

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@NamelessDeep

Beide sind "unter" der Mittelschule bzw. dem Gymnasium von 10 Jahren an, insofern vergleichbar.

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@hutten52

Bei uns in Österreich ist sie jedoch nicht schlecht angesehen und wenn die Noten stimmen, dann kann man auch nach der Hauptschule ohne Probleme auf ein Gymnasium oder auf einer anderen höheren Schule weitergehen.

Ist das in Deutschland genauso?

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