Warum gibt's in Deutschland keine gefährliche Tiere?

12 Antworten

Ich werde mich in meiner Antwort mal auf die Schlangen beschränken.

In Deutschland leben zwei Arten von Giftschlangen.

Fast im ganzen Land verbreitet (mit wenigen Ausnahmen) ist die Kreuzotter (Vipera berus). Ihr Gift ist ziemlich stark, sogar stärker als das Gift mancher Klapperschlangen-Arten, aber die abgegebene Giftmenge ist gering, so dass der Bis meistens glimpflich abläuft und nicht einmal unbedingt ein Serum erforderlich ist. Außerdem pflegen Kreuzottern bei Verteidigungsbissen oft zunächst auf den Einsatz von Gift zu verzichten. Das kann die Schlange kontrollieren.

Im südlichen Schwarzwald, etwa im Wiesental bei Lörrach, kommt noch die Aspisviper (Vipera aspis) vor, die mit der Kreuzotter verwandt ist.

Beide Schlangenarten sind absolut nicht angriffslustig, sondern beißen nur zu, wenn sie sich bedroht fühlen.

Giftnattern gibt es in Deutschland nicht. Im südlichen Österreich (etwa Kärnten) kommt die Hornotter vor, die die giftigste europäische Schlange ist.

Das gefährlich Großwild wurde nicht verdrängt, sondern ausgerottet.

Und für giftige Kleintiere gab es keinen evolutionären Druck durch ein sehr mildes Klima.

Die giftigste endemische Spinnenart ist die Kreuzspinne und da sind Wespen und Bienen schon gefährlicher. Die Giftigste Schlange ist die Kreuzotter und auf den Britischen Inseln die Schwarznatter. Da vermute ich mal, dass die dort deshalb so viel giftiger ist, weil der Lebensraum zu sehr begrenzt ist, um das Überleben der Art durch Masse ausgleichen zu können.

Die Evolution geht immer den leichtesten Weg und Gifte zur Verteidigung zu entwickeln ist verdammt schwer.

Abgesehen davon dürften auch zahlreiche andere gefährliche Tierarten entweder direkt durch Ausrottung oder indirekt durch Zerstörung des Habitats verschwunden sein, bevor die moderne Wissenschaft diese überhaupt katalogisieren konnte. Seit die Römer hier eingefallen sind wurde Europa komplett umgekrempelt. Fast ganz Europa war mal ein einziger Feucht-Wald. Davon gibt es inzwischen nichts mehr. Selsbt die Lüneburger Heide als eines der größten Naturschutzgebiete Deutschlands ist kein typischen Naturgebiet, sondern künstlich angelegt durch Weidetier-Wirtschaft.

 auf den Britischen Inseln die Schwarznatter. 

Ich will ja nun kein Besserwisser sein, aber die Schwarznatter, (Coluber Constrictor), ist keine Giftschlange, sondern eine ungiftiger Natter und kommt auch nicht auf den Britischen Inseln vor (höchstens im Terrarium), sondern lebt unter anderem in British Columbia, in Kanada.;-)

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@SibTiger

OK, Danke. Dann muss ich irgendwas durcheinander geschmissen haben. Hatte da vor einiger Zeit was über eine entsprechende schwarze Schlange auf den Inseln (quer-)gelesen. Dann war es wohl offensichtlich nicht die Schwarznatter. Ich finde gerade auch den Kontext nicht mehr. Hast Du zufällig eine Idee?

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Weil Deutschland ein dicht besiedeltes Gebiet ist. Man kann z.B. hier nicht tagelang durch die Gegend wandern ohne einen Menschen zu treffen oder ein Haus zu finden. Es gibt keine menschenleeren Wälder oder Steppen Es gab Prämien für die Jäger die damals die Tiere ausgerottet haben. Zu Kaiser Wilhelms Zeiten gab es Fangprämien und stolz wurde verkündet, dass es keine Wölfe mehr gibt. Mittlerweile wird er wieder angesiedelt. 

Auch das klima spielt eine Rolle, weil es für z.B Aligatoren zu kalt ist und ein pflanzenreicher Sumpf und das heiße Klima die grundlage für viele (gefährliche) Tiere ist.

Woher ich das weiß:Recherche

Es gab auch hier sehr große und gefährliche Tiere selbst wenn es Pflanzenfresser waren. Bullen der Auerochsen hatten 2 Meter Schulterhöhe und wogen 1,5 Tonnen und auch die Kühe waren sehr groß und griffen wenn man ihnen zu nah kam auch an. Der Auerochse wurde im 16 Jahrhundert ausgerottet. Auch der Wisent der bis zu 900 Kilo wog konnte gefährlich werden. Ihn gibt es nur noch weil er in Gefangenschaft gezüchtet wurde. Zwar versuchten diese Wildrinder auch eher Menschen zu meiden aber sie konnten auch gefährlich werden. Wildschweine können auch recht gefährlich werden. Giftige Schlangen gibt es hier nur zwei Arten die Kreuzotter und in einen kleinen Gebiet auch sie Aspisviper. Beide sind aber eher scheu. In Deutschland gibt es eine Spinnenart deren Biss recht schmerzhaft ist. Die Dornfingerspinne. Es kann bei einem Biss auch zu Übelkeit und Schwindel kommen aber die Symptome verschwinden wieder und es gibt keine bleibenden Folgen. Wölfe und Luchse gibt es wieder aber die sind sehr scheu. Elche und Bären wandern vereinzelt mal ein.

Es gab hier vor langer Zeit größere Bären als den Grizzlybären und größere Löwen als sie heute in Afrika leben. Es gab auch Säbelzahnkatzen, Hyänen und sogar Nashörner und Mammuts. Doch das ist lange her. Diese Tiere wurden vom Klimawandel ausgerottet. Als die letzte Eiszeit endete, verloren viele Arten ihre Lebensgrundlage und den Rest erledigten unsere Vorfahren. Sie haben in der jüngeren Vergangenheit auch Wolf und Luchs ausgerottet. Doch die kehren jetzt zurück. Für die anderen Großwildarten ist es leider zu spät. Höhlenbär und Höhlenlöwe werden ebenso wenig zurück kommen wie das Wollnashorn und das Mammut. Doch vielleicht gibt es ja Hoffnung für den Braunbären.

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