Warum gibt es noch Dosen?

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6 Antworten

Deshalb gibt es sie noch - zudem gingen wohl Getränkekartons vergessen ;)

Nun zur Frage

  • (pro) unzerbrechlich, geringes Eigengewicht, Aroma- & Lichtschutz
  • (pro) lange Haltbarkeit durch Pasteurisierbarkeit und damit für den Lagerung wie auch Export geeignet (was grundsätzlich auch bei Flaschen möglich ist)
  • (pro) Transport/Lagerung - stapelbar & raumeffizient (Getränkekartons allerdings auch)
  • Herstellung einer Dose kostet im Mittel 8cent, Bierflaschen zwischen 7-15cent, gebrauchte werden für 8cent (also Pfandwert) gehandelt, PET Mehrweg 40cent (mit durchschnittlich 8 Durchläufen = 5cent - auch 20-25 Durchläufe möglich)

  • Ökobilanz

    - schlechtere betr. Transport im Vgl zu Mehrweg-Gebinde (die schlechteste aber haben Glas-Einwegflaschen!)

    - x-fach schlechtere Bilanz bei Herstellung ggüber Glas/PET

    - bei hoher Recyclingquote jedoch deutlich besser, da es sich - wie Glas  beliebig oft umschmelzen lässt

Ob Aluminium als Verpackung umweltverträglich ist oder nicht, hängt von einer einzigen Zahl ab: der Sammelquote. Kein Verpackungsstoff benötigt für die erstmalige Herstellung so viel Energie. Und bei keinem Stoff lässt sich durch Recycling mehr Energie sparen, bis 95 Prozent.

CH 90% bei Getränkedosen (tiefer bei Aluverpackungen & Kaffeekapseln) - http://folio.nzz.ch/2009/juli/der-grosse-recycling-report
bei uns in der Schweiz werden v.a. Bier (in Dosen&Einweg-Glas) sowie Energiedrinks (Dosen) verkauft (pro Jahr pro Person 60 Aludosen, 2009)

08/2015: Getränkedosen werden nahezu vollständig werkstofflich verwertet

Unter Berücksichtigung aller Erfassungs- und Verwertungswege ergibt sich eine werkstoffliche Verwertungsquote von 99,6 % für Weißblech-Getränkedosen und von 98,9 % für Aluminium-Getränkedosen [in D].

(1.8mrd verkaufte ~22 pro Person) http://www.gvmonline.de/aktuelles

selbst 60 Dosen (der einfachheit halber mit 0.33L, also 20L Getränk - von insgesamt ca 800L pro Jahr pro Person) sind nur 2.5% aller Getränke,
22 sind nicht mal 1% (bei 0.33L)  resp. knapp über 1% (bei 0.5L)

Ich selbst konsumiere vermutlich nicht mal 20 pro Jahr :)

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Cokedose 07.09.2016, 08:21

Eine sehr ausführliche und gute Antwort. Bis auf einen Punkt. Die Ökobilanz in Bezug auf Transport. Hier hängt es stark von der Entfernung ab. Bei großen Entfernungen schneiden Getränkedosen besser ab als Mehrweg.

Ergebnis Ifeu-Studie:

Zentrale Abfüllung, überregionale Distribution: 

Den Rahmen für dieses Szenario bilden unterschiedliche Faktoren: Vor allem die großen Brauereien liefern ihre Biermarken im gesamten Bundesgebiet aus, der Vertrieb erfolgt also über vergleichsweise lange Transportwege. Und: Der Verkauf von Sixpacks und Individualflaschen steigt. Mehrweggebinde im Convenience-Bereich, Einzelflaschen und insbesondere Sixpacks erreichen jedoch nicht die gleichen Rücklaufquoten wie Kastenflaschen. Zudem können Mehrweg-Glasflaschen regionaler Biermarken nicht immer deutschlandweit im Handel abgegeben werden. Außerdem ist die mechanische Belastung für Flaschen im Einzelverkauf höher, die Flaschen erfüllen schon bald nicht mehr die Qualitätsanforderungen für Premiumbier und werden aussortiert. Die Folge: Die Zahl der Wiederbefüllungen sinkt. Daraus resultiert: Bei vergleichsweise langen Transportwegen und relativ niedrigen Umlaufzahlen (ULZ) liegen alle Verpackungen – das zeigt die IFEUStudie – etwa gleichauf und sind ökologisch gleichwertig. Teilweise liegen die klimarelevanten Emissionen und Ressourcenverbräuche von Getränkedosen unter denen von Mehrweg-Glasflaschen: Bei einem Transportweg von 400 km und einer Umlaufzahl von 10 schneidet die Getränkedose in Bezug auf den Klimawandel von allen untersuchten Verpackungen – einschließlich Mehrweg – am besten ab. In Bezug auf den Verbrauch fossiler Ressourcen liegt sie vor Glas und etwa auf Höhe von PET. Bezogen auf den Primärenergiebedarf liegt die Getränkedose etwa gleichauf mit den anderen Verpackungen.

Zentrale Abfüllung, überregionale Distribution/Discounter:

Discounter sind im Getränkesegment fast ausnahmslos einwegorientiert, setzen heute im Wesentlichen auf PETEinwegflaschen und führen Biermarken im Sortiment, die zentral abgefüllt und überregional vertrieben werden. Bei Discountern macht es daher Sinn, nur die ökologischen Auswirkungen verschiedener Einwegverpackungen miteinander zu vergleichen und dabei von Transportwegen von über 400 km auszugehen. Auf dieser Grundlage – so stellt die Studie fest – ist die Getränkedose die klimafreundlichste Verpackung.

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Cokedose 07.09.2016, 21:05
@gschyd

Gerne.

Hat man ja leider selten, Leute die sich noch die Mühe machen Fragen ausführlich und sinnvoll - und vor allem korrekt - zu beantworten.

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gschyd 09.09.2016, 16:33

Merci für den Stern :)

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Die Dose war praktisch tot, nachdem das Dosenpfand eingeführt wurde. Daß sich die Dose davon erholt hat, liegt an dem besseren Geschmack im Vergleich zu jeder Plastikflasche. Zumindest schwören viele darauf, ich eingeschlossen.

PET Flaschen können aus meiner Sicht gerne wieder abgeschafft werden. Denn wenn etwas noch besser schmeckt als aus der Dose, dann ist es die gute alte Glasflasche.

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Warum sollte es sie nicht geben?

Jede Verpackung hat ihre Daseinsberechtigung und je nach Verwendung eignen sich mache besser als andere.

Zudem mögen viele Verbraucher Dosen. Und letztendlich bestimmt allein der Verbraucher was es auf dem Markt gibt und nicht irgendwelche Politiker die sich Denkmäler setzen wollen ohne Ahnung von der Sache zu haben.

Viele Verbraucher bevorzugen die Dose gegenüber von Plastikflaschen. Ich denke dass Plastik eigentlich nur aus der Not herausgekauft wird, weil es große Gebinde nun mal nur in Plastik gibt und manche Getränke auch ausschließlich darin angeboten werden. Aber wirklich mögen tut es niemand.

Darüber hinaus steht die Dose an der Spitze der Getränkeverpackungsevolution. Sie ist die qualitativ beste Verpackung für Getränke die es gibt, weil keine andere Verpackung absolut licht- und luftundurchlässig ist. Und es schmeckt (wie auch Glas) einfach besser als aus Plastik.

Die Beliebtheit der Dose zeigt sich auch ganz gut an folgendem aktuellen Beispiel:

In Deutschland gibt es schon seit etlichen Jahren Cherry Coke. Das letzte Mal gab es bei uns Cherry Coke in Dosen regulär vor 9 Jahren. Seit dieser Woche gibt es nun Cherry Coke erstmals wieder in Dosen bei Netto (rot) in Aktion. Doch bereits gestern waren sie in vielen Filialen (bundesweit) bereits ausverkauft. Ich weiß von Leuten die 3 oder 4 Märkte abfahren mussten um noch welche zu finden. Und das obwohl man ja Cherry Coke jederzeit woanders in Flaschen kaufen kann.

Wenn ich selbst mal Getränke trinke die es sowohl in Flaschen als auch in Dosen gibt, dann greife ich imner zur Dose.

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Weil sie gekauft werden.

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warum auch nicht, die sind doch cool.

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Damit man etwas hat, das man auf Festivals mitnehmen kann 😜🤔

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