Warum fühlen sich manche Gymnasiasten schlauer als andere?

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Ich habe mit 16 ein 1,0 Abi gemacht (und das ist kein Scherz). Na und? Bedeutet das, dass ich gut bin? Keineswegs.

Es bedeutet lediglich, dass ich zufällig verknüpfte Fakten reproduzieren und in eloquent formulierte Zusammenhänge bringen konnte. Anwendung? Praxis? Richtiges Leben? Fehlanzeige.

Obwohl ich von der Leistungsgesellschaft wie vermutlich kein anderer profitieren werde, verachte ich diese. 

PS. Habe in meinem Jahrgang genug Leute gehabt, die wirklich nicht intelligent waren, aber das Abi trotzdem geschafft haben. Und wieder andere, denen ich es aufgrund ihres Scharfsinns gegönnt hätte, die aber aus verschiedenen Gründen hängengeblieben sind. 

"Bildung" wie wir sie nennen, existiert heute kaum noch mehr in ihrer ursprünglichen Reinform.

Viele Grüße

Treetop

Falsch, es wurde Nachweislich erwiesen, dass du trotz eines 1,0 er Abis nicht essenziell von der Leistungsgesellschaft profitieren musst. Eine große Rolle dabei spielen meist die sozialen Hintergründe, so leid es mir tut. Ein herausragender Schulabschluss macht heutzutage nurnoch einen geringen Anteil an der Wertschätzung der Gesellschaft aus.

Ansonsten stimme ich deinem Beitrag zu.

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@Weinachtsmann

Da widerspreche ich. Mit einem 1,0 er Abi muss ich an keiner Uni auch nur einen Cent bezahlen (gehe jetzt auf die WHU, die mich sonst 30 000 kosten würde). Solange man nicht nach London möchte, wo die Mietkosten schlichtweg unbezahlbar sind, bekommt man - gerade MIT problematischem sozialen Hintergrund jedes Stipendium nachgeworfen. Und wenn man dann erst an solch einer Institution studiert, ist es jedem egal, was für einen Hintergrund du hast. Dein Argument gilt lediglich (leider!) für grundsätzliche Vorraussetzungen, ein 1,0 Abi erst einmal zu schaffen, ODER für z.B. Leute mit Migrationshintergrund, die einen mittleren Abschluss oder ein mittelmäßiges Abi gemacht haben. Aber glaub mir eins. Wenn du 1,0 hast interessiert niemanden wie was woher und wann. Das heißt nicht, dass mir das gefällt! Es ist jedoch so.

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Jetzt kommt jemand mit 0,7er Abi an die WHU :D
Fange jetzt auch dort an, welcher Jahrgang bist du? 31?

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@DerDanda1

Haha ich weiß dieser Typ mit 899 Punkten (oder was war das genau?) Ich bin 32er wir können gerne über PN reden.

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Mit höherer Intelligenz oder einer Auslese hat das heutige Gymnasium nichts mehr zu tun, erst recht nach dem Wegfall einer verbindlichen Grundschulempfehlung..!

Ich hatte einen Kollegen, der glaube ich Jahrgang 1946 war, von einem Bauernhof & aus einer kinderreichen Familie stammte ----------> der hat mir während der Ausbildung mal erklärt, wie privilegiert er damals war weil er als einziger aus seinem Dorf das Gymnasium in 40 Kilometer Entfernung besuchen konnte. Dass das was ganz Besonderes war, sein Vater erst vom Pfarrer überzeugt werden musste den Buben doch aufs Gymnasium gehen zu lassen usw. --------> ist heute alles nicht mehr der Fall!

Leute, die sich selbst aufgrund der besuchten Schule als "was Besseres" ansehen gibt es aber auch auf der Realschule.. ich war in einer Realschule, die sich in einem Gebäudekomplex gemeinsam mit Grund- und Hauptschule befand.. dort tobte auch immer ein verbaler Krieg zwischen Haupt- und Realschülern: Manche Realschüler wetterten gegen die angeblich schlechteren, weniger wertvollen Hauptschüler & manche Hauptschüler weigerten sich im Gegenzug, mit Realschülern irgendwelche gemeinsamen Schulprojekte zu gestalten.

Die Grundschulempfehlung, so umstritten sie auch ist, macht meiner Ansicht nach schon Sinn! Ich kenne einige Familien, die ihre Kinder auf Realschule oder Gymnasium schickten "nur damit sie dort sind & man angeben kann", obwohl sie dort nur Vierer in Reihe kassieren & ständig neue Probleme auftauchen.. das kann nicht der Sinn der Sache sein! Die Lehrer können es anhand der Leistungen und ihrer pädagogischen Kenntnisse sowie dem Sozialeindruck eines Kindes heraus schon ganz gut beurteilen, welche weiterführende Schule für einen Viertklässler am besten sein wird --------> meine Meinung!

Ich wechselte 2001 mit Gymnasiumsempfehlung auf die Realschule und das gegen den Willen der Lehrer, die sogar zuhause anriefen und meinen Opa baten, mir das Gymnasium zugänglich zu machen & muss heute sagen, dass das Klima in der Klasse zwar schlecht war, aber es mir ansonsten gut getan hat!

Außerdem kann man selbst mit einem Hauptschulabschluss noch sehr vieles machen, wenn man es nur will.. eine Freundin von mir absolvierte nach der Hauptschule die Wirtschaftsschule (Mittlere Reife), dann das Wirtschaftsgymnasium & hat heute eine prima Stellung.. weil sie es wirklich wollte & bereit war einiges dafür zu geben!

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Man hat in all den Jahren einiges erlebt.

Also eigentlich beantwortest du deine Frage schon selbst. Warum gibts diese blöde Unterteilung? Naja du hast ja selbst gesagt, dass du von Gymi geflogen bist! Auf der Realschule warst du einfach viel besser. Natürlich hängt das auch davon ab, wie viel man dafür tut. Aber wer nicht die Erfahrung gemacht hat, eine Zeit lang auf der Realschule zu sein und eine Zeit lang auf dem Gymi, der kann vielleicht nicht nachvollziehen, dass man für das Gymnasium einfach mehr lernen muss. Es ist einfach so, es ist schwerer!

Ich persönlich muss sagen, ich mag die Unterteilung. Gymnasium ist einfach nichts für jeden und ich wünschte mir manchmal sogar, dass ich erst Realschule mit gutem Abschluss gemacht hätte, und wenn ich wirklich doch mehr drauf habe, dann kann ich immernoch aufs Gymnasium. Ich war gleich auf dem Gymnasium, war schlecht, habe die Schule gewechselt, mehr gelernt und bin nun eine gute Schülerin.

Es sind nur die Hohen Tiere in der Arbeitswelt und ein Teil der Gymnasiasten, die einem das Gefühl geben, nicht so intelligent zu sein, wenn man von der Realschule kommt. Die Arbeitgeber, die Ausbildungsplätze vergeben, die behandeln einen nicht so. Schließlich sind diese Ausbildungsberufe für (mind.) Haupt- und Realschulabgänger gedacht und keinesfalls denken diese, dass man nicht sonderlich intelligent ist. Vielleicht nennen sich die Gymnasiasten einfach intelligenter, aber letztendlich meinen sie einfach nur, dass sie mehr Wissen besitzen (ist nunmal so, aufm Gymi) und mehr Zeit fürs lernen investieren. Dass dahingegen Realschüler faul sind, ist ein Vorurteil.

Schwieriger finde ich es bei Hauptschülern. Aber ich kenne mich nicht mit ihrem Bildungsstand aus. Heutzutage sind Hauptschulen leider überlaufen mit Immigranten, die Probleme mit der deutschen Sprache haben, daher der extrem schlechte Ruf und gefühlte Erniedrigung für diejenigen, die gebürtig deutsch sind. Andererseits hätte ich Angst, dass wenn die Hauptschule (oder Werkrealschule etc) abgeschafft würde, dass dann der Wert des Realschulabschlusses sinkt. Man sollte die Hauptschulen für diejenigen lassen, die mehr Probleme haben (z.B. Ausländer) aber sie dennoch entsprechend fördern, sodass sie einen guten Wissensstand besitzen.

Das mit den berühmten Leuten, die keinen besonderen Abschluss haben, ahbe ich mir auch oft gedacht.. Aber man darf nicht vergessen, dass da viel arbeit, geduld unf interesse für sein Gebiet bestehen muss. Wer "nur" Realschule hat, aber einen Beruf gefunden hat, mit dem man ordentlich Geld verdient, der hat eben einfach Glück! Wer groß raus kommen will, muss sich dahinter klemmen. Wer nicht, muss eben die üblichen Anforderungen erfüllen.

Ich denke mir manchmal auch, es wäre fairer wenn man z.B. beim Studium diejnigen nimmt, die sich wirklich für das Fach interessieren und es drauf haben... aber leider kann man das vorher nicht messen. Nicht zu vergessen, ist es manchmal aber auch gut, etwas von den Bewerbern abzuverlangen, denn studieren ist kein Kinderspiel! Da muss man ganz auf sich gestellt, keiner rennt dir hinterher.

Achja, abschließend wollte ich noch sagen, dass ich G8 auch doof finde, und auf meiner alten Schule gab es auch nur einen Haufen arrogante Idioten. Allerdings mus sich auch sagen, dass die Werkrealschüler neben uns, genauso blöd waren. Realschüler sind mir viel sympathischer :)

Finde die Frage sehr interessant und werde dazu mal ein "Gschichtchen" aus meiner eigenen Schullaufbahn erzählen, vielleicht beantwortet es die Frage allerdings nicht exakt, wenn überhaupt

Ich kam, weil ich "recht intelligent" bin ohne jeglichen Zusatzaufwand außer Hausaufgaben auf ein Elitegymnasium (auch wenn ich nicht glaube, dass das einen großen Unterschied macht), und dort ist der Druck schon enorm, vor allem wenn man wie ich dann gemobbt wurde (hatte bei mir religiöse Gründe). Bis zur 7ten Klasse kam ich mit allen Fächern gut klar, aber das zweite Jahr Latein und dazu die Mobberei (+die Scheidung der Eltern) haben dazu geführt, dass ich eine 5 im Zeugnis hatte (mein Lernaufwand war knapp über 0 ;) ), was dazu geführt hat, dass ich die Klassenstufe freiwillig wiederholt hab. Die Mobberei war dann zwar vorbei, aber gelernt hab ich immer noch nichts und hab dann in der 9ten (familiäre Probleme haben sich allerdings über das gesamte Schuljahr erstreckt) dazu geführt, dass ich auf zwei Fächern auf 4,6 bzw 4,7 stand, wodurch ich mit Prüfung in den Fächern hätte evtl. weitermachen können (Notenschnitt war 2,8 im Endzeugnis). Ich hatte aber keinen Bock mehr auf Schule und wollte einfach nur noch unabhängig sein, weshalb ich mich entschlossen habe, auf eine Realschule zu wechseln, aber aufgrund falscher Angaben des Direktors, der alles sehr viel schwerer darstellte als es wirklich ist, habe ich quasi die 9te wiederholen müssen. 

Das ganze ist jetzt 1 Jahr her, ich mach nächstes Jahr Abschluss und jetzt kommen wir zu dem was entscheidend ist: Ich habe beide Schulsysteme kennen gelernt und kann sagen, dass derjenige, der auf dem Gymnasium war/ist auffällt, allein was Allgemeinwissen, Wortschatz und deutscher im Alltag angewandter Grammatik betrifft, das ist Fakt. Die Stoffvermittlung unterscheidet sich auch sehr krass, auf der Realschule muss man mindestens ebenso viel Zeit für das Lernen aufwenden, wie auf dem Gymnasium, allerdings ist das Lernen nicht so tiefgründig und ist mehr auf das "Auswendiglernen und Reinknüppeln" fixiert, während man auf dem Gymnasium das Wissen begreifen muss um es anwenden und "umformen" zu können. 

Vergleicht man nun einen Gymnasiasten und einen Realschüler, die mit jeweils demselben Lernaufwand jeweils exakt dieselbe Abschlussnote erreichen, halte ich den Gymnasiasten in einigen Bereichen (Auffassungsgabe, flexibles Denken, ect) für intelligenter, aber (und das habe ich selbst gemerkt) können Realschüler Dinge viel besser im Gedächtnis behalten (vllt kann ich das einfach nicht) und gewisse Arbeitsschritte einfach auswendig, (Mathe z.B.) während der normale Gymnasiast das ganze herleitet oder um die Ecke denkt. 

Ich halte das Schulsystem für unausgereift und denke es sollte mehr auf die pädagogische Schiene gelenkt werden, allerdings geht es (wenn auch sehr eingeschränkt), soweit die Schüler es selbst (rechtzeitig) merken, auf die unterschiedlichen Lerntypen ein.

Vielleicht schreibe ich gerade vollkommenen Blödsinn, ich bin vollkommen übermüdet und habe vielleicht noch Restalkohol, aber man ist ja nur einmal jung.

Greez Maxi

Ich habe Anmerkungen zu deinen Text:

Diese Leute, die so denken, vergessen dass wir alle Menschen, vom selben Gott erschaffen, sind und dass wir alle das gleiche Potential haben, sofern wir was dafür tun.

Das mit den Gott kommentiere ich nicht weiter. Für mich ist der Satz mit den Potzenzial wichtig. Stell dir mal vor, jeden Menschen wird die Aufgabe gestellt auf einen Baum zu klettern. Es gibt einfach ein paar Menschen, die es besser können, weil sie einfach größer und stärker sind. Für andere Menschen ist die Aufgabe unlösbar, zum Beispiel wenn sie im Rollstuhl sitzen.

Nein, offensichtlich hat nicht jeder Mensch das gleiche Potenzial. Es gibt besondere Talente, die man fördern sollte. Dazu gehört auch die Leistungsfähigkeit in der Schule, die sicher auch nicht jeden in die Wiege gelegt wird. Es kann also nicht von jeden die gleiche Leistungsfähigkeit erwartet werden. Es wäre einfach unfair.

Man muss irgenwann induviduell fördern. Dies ist quasi überall so. Ob man Schüler dafür räumlich trennen muss, ist eine andere Sache und wir in anderen Ländern anders gehandhabt als in Deutschland.

Insgesamt ist die Idee mit dem Schulsystem ja keine schlechte Idee, nur sollte man vielleicht ein Wechsel zwischen den Schulformen verbessern. Dann wäre auch die frühe Trennung kein Problem.

Alleine schon G8 war meiner Meinung nach eine ziemlich blöde Idee

Dies ist Ansichtssache. Ich kam damit sehr gut zurecht. Ich hätte mir jedoch eine bessere Vorbereitung auf das Studium gewünscht. Hier sind die Anforderungen schon höher und damit kommen viele nicht klar (siehe dir die Abbrecherzahlen an). Ich hätte mir höhere Ansprüche gewünscht, anstatt wie viele fordern, den Stoff noch weiter auszudünnen.

(...), wobei eigentlich die erfolgreichsten Menschen (Bill Gates, Steve Jobs etc.) eigentlich nie wirklich gut in der Schule waren, bzw. es nicht richtig ernst nahmen, sondern ihren Leidenschaften folgten.

Es sind erst einmal nur recht wenige Beispiele. Die Wahrscheinlichkeit, dass man durch seine gute Bildung erfolgreich wird, sind deutlich höher. (Alleine der Begriff "Erfolg" ist ziemlich subjektiv, für mich gehört dazu mehr als nur der berufliche Erfolg).

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