Was soll der Sinn von Gesamtschulen sein?

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Ja, ich kann es. Oder naja, ich versuche es jedenfalls mal.

Denk Dir das Kind eines Ehepaares eines Professors und einer Ärztin. Und denk Dir das Kind eines türkischen Gastarbeiter-Paares.

Die beiden Kinder haben völlig unterschiedliche Voraussetzungen: das eine wird mit vielen Gesprächen mit ausgewähltem Wortschatz, allem materiellen Überfluss an Spielzeugen und Büchern, an Vorlesen, Kursen, teuren Hobbys usw. intellektuell massiv gefördert. Wenn es in die Schule kommt, kann es vielleicht sogar schon schreiben, wenigstens etwas.

Das andere hat fast nichts von alledem; noch nicht einmal ausreichende Sprachkenntnisse.

Das eine erreicht in der Grundschule gute Leistungen, das andere kommt kaum mit.

Am Ende erhält das erste eine Gymnasiumsempfehlung, das andere eine für die Hauptschule. Das eine geht dann studieren, das andere bekommt (k)einen Ausbildungsplatz.

Vielleicht war das andere sogar intelligenter als das eine. Aber es hat keine Förderung seiner Intelligenz bekommen. In dem Alter, wo es (vielleicht) den Ehrgeiz entwickeln könnte, sich um sich selbst zu kümmern, ist schon alles mehr oder weniger gelaufen. Denn üblicherweise ist das so in der zweiten Hälfte der Pubertät. Da ist dann schon 9. oder 10. Klasse.

Selbst wenn die junge Frau oder der junge Mann dann einen gewissen Wunsch entwickeln könnte, ist es durch die Einschätzungen seiner Fähigkeiten durch die Umwelt darin massivst behindert. Es müsste ein gewaltiges Selbstbewusstsein mitbringen, um dagegen anzukämpfen.

Das sind zwei typische Bildungsverläufe, die dafür sorgen, dass Deutschland in allen internationalen vergleichenden Studien zum Thema Chancengleichheit in der Bildung immer wieder auf den letzten Plätzen landet (zusammen mit Österreich, das dasselbe System hat).

Ähnliche Probleme gibt es mit allen möglichen Individuen von Schülern, ob Behinderten, Unruhigen, Hochbegabten usw. Die haben alle schlechte Karten im Bildungssystem der sozialen Klassen aus der Monarchie, das wir heute immer noch haben.

Ein Gesamtschulsystem sorgt durch das Zusammenbleiben aller Schüler auf einer Schule, die unter ihrem Dach alle Bildungswege und Abschlüsse anbietet, dafür, dass immer wieder flexibel gewechselt werden kann. Da ist dann auch für das Ausländerkind, das erst in der 9. Klasse entdeckt, dass es eigentlich studieren will, noch ein Wechsel seines Weges möglich und soll durch die Schule auch gefördert werden.

Wirklich funktionieren kann das aber auch nur dann wirklich, wenn das gesamte Schulsystem eines Landes aus Gesamtschulen besteht (wie Skandinavien oder den USA). Wenn die Gesamtschule nur als 5. Schulform neben die anderen selektierenden (auswählenden) tritt, ist es sehr zweifelhaft, ob sie ihre Ziele erreichen kann.

Weißt Du, manchmal bin ich richtig neidisch. Und Du hast mir nie die Frage beantwortet warum Du keinen Job findest. Die müßten Dir doch einen roten Teppich ausrollen. Vorausgesetzt Du hast wirklich Interesse :)))

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Hm, also wenn ich das richtig lese, scheint es tatsächlich so zu sein, wie ich vermutet habe und mir bei einer  anderen Frage als Arroganz hingestellt wird:
Im Prinzip dient ne Gesmatschule nur dazu, damit das Kind nicht bspw. sagen muss:
"Ich war zu blöd für das Gymnasium und will es aber nicht zugeben bzw. will nicht dass man es an meinem Schulnamen schon erkennen kann. Deshalb geh ich auf ne gesamtschule, aus deren Namen man nix über die Intelligenz direkt ablesen kann."

Übrigens kann man Abi nachmachen, über 2. Bildu gsweg nach nr Ausbildung oder so noch machen, etc.

So zum Thema "Ich war ne faule Sa u und mir ist erst spät eingefallen dass ich auch mal was schaffen muss und will"

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Damit auch die schwachen Schüler eine Change haben.

gleichberechtigung

In wie fern Gleichberechtigung?

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