War das Deutsche Kaiserreich ein Unrechtsstaat?

11 Antworten

Man muss diese Fragen immer im Zusammenhang mit der Zeit sehen.

Heute haben wir ganz andere Möglichkeiten bei Fehlern von Behörden vorzugehen.

Wer damals in der Monarchie eine behördliche Maßnahme angriff, musste praktisch gegen den Kaiser klagen.

Aber für die Zeit (1871-1918) war Deutschland innerhalb Europas ebensogut Rechtsstaat, wie die anderen großen Monarchien.

Das Wort Unrechtsstaat ist so was wie ein Kampfbegriff, womit man eine bestimmte Haltung zum Ausdruck bringen will. Es ist ein Gummibegriff, den man beliebig einem Staat anhängen kann, um ihn so zu diskreditieren. In der englischen Sprache gibt es hierfür keine entsprechende Bezeichnung, es ist vielmehr ein Begriff, der in Deutschland entwickelt wurde und dann als Art Waffe zum Einsatz kam.

In der internationalen Welt der Juristen gibt es diesen eigentümlichen Begriff erst garnicht, weil man sich in ihm sehr rasch verheddern kann.


Gemessen am heutigen Verständnis von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten? Natürlich.

Und auch an zeitgenössischen Maßstäben orientiert, hinkt das Kaiserreich den Möglichkeiten weit hinterher.

Man vergleiche z.B. die Wahlprogramme der SPD aus der Zeit mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit.

Nehmen wir mal nur den Zugang von Frauen zu höherer Bildung, also zu Gymnasien und Hochschulen. Der blieb ihnen verwehrt. Der Völkermord an den Hereros in Namibia, das Verbot der SPD, Prügelstrafen in den Schulen etc. pp.


* atzef

Moechte Dir auf Deine Antwort ein kurzes Statement zusenden.Es ist nicht moeglich die heutige Zeit als Masstab fuer eine Aussage gegen das Kaiserreich zu benuetzen, da die Gesamtverhaeltnisse eben ganz anders waren als heute. In England kaempften die Sufragetten um Rechte, die heute jeder Frau ohne wenn und aber zugestanden werden.Es gab einige zoegerlich Anfaenge, befluegelt durch die Revolution in Russland, der Arbeiterklasse fuer  bessere Arbeitsbedingungen,gerechtere Bezahlung und Menschenrechte auf die Strasse zu gehen.gepruegelt, besonders in Volks -und Dorfschulen wurde, so weit ich mich erinnern kann, noch bis in die 50ziger Jahre.Das deutsche Kaiserreich hinkte nicht hinterher, sondern die Zeit war eben so und ueberall dort in Europa wo Kaiser und Koenige regierten gab es die gleichen, von Dir erwaehnten Zustaende.Das war kein spezifisches deutsches Kaisereichproblem.Auch der von Dir erwaehnte " Voelkermord" an den Hereros, war kein spezielles Delikt des deutschen Kaiserreichs,diese Art Probleme gab es in allen Kolonien, ganz speziell in den englischen und portugiesischen. Wieviel Kampf, Zeit und Tote gab es in Indien, bis zur Erlangung der Selbstaendigkeit.Die portugiesischen Kolonien, wurden erst lange nach dem 2.Weltkrieg,nach blutigem Kampf in die Freiheit entlassen. Das Gleiche gilt fuer die franzoesichen Kolonien in Afrika.Im Hinblick und im Vergleich mit anderen Gross- oder Kolonialsmaechten, war das Kaiserreich, auch durch den verlorenen ersten Weltkrieg, gluecklicherweise in der Lage zu zeigen das es auch ohne Kolonien weitergeht um sich aus der Reihe der Kolonialmaechten auszusondern.Dabei spielt es keine besondere Rolle,ob die deutschen Kolonien freiwillig oder erzwungenermassen aufgegeben wurden.Fakt ist sie wurden aufgegeben, waehrend alle anderen Maechte ihre Kolonien bis lange nach Ende des 2. Weltkrieges, mit einer rattenhaften Wut verteidgten.Dies nur zu Deinem Kommentar.

Tareq A.

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@Yankors

Grudsätzlich stimme ich dir zu, dass man an historische Verhältnisse nicht aktuelle Zustände und Erkenntnisse herantragen sollte, um sie zu bewerten.

Aber man kann historische Verhältnisse nicht nur anhand eines Ländervergleichs bewerten, sondern eben auch daran, was sich sozusagen im politisch-gesellschaftlichen "Gestaltungsraum" an Möglichkeiten, eben auch an Alternativen, abzeichnet.

Und da sind bezüglich der Bewertung des Kaiserreichs m.E. die Wahlprogramme der SPD aber auch liberaler Parteien ein taugliches Kriterium. Die saugen sich ja nicht Phantasieforderungen aus den Fingern, sondern entwickeln alternative Lösungen für zeitgenössische Probleme.

Wahlprogramme der SPD aus dieser Zeit lesen sich wie eine Vorwegnahme unseres Grundgesetzes! Und an denen gemessen hinkte das kaiserreich weit hinter den Möglichkeiten zurück.

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