Wann benutzt man bei der indirekten Rede den Konjunktiv 2?

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3 Antworten

Dieser Grund ("anzweifeln") wird immer wieder genannt, ist aber nicht der einzige, geschweige denn der üblichere.

Konjunktiv 2 wird nämlich auch aus rein morphologischen Gründen verwendet, und zwar wenn  Konjunktiv 1 und Indikativ formal nicht zu unterscheiden sind. Dann  bringt Konjunktiv 2 die eindeutige Information "indirekte Rede".

Beispiel :

„Es dauerte nur wenige Monate, bis die Einrichtung komplett war“, erzählt Helbig. Das meiste stamme aus Familienbesitz, einiges hätten [Konjunktiv 1 = haben]Freunde beigesteuert" (Focus).

Bevor man bei Konjunktiv 2 Angezweifeltes vermutet, soll man sich fragen, ob der Grund nicht einfach in der Morphologie zu suchen ist.


ja, danke, das war mir bereits bekannt. Heißt das, der Konjunktiv I kommt praktisch in der 1. P. Sg. sowie in der 1. und 3. P. Pl. nie vor?

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»Die Erde ist eine Scheibe!«

Er behauptete tatsächlich, die Erde wäre eine Scheibe.

»Alle Schwarzen sind böse.«

Er glaubte, alle Schwarzen wären böse.

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Wenn das Gesagte als falsch entlarvt wird, kann man, oder besser sollte man, in den Konjunktiv 2 wechseln. Er kann nämlich den Konjunktiv 1 mit ausdrücken, was im Umkehrschluss nicht möglich ist. Deshalb wird der Konjunktiv 2 auch als Ersatz für 1 genommen, wenn es Formprobleme gibt.

Nicht überall lässt sich das leicht und gut anwenden. Klar abgesteckt sind die Aufgabenbereiche hier also nicht.

Ganz kurz dargestellt(,) benutzt du den K 2 HAUPTSÄCHLICH aus zwei Gründen:

1. Indikativ und K 1 unterscheiden sich nicht voneinander.

Beispiel: Ich sagte, ich habe (<---Indikativ und/oder nicht erkennbarer K 1 !) ihm das Buch gegeben. Also K 2 einsetzen: Ich sagte, ich HÄTTE  ihm das Buch gegeben.

2. K 2 (irrealis): Ich wünschTe, er wäre auf dem Mond.

pk

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