Überweisung zurückrufen bei eBay Kleinanzeigen?

Du meinst, der Käufer will dir das Geld übrweisen?

Jo genau

4 Antworten

Eine Überweisung ist eine sehr sichere Variante. Eine betrügerische Rückbuchung ist hier so gut wie ausgeschlossen. Wichtig ist, dass der Geldeingang beim Login bei deiner Bank tatsächlich angezeigt wird. Man kann zwar bei der Bank eine Rückbuchung beauftragen (z.B. wenn man sich bei der Überweisung verschrieben hat), in diesem Fall ruft aber deine Bank bei dir an und fragt, ob es OK ist. Sagst du dann nein, so wird das Geld nicht zurückgebucht. Nur der Vollständigkeit halber: Sollte die Ware nicht verschickt werden, so müsste das Geld in diesem Fall durch ein Gericht o.Ä. zurückgefordert werden.

Bei einer Überweisung hat normalerweise eher der Käufer das Risiko, dass er wenig machen kann, wenn er die Ware nicht bekommt.

Theoretisch kann man trotzdem mit Überweisungen betrügen. Dazu vier Beispiele - die man natürlich weiter variieren könnte. Das sieht jetzt super gefährlich aus, man kann sich aber zu so gut wie jeder Zahlungsart einige Varianten überlegen wie da betrogen werden könnte.

Möglichkeit 1: Der Betrüger hat Zugang zu einem Konto erhalten und überweist von diesem fremden Konto Geld. Dieser Fall ist sehr unwahrscheinlich.

Möglichkeit 2: Der Betrüger verkauft einen Artikel im Internet und lässt sich diesen per Überweisung bezahlen, gibt aber dein Konto an. Der Käufer überweist das Geld an dich und du schickst deine Ware an den Betrüger. Dieser verschickt aber keine Ware an den Käufer.

Diese beiden Methoden sind beide sehr unwahrscheinlich und könnten in ähnlicher Form auch mit anderen Zahlungsmethoden angewendet werden.

Möglichkeit 3: Damit du das Geld erhalten kannst, musst du dem Käufer deine Bankdaten geben. Er könnte diese nutzen um irgendwo per Bankeinzug (SEPA-Lastschrift) zu bezahlen. Dazu braucht man ja im Prinzip nur die IBAN. Wie Wahrscheinlich das ist, kann ich nicht sagen. Meistens sollte das nicht passieren. Eine ungerechtfertigte Lastschrift kannst du - wenn du sie entdeckst - 13 Wochen lang zurückbuchen (mit Mandat: 8 Wochen). Wenn du sicher gehen möchtest, dass dieser Fall nicht eintreten kann, kannst du Daten eines Kontos, das keine Möglichkeit für einen Bankeinzug hat, nutzen. Dies trifft in der Regel auf Tagesgeldkonten und klassische Sparbücher zu.

Wenn du Geld an jemanden überweisen musst, so erhält der aber auch deine IBAN und deinen Namen.

Möglichkeit 4: Der Kunde möchte plötzlich den Artikel nicht mehr, sagt aber, dass er das Geld schon überwiesen habe. Das Geld trifft bei dir ein und du sollst es wegen irgendeiner Geschichte an einen anderen Empfänger weiterleiten (am besten per Western Union ins Ausland wo gerade ein Bekannter Urlaub machen soll). Wenn das Geld durch Möglichkeit 1 oder 2 auf dein Konto kam, so kann es auf diese Weise geklaut werden. Diesen Betrug kann man aber dadurch verhindern, dass man das Geld nur an das Absenderkonto zurücküberweist (dabei erhält dieses die IBAN, meistens wird ein Betrüger aber keinen direkten Zugriff auf das Konto haben (dadurch sieht er sie nicht), sondern jemanden dazu bringen Geld "freiwillig" zu überweisen - z.B. mit Möglichkeit 2).

Angenommen Fall 1... Was würde passieren mit meinem Geld wenn der rechtmäßige Besitzer das merkt?

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@Flypaper

Aufgrund der hohen Hürden - man braucht ja nicht nur die PIN, sondern auch eine TAN ist das relativ schwer. Und die Variante gefälschte Überweisungsscheine zu erstellen ist "aus der Mode gekommen".

Sollte der Fall eintreten, so wird der Geschädigte bei seiner Bank eine Rückbuchung beantragen. Seine Bank leitet die Bitte an deine Bank weiter. Diese fragt dich, ob du einverstanden bist. Wenn du nein sagst, wird das Geld nicht zurück gebucht.

Danach könnte das Geld über einen Anwalt zurückgefordert werden. In diesem Fall kannst du den Ablauf schildern und die Versandadresse weitergeben. Gleiches gilt, wenn es eine Anzeige bei der Polizei gegen dich geben sollte. In beiden Fällen stehen die Chancen gut, dass du danach nichts mehr damit zu tun haben musst.

Der letzte Schritt wäre die Klärung vor einem Gericht. Auch da stehen deine Chancen, dass du das Geld behalten darfst nicht so schlecht. Normalerweise kann man darauf vertrauen, dass man Geld per Überweisung nur mit der Einverständnis des Kontoinhabers bekommen kann. Dass sich ein Hacker Zugriff auf das Konto verschafft hat konntest du demnach nicht wissen, du hättest nicht damit rechnen müssen und es ist auch nicht deine Schuld. Entweder hat der Kontoinhaber oder die Bank einen Fehler gemacht. Wie ein Verfahren ausgeht hat aber leider auch immer eine gewisse Zufallskomponente. Da die Chancen das Geld von dir auf diesem Weg zu bekommen, nicht gerade gut stehen und es offenbar ja eh "nur" um 800 Euro geht, wird es wahrscheinlich nicht zu einem Verfahren kommen (und die Wahrscheinlichkeit, dass das Konto überhaupt gehackt wurde ist auch klein).

Auch wenn du das Geld somit wahrscheinlich behalten könntest, noch etwas zu der Möglichkeit eines Betrugs:

Dass du das Paket nach Großbritannien und nicht nach Osteuropa schicken sollst, spricht bereits gegen einen Betrug. Zwei weitere Indizien, die du dir aber leider erst angucken kannst, wenn du das Geld bekommen hast, sind ob der Name des Kontoinhabers und der Name des Postempfängers zusammenpassen und ob das Geld von einem britischen Konto oder von einem Konto aus einem anderen Land überwiesen wurde (Konto beginnt mit GB). Beides sind aber nur Indizien. Es kann auch sein, dass die Eltern das Geld für ihr verheiratetes Kind überweisen oder ein Student im Auslandssemester hat nicht extra ein neues Bankkonto eröffnet. Passt alles, so ist es aber ein gutes zusätzliches Indiz, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Auch wenn man beispielsweise mit einem falschen Namen an der Klingel, durch Angabe eine Hoteladresse oder durch einen Insider bei der Post theoretisch immernoch einen Betrugsansatz hätte.

Gegen Fall 1 spricht folgendes - auch wenn es an sich möglich ist:

Hätte der Betrüger das Konto tatsächlich unter Kontrolle, so könnte der Geschädigte dies jederzeit bemerken. Es wäre also klug das Konto möglichst rasch leer zu räumen. Soll das über Einkäufe im Internet geschehen, so sollte sich der Betrüger nur kurze Zeit an der Empfangsadresse aufhalten - sonst ist die Gefahr geschnappt zu werden groß. Es wäre also sinnvoller bei Onlineshops im eigenen Land einzukaufen, da ein Versand aus Deutschland im allgemeinen länger dauert.

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@holgerholg

Ich danke dir vielmals für deine ausführliche Antwort. Falls es ein Betrüger ist soll es diesmal nicht ich sein der ihm in die Lappen geht. Nach ein bisschen Recherche glaub ich tatsächlich das wenn, eh die Betrugsmasche mit der gefälschten Mails ausprobiert wird wo ich sicher nicht drauf reinfalle. Falls das Geld aber wirklich auf meinem Konto auftaucht gibt mir das jetzt ein bisschen Sicherheit, dass es nicht so einfach ist das wieder zurück zu buchen.

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Normalerweise verlangt er dann dass du das Paket parallel verschickst und hat eben nichts überwiesen.

Oder er macht eine Anzahlung und behauptet den Rest bekommst du bei Ankunft (was eben nicht so ist)

Wenn du tatsächlich wartest bis das Geld auf deinem Konto ist bist du relativ sicher, derjenige kann zwar behaupten, dass der Artikel nicht angekommen ist, aber ich wüsste nicht was dann passieren sollte.

Aber wirklich warten bis das Geld auf dem Konto ist, nicht von irgendwelchen Überweisungsbelegen beeindrucken lassen!

Brich sofort den Kontakt ab, das ist ein eindeutiger und altbekannter Betrugsversuch!

Du wirst die angebliche Mail einer Bank erhalten, dass das Geld überwiesen wurde und Du es in dem Moment bekommst, in dem Du eine Paket-Tracking-Nummer postest.

Alles gefälscht. Keine Bank der Welt macht solche Geschäfte. Es gehört nicht zum Aufgabengebiet von Banken, den Versand zu überprüfen.

Das läuft immer so. Das ist eine alte Betrugsmasche. Gutgläubige Verkäufer schicken dann los ohne zu merken, dass sie betrogen werden sollen. Und das war’s dann - Du hörst nie wieder was, Geld kommt nie und Deinen Artikel bist Du los.

http://archive.is/FyAeb

Ja oke, aber wenn das Geld auf meinem Konto ist? Also ich mach meine Sparkassen App auf und sehe, oke der Typ hat mir das Geld gesendet. Dann müsste es doch eigentlich passen oder?

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Eine Überweisung kann man nicht zurück holen.

Aber zum Verkauf: Du wirst sowieso niemals Geld sehen.

Der Betrug ist Uralt und nennt sich Nigeria Connection.

Am Ende erhälst du Fake Mails einer Fake Bank.

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