Vergleich Hinduismus Christentum?

10 Antworten

Hallo,

erstmal ist es wichtig zu erwähnen, das es nicht DEN Hinduismus gibt, ebenso wie es nicht DAS Christentum gibt.

Der wirkliche Name des Hinduismus (welcher eine eher geographische Angabe ist der Völker die am Indus lebten, keine religiöse) lautet "Sanatana Dharma".

Das bedeutet soviel wie "Ewige Ordnung" oder "Ewiges Gesetz, Weg".

Ich werde der Einheitlichkeit halber aber weiter von Hinduismus sprechen.

Es handelt sich wie im Buddhismus, Jainismus und Sikhismus (welche allesamt indische, verwandte Religionen sind) um sogenannte "dharmische" Religionen.

Siehe -> https://de.wikipedia.org/wiki/Dharma

Der Hinduismus ist ein Rahmen der viele, auch gegensätzliche Deutungen beinhaltet, da es hier nicht primär um blinden Glauben geht sondern um das rechte Verhalten und vor allem die geistige Suche.

Hindus sind also frei, über theologische und philosophische Fragen zu diskutieren und diese zu hinterfragen, es gibt nicht nur den "einen" Weg den eine bestimmte Gruppe für sich patentiert hat.

Wie es im Rig-Veda, der ältesten heiligen Schrift der Hindus formuliert ist:

"एकं सद्विप्रा बहुधा वदन्ति

ekam sat vipra bahudha vadanti

"Es gibt eine Wahrheit, die Weisen benennen sie mit verschiedenen Namen."

Häretiker sind damit quasi unbekannt, da hier Platz für verschiedenste Deutungen ist.

Das resultiert dann in der Situation das sowohl Theisten wie Atheisten, Menschen die Gott mit Form und ohne Form usw. hier alle ihren Platz finden.

Einige Grundannahmen bilden sozusagen ein Bindeglied aller indischen Religionen.

Das das Karma (=Absichten, Tun) das Leben der Menschen beeinflusst.

Was ist Karma ?

Karma ist im Grunde nichts anderes als der Gedanke der auch in der Bibel vorkommt, "wie du säst so sollst du ernten".

Es bedeutet das das was uns widerfährt AUCH immer ein Resultat unseres Handelns ist.

Wenn ich mir mit einem Hammer einen Nagel in die Hand schlage so ist das das Resultat meines Handelns, da hat kein Gott oder jemand anderes dran schuld.

Karma ist also keine "Strafe" eines Gottes oder unabänderliches Schicksal sondern das Ursache-Wirkung Prinzip auf ethisch - moralischer Basis.

Es ist aber immer nur ein Faktor unter mehreren.

Behandelst du Menschen schlecht, so säst du damit solche Samen die Dir eine negative Frucht bescheren und umgekehrt.

Eine zweite Grundannahme vieler indischer Religionen ist zudem "Samsara".

Der Kreislauf der Widergeburten / Reinkarnation.

Dabei spielt das Karma auch eine Rolle, es wird angenommen das aufgrund des Karmas das Resultat der neuen Widergeburt erfolgt.

Jeder hat also nach dieser Vorstellung einen "Rucksack" an karmischen Samen aus vorherigen Leben mitgebracht wessen Früchte und Resultate er nun erntet, und gleichzeitig säen wir durch unser Tun (in Gedanken, Worten und Werken) ständig neue Samen.

Ziel des Hinduismus (und der anderen Religionen Indiens die aber teilweise andere Namen dafür haben) ist "Moksha" oder "Mukti" (Im Buddhismus "Nirvana" = das Todlose).

Das Ziel ist Freiheit, Erlösung von diesem Kreislauf aus Geburt und Tod.

Diese Eckpfeiler bilden sozusagen die Grundlage des indischen Denkens.

Es gibt dann verschiedene Bezeichnungen für Erlöste zB.:

"Jivanmukti" = die Seele die schon zu Lebzeiten erlöst, befreit ist.

"Videhamukti" = die Seele die nach dem Tode (also ohne Körper) befreit, erlöst wird.

Abrahamitische Religionen sprechen in anderen Worten davon, hier ist das "Ewige Leben bei Gott im Himmel" das vergleichbare Ziel.

Man muss sich hierbei klarmachen das diese menschlichen Definitionen, Worte sowieso immer nur ein Versuch sind das Unsagbare in Worten auszudrücken.

Jeder tut das dann eben gemäss seiner Zeit, Tradition und Kultur.

Grundlegend für das Verständnis des Hinduismus, noch vor den "Göttern",

sind die Veden (= spirituelles Wissen), und dort für die Philosophie die Upanishaden (die Lehre die zu Füssen des Meisters gehört wurde).

Diese sind in ihrer Bedeutung garnicht hoch genug einzuschätzen, manche Wissenschaftler sagen gar man sollte die Zeitrechnung auf "vor und nach den Upanishaden" einteilen.

Diese Texte enthalten quasi die gesamte Philosophie auf der der heutige Hinduismus aufbaut und sind die grundlegenden Texte des "Vedanta" (= Ende, Resultat der Veden), welcher eine heute sehr prominente Schulrichtung der indischen Philosophie darstellt.

Da diese Teil des "Shruti" = "Das Gehörte" sind, gelten sie als zeitlos gültige , an die die Rishis ( = Seher und Weise) offenbarte Weisheit.

Nun gibt es wie gesagt im Vedanta verschiedene Schulrichtungen.

Hier wird um es kurz zusammenzufassen, das Verhältnis von Brahman (der ultimativen Realität / Gott) und Einzelseele besprochen.

So gibt es hier Richtungen die dualistisch ausgerichtet sind, also eine ewige Trennung der beiden und ein Abhängigkeitsverhältnis des Jiva (der Einzelseele) postulieren, wie zb. im Dvaita Vedanta (Vedanta der Zweiheit).

In ähnlicher Weise wird es in verschiedenen Religionen dargestellt die den Schöpfer als getrenntes und allmächtiges Wesen darstellen und die geschaffenen Seelen als abhängig.

Dem gegenüber gibt es aber auch (und diese bilden sozusagen die Mehrheit würde ich behaupten) Schulen die verschiedene Formen des Non-Dualen Verständnisses lehren, zb. am bekanntesten der Advaita Vedanta (A-Dvaita = Nicht Zwei, nondual)

brahma satyam jagan mithya jivo brahmaiva naparah“

„In drei Sätzen sei es verkündet, was man in Tausend Büchern findet: Brahman ist wirklich. Die Welt ist Schein, das Selbst ist nichts als Brahman allein.“

--> https://vedanta-yoga.de/satsang-talk-brahma-satyam-jagan-mithya/

Hier wird zB. gern anhand der Mahavakyas (der großen Aussprüche) diese ganze Weisheit der Upanishaden in einem kurzen Vers zusammengefasst, präsentiert:

zB. "Tat tvam asi" = Das bist Du.

DAS steht für Brahman (die ultimative Realität), DU für das wahre Selbst.

Beide sind in Wahrheit identisch.

Wie es Adi Shankara (einer der Urväter des Advaita Vedanta) in seinem bekannten Text "Vivekachudamani" (Kronjuwel der Unterscheidungskraft) schreibt:

Auf diesen Philosophien bauen dann wiederum die heute bestehenden "Guru-Paramparas" = Lehrernachfolge die von Schüler zu Meister immer weitergegeben wird und die verschiedenen Ausformungen der vielgestaltigen hinduistischen Religionen.

So gibt es dort Richtungen die "Gott" / Brahman als männlich zb. Shiva, Vishnu usw. oder als Shakti (verschiedene Arten der göttlichen Mutter zB. Durga, Kali, Lakshmi usw.) mit Form verehren.

Andere verehren das formlose Brahman, also ohne Bild, ohne Darstellung.

Im Hinduismus ist also philosophisch begründet beides möglich und legitim.

Sowohl die aufwendige Verehrung von Götterbildern (in den Gottesdiensten =Pujas), welche "Murti" genannt werden.

Aber ebenso die bildlose Verehrung des Absoluten.

Wo Bilderstürmer im Mittelalter im Christentum wegen ihres Bilderverbot gewütet haben (zb. gegen die orthodoxe Verehrung von Ikonen), wird hier aufgezeigt das dieses "Hilfsmittel" von Bildern für manche Menschen hilfreich sind, da wir Wesen mit Sinnen sind und es deshalb leichter ist sich einen Fixpunkt der Konzentration, auf den man seine Verehrung richtet kann.

So wie wir Fotos von Angehörigen bei uns Zuhause aufstellen und im Geldbeutel mitführen um uns zu erinnern, eine Verbindung herzustellen.

Natürlich ist das Foto nicht der Mensch aber kann dennoch eine Hilfe sein.

Jemand der allerdings in sich erkannt hat das zB. Shiva sein wahres Selbst ist, der braucht keine Hilfsmittel mehr.

Ich könnte jetzt noch viel mehr schreiben zu diesem sehr komplexen Thema, aber möchte es erstmal soweit belassen.

Für weitere Informationen schau Dir mal die englischsprachige Wikipedie zu "Hinduism" an, dort wird vieles sehr gut erklärt und thematisch verknüpft.

Für Vorträge die sehr ins Detail gehen, aber dennoch gut verständlich sind kann ich Dir die sehr guten Videos (englischsprachig) von Swami Sarvapriyananda empfehlen.

zB.: The Wisdom of the Upanishads:

https://www.youtube.com/watch?v=bzLHJXQMCGA

The higher Knowledge:

https://www.youtube.com/watch?v=tfjBlvfzKUo

Victory over Death (hier wird auch Jesus Christus anhand von Beispielen erwähnt und interessante Parallelen erklärt, sehr interessant):

https://www.youtube.com/watch?v=3py4_HJ5md8

und viele mehr

Viel Erfolg!

Der "Hinduismus" besteht aus zahlreichen religiösen Gruppen oder Sekten (Sampradayas), die im Laufe der Jahrtausende unter dem Schirm der komplexen alten hinduistischen Mythologie entstanden sind.

Ähnlich hat sich das ursprüngliche Christentum über die Jahrhunderte in zahllose Sekten aufgespalten.

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Es heißt, dass es im Hinduismus 330 Millionen Götter gibt. Dennoch soll der Hinduismus nicht polytheistisch sein. Der indische Schriftsteller A. Parthasarathy erklärt das so: „Die verschiedenen Götter und Göttinnen des hinduistischen Pantheons stellen lediglich die Kräfte und die Aufgaben des einen höchsten Gottes in der manifesten Welt dar."

Ähnlich verehren viele Christen einen trinitarischen Gott, von dem sie aber sagen, dass er doch nur EINE Person ist.

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Hindus verehren Schiwa als Fruchtbarkeitsgott, als Gott des Lingas oder Phallus.

Der indische Gelehrte Swami Sankarananda führt als Argument gegen die abendländische Kritik am Hinduismus an, dass die Christen, die das Kreuz verehren (bei den Heiden ein phallisches Symbol) "Anhänger eines Geschlechtskults" seien. (The Rigvedic Culture of the Pre-Historic Indus)

Die ältesten Schriften der Hindus sind die Weden, eine Sammlung von Gebeten und Hymnen, die als Rigweda, Samaweda, Jadschurweda und als Atharwaweda bekannt sind. Sie entstanden im Laufe mehrerer Jahrhunderte und wurden um 900 v. u. Z. vollendet.

Ähnlich ist die Bibel der Christen eine Sammlung von Büchern (Bibliothek), die in einer Zeit von 1600 Jahren entstand und im 1. Jh. u. Z. vollendet wurde.

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Grundregeln im Hinduismus — wie Nichtverletzung (Nichtschädigung) bzw. Gewaltlosigkeit — findest Du auch im Christentum („Goldene Regel“).

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Das sollte erstmal genügen.

Viel Erfolg und liebe Grüsse ...

Hier habe ich noch Punkte gefunden: http://www.gym-hartberg.ac.at/schule/images/stories/Religion/themen_matura/06_Hi_Christen.pdf

Heilswege

  • Beide Religionen hoffen auf eine Erlösung durch ein Absolutes. Sie bieten verschiedene Heilswege, die in verschiedenen Aktzentsetzungen viele Gemeinsamkeiten haben: Erlösung durch den Weg des Handelns, der Taten, des Wissens und der Erkenntnis, sowie den Weg der Hingabe, des Vertrauens und Glaubens. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied: Anstatt des unpersönlich-kosmischen Karma-Gesetzes tritt im Christentum das Vertrauen, dass Menschen durch die Zuwendung Gottes, durch seine liebende Bejahung und Vergebung an das Ziel der Geschichte kommen, reifen und ihr Heil finden.

Erlösung

  • Hinduismus: Verschmelzung des Individuums mit dem Absoluten. Eingehen in das höchste Bewusstsein und Aufgeben der Individualität
  • Christentum: Begegnung des Individuums mit dem Absoluten. In der Zuwendung geschieht Annahme, Heilung und letzte Reinigung des Menschen

Ist nicht zu vergleichen, da das eine, eine von Menschen gemachte Religion Ist, die den Menschen das Verderben bringt und den einzig wahren Schöpfergott und Heiland, Jesus Christus, miteinander...der in die Welt gekommen Ist, um Menschen davor zu erretten.
Wie fatal das für Dich werden wird, wirst Du hoffentlich noch vor Deinem Tod erkennen.

https://youtu.be/3AxbUCSLgd8

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Ich glaube nicht, daß Stichworte alleine ausreichend sind. Denn es geht bei Vergleichspunkten darum, sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede herauszuarbeiten.

Giwalato

Ja... Wir sollen ein Plakat dazu machen und zu den Punkten schreibe ich dann noch etwas dazu

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