Ich weiß langsam nicht mehr weiter und wollte meine Situation einfach einmal schildern. Vielleicht versteht mich jemand oder hat ähnliche Erfahrungen gemacht.
Seit meiner Kindheit begeht meine Mutter immer wieder Grenzüberschreitungen. Früher ging es oft darum, dass sie wollte, dass ich bestimmte Dinge tue, zum Beispiel beten gehe oder religiöse Dinge mache. Heute geht es weniger darum, sondern eher um ihre ständigen Sorgen und ihren Drang, Kontrolle auszuüben.
Ich habe seit ungefähr zwei Jahren gesundheitliche Probleme, die bis heute nicht vollständig geklärt sind. Diese Situation belastet mich ohnehin schon körperlich und psychisch sehr. Was es zusätzlich schwierig macht: Meine Mutter schafft es nicht, mir den Raum und die Ruhe zu geben, die ich aktuell brauche.
Ich habe mehrfach ruhig und klar kommuniziert, dass ich Zeit, Ruhe und Vertrauen brauche, damit ich mit meiner gesundheitlichen Situation umgehen kann. Wegen unserer Sprachprobleme ist Kommunikation zusätzlich schwierig: Ich spreche nicht gut Türkisch, sie kaum Deutsch. Trotzdem habe ich mir Mühe gegeben, ihr sogar Texte auf Türkisch zu schreiben und zu erklären, wie sehr mich ihr Verhalten belastet.
Sie sagt dann zwar „okay“, aber kurze Zeit später beginnt alles wieder von vorne. Mittlerweile kontaktiert sie mich oft indirekt über meine Zwillingsschwester, weil meine Schwester meine Nummer hat. Dann bekomme ich wieder dieselben Sorgen, dieselben Nachrichten und denselben Druck vermittelt. Es fühlt sich an wie ein endlos wiederholendes Tonband.
Das Schwierige ist: Nicht nur ich sehe das so. Mein Vater, meine Geschwister und andere Menschen haben meiner Mutter schon oft gesagt, dass sie mich einfach in Ruhe lassen soll und dass ihr Verhalten mir schadet. Trotzdem versucht sie immer wieder, ihren Willen durchzusetzen.
Was mich zusätzlich traurig macht: Es belastet mich sehr, dass ich überhaupt an den Punkt gekommen bin, solche Schritte wie starken Kontaktabbruch oder eine starke Einschränkung des Kontakts in Betracht ziehen zu müssen. Das ist nichts, was ich leichtfertig entscheide. Aber ich bin inzwischen einfach an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr kann. Dieser ständige, sich wiederholende Kreislauf mit meiner Mutter erschöpft mich psychisch immer mehr.
Dazu kommt noch etwas aus der Vergangenheit, das ich bis heute nicht vergessen kann: Damals hatten mein Vater und ich einen Streit, der so eskaliert ist, dass meine Eltern mich sofort aus der Wohnung geworfen haben. Es kam zwar nicht zu körperlicher Gewalt, aber allein dieses Erlebnis hat bei mir Spuren hinterlassen. Es ist nicht etwas, das mich jeden Tag massiv belastet, aber es ist etwas, das ich bis heute nicht vergessen kann.
Genau solche Erfahrungen sind auch ein Grund dafür, warum ich emotional Distanz zu meinen Eltern aufgebaut habe. Der Schmerz, den ich damals erlebt habe, ist für mich bis heute nicht vollständig verarbeitet. Deshalb empfinde ich das Verhalten meiner Mutter heute auch als besonders grenzüberschreitend. Ich habe trotz allem versucht, den Kontakt wieder aufzubauen und offen zu sein. Aber ich merke einfach, dass sich nichts verändert hat. Ich spüre von ihrer Seite kein echtes Vertrauen mir gegenüber. Anders kann ich mir ihr Verhalten inzwischen nicht mehr erklären.
Ich leide ohnehin schon unter körperlichen Schmerzen, und diese zusätzliche emotionale Belastung wird mir langsam zu viel. Mittlerweile sehe ich kaum noch eine andere Möglichkeit, als den Kontakt stark einzuschränken, weil ich mich selbst schützen muss.
Mich würde interessieren:
Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit kontrollierenden oder überfürsorglichen Eltern gemacht? Wie seid ihr damit umgegangen, besonders wenn Gespräche und Erklärungen nichts mehr verändert haben?